Wie Frustrationszoleranz aufbauen?

  • Zitat

    Wenn ich das nämlich nicht in der Hundeschule, sondern im Alltag trainieren will, bleiben die fremden Hundehalter ja nicht unbedingt so lange stehen, bis sich mein Hund runtergefahren hat... Verstehtst du, was ich meine?


    Ja, daher übe ich das Runterfahren auch in vielen anderen Situationen, damit es für den Hund zur Gewohnheit wird.


    Ansonsten suche ich Situationen auf, in denen ich das üben kann bzw. nutze jede Situation. Z.B. der Beginn einer Unterrichtsstunde in der Hundeschule, Leute mit Hund in der Innenstadt, gängige Wege zu Gassistrecken in der Stadt, wo die Hunde noch angeleint (und damit abgesichert sind) etc...


    Viele Grüße
    Corinna

  • Denke auch , dass grade bei BCs das Ruhe reinbringen enorm wichtig ist.


    bei Kyra ist die Übung zum Runterfahren erstmal bei uns nur der Weg durchs Treppenhaus, wenn's rausgeht :D
    Da bin ich echt zäh: kein Vorwärtsstürmen, kein Bellen. Weiter gehts erst, wenn ich sehe, dass sie sich entspannt. Vorher gehts keine Stufe weiter bzw. wird die Haustür auch nicht geöffnet.


    Beim Ableinen hab ich erstmal nur mit Aufmerksamkeitskommando gearbeitet, weil sie in den ersten Wochen die Aufmerksamkeit überall anders hatte :). Mittlerweile kann ich sie ins Sitz bringen, sie bleibt ruhig sitzen, bis ich sie frei gebe. Das wäre vor 3 Monaten gar nicht möglich gewesen. Da war das Ableinen schon Signal fürs Losstürmen :D


    Du hast mich auf die Idee gebracht: ab sofort werde ich das Ableinen ebenfals mit Entspannung trainieren.. :)



    Bei Hundebegnungen ist mir aber immer noch nicht klar, wie du da die Entspannungsmethode gezielt einsetzt. (Brauchst du dafür ein besonderes Signal oder Kommando?)
    Da finde ich erstmal noch sinnvoller, den Hund dran zu gewöhnen, dass ICH die Hundekontakte erlaube..und das gezielt mit Kommando.

  • Ich hatte mal einen Hund, der mir zugelaufen war (ca. 1 Jahr alt). Musste mit dem vieles erst üben. Bei Fuß z.B. ging recht schnell, indem ich ihn rechts von mir gehen ließ und meine rechte Hand auf seine rechte Schulter legte. Immer Bei Fuß gesagt und die Hand bezogen auf meine Position an Ort und Stelle belassen. Ging er nun vor, hatte er meinen Hand eben weiter hinten. Lag meine Hand an seiner Rute, war es für ihn so unangenehm, dass er sofort wieder zurückfiel.


    Nun, nachem das Bei Fuß saß (dauerte nur ein paar Minuten), musste ich nur noch den anderen Hund eher sehen und Bei Fuß sagen. Dann ging das ganz ruhig und ohne Hinstürmen ab.


    Ein anderes Ding ist Bellen bei Hundebegegnungen. Die werfen sich durch den Zaun ja alle möglichen Dinge an den Kopf: "Deine Mutter ist ne Hündin!" "Deine ja auch, aber ich kenne wenigstens meinen Vater!" "Komm doch her, wenn du was willst!" Lauter Blödsinn eben.


    Das herauszubekommen ist gar nicht so einfach, es kann aber auch so nach 20 - 30 Minuten erledigt sein. Ich bin im Urlaub in Polen mit meinen durch eine Siedlung gegangen. Auf jedem Grundstück mindestens ein Hund, der lautstark angeschlagen hat mit der entsprechenden Reaktion am anderen Ende meiner Leine. Meinen Hund habe ich nicht weiter beachtet, nur dafür gesorgt, dass er ordentlich auf dem Weg geht. Ich habe aber zu den bellenden Hunden in ruhiger, tiefer Stimme Tiiiiecho gesagt, das polnische Wort für ruhig. Zwischendurch kam auch mal lachend an meinen Hund die Bemerkung, dass er am Abend heiser sein wird, wenn er so weitermacht.


    Die Botschaft ist bei meinen Hunden angekommen und sie haben auf diese Weise ein Kommando in polnischer Sprache. Als ich in diesem Jahr das Spielchen mit unserer Lütten machte, hatte ich den Großen natürlich dabei. Er sprang nur drei oder vier Mal auf das Gebelle direkt neben ihm an und hielt sonst ganz cool die Klappe. Richtig zum Piepen war dann eine Situation als zwei halbe Portionen im Halbstarkenalter vom Hof auf den Weg gelaufen kamen und die Lütte in ein Bellgefecht verwickelten. Der Große und ich guckten uns nur an, und ich glaube, wenn ich die Lütte von der Leine gelassen und mich mit ihm an den Rand gesetzt und zugesehen hätte, hätten wir sehr viel über die drei gelacht. Aber auch so hatten wir beide unseren Spaß.


    Üben und Konsequenz sind die Schlüssel zur Frusttoleranz. Manchmal muss dabei auch Strafe sein, was aber auch wieder zu Situationen führen kann, die lustig sind. So sollten meine beiden auf der letzten Gassirunde, nachdem alle Bächlein geflossen und alle Häuflein gesetzt waren, Platz machen. Die Lütte machte gar nichts, so dass ich meine Mütze nach ihr warf verbunden mit der Frage, was ich gesagt hatte. Was macht sie? Schnappt sich die Mütze, bringt sie zu mir und legt sich ins Platz :p :D . Zum Glück war es dunkel und sie konnte mein Grinsen nicht sehen.

  • Bei meinem Beaglemix habe ich auch gute Erfahrungen mit so einer Art "Abschalttraining" gemacht, also soooooo lange bei den Enten, Gänsen, Pferden, Kühen, Katzen, Krähen rumgelungert, bis der Hund sich erst beruhigt, dann gesetzt, dann gelegt hat und schließlich eingepennt ist. Die findet sie nun alle langweilig und lässt sie in Ruhe, bzw. lässt sich sofort abrufen, falls sie dochmal spontan beschließt, eine Krähe aufzuscheuchen.


    Die doofen Hasen sind da aber bisher so unkooperativ.... :lol:

  • Danke Corinna!


    Ich arbeite ja auch mit Zoe daran, dass sie einfach ruhiger bzw entspannter wird. Ich habe sie zwar unter Kontrolle, aber entspannt ist immer etwas anderes vor allem was die Leine angeht. Aber jetzt hab ich mal einen Hinweis bekommen wie's gehen kann und vor allem wie man's konkret gut üben kann :smile:

  • Wenn ich diesen Thread aus egoistschen nochmal rauskramen dürfte:


    Vicky ist eigentlich ein recht entspannter Hund. Bellende, kläffende Hunde lassen sie völlig kalt, sie lässt sich davon nicht anstecken, wir haben da ein anderes Problem:


    Gestern waren wir zum zweiten Mal beim Agi und Vicky hat da eigentlich Spaß dran. Aber in den Wartezeiten benimmt sie sich dermaßen unmöglich, da ist sie kaum händelbar (weiß nie genau, wie man dieses Wort schreibt). Sie will dann unbedingt auch über die Hürden oder durch den Tunnel, obwohl sie natürlich nicht dran ist.
    Sie zieht und zerrt und bellt, ich kriege sie kaum unter Kontrolle.


    Die Trainerin meinte, sie fahre sehr schnell hoch, das sei bei vielen Hunden beim Agi auch nicht ungewöhnlich. Ich solle versuchen, sie jedesmal, nachdem sie dran war, abzulegen. Aber aus meiner Sicht ist daran gar nicht zu denken, Vicky motzt dann richtig rum.


    Kann mir einer von Euch helfen? Ihr habt das ja scheinbar ganz gut unter Kontrolle :???:

  • Ich glaube Agi ist nochmal ne andere Hausnummer, weil der Stresspegel dabei enorm ist.
    Ob ein Runterfahren auf ein " normales " Niveau überhaupt möglich ist, werden dir wahrscheinlich die Agi Spezies beantworten können.

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