Tierschutzverein setzt mich unter Druck - was tun?

  • Hallo miteinander! :smile:


    Ich bin gerade wirklich sehr am Nachdenken.
    Mein Pflegehund (ein Jahr), der jetzt eigentlich mein Hund wird, da ich ihn einfach nicht mehr weggeben kann, hat ein krumm gewachsenes Vorderbein. Das kann entweder durch eine Verwachsung geschehen sein, oder es war einmal gebrochen und ist durch unzureichende medizinische Vesorgung nicht richtig verheilt.
    Man weiß es eben nicht. (Vorgeschichte unklar)


    Das eigentliche Problem ist aber folgendes:
    Der Tierschutzverein, von dem ich den Hund habe wollte von Anfang an immer dass ich das Bein operieren lasse. Damit war ich auch immer einverstanden bis ich ein längeres Gespräch mit meiner Tierärztin meines Vertrauens hatte.
    Die erklärte mir die OP und auch wie furchtbar die Zeit danach sei und dass sie mir nicht versichern könne dass der Hund das überstehen würde ohne psychische Folgen davon zu tragen, sprich das Vertrauen zu verlieren, Aggressionen zu entwickeln, etc.
    Sie sagte die OP müsste nicht zwingend gemacht werden und v.a nicht wenn ich nicht 100% dahinterstünde und mir nicht absolut sicher sei!


    Der Tierschutzverein aber will diese OP unbedingt. Die Tierärztin sagte ab dem Moment, indem ich den Vertrag unterschrieben habe, sei es mein Hund. Mit dem ich quasi tun kann was ich möchte, egal welche Bedingungen in dem Vertrag stehen. begründet habe sie es mit dem Fall, dass es einmal solch einen Vertrag gab in dem die Bedingung der Kastration stand, welche die Besitzer aber nicht machen lassen wollten. Letzendlich bekamen sie Recht. Leider landete es vor Gericht.


    Grad eben aber schrieb mir die vom Verein nochmal explizit, als wir einen Termin für die Vertragsunterschreibung gemacht haben, nebenbei noch quasi ".....blablablabla achja und dann müssen wir ja das noch mit der OP in den Vertrag reinschreiben.... blablabla"
    Das macht mir jetzt Sorgen. Ich dachte ich könne den Vertrag unterschreiben und anschließend könnte ich Funkstille herbeiführen und einfach allein entscheiden.
    Ich will das einfach nur alleine machen und nicht immer die im Rücken haben die mich zu der Op drängen. (Sie sind ja quasi auch die Geldgeber der Op, bezahlen sie also) Und jetzt steht das ja auch noch im Vertrag!


    Fragen dazu nun:
    1) Ist der Vertrag eigentlich gültig? Können die solche Bedingungen überhaupt stellen?
    2) Soll ich denen vom Verein überhaupt erzählen dass ich die OP evtl. nicht machen lassen will oder soll ich drauf hoffen dass der Kontakt abbricht und die mich in Ruhe lassen?
    3)Muss ich Angst haben dass sie mir den Hund wieder wegnehmen können wenn im Nachhinein rauskommt dass ich die OP nicht machen lasse?
    4)Lassen sie mich in Ruhe wenn ich die Kosten der OP übernehmen würde und sie sich quasi nicht mehr einzumischen bräuchten weil sie ja nichts zahlen müssen?


    Ich weiß, es wird Meinungsverschiedenheiten darüber geben ob die OP gut ist oder nicht. Lassen wir das vielleicht erst einmal außen vor, weil das "Rechtliche" quasi gerade dringender ist. Ich bin wie gesagt am Überlegen. Das ist jetzt eben nur "was wäre wenn" - hoffe das ist okay!


    Das war jetzt lang, aber ich danke jedem der die Ausdauer hatte das durchzulesen und etwas niederzuschreiben :3


    DANKE!!

  • Hi,


    ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verein irgendeine Handhabe habt, eine OP durchzusetzen, von denen selbst die Ärzte abraten. Das macht nicht nur keinen Sinn sondern wäre schon fast tierschutzrelevant.


    Ich würde an deiner Stelle die OP gar nicht mehr ansprechen und mir - für den Fall der Fälle - von der TÄ schriftlich bestätigen lassen, dass die OP weder sinnvoll ist noch Aussicht auf Erfolg hat. Ich kenne keinen Tierschutzverein, der das dann noch gerichtlich durchsetzen will.


    Wenn du bei Vertragsübernahme eine Diskussion wegen der OP auslöst läufst du am Ende noch Gefahr, dass der Hund kurzfristig in einer anderen PS untergebracht wird und du ihn nicht mehr bekommst - das Risiko würde ich nicht eingehen.


    Ich bin auch tatsächlich fast der Ansicht, dass solche Klauseln in den Verträgen nicht rechtsgültig sind - wie auch die Kastraklausel.


    Alles Gute
    Birgit

  • Huhu,
    Das ist natürlich eine Doofe Situation :muede:
    Bei uns im TH war es immer so das es dennen ganz egal war ob der Hund nun Kastriert wird oder nicht.
    Auch einen Besitzer wechsel wollten die nie wissen obwohl alles im Vertrag steht.


    Hast du mit den Leuten denn schon über deine bedenken geredet?
    Oder die meinenug der Tierarzt der Orga eingehohlt?

  • Vielleicht kling ich jetzt etwas treudoof, aber wenn die OP medizinisch nicht notwendig/sinnvoll ist, dann müsste man das doch einfach besprechen können? Es kann einem seriösen Tierschutzverein ja wohl kaum darum gehen, einen Hund ohne Erfolgsaussichten um jeden Preis operieren zu lassen. Die müssen doch auch auf ihre Gelder gucken und wenn der Hund so beschwerdefrei ist bzw. es durch eine OP keine Besserungsaussichten gibt, dann können die das Geld doch woanders sinnvoller einsetzen.
    Nur müsstest du eben belegen können, dass du von medizinisch fundierten Erkenntnissen ausgehst, und nicht einfach "keine Lust" auf die Nachsorge hast. Eventuell könnte man noch eine zweite tierärztliche Meinung einholen?

  • Wenn dein Hund beeinträchtigt ist, würde ich die OP auf jeden Fall machen lassen. Der Hund wird nicht jünger und jeglicht Form von Fehlstellungen o.ä. gehen irgendwann zu Lasten von anderen Gelenken, v.a. auch zu Lasten der Wirbelsäule. Das merkt man in jugen Jahren nicht, aber irgendwann macht es sich bemerkbar. Daher auf jeden Fall in ein oder zwei gute Tierkliniken gehen und Meinungen einholen - kein TA der Welt kann solche Dinge beurteilen, es sei denn er war selbst lange in deiner orthopädischen Praxis/Klinik.


    Meine Hündin musste auch 2 Wochen nach Übernahme operiert werden, wobei ihr kompletter Oberschenkel amputiert und das restliche Bein gerade gebogen wurde. Sie hat nach der OP nicht gejammert, sondern war im Kopf quietschfidel. 4 Wochen lang konnte man nur zum Pipi machen raus, keine Treppen, ganz langsames gehen für max. 50-100m...das hat aber auch ne Stunde gedauert. Danach ist sie sicher 3 Monate nur auf 3 Beinen gelaufen. Durch Physiotherapie + Schmerzmittel (die OP war zu groß, als dass sie es je ohne Schmerzmittel bei nasskaltem Wetter schaffen wird) wurde es ganz gut...für ihre Verhältnisse eben. Man hat eben ein Tier zu Hause, dass nicht immer alles machen kann, wie es es gerne möchte. Die OP würde ich immer wieder machen lassen.

  • Hallo.


    Eine rechtlich verbindliche Antwort wirst Du hier ganz sicher nicht erhalten.
    Letzlich wird die von dir geplante Vorgehensweise immer die Gefahr eines
    sich nachziehenden Rechtsstreits bergen.


    Ich kann dir nur einen menschlichen Rat geben.
    Wenn Du von vorne herein nicht daran denkst die Operation durchführen zu lassen,
    dann thematisiere deine Bedenken gegen die OP vor der Vertragsunterzeichnung.
    Bring deine Argumente vor und versuche die Orga zu überzeugen.
    Die Orga zu hintergehen finde ich nicht in Ordnung, auch wenn Du edle Motive hast
    bzw. vorgibst.
    Du wärest sicher auch enttäuscht wenn Du hintergangen würdest.

  • Ich frage mich gerade auf welcher Basis solche Verträge laufen. Ein Hund ist doch rechtlich gesehen ein Gegenstand. Er wechselt von einem Besitzer zu einem anderen Besitzer wie ein Kühlschrank oder ein Stuhl von einem Besitzer zum anderen Besitzer wechselt.
    Was ich mit meinem Eigentum mache kann ich, natürlich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, frei entscheiden.
    Ein Hund ist schließlich keine Software oder ein Bild für wo man Lizenzkosten zahlt um eine Nutzungserlaubnis zu haben - in dem Fall könnten nämlich die Hersteller im Rahmen der Gesetzeslage auch vorschreiben, was man tun und nicht tun darf.
    Meine Aussage ist natürlich jetzt auch nicht groß hilfreich allerdings sofern das Geld den Besitzer gewechselt hat ist das Tier deins und da würde ich mir keine großen Sorgen über irgendwelche Klauseln in Verträgen machen. Deins ist deins.
    Allerdings würde ich das Thema so gut wie vermeiden anzusprechen - schlafende Hunde sollte man nicht wecken.

  • Wow, danke für die schnellen Antworten.
    Im Gründe kristallisiert sich hier schon heraus, dass ich mir nicht allzu große Sorgen machen muss.
    Habe mich gerade nochmal schlau gemacht, bezüglich dieser Schutzverträge. Das ist echt knifflig - v.a wegen dem rechtlichen Aspekt.
    Falls es ein Missverständnis gab: Die OP ist nicht unnötig - es ist eine Geradestellung des Beins, nur sagte die TÄ es müsse nicht zu 100% sein und dass ich eben dahinterstehen müsse und es keinen Sinn machen würde, sie zu machen wenn ich nicht bereit bin, weil es eben eine schwere Zeit wird. (Der Verein will die Op nächstes Jahr und die TÄ sagte man könne es auch in 2 Jahren noch machen und dass ich mir wirklich Zeit lassen soll)


    Nunja, ich denke eben auch dass wenn der Hund einmal in den Besitz übergegangen ist, niemand da reinreden und drängen kann. Aber dafür gibt es ja so eine zweifelhafte Klausel die besagt:


    " Der Hund xy wechselt zwar den Eigentümer, bleibt aber in Besitz des Tierschutzvereines xy"
    Das steht in vielen Verträgen die im Internet als Beispiel herangezogen werden.
    Es ist echt unsinnig und auch vollkommen widersprüchlich, oder?


    Wenn das in deren Vertrag steht, was machen? Einfach nicht unterschreiben und sagen dass man das nicht akzeptiert oder einfach unterschreiben weil das eh nicht rechtskräftig ist und im Fall der Fälle vor Gericht überhaupt nicht wichtig ist?

  • Zitat

    einverstanden bis ich ein längeres Gespräch mit meiner Tierärztin meines Vertrauens hatte.
    Die erklärte mir die OP und auch wie furchtbar die Zeit danach sei und dass sie mir nicht versichern könne dass der Hund das überstehen würde ohne psychische Folgen davon zu tragen, sprich das Vertrauen zu verlieren, Aggressionen zu entwickeln, etc.
    Sie sagte die OP müsste nicht zwingend gemacht werden und v.a nicht wenn ich nicht 100% dahinterstünde und mir nicht absolut sicher sei!


    Erkläre mir doch bitte, wie das funktionieren soll.
    Warum soll der Hund wegen einer OP das Vertrauen verlieren?
    Und warum Aggressionen entwickeln?


    Meine ehrliche Meinung:
    Hole dir eine zweite, dritte Meinung, auch in einer kompetenten Tierklinik!!
    Und wenn die auch der Meinung sind, das die OP nicht nötig ist: Mach's nicht und rede mit der Orga.

  • Zitat

    Erkläre mir doch bitte, wie das funktionieren soll.
    Warum soll der Hund wegen einer OP das Vertrauen verlieren?
    Und warum Aggressionen


    Naja so einfach ist das nicht.
    Der Hund bekommt einen Fixateur extern, für mind. 8 Wochen. Er kann nicht wirklich raus, das das Infektionsrisiko zu groß ist. D.h richtige Bewegung ist nicht drin und das bei einem Jagdhund-Mix, der tägl. 3 Stunden draußen ist und so viel herumspringt wie kein anderer.
    Zusätzlich dazu ist er sehr schüchtern bzw. Ängstlich und merkt sich schlechte Erfahrungen unheimlich gut, daher ist er oft mißtrauisch.
    Hinzu kommt dass ich ihn erst seit ca. 3 Monaten habe, demnach ist das Vetrauen auch nicht so groß, wie wenn ich ihn seit seiner Geburt hätte.
    Fakt ist, er wird nach der OP nicht mehr derselbe sein. Und mit einem aggressiven oder ängstlichen Hund kann ich nicht umgehen bzw. Habe ich keine Erfahrung und will ich auch nicht haben! So wie er jetzt ist, ist er der beste Hund den ich mir vorstellen kann! Ich könnte es nicht ertragen ihn sich verändern zu sehen...
    Aber wie gesagt....ich wollte eig. Nicht die OP sondern eher das mit dem Verein besprechen...

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