Heute, 07.06. 22.15 ZDF, 400 km für ein Fohlen...grausam!

  • Der Umgang mit unserem Nutzvieh - völlig egal um welche Tierart es sich dabei handelt - ist ein sehr wichtiges Thema.
    Deshalb finde ich gerade die Beiträge von M. Karremann sehr wichtig - sollte über den "Umweg" Pferd, das ja nun einen Mittelstatus zwischen Haus- und Nutztier innehat, dazu beitragen, dass sich Tierfreunde vermehrt auch mit dem Schicksal der anderen Nutztiere beschäftigen, dann machen solche Beiträge Sinn.


    Was mir aber immer wieder auffällt - auch gerade aktuell in einem Beitrag hier im Pferdeforum - ist das "solide Halbwissen", das in großen Teilen lediglich Gerüchteküchen-Niveau hat.


    Sehr starker Streß macht Fleisch nahezu unbrauchbar, bzw. vermindert ganz dramatisch die Fleisch-Qualität.
    Hier mal ein Info-Link dazu: http://www.meat-n-more.info/po…hten.php?we_objectID=3872
    Gerade Schweine sind da sehr empfindlich. Man bloss - solange der Verbraucher solches Fleisch billig (denn darum geht es ja in erster Linie) einkauft und damit bewusst schlechte Qualität in Kauf nimmt, ist im Grunde er (=der Verbraucher) der Verursacher des ganzen Elends.


    Es ist immer leicht, den bösen Landwirten, Metzgern, Schlachtbetrieben, Transporteuren die Schuld in die Schuhe zu schieben - aber die bedienen nur die Nachfrage eines Marktes, der nach billig, billiger, spottbillig schreit, ohne auf die Qualitität zu achten. Um Fleisch so günstig anbieten zu können, wie der Markt (= wir Verbraucher) es fordert, kann ein Landwirt, Transporteur, verarbeitender Betrieb nur überleben, indem das Tier zur Massenware, zur Fabrik-Ware wird. Auf Kosten der Tiere, was Haltung, Umgang, Streß, Erkrankungen und schlussendlich auch die Art der Tötung angeht.


    Der Verbraucher hat Einfluss - wir Deutschen z. B. sind zum größten Teil eh zu fett, brüten immer mehr Erkrankungen durch Fehl/Überernährung aus und senken somit dramatisch unsere Lebenserwartung.
    Statt Fleisch und Fleischnebenprodukte (Milch, etc.) in Massen zu verbrauchen, sollte man lieber dem Motto "Qualität statt Quantität" folgen und lieber weniger Fleisch von wirklich guter Qualtiät einkaufen und essen, was rein rechnerisch in Sachen Nährstoffgehalt vermutlich sogar auf dasselbe hinausläuft und damit direkten Einfluss auf die Haltungsbedingungen unserer Nutztiere nehmen.


    Ein Lebensmittel, das aus anderen Lebewesen gewonnen wird, KANN bei leidlich tierfreundlichem Umgang eben keine 1,99 das Kilo (beim Schweinefleisch grad im Supermarkt gesehen) kosten... wie soll das gehen? Sieht man sich die Getreidepreise an, fragt man sich nicht mehr, wie es zu den ganzen Futtermittelskandalen kommen kann...


    Im Ganzen weniger Fleisch konsumieren, dafür auf die Qualität achten und so könnte unseren Nutztieren auf Dauer geholfen werden, ohne dass die Menschheit komplett zu Vegetariern mutieren muss.


    Klar, Puten und Masthähnchen sehen nicht so niedlich aus, wie Haflingerfohlen - aber m. M. nach haben sie genauso viel Recht auf einen anständigen Umgang und einen bewussten Fleischkonsum wie niedliche Kälbchen und alle anderen.


    LG, Chris

  • Ja, diese Sendungen von Herr Karremann, die ich mir im Übrigen schon seit zwanzig oder mehr Jahren im Fernsehen anschaue, müßten zu Pflichtveranstaltungen werden. Aber die meißten Verbraucher wollen doch garnicht wissen, wie das Tier vorher "gelebt" hat, wie und wie weit es zum nächsten Schlachthaus transportiert wurde und wie dann mit ihm umgegangen wurde.


    Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß! Ich würde mir wünschen, es gäbe Werbespots im Fernsehen, die auf diese Missstände hinweisen würden, gerade im Sommer zur Grillsaison. Den Billigfleischkäufern müsste das Stück Fleisch dabei im Halse stecken bleiben.


    Ich weiß von Landwirten, die gerne zu einer anderen Haltung zurückkehren würden, hätten sie die Möglichkeit davon zu leben. Es ist echt paradox, denn wir bezahlen die "Herstellung dieses Billigfleisches", indem die Massentierhalter wegen des niedrigen Fleischpreises auf Subventionen angewiesen sind und diese Subventionen sind unsere Steuergelder.


    Da könnten wir doch theoretisch gleich mehr für tierischen Erzeugnisse zahlen, bräuchten weniger Steuern abdrücken und die Landwirte könnten von ihrer Arbeit ohne Subventionen leben.


    Und dank des besseren Preises könnten die Landwirte den Nutztieren "ein besseres Leben bieten".


    Ich gebe zu, das alles ist jetzt ohne Ecken und Kanten gedacht, aber möglich wäre es doch, da bin ich mir ganz sicher.


    LG, Maria

  • Grüne Bömmels für redborder, chris und maria :gut: :gut:
    Denn genau so ist es...und mehr brauch man meiner Meinung dazu auch nicht sagen!


    LG

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