Jundhund knurrt fremde Menschen an - Angst oder Aggression?
-
-
Hallo Ihr Lieben :)
Wir haben seit 5 Wochen einen Hund. Sie ist 5,5 Monate alt und sie wurde im Alter von einer Woche mit ihren Geschwistern in Spanien ausgesetzt. Sie kam dort mit einer ihrer Schwestern zu einer Pflegemama, die sie mit Fläschchen groß gezogen hat und als sie 4 Monate war, haben wir sie bekommen.
Sie ist super lieb, hat sich schnell eingelebt und eine sehr enge Bindung zu mir und meinem Freund aufgebaut.
Aber es gibt da ein Problem:
Wenn wir beim Spaziergang Menschen treffen, knurrt sie oft. Sobald jemand einen Hund dabei hat, ist er in Ordnung; da wird nicht geknurrt. Sie kommt auch mit allen anderen Hunden super klar.
Aber Beispiel heute: Ich war mit ihr draußen; sie lag auf dem Boden und hat an einem Stöckchen gekaut, als ein Pärchen auf dem Weg auftauchte. Sie gingen ganz entspannt spazieren und unser Hund ist aufgesprungen, hat geknurrt und ist dann auf die Beiden zugelaufen. Auf Rufen hat sie nicht reagiert und ist den Beiden ein paar Meter gefolgt, während sie wild an deren Füßen geschnüffelt hat.
Auf dem Rückweg hatte ich sie an der Leine und die Beiden kamen uns wieder entgegen; da war alles entspannt. Ich habe kurz mit ihnen geredet und unser Hund ist schwanzwedelnd auf sie zu und hat sich ganz entspannt streicheln lassen...
Wenn ich mit ihr unsere Straße entlang gehe, knurrt sie auch oft die Nachbarn an; richtig laut und zieht dann auch in die Richtung.
Andererseits waren wir mit ihr schon im Baumarkt / Restaurant / auf dem Markt und da macht sie nichts. Am Anfang bisschen unsicher / aufgeregt, aber kein Knurren oder Ähnliches.
Wir sind ein bisschen ratlos. In der Hundeschule haben wir das mal angesprochen; da hieß es nur, wir sollen es verbieten.
Aber meint ihr, dass sie Angst hat? Dann würde sie ja nicht auf die Menschen zulaufen oder? Oder sind das Aggressionen?
Allgemein war sie anfangs ziemlich unsicher; das hat sich aber ganz gut gelegt inzwischen...
Habt ihr Tipps, wie man rausfinden kann, woran es liegt und wie man die Probleme beheben kann?
Lieben Dank im Voraus :)
-
- Vor einem Moment
- Neu
Hi
hast du hier Jundhund knurrt fremde Menschen an - Angst oder Aggression?* schon mal geschaut? Dort wird jeder fündig!
-
-
Hallo,
ist das dein erster Hund?
Respekt, du machst dir mehr Gedanken um die Ursache des Verhaltens deines Hundes als deine HundetrainerinIch tippe auf Unsicherheit.
Der Hund ist erst fünf Wochen bei dir, 5,5 Monate alt und eine erneute Unsicherheitsphase beginnt.
Der Rat der Trainerin ist mir zu einfach und meiner Meinung nach, auch nicht korrekt.
Jedes Verhalten hat eine Ursache, einfach Symptome verbieten, macht es dem Hund nicht einfacher.Da ich von Unsicherheit ausgehe, auch wenn der Hund nach vorne geht, kannst du folgendermaßen vorgehen:
Wichtig ist, dass du dir nun, falls nicht vorhanden, ein Brustgeschirr und eine Schleppleine kaufst.
Freilauf solltest du nur gewähren, nur wenn es wirklich menschenleer ist und deine Hündin wirklich gut abrufbar ist.
(was in dem Alter noch nicht zu erwarten wäre)
Deine Hündin bleibt an der Leine und wenn Menschen auf euch zukommen, ziehst du die Aufmerksamkeit des Hundes auf dich.
Bring ihr das Kommando "schau" bei.
(zu Hause bitte üben!)
Anfänglich hilft es, den Hund ins "Sitz" zu ordern, dann kann sich ein junger Hund besser auf dich konzentrieren.
Dann beginnst du, den Hund zu füttern oder mit ihm zu spielen, wenn sich Menschen nähern.
Halte die Distanz ein, in welcher sie sich noch sicher fühlt und nicht bellt, knurrt usw.
Mache es solange, bis die Menschen vorbei sind.
(Deine Hündin wird sie trotzdem wahrnehmen).
Diese Aktion würde ich nur machen, wenn Menschen kommen, um diese positiv zu verknüpfen.
Sonst nicht.
Wichtig ist, dass du dafür sorgst, dass kein Mensch deinem Hund zu nahe kommt, sie anspricht oder anfasst.
Gib ihr die Distanz, die sie benötigt.
Dazu kannst du sie auf die menschenabgewandte Seite oder hinter dich "packen".
Sollte es zu eng werden, dann laufe einen Bogen oder ein paar Meter zurück.
Später kündigst du Menschen an:
Mit freundlicher Stimme:
"Schau, wer da kommt, feeeein" und zeitgleich gibst du ihr ein Leckerlie oder beginnst zu spielen.
Das Ganze kann man sehr gut mit einem Clicker trainieren.
Clickerst du?
Du wirst Geduld haben müssen, gib ihr die Zeit, die sie benötigt, um sicherer zu werden.Jedes selbstständige Handeln, was du durch Freilauf ermöglichst, ist für sie selbstregelndes Verhalten, was unbedingt verhindert werden muss.
Je öfter das vorkommt, umso mehr wirft es euer Training zurück.Zurzeit ist es so, dass sie versucht, sich durch Geknurre oder Gebelle die Menschen vom Leib zu halten, notfalls geht sie eben auch nach vorne.
Andere laufen weg, verkriechen sich oder urinieren spontan.
Deine geht auf Angriff, denn Angriff ist der beste Weg der Verteidigung.Viele Grüße
Themis -
Besser spät als nie: Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort Themis! :)
Meinst du, dass es den selben Effekt hätte, wenn ich sie (statt eine Schleppleine zu nehmen) -sobald ein Mensch in die Nähe kommt- zurück rufe (das klappt in 90% der Fälle), sie anleine und entspannt an dem Menschen vorbei gehe?
Danke nochmal und viele Grüße!
-
Ich habe selber so ein Exemplar hier, was Unsicherheit nach vorn umsetzt.
90% sind hier definitiv zu wenig, der Hund sollte definitiv gesichert werden
-
Die anderen haben ja schon geschrieben, dass Unsicherheit und Angst auch nach vorne gelöst werden kann. Erst recht, wenn sich das Verhalten festigt, weil die Hunde ja zu 99% Erfolg damit haben. Die wenigsten Menschen nähern sich bellenden und knurrenden Hunden, und alle verschwinden so oder so wieder. Also merken die Hunde, klappt ja super, mach ich immer so. Deshalb auch unbedingt vermeiden, dass sich das festigt. Unserer hat das bei den Vorbesitzern drei Jahre lang gelernt, das ist schwer wieder rauszukriegen, weil er ja gelernt hat, wie gut es funktioniert.
Ohne Leine laufen lassen würde ich nicht, wenn du nicht sicher bist, dass sie kommt und 90% ist zu wenig, s.o. sie hat dann damit nur Erfolg und das macht dir das Leben schwerer.Ich finde es schwierig, da was generelles zu raten. Bei unserem Hund führt Sitz machen lassen und mit Leckerlies arbeiten (= Spannung aufbauen, weil er so verfressen ist und das dann unbedingt will; angespannt flippt er aber 10x schneller aus) garantiert zum Ausrasten, während er durch ein simples, emotionsloses Verbot ohne Bellen dran vorbeigehen kann. Er kann auch so lernen, dass Menschen nichts schlimmes sind und er sie nicht vertreiben muss. Sie verschwinden auch ohne Getöse wieder. Wenn er sich benommen hat, dann bekommt er auch mal ne Belohnung, aber eben erst danach, um nicht in der Situation Spannung in den Hund zu bringen. Da muss man halt sehen, was beim Hund funktioniert. Alle Hunde sind anders.
-
-
Ok, danke für eure Tipps!
Ich war heute eine halbe Stunde lang auf einem vollen Wochenmarkt mit ihr und sie macht da überhaupt keine Probleme. Nicht mal ansatzweise geknurrt.
Immer nur bei Menschen ohne Hund in unserer Umgebung (in der man eher selten Menschen trifft weil ländlich).Was meint Ihr, woran das liegt? Also dass sie es nicht bei jedem macht?
Danke :) -
Zitat
Ich war heute eine halbe Stunde lang auf einem vollen Wochenmarkt mit ihr und sie macht da überhaupt keine Probleme. Nicht mal ansatzweise geknurrt.
Immer nur bei Menschen ohne Hund in unserer Umgebung (in der man eher selten Menschen trifft weil ländlich).Was meint Ihr, woran das liegt? Also dass sie es nicht bei jedem macht?
Das sind dann wahrscheinlich zu viele auf einem Haufen, die Reize sind dann vermutlich so überflutend, dass sie da nur " funktioniert" .
Der Effekt wird ja oft beobachtet.
Ich würde sie mehr " führen" , sie definitiv sichern und vorausschauender agieren. -
Zitat
Ok, danke für eure Tipps!
Ich war heute eine halbe Stunde lang auf einem vollen Wochenmarkt mit ihr und sie macht da überhaupt keine Probleme. Nicht mal ansatzweise geknurrt.
Immer nur bei Menschen ohne Hund in unserer Umgebung (in der man eher selten Menschen trifft weil ländlich).Was meint Ihr, woran das liegt? Also dass sie es nicht bei jedem macht?
Danke :)Ich kann dir nur sagen, dass das bei unserem auch so ist. Ich denke, auf einem vollen Wochenmarkt ist der Hund einfach total überflutet von den Reizen und macht deshalb gar nichts mehr. Wo soll er denn anfangen
. Allerdings weiß ich, dass unser Hund dort, auch wenn er nicht reagiert, absolut gestresst ist und nur im Fluchtmodus. Also innerlich mindestens genauso reagiert wie bei einzelnen, die er anbellen würde. Am meisten reagiert mein Hund (würde gerne, wenn er dürfte) dort, wo er oft geht und fast nie jemanden trifft. Der gehört dort einfach in seinen Augen nicht hin.
-
Hallo,
das Verhalten wird sich vermutlich nicht von heute auf morgen abstellen lassen. Das hat mit dem Charakter des Hundes zu tun und den kann man nicht ändern. Aber man kann den Hund anleiten, Alternativverhalten zu zeigen und dieses zu belohnen.
Wenn Dein Hund gern Leckerlies nimmt, ist das eine gute Basis, ihn beim Anbieten eines anderen Verhaltens zu belohnen.
Dazu sollte man ihm aber das "falsche" Verhalten verbieten bzw. unmöglich machen. Dafür musst Du ihn genau beobachten und rechtzeitig reagieren. Das klingt im ersten Moment anstrengend, aber man gewöhnt sich daran und lernt seinen Hund dadurch prima kennen.
Unsere Hündin hat dann relativ schnell anderes Verhalten angeboten. Dieses konnte dann belohnt werden, am Anfang immer, dann wurde es ausgeschlichen. Nun mit 5 Jahren ist sie völlig problemlos, auch wenn völlig unverhofft Menschen vor ihr auftauchen und sie womöglich noch ansprechen.
Wie ist Dein Hund denn zuhause bei (fremdem) Besuch? -
Das Knurren verbieten würde ich auf gar keinen Fall.
-
- Vor einem Moment
- Neu
-
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!