Echte Wölfe und blöde Fragen

  • Jup. Das ist der Grund, warum ich das Wissen über herumliegende Wildrisse im Wald (also, wenn da noch mehr dran ist als nur Knochen) auch für mich Hundehalter wichtig finde. Kommt ja immer schnell der Hinweis, was Wölfi denn sonst fressen soll... Ja, meinetwegen darf er Wild gerne knuspern. Ich mach aber 10 Kreuze dafür, dass ich keinen Pondi mehr habe, der all solche Reste zielsicher findet und selbst fressen möchte.

    Interessanterweise hat mein Hund, passionierter Barfer mit viel Erfahrung von Fütterung mit echten/frischen Reh-Läufen und für den menschlichen Verzehr ungeeigneten ganzen Stücken teilweise mit Fell , nur kurz dran geschnuppert und ist dann flugs weiter gelaufen...ich weiß nicht, ob es irgendwie "komisch" war...markiert wurde?

  • Ja, die machen wirklich eine Menge für die Tierhalter - mich haben sie auch schon unterstützt, mit so Sachen wie Infomaterial über HSH für die hiesige Bevölkerung und mit Warnschildern, aber auch einfach mit Zuhören und Durchhalteparolen. :lol: Zahlreiche Herdenschutz-Veranstaltungen laufen unter der Schirmherrschaft der GzSdW, dazu die Kostenübernahme für HSH-Anschaffungen für Schäfer, die nach Rissen nicht mehr weiterwissen. Peter Blanchet arbeitet auch mit unserem HSH-Stammtisch zusammen, hat sein Ohr (und oft seine tatkräftigen) Hände immer bei den Tierhaltern. Einfach nur pro Wolf sein, ist easy, das aber wirklich auch zu leben, ist beachtenswert.
    Wenn Du Herdenschutz-Fragen hast, frag.


    LG, Chris


    Ok, danke! Dann habe ich direkt mal eine Frage. |)


    Die GzSdW ist seit letztem Jahr dabei, zwei angehende Herdenschutzhunde auszubilden (wurde bei bei dem Schäfer Swen Keller in S-H gemacht, vielleicht kennst du den ja). Wenn sie soweit sind, sollen sie irgendwann im Falle eines Falles so eine Art "schnelle Einsatztruppe" sein in Herden, in denen es einen Riss gegeben hat. Sie sollen sofort nach dem Riss in diese Herde gebracht werden und dort eine gewisse Zeit verbringen, um "in sehr problematischen Fällen rasch ein[en] funktionierende[n] Schutz vor Wolfsübergriffen" zu gewährleisten, bis der Tierhalter andere Schutzmaßnahmen ergreifen kann (dass das relativ schnell passiert, ist aber das Ziel).


    Findest du das realistisch?
    Ich meine mich zu erinnern, dass oft eine Tragik darin liegt, dass es irgendwo einen Riss gibt und daraufhin die Tiere nicht ausreichend geschützt werden, so dass es ganz kurze Zeit später erneut zum Riss kommt.
    Allerdings werden diese mobilen Truppen von HSH nicht zu unrecht kritisiert, finde ich; die Hunde sehen ja nicht einfach jede fremde Herde als ihre 'Familie' an, bis sie sich mal zu Hause fühlen und etwas beschützenswert finden, wird ja etwas Zeit vergehen?

  • es gibt nicht nur das Problem, dass die Bindung der Hunde zur Herde nicht vorhanden ist, es gibt auch noch das Problem, dass die Herde nach einem Wolfsübergriff vermutlich alle hundeartige erstmal höchstgradig beängstigend findet.
    Aus Sicht der Herde stehen da keine Beschützer mit auf der Weide sondern Feinde.


    Ich könnte mir höchstens vorstellen, das solche Hunde als schnelle Verstärkung bestehender HSH-Teams sinnvoll sein könnten oder direkt bei Wolfsichtung (also noch VOR einem Riss).

  • Ok, danke! Dann habe ich direkt mal eine Frage. |)


    Die GzSdW ist seit letztem Jahr dabei, zwei angehende Herdenschutzhunde auszubilden (wurde bei bei dem Schäfer Swen Keller in S-H gemacht, vielleicht kennst du den ja). Wenn sie soweit sind, sollen sie irgendwann im Falle eines Falles so eine Art "schnelle Einsatztruppe" sein in Herden, in denen es einen Riss gegeben hat. Sie sollen sofort nach dem Riss in diese Herde gebracht werden und dort eine gewisse Zeit verbringen, um "in sehr problematischen Fällen rasch ein[en] funktionierende[n] Schutz vor Wolfsübergriffen" zu gewährleisten, bis der Tierhalter andere Schutzmaßnahmen ergreifen kann (dass das relativ schnell passiert, ist aber das Ziel).


    Findest du das realistisch?
    Ich meine mich zu erinnern, dass oft eine Tragik darin liegt, dass es irgendwo einen Riss gibt und daraufhin die Tiere nicht ausreichend geschützt werden, so dass es ganz kurze Zeit später erneut zum Riss kommt.
    Allerdings werden diese mobilen Truppen von HSH nicht zu unrecht kritisiert, finde ich; die Hunde sehen ja nicht einfach jede fremde Herde als ihre 'Familie' an, bis sie sich mal zu Hause fühlen und etwas beschützenswert finden, wird ja etwas Zeit vergehen?

    Nach allem, was @Chris2406 bisher geschrieben und berichtet hat, stelle ich mir das als unmöglich vor. Aber sie meldet sich bestimmt noch selber.

  • Nunja, ich finde - ohne Ahnung von HSH und Schafen zu haben - den Gedanken sehr unrealistisch. Die angegriffene Herde wird ja bei Anblick von wolfsähnlichen Hunden austicken. Wie will man denen den im Schnellverfahren begreiflich machen dass die HSH Freunde und Beschützer sind und nicht das nächste Dutzend von ihnen killen will?


    Zumal HSH ja, glaube ich, nicht das Schaf/Rind als Tiergattung schützt, sondern seine ganz individuelle Herde in die sie langsam integriert wurden und das sie als ihr Rudel betrachten, inkl. jedes individuelle Schaf/Rind innerhalb dieser Herde. Oder @Chris2406 ?

  • Interessanterweise hat mein Hund, passionierter Barfer mit viel Erfahrung von Fütterung mit echten/frischen Reh-Läufen und für den menschlichen Verzehr ungeeigneten ganzen Stücken teilweise mit Fell , nur kurz dran geschnuppert und ist dann flugs weiter gelaufen...ich weiß nicht, ob es irgendwie "komisch" war...markiert wurde?

    Weiß ich auch nicht.
    Meine Hunde waren bzw. sind da wohl kein Maßstab.


    Pondi war so verfressen, der hat auch einen Satz ins Blaubeerkraut gemacht und ist punktgenau bei einem weggeworfenen Apfelstutzen von irgendwem gelandet. Den hat er ebenso verputzt, wie alles, was er an tierischem Kram gefunden hat und ich ihm nicht ausreden konnte. Der war auch Barfer und hat außer rohem Fisch nichts verschmäht.


    Naja und die Collies heute benutzen ihre Nasen nicht wirklich und sind an Dingen mit Fell überhaupt nicht interessiert. Wir haben mal einen Rehriss direkt hinter einer Einmündung mitten auf einem Weg gefunden. Der war echt mitten auf dem Präsentierteller. Die Collies schnuffeln da wohl kurz dran, aber dann gehen die total unaufgeregt weiter. Das muß man ihnen nicht mal sagen. Irgendwo was finden, was abseits vom Weg liegt.... nö, glaub ich nicht. Aber man weiß halt nicht, ob Wölfi in der Nähe ist und sein Hab und Gut verteidigen möchte und wie nah man daran vorbeigehen darf.
    Rehrisse hinter Gartenzäunen find ich deshalb ganz besonders doof.

  • Im Rudel geht es rund - Folge 3 der Reihe "Mit Wölfen unter einer Decke"


    Läuft grad auf 3sat bzw. guck ich erstmal Teil 1, ist in der Mediathek.g

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