Hundeleben um jeden Preis?
-
-
Wer einen Hund hat, ihn heranwachsen, erwachsen und altwerden sieht, der steht zwangsläufig irgendwann vor der Frage: Bis wann ist ein Hundeleben wirklich lebenswert und wann ist es ein Hundeleben um jeden Preis?
Eine Frage, deren Beantwortung schwerfällt, denn: Die heutige Veterinärmedizin bietet Möglichkeiten und Therapien en mass und Tierärzte sehen in den kranken Hunde mehr als oft eine Art Versuchskaninchen an dem sie testen können, wie gut denn die heutige Veterinärmedizin ist.
Da wird dieses Medikament noch ausprobiert und jene Therapie könnte auch noch helfen und welches noch nicht zugelassene Medikament kann ja auch noch getestet werden.
Leidtragende ist hier der Hund, der sich verbal dazu weder äußern noch sich wehren kann. Abhängig von der Vernunft, Einsicht und Liebe seines Halters.
Der Hund mit schwerer Herzinsuffizenz, mit schwerster HD, mit schweren Leber- und Nierenschäden etc.pp.
Hunde, die ständige Schmerzen bei der kleinsten Bewegung haben, Hunde, die sich aus eigener Kraft nicht mehr bewegen können und über einen langen Zeitraum zum Lösen getragen werden müssen und aus eigener Kraft ihr Lager nicht mehr verlassen können, Hunde, die keine Nahrung über langen Zeitraum allein zu sich nehmen... Die Liste ist eigentlich endlos.
Doch wo ist hier die Grenze zwischen medizinisch machbarem, also Maßnahmen, die ein Hundeleben zu welchem Preis auch immer verlängern und dem Moment, wo die Erlösung das letzte Geschenk ist, das wir als Halter unserem Hund machen können?
Bevor hier Antorten eintrudeln bedenkt bitte: Der Hund ist ein Bewegungstier, zum Laufen und Jagen geboren und es lebt im hier und jetzt. Krisen, Schmerzen werden also als lebensbedrohlich und sich nicht ändernder Zusatnd empfunden.
Nachdenklich,
Birgit
-
- Vor einem Moment
- Neu
-
-
Wenn mein Hund dauerhafte Schmerzen hätte und es mit normalen Medis nicht in den Griff zu bekommen wäre würde ich einschläfern.
Hätte ich einen sehr alten Hund und der hätte einen Tumor oder sonstwas würde ich nicht mehr operieren, sondern dem Hund schmerzfrei solange es geht ein schönes Leben bieten.
Würde mein Hund angefahren werden und ich wüsste er ist danach so eingeschränkt in seiner Bewegung, würde ich einschläfern lassen.Habe ich allerdings einen fitten Hund in der Blüte seines Lebens und es gibt noch eine Aussicht auf mehrere Schöne Jahre und eine komplette Heilung würde ich alles dransetzen das er gesund wird.
Aber bevor man in einen 14 Jahre alten hund noch 2000€ steckt, erlöst man ihn lieber und nimmt das Geld um einem neuen Hund ein schönes Leben bieten zu können.
-
Solche Frage stelle ich mir auch öfter.
Es ist glaube ich schwierig da die meisten HH ihren Vierbeiner lieben und alles tun würden um ihn nicht zu verlieren,da verlässt man sich schon auf die Tierärzte.Solange ein Tier noch etwas Lebensfreude an den Tag bringt und nicht nur vor sich hin dämmert und nur von Schmerzmitteln abhängig ist sollte man meiner Meinung nach alles Versuchen.
Als HH muss man für sich persönlich eine Grenze setzen,für mich wäre diese Grenze bei Knochenkrebs oder einer anderen schweren Krankheit erreicht.
Ich als HH kenne meinen Hund und ich sollte wissen wann er leidet und es das richtige ist ihn zu erlösen da lass ich mir auch von einen Tierarzt nicht mehr reinreden. -
Auch wenn das jetzt blöd klingt, das ist eine simple Aufwand-Nutzen-Rechnung. Was dabei wie gewertet wird, muss man selbst entscheiden.
Meine erste Frau hatte Krebs. Sie kam zwischendurch wegen einer Lungenembolie für ein paar Wochen ins Krankenhaus, wo sie ein Arzt zu einer Chemo überreden wollte. Sie sagte Nein, was der Arzt nicht verstand.
Später, der Arzt hatte Nachtdienst, unterhielten sich beide. Der Arzt war so eine Reaktion nicht gewohnt, erklärte, dass die anderen Patieneten immer noch Etwas und noch etwas Anderes und noch eine Therapie von ihm verlangt hatten. Sie erklärte ihm, dass bei ihr die Messen ja nun gesungen sind und sie keine 3 Monate Quälerei für 3 Wochen längerer Lebenszeit als erstrebenswert ansieht. Eine simple Aufwand-Nutzen-Rechnung eben, der der Arzt dann auch zustimmte.
Ist schon verrückt, das Tier darf nicht selbst entscheiden, ist auf die Vernunft seines Menschen angewiesen, bekommt aber das Recht auf den "Gnadenschuss" zugesprochen. Der Mensch darf selbst entscheiden, ihm wird jedoch das Recht auf den "Gnadenschuss" verwehrt.
-
Zitat
Aber bevor man in einen 14 Jahre alten hund noch 2000€ steckt, erlöst man ihn lieber und nimmt das Geld um einem neuen Hund ein schönes Leben bieten zu können.
ich hätte das geld für meine dicke ausgegeben, wenn sie schmerzfrei noch einige monate gehabt hätte.
und einschläfern, damit das geld für den neuen hund da ist? ne, das könnte ich nicht.
gruß marion
-
-
wer garantiert denn das der Hund noch ein paar schöne Monate hat, vielleicht sind es auch nur ein paar Tage und dann noch eine schwere OP.
Wie DSH Bauer schon sagte es ist an uns unserem Tier ein angenehmes Leben zu bereiten und dazu gehört auch sich dazu zu entscheiden das es irgendwann besser ist den Hund zu erlösen, denn er kann nicht selber entscheiden.
Ich meine mit dem geld nicht nur den Anschaffungspreis für einen neuen Hund, sondern einfach die Tatsache, das es auch in meinen Augen eine Kosten-Nutzen Rechnung ist zum Wohle des Tieres.
Wenn ich mal alt bin und weiß ich bin sehr krank und meine Behandlung ist teuer und das müssten dann vielleicht meine Partnerin oder meine Kinder zahlen, ich würde mich dagegen entscheiden, nur um noch ein paar Monate zu leben, nein.
Man sollte sein Leben so geniesen, damit wenn es einen Trifft man jeden Tag sagen kann, ok es ist der richtige und so sehe ich es auch für meine Hunde. -
Habe auch schon 5 Hunde verloren, aber,alles dafür getan, nur nicht den TÄ die Taschen voll gemacht. Zum Glück haben meine Lieben es mir immer angezeigt wenn die Zeit gekommen ist.Der Schmerz ist schlimm, aber die Erleichterung das es ihnen jetzt gut geht tut gut.
Gruß, Sigrid
-
@ DSH BAUER:
Großen Respekt vor der Entscheidung Deiner Frau.
Ich habe meine Uroma 5 Jahre lang nach 3 Schlaganfällen mitgepflegt.
Mit Magensonde und allem drum und dran, leider hatte sie keine Patientenverfügung.
Für mich würde ich auch so entscheiden, dass ich in solch einem Fall keine lebensverlängernden Maßnahmen möchte.Da aber unsere Hunde solche Entscheidungen nicht selbst treffen könne, denke ich man sollte zum Vorteil des Hundes entscheiden, auch wenn es einem selbst sehr schwer fällt.
Wir hatten hier einen Schäferhund in der Nachbarschaft, der das letzte Jahr in seinem Leben nur noch im Garten verbracht hat, weil er nicht mehr auf die Beine kam. Er ist auf dem Bauch kriechend durch den Garten gerobbt.Natürlich ist es ein sehr schwerer Weg, aber Liebe kann auch gehen lassen bedeuten.
-
Zitat
Wenn ich mal alt bin und weiß ich bin sehr krank und meine Behandlung ist teuer und das müssten dann vielleicht meine Partnerin oder meine Kinder zahlen, ich würde mich dagegen entscheiden, nur um noch ein paar Monate zu leben, nein.
Man sollte sein Leben so geniesen, damit wenn es einen Trifft man jeden Tag sagen kann, ok es ist der richtige und so sehe ich es auch für meine Hunde.Öhm, ich bin krankenversichert
Warum muss meine Familie bei einer Schweren Krankheit das Krakenhaus bezahlen?
Wenn ich meinem Hund noch 3 schöne Monate mit 2000€ schenken könnte, würde ich das tun und nicht an den Preis eines neuen Hundes denken.
-
Ich sehe es bei Tieren wie du, Birgit.
Bei Menschen sehe ich es wie DSH-Bauer - auch für mich selbst, sollte es mal so sein. Kein Verkleben durch künstliche Vereiterung der Pleura bei Lungenembolie und unsägliche Schmerzen für 2 Wochen längeres "Leben". Ich habe das bei meiner Mutter erlebt, das würde ich nie für mich wollen.
Geld allerdings wäre für mich kein Kriterium, nicht, weil es keine Rolle spielt, sondern weil ich die Freiheit haben will, ausschliesslich nach ethischen Gesichtspunkten zu entscheiden. Dazu gehört für mich vor allem - bei Mensch und Tier - Schmerzfreiheit. Bei Tieren zusätzlich: Bewegungsfreiheit, Fähigkeit zur Nahrungsaufnahme.
-
- Vor einem Moment
- Neu
-
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!