Was haltet ihr von Maike Maja Nowak?

  • Zitat

    Du sagst, auch das Gewäsch um die Rudelstellung und die daraufbezogene Aufgabenverteilung innerhalb eines Rudels sei frei erfunden. Hattest du schon einmal die Möglichkeit über einen längeren Zeitraum einen Wolfsrudel zuzusehen, wie bei denen so das tägliche Leben ausschaut? Wenn nicht, dann tu dir ruhig mal die Erfahrung an. Und du wirst durchaus erkennen, dass der gesamte Rudel durchorganisiert ist und sehr wohl eine Aufgabenverteilung stattfindet.


    Ja, klar, wie jeder gute, informierte Hundehalter nehme ich mit einmal im Jahr für 8 Wochen frei und fliege in den Yellowstone Park um Wolfsverhalten in freier Natur zu studieren! Wer macht das nicht? Ich find auch, das ist absolut notwendig um sich eine Meinung über Hundetrainer zu bilden und seine eignenen Hunde alltagstauglich zu erziehen, und erst Recht um in Internetforen mitzudiskutieren. :D


    Nee, im Ernst, es gibt sehr gute Literatur über Sozialverhalten von Wölfen wie auch von Hunden, und die Rudelstellungstheorie nach Frau Ertel hat damit nichts zu tun und wiederspricht solide gewonnenen verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen sogar in vielen Fällen.


    Das hat nix mit der simplen Erkenntnis zu tun (die weder ich noch sonst jemand bestreitet), das es in einem Rudel oder einer Gruppe sozialer Tiere eine Aufgabenteilung gibt und das diese auch nach dem (teilweise) erblichen Charakter der Tiere stattfindet.
    Das ist NICHT das einzige was die Rudelstellungstheorie besagt, das Konzept ist ja nun, nach deren Homepage zu urteilen, wesentlich umfangreicher.
    Sich nur das rauszupicken wo man noch einen Hauch von Realitätsnähe erkennen kann und mit alle Hühneraugen zukneifen zu sagen "Ach, guck mal, der Teil stimmt zumindest" ist unehrlich, weil es eben nicht das ist, was die Rudelstellungstheorie besagt.



    Zitat

    Jetzt könntest du natürlich sagen, dass du bei so manchen Hunderassen und auch Mischlingen so gar nichts mehr wölfisches erkennen kannst. Weder von der Optik her und auch nicht vom Verhalten. Da hast du natürlich auch Recht mit... die Fähigkeiten und das intuitive wölfische Verhalten verwischt und bei manchen Rassen und Mischungen möchte man fast behaupten, dass so gar nichts mehr davon übrig ist. Und doch behält sich jeder Hund und jede weitere Generation einen winzigen micromäßigen Teil des Wolfes in sich. Gemischt mit den Veranlagungen, die der Mensch dem Hund anzüchtet, kommen diese winzigen Teile dann doch mal wieder zum Vorschein.


    Wie gesagt, es gibt sehr gute Literatur sowohl zum Thema Wolfsverhalten als auch zum Thema Hundeverhalten. Sogar Untersuchungen über's Ausdrucks- und Sozialverhalten, die Frühentwicklung etc bei verschiedenen Rassen.
    Es gibt zwar immer wieder neue Erkenntnisse, aber das ist alles andere als unerforschtes Neuland über das man frei spekulieren müsste. Ich wüsste übrigens auch nicht, das Frau Nowak oder Frau Ertel auf diesem Gebiet irgendwas nenneswertes hervorgebracht hätten oder überhaupt irgendeine nachweisebare, nachvollziehbare Ausbildung hätten, abgesehen von "Karl Werner hat mir als Teenie erzählt..." und "Hab Straßenhunde beobachtet und meiner Fantasie freien Lauf gelassen"? Edit: Ach nein, Stopp, Fr. Nowak hat ja "Hundepsychologie studiert". :hust:

    Mir ist klar, dass der Hund als die domestizierte Form des Wolfes einiges an Verhaltensweisen nicht mehr oder in veränderter Form aufweist, einige Verhaltensweisen unverändert beibehalten und einige neue Verhaltensweisen dazugewonnen hat. Was ich persönlich alles auch ganz gut finde, mit Hunden lebt es sich eben wegen dieser Anpassungen erheblich besser als mit Wölfen.


    Das Hunde ganz was anderes als Wölfe sind und daher so gar nicht vergleichbar hab ich nicht gesagt und ich hab's auch sonst hier nicht gelesen, allerdings wäre es eben auch wenn man reales Wolfsverhalten als Vorbild nimmt nicht sinnvoll, das 1:1 auf Hundeverhalten zu übertragen, eben wegen oben erwähnter Veränderungen im Laufe der Domestikation.


    Allerdings beruhen sowohl Frau Nowaks als auch Frau Ertels Darstellungen von Wolfsverhalten nicht auf realem Wolfsverhalten (bzw auf dem, was aktuelle Wolfsforscher dazu zu sagen haben), sondern anscheinend eher auf ihrer eigenen Phantasie oder auf Forschung von vor ca. 50 Jahren. Dementsprechend haben halt auch ihre Deutungen von Hundeverhalten beträchtliche fachliche Mängel, egal welchen Anteil wölfischem Verhalten man dem Hund zuspricht oder nicht.

  • Zitat

    Drachenlady
    Vor allem kann die Rollenverteilung bei Familie Wolf je nach Aufgaube massiv wechseln, da wird der "Wächter" schnell man zum "Anführer", weil er dies in der Situation vielleicht besser kann, als der "Anführer" bei anderen Dingen. Familie Wolf kann sich anpassen, weil das überlebenswichtig ist. Hunde mussten sogar noch anpassungsfähiger sein.


    Vererbte Rudelstellungen, die fest und unflexibel sind, kann es aus diversen Gründen nicht geben, aber Helfstyna hat das ja bereits gut geschrieben.
    Dieses Rudelstellungsdings ist schon extrem gruselig.


    Gerade Huskys, die gerne auch mal Gruppentiere sind, ordnen sich doch bitte nicht nach diesem sektenartigen Glauben. Aber auch alle anderen Hunde nicht und Wölfe könnten sich dieses starre Modell nicht leisten. Dafür ist ihre Lebensweise zu dynamisch. Wenn man sich das Bild zu den Wölfen auf der Seite anschaut und die komische Erklärung dazu, ist das doch eigentlich offensichtlich. Dazu muss man kein Wolfsforscher sein.


    Das beschreibt MMN aber auch sehr schön in dem Buch "Wanja und die wilden Hunde". Wanja war der Leithund, aber wenn´s ums Jagen ging, waren drei andere Hunde die Anführer, weil sie die besseren Jäger waren. Dass die Aufgaben sich ändern, heisst nicht, dass sich damit automatisch die Stellung im Rudel ändert.


    Ich beobachte bei meinen Aufenthalten in der Eifel immer die Wolfsrudel (wer in der Nähe wohnt, das ist einen Ausflug wert, kann da gerne nähere Infos zum Wolfspark geben), würde da aber eher behaupten, dass es Gruppen sind, woraus sich dann im Laufe der Zeit eine gewissen Verteilung der Aufgaben, also die Aufstellung des Rudels, entwickeln.


    Diese Rudelstellungshypothese ist interessant und wenn man sich darüber mehr informieren mag und Ansätze übernimmt, warum den nicht? Ich halte nicht allzuviel davon, kann aber auch nicht von der Hand weisen, dass ich es durchaus interessant finde und da offen bliebe, wenn ich mit meinem Hund tatsächlich Rudelstellungsspezifische Probleme hätte und mir jemand eine Lösung bäte, die auf dieser Hypothese beruhte.


    Grundsätzlich bleibe ich aber dabei: MMN hat mir besser gefallen, bevor sie die Rudelstellungstheorie ins Spiel gebracht hat.

  • Hunde leben nicht im RUDEL ;)
    Diese Erkenntnis ist heutiger Wissensstand.
    Das "Rudelmodel" ist ein Erklärungsmodel aus alter Zeit, wo Wolfbeobachtungen hauptsächlich Gehegewolfsbeobachtungen waren und freie Hundegruppen erst recht nicht beobachtet wurden.


    Angeborene charakterliche Eigenschaften gibt es. Das bestreitet niemand. Und jemand der einen Hundewurf zu liegen hat und AHNUNG, der weiss auch früh die Charaktere zu lesen.


    Das sieht (Vergleich zum Mensch) eine Mutter bei ihrem Baby auch früh....


    Aber ein späterer Boss von VW liegt nicht in einer bestimmten Lage zum Geschwisterkind :D (aber wir sind ja auch Affen :lol: ... und die denken sich manchmal lustige Dinge aus :lol: )

  • Zitat

    Hunde leben nicht im RUDEL ;)
    Diese Erkenntnis ist heutiger Wissensstand.


    Die Sonne drehte sich früher auch um die Erde.. Wissensstand ist vergänglich


    Aber in was leben Hunde denn dann? lockerer Lebensgemeinschaft ?
    certifizierter Meute?
    gewürfelte Herde?

  • Zitat

    Die Sonne drehte sich früher auch um die Erde.. Wissensstand ist vergänglich


    Aber in was leben Hunde denn dann? lockerer Lebensgemeinschaft ?
    certifizierter Meute?
    gewürfelte Herde?


    Aber immerhin wirst Du vielleicht der Wissenschaft zugestehen, daß sie heute andere (bessere) Möglichkeiten hat, zu ihren Erkenntnissen zu kommen, als in grauer Vorzeit.


    Hier mal eine neue interessante Studie:


    http://www.focus.de/panorama/v…das-rudel_id_3717678.html


    Gaby, ihre schweren Jungs und Finn


  • Greets Gabi :)

  • Hunde und Menschen bilden eine soziale Gruppe, um den Begriff Rudel darauf anwenden zu können müsste das Recht auf Reproduktion bestehen ... und das ist biologisch unmöglich, wie wir wissen ...

  • Zitat

    Ging nicht um Mensch / Hund.. sondern um Hund/Hund


    Schon klar. Trifft aber auch Mehrhundehaltung ebenso nicht zu. Tipp: einfach mal in die Suche eingeben, die Diskussionen darum sind noch gar nicht so lange her.

  • Zitat


    Mir fehlt noch der wissenschaftliche Beweis, das Hunde kein Rudel bilden .. sondern nur ... (hier bitte die Erkenntnis eintragen) [/b]


    Und wie stellst du dir vor, dass der wissenschaftliche Beweis zu dir geflogen kommt?
    Per Privatdozent?
    Es gibt die Möglichkeit der FRAGE!
    Der RECHERCHE
    Man kann BÜCHER LESEN
    Man kann zu VORTÄGEN gehen
    Man kann einfach GOOGLEN
    Man kann die FORUMSSUCHE bemühen
    Man kann einen Thread eröffnen.


    Wenn man sein Wissen erweitern will, ist erstmal NEUGIERDE von Nöten und eine gewisse OFFENHEIT, Dingen gegenüber, die den eigenen Horizont sprengen könnten.


    Wer also soll dir wissenschaftlich fundierte Studien nachtragen? Und vor allen Dingen WARUM?


    Du möchtest doch was wissen


    Mir ist das ehrlich gesagt wurscht.
    Es kann jeder auf dem Wissenstand von 1950 bleiben... ;) ;)


    Es geht ja nicht um etwas was nun NEU ist, sondern, dass vergangene THEORIEN! schlicht überholt sind. Das ist etwas anderes.


    Und gerade was Hunde betrifft ist "DIE" Wissenschaft ein Glück nicht stehen geblieben. Sonst wäre der Hund für uns immer noch ein Tier ohne Emotionen.

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