Schutzdrang dämmen
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Hallo,
Diesmal geht es um meinen Chuck :)
Die Ausbildung des Guten war ziemlich aufwendig und hat ziemlich gedauert (3 Jahre, 3 mal die Woche Einzeltraining beim Hundetrainer). Das Problem war seit dem Junghundalter sein extremer Drang, seine Menschen zu schützen.
Einmal, damals "gehörte" er noch meiner Mom und lebte bei ihr und meinem Kleinen Bruder, war mein Bruder mit ihm draußen (13 Jahre alt). Bis dahin gab es noch nie Probleme - nicht mal das typische Junghundgepöbele. Chuck war 10 Monate alt, wog 40 kg. Sie gingen an einer Straße entlang, um zu dem Freilaufgebiet zu kommen. Von hinten kam ein Auto, und hupte aus irgendeinem Grund. Plötzlich, so schnell konnte mein Bruder nicht reagieren, warf Chuck sich rum, rannte auf die Straße und "griff" das Auto an - mein Bruder hing noch an der Leine.
Hätte der Autofahrer nicht so schnell reagiert, wäre Chuck nicht nur mit einer leichten Gehirnerschütterung und mein Bruder mit dem Schrecken davon gekommen. Aber das war nur der Auftakt der Probleme (ab dem Zeitpunkt nahm ich ihn dann zu mir, weil meine Mutter und mein Bruder weder die körperliche, noch die mentale Kraft hatten, sich bei ihm durchzusetzen).
Das steigerte sich extrem. Kein Mensch, Hund, Fahrrad, Auto,... usw. durfte sich mir einem Umkreis von 2 Metern nähern. Wir gingen damals nach dem Autounfall gleich zum Trainer und schafften es, seinen Schutzdrang umzuleiten. Jetzt hütet er daheim meinen Schwarm Nymphensittiche (die natürlich nie außerhalb der Voliere sind, wenn ich nicht dabei sitze und ein Auge auf sie habe) und ist glücklich damit.
Seitdem ist er auch mit viel Übung einfacher im Handling geworden. Aber - und daran arbeiten wir immer noch - ein, zwei Probleme sind noch geblieben.
zum 1. : Fremde Hunde dürfen mich nicht anspringen, auf mich zu gerannt kommen - nicht mal im Spiel. Auf ihn schon, dass findet er klasse... beim Freilauf. Aber wenn es blöd kommt endet das in einen Kampf. Er läuft aus diesem Grund nur an der Schleppleine "frei", damit ich jederzeit auf ihn einwirken kann bzw. eingreifen kann ohne direkt meine Hand zwischen rein stecken zu müssen.
2. Manchmal überkommt es ihm noch mit dem Schützen. Aber das macht er so, dass er, wenn er meint es wäre entwas gefährlich, meinen Arm ins Maul nimmt und festhält (vorsichtig, nicht schmerzhaft), und versucht aus der Situation raus zu ziehen. Das konnte ich ihm bislang nicht abgewöhnen, ist aber ziemlich nervig. vermeiden (arm hoch halten geht kaum, da ich 1,58, der Hund eine Schulterhöhe von 75 hat.
Wir waren mit ihm bei einem Hundepsychologen. Der meinte, dass er seine Ängste auf mich projeziert und eigentlich selbst derjenige ist, der aus der Situation flüchten möchte, mich aber auf keinen Fall zurück lassen möchte.
Hm. Tja, vielleicht habt ihr noch ein paar Tipps wie ich daran arbeiten könnte?
Wir haben versucht ihn mit solchen Situationen zu konfrontieren, ihm zu zeigen, dass mir (ihm) nichts passiert, versucht ihn abzulenken, usw. aber das hat nicht funktioniert.
Da muss ich auch erwähnen, dass er außerhalb der Wohnung weder auf Futter noch Spielzeug reagiert. Er geht nicht mal besonders gern spazieren, und Bewegung mag er schon gar nicht
Er hat in der Gegend 5 Freunde, mit denen er regelmäßig spielt, aber dann auch nur, solange ich in Sichtweite bin und maximal eine halbe Stunde. Kleinere Hunde, unsichere Hunde, Welpen/ Junghunde liebt er, solange sie nicht zu frech zu mir werden.
Ich habe das Gefühl, dass ich einen Herdenschutzhund hier sitzen habe - aber er ist doch ein Riesenschnauzer-Berner-Sennenmix?
Naja, auf jeden Fall bin ich so langsam mit meinem Latein am Ende. Habt ihr einen Tipp für mich?
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Hast du dich mal über den Riesenschnauzer schlau gemacht....?
Er hat AUSGEPRÄGTEN Schutztrieb, gepaart mit Eigenständigkeit ...er wird im Polizei-und Schutzdienst eingesetzt.
und macht die Hälfte deines Hundes aus...Zottelig heißt NICHT automatisch lieb...
Als 164cm/50kiloFrau mit 70cmSchulter/49kgDSHRottweilerMischling kann ich deine Probleme gut verstehen .
Allerdings hab ich von meinem Gefühl eher das "genau umgekehrte " eures Hundepsychologen im Kopf :
Nicht der Hund projiziert seine Ängste auf dich, sondern er fühlt deine "Ängste " an und reagiert drauf.
Da ihr schon 3 Jahre 3 mal die Woche mit Trainer arbeitet ,
bitte ich dich, mal liebevoll-kritisch auf dich selbst zu schauen...
und dir vielleicht mal zeit zu nehmen, an der eigenen Selbstsicherheit zu arbeiten.
Ein paar Stunden Kampfsport zum Beispiel .
Das kann jede Frau gut gebrauchen...
Also den Focus mal vom auftreten des Hundes zum eigenen "Energiefeld" umlenken.In der Sturm -und Drangzeit meines Dicken musste ich mich auf jedem Gang selbst abprüfen, wie steh ich heute in meinen Schuhen ?
Müde, etwas Depri ? Schlecht gelaunt? Mein Hund gab mir alles 1:1 zurück...Du wirst hier sicher gute Tipps bekommen über Umgang mit triebstarken Hunden .
Da kann ich dir leider nicht helfen, denn ich hab meinen Dicken ohne welpenkursus, junghundestunde und ohne eine einzige Trainerstunde erzogen.
Nur mit Liebe,Spass, Gefühl für ihn, Geduld und Konsequenz . Eine Art Mutter Theresa aus Stahl , sozusagenEin Kind würde ich persönlich übrigens niemals mit einem so großen Hund alleine losschicken (es sei denn, es hat an den Trainerstunden teilgenommen)
es kann total überfordert sein wenn Krisensituationen auftreten und hat körperlich keine Chance.
Zudem verstärkt die Unsicherheit des Kindes den Beschützerdrang des Hundes :/Also, tief durchatmen, aufrichten zur vollen Größe
....und sich selbst stärker aufstellen!!!
LGr mPS: ein kenn eine Frau von 152 cm und 46 Kilo , die könnte eine Büffelherde zum stoppen bringen, nur durch ihre "power"... Größe macht's nicht , echt nich....
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Ich les grad noch, er spielt draußen nicht mit Spielzeug, nur mit seinen 5 Freunden .
Ist er körperlich ausgelastet? Geistig ausgelastet ?Was "arbeitet "er, wenn ihr draußen seid ? Was ist seine Aufgabe ? (Wie sagt man so schön, ein Hund, der keine Aufgabe hat, wird zu einer
)
Gestaute Energie entlädt sich auch gern mal "verkehrt" oder "explosiv".
Der meine muss zB ständig von mir "verlorene"Dinge suchen, ach was mir so alles runterfällt ...
Leine , Tabak, Clicker ...ich verliere ALLES und ohne meinen treuen Suchhundwäre ich AUFGESCHMISSEN
Zudem muss er sein Bringsel tragen und mich mit dem Rad ziehen ( im Geschirr, natürlich ) -
Zitat
Jetzt hütet er daheim meinen Schwarm Nymphensittiche (die natürlich nie außerhalb der Voliere sind, wenn ich nicht dabei sitze und ein Auge auf sie habe) und ist glücklich damit.
Verstehe nicht. Was macht er mit denen?
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Zitat
Ich habe das Gefühl, dass ich einen Herdenschutzhund hier sitzen habe - aber er ist doch ein Riesenschnauzer-Berner-Sennenmix?Nach Deinem Beitrag habe ich das auch gedacht. Wie sicher bist Du denn, dass da kein HSH mitgemischt hat? Hast Du mal ein Foto?
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Riesenschnauzer: Der Riesenschnauzer lebte ursprünglich als Hirten- und Wachhund auf den großen Almen in den Alpen. Er verteidigte auch Fuhrwerke vor möglichen Angreifern. Man nannte ihn eine Zeit lang „rußigen (schwarzen) Bärenschnauzer“.
Seit 1925 wird er als deutsche Polizei- und Diensthundrasse anerkannt. Heutzutage wird der Riesenschnauzer hauptsächlich als Dienst- und Familienhund gehalten. Er ist ein sehr wachsamer, intelligenter und sensibler Hund, der Fremden gegenüber eher misstrauisch ist. In seiner Familie jedoch ist er sehr anhänglich und braucht Aufmerksamkeit. Da der Riesenschnauzer früher Fuhrwerke auf ihren langen Fahrten begleitete, braucht er ebenfalls viel Bewegung und Beschäftigung, gleichzeitig aber auch seine Ruhepausen. Bei der Erziehung wird nur liebevolle Konsequenz erfolgreich sein. Besonders unnötige Härte, aber auch nicht vorhandene Konsequenz sind nicht zu unterschätzende Fehler. Riesenschnauzer sind sehr robuste und muskulöse Hunde. Die Größe variiert von 60 bis zu 70 cm. Riesenschnauzer erreichen ein Gewicht von ca. 35-50 kg. Das Fell, in Schwarz oder Pfeffer-Salz, ist sehr pflegeleicht: Es ist hart und drahtig. Regelmäßig muss das Fell getrimmt werden. Richtig gepflegt, verliert der Hund so weniger Haare. IQuelle : jannadogstierhilfe e. V.
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Da könnte natürlich was dran sein. Mein hund und ich wurden mal nachts von einem betrunkenen angegriffen. Hat unser Problem natürlich verstärkt. Mein nonverbales. Statement viel danach dementsprechend aus.
Das war vor 2 Jahren und eigentlich hatte nie große Probleme danach. Ich hab Aikido gelernt :)
Aber wahrscheinlich läuft da was unbewusst.Noah war derjenige, der mit ihm die Grundausbildung in der Hundeschule gemacht hat. Dennoch hätte meine mom ihn nicht alleine rausgehen lassen dürfen - ganz deiner Meinung.
Mit den Vögeln: er liegt vor der voliere und beobachtet. Wenn meine FlugBehinderten Vögel abstürzen oder der eine einen epileptischen Anfall hat, gibt er laut. Wenn die Katzen versuchen, sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen, stellt er sich davor. Die Katzen überlegen es sich jedes mal anders
Direkten Zugang zu den Vögeln hat er nicht. ( kann und darf es nicht). Die Vögel mögeb ihn und seheb ihn als Teil des schwarms.
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Da kann ich mich nur auf das Wort meiner Mutter verlassen und auf die Besitzerin der Mutterhündin. Beschwören würde ich es aber nicht. Ich Poste ein Bild wenn ich wieder daheim bin.
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Ich frag nochmal nach : was "arbeitet " dein Hund ?
Der meinige musste zB im Winter 9 Wochen lang an der Leine bleiben (ED op ) und durfte NIX.
nach ein paar Wochen wollte er Radfahrer anfallen auf 20 Meter Entfernung, am helllichten Tag.
Das hörte zum Glück wieder auf, als er sich wieder normal(er) bewegen und auslasten durfte.
Aber in der Zeit hab ich eine sehr genaue Vorstellung davon bekommen , wie mein Hund AUCH SEIEN KÖNNTE bei mangelnder Betätigung ....Und : du hast n Sohn großgezogen ...erinner dich an seine Trotzphasen?...brüllend und fäustetrommelnd auf der Erde an der Supermarktkasse ..(fiktives Beispiel..
)
.. wie hast du reagiert...?SO auch mit deinem Hund !
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Einen interessanten Artikel gefunden:
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