Echte Wölfe und blöde Fragen
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Sehe ich genauso - solange die Wölfe wirklich scheu bleiben und sich in abgelegenen Revieren aufhalten, finde ich es prima, dass sie da sind. Da finde ich "sich einschränken" dann auch selbstverständlich. Ich bin auch in all den Jahren bisher mit Pferd/Hund/Wandergesellschaft immer auf Wegen geblieben und habe es mir grundsätzlich verkniffen, irgendwo hinzugehen, wo wir stören könnten. Einfach aus Respekt vor dem Wild. Finde ich eigentlich ein selbstverständliches Verhalten in der Natur, und wenn das dann auch scheuen Wölfen zugute kommt - um so besser.
Aber so, wie es im Moment läuft, konditionieren wir Wölfe mit Nichtstun genau darauf, Scheu abzulegen, Menschennähe immer mehr zu suchen und da immer dreister zu werden, weil wir sie dafür mit besonders bequemem Futter belohnen.
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an Terriers OT:
zu den Schweinen hier bei uns: leider sind sie hier nicht so scheu. Es ist keine Seltenheit, dass sie 2m vom Weg entfernt im Gebüsch liegen. Deswegen kommt es hier öfter mal zu Zusammenstössen zwischen Schweinen und freilaufenden Hunden (hier ist zwar Leinenzwang, das interessiert hier aber kaum einen). Im Sommer ist die Hündin einer Nachbarin aus Panik vor einem Fahrradfahrer in die Büsche gesprungen. Das Gebüsch war aber schon besetzt. Gebrochene Zehen, aufgerissene Seite, ausgeschlagene Zähne waren das Ergebnis. Vielleicht die gleichen Schweine haben einen der Hunde einer anderen Frau angegriffen. Sie selbst konnte nur noch rennen. Die Hündin hat zum Glück überlebt. Und die Schweine sind dafür auf den Spazierweg gekommen. Ich möchte damit weder die Gefahr durch Wölfe schmälern noch die Schweine gefährlicher machen als sie sind. Nur meine Erfahrungen wollte ich dazu mitteilen.
LG Julia -
An Terriers:
Das sehe ich genau so.
LG Julia -
Für mich fühlt es sich langsam so an : Wenn ein Jäger den Wolf erschießen konte, dann war der zu zahm. Fertig.
Wenn nicht, dann war er gesund scheu.
Ja, für mich genau so.
Wenn man den Wolf sieht, gehört er geschossen. Problem erledigt.
Um die Unsichtbaren in den wenigen unberührten/entlegenen Gebieten, wo eh kein Mensch lang kommt, muss man sich nicht sorgen.
Ich laufe ja auch im "Luchsgebiet" ohne Angst, weil die einfach super scheu sind.
Aber ich möchte nicht permanent die Angst haben, dass ein Spitzenprädator heute noch kein Pony zu Mittag hatte und meine Hunde wie kleine Chips-Tüten für ihn herumlaufen (wie im Comic, mit den hungrigen Tieren, die dann plötzlich überall Hähnchenkeulen oder so sehen).
Schweine, Rehe und Co treffen/trafen wir ab und zu. Dass sie nicht gegrüßt haben, ist alles. Da konnte ich entspannt filmen, wie meine Hunde ruhig und desinteressiert bei mir auf dem Weg liefen (sie müssen immer auf den Wegen bleiben), und das Reh 5 m weiter weg friedlich gefressen hat.Ich bin ja schon so weit, dass ich nicht mehr alleine im Wald laufe. Nach Möglichkeit auch nicht mehr alleine AM Wald.
Generell gar nicht "draußen" bei Dunkelheit oder bei Morgen-/Abend-Dämmerung.
Sobald es kälter wird, müssen meine kleinen Hunde generell zu Hause bleiben (egal wie hell oder dunkel es ist), weil ich nicht möchte, dass sie weggesnackt werden.Was bleibt, ist ne kleine Feldrunde und unser Uni-Campus. Alles andere ist "zu weit draußen", oder es herrscht Leinenzwang (städtisch).
Lebensqualität? Suche ich nun vergeblich.
Aber es ist ja oft zu beobachten, dass sich für die Wölfe alle anderen einschränken müssen.
Weidetiere müssen früher von den Weiden weg (obwohl Wetter und Futterangebot ideal wären), weil es sonst zu gefährlich für sie ist.
Mutterkuh-Haltung? Ja gerne, aber nein.
Pferde müssen aus Aktiv- und Offenstallhaltung zurück in den Stall und in geschlossene Boxen.
Schafe können nicht mehr vor sich hin weiden und herumwandern, sondern müssen in den Stall oder werden unter schrecklichen Qualen zu Tode gefressen.
Und entsprechend müssen auch die Hunde zurückstecken, schön an ner Meterleine ans Bein gekettet werden.
Alles, was über Jahre hart erkämpft wurde, wird zunichte gemacht.Es ist ja aber eh mittlerweile so, dass man es nicht richtig machen kann, die Schuld hat IMMER nicht der Wolf, das Fehlverhalten ist immer bei seinen Opfern zu suchen. Die waren eben zu weit draußen, zu schlecht eingezäunt, zu schwach, zu alt, zu gut sichtbar, zu anziehend, zu weit weg von XY, zu existent, zu atmend, zu .....; und man ist "selbst Schuld" und "muss sich damit abfinden".
Und je mehr man Rücksicht nimmt, desto frecher und offensiver werden sie. Sie haben ja nicht Mal mehr Angst vor dem Knallen bei Jagden.
Das macht mir Angst.
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Sie haben ja nicht Mal mehr Angst vor dem Knallen bei Jagden.
Dazu gibt's ein paar Seiten vorher interessante Gedanken
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jap, ich lese hier alles mit, seit ca 500 Seiten
ändert nichts daran, dass es hier wieder um "dinner bells" geht (im übertragenen Sinne)
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Ich bezog meinen letzten Text zum Link darauf, dass nach der Abschussgenehmigung sowohl Kurti, als auch Bruno (so hieß doch der "Problembär"?), schneller weg vom Fenster waren, als man "Abschussgenehmigung" sagen konnte.
Zu Bruno kann ich nichts sagen.
Aber bei Kurti lag der Fall ganz anders als bei den jetzt zum Abschuß freigegebenen Wölfen. Kurti war besendert. Der Sender funktionierte zwar nicht mehr, also er sendete nicht mehr, aber mittels Kreuzpeilung konnte man seinen Standort und seine Identität zweifelsfrei ermitteln.Und trotzdem wäre mir der Wolf es wert eben auch auf dem Land so aufpassen zu müssen. Für mich würde sich da nichts ändern, Bolle ist an der Schleppleine und ich schaue mich die ganze Zeit um. So schrecklich ist das nun auch nicht finde ich. Daher meine Empathielosigkeit. Es wird von mir als kleineres Problem empfunden, weil mir das Wildlife einfach mehr wert ist. Ich würde mich auch über den Elch freuen wenn er denn dauerhaft einwandert. Wenn andere Menschen ihre Art der Hundehaltung darüber stellen, so sei ihnen das unbenommen. Ich muss aber nicht gleicher Meinung sein.
Du liest also selektiv nur was dir in den Kram passt und bastelst dir damit unnötige Feindbilder. Nun, jeder wie er mag, gell...
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Koexistenz funktioniert aber nur, wenn beide Seiten koexistieren wollen.
Der Mensch ist ein einsichtiges Wesen - meistens jedenfalls. Er verfügt über vorausschauendes Denken, Einfühlungsvermögen und kann demzufolge die Bedürfnisse des Wolfes einschätzen und nachvollziehen und Rücksicht auf diese nehmen. Der Wolf kann das nicht. Er handelt instinktgesteuert. Nur weil ich sein Revier beachte, heißt das nicht, dass er meines auch respektiert. Der Wolf wird aus eigener Überzeugung kaum meine Interessen dulden.
In der Biologie ist die Koexistenz zweier Arten nur dann möglich, wenn zwei Ressourcen vorhanden sind und beide Arten verschiedene bevorzugen. D.h. solange wie der Wolf weiter Wildtiere erlegt, stellt das für keinen hier ein Problem dar. Ansonsten geraten wir in einen Interessenkonflikt.
Überspitzt ausgedrückt: Ich möchte dem Wolf nichts böses, er jedoch betrachtet meine Tiere als Mahlzeit, dringt in meine "Wohnung" ein, bedient sich an meinem "Kühlschrank", obwohl ich selbiges bei ihm respektiere.
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Ich habe so emotional auf Corriers Post reagiert, weil ich es nicht verstehen kann, wie man sich über die Tötung eines Tieres "freuen" kann, das auch noch der nächste Verwandte des Hundes ist, wenn man nun eben nicht persönlich seine Schafe verloren hat (oder liege ich da falsch).
Ich lese da nur ein "mach tot was mir Angst macht". Und das finde ich unschön.
LG JuliaIch freue mich nicht über die Tötung des Rodewalder Rüden (wobei ich immer noch der Meinung bin, dass das ganze Rudel entnommen gehört, sonst gehts so wie im Cuxland und die verwitwete Wölfin MUSS geradezu Nutztiere reissen), aber ich bin FROH darüber. Weil es den Weidetierhaltern endlich das Zeichen setzt, dass eben nicht mehr alles an Nutztierrissen hingenommen wird.
Über den Abschuss des S-H-Zaunspringer-Wolfes bin ich ebenso FROH, weil auch da grad ein Zeichen gesetzt wird, dass es nicht schon normal ist, dass HSH zur Grundausstattung gehören.Froh über die Abschüsse bin ich - das bedeutet nicht, dass es mir um das jeweilige Einzeltier nicht dennoch leid tun kann.
Wölfe lernen bestimmt schneller, wenn ihnen JEDER Mensch, dem sie sich neugierig, abschätzend (oder was auch immer) nähern, ganz schnell ganz deutlich macht das Menschen richtig doof sind und weh tun.
Das wurde ja in dem vor einigen Seiten von mir verlinkten Video auch von einem Wolfsberater bestätigt, der die Besitzerin des Pferdehofes dafür gelobt hat, dass die den Wolf mit dem Besen resolut vom Hof gescheucht hat.
Jeder, der mit den Wölfen leben muss, müsste sich im Fall X so verhalten.
Und ich gehe noch weiter - wenn bei so einer situativen Individual-Vergrämung mal was passiert, dem Wölfi mein ich jetzt, weil ich nun mal zufällig grad beim Misten war und die die Mistgabel in der Hand hatte oder einen Zaunstecken, dann MUSS das nach glaubhafter Schilderung straffrei bleiben.Unsere Population ist die "Mitteleuropäische Flachland"-Population, die Deutschland un Polen betrifft. Die ist gefährdet.
Wo sind denn die Alpen-Wölfe? Davon sind doch auch schon welche in D, oder nicht?
So wie: na endlich wird abgeschossen.
Als Weidetierhalter, der nicht gegen den Wolf, aber für die Nutztiere ist, denkt man tatsächlich: na endlich wird (auch mal einer) abgeschossen, bei dem Herdenschutz fast nicht mehr machbar ist, ja. Das ist völlig legitim.
Ja, ich bin ein wenig neidisch auf die Leute vom Land. Das gebe ich offen zu. Ich würde gerne tauschen. Und trotzdem wäre mir der Wolf es wert eben auch auf dem Land so aufpassen zu müssen. Für mich würde sich da nichts ändern,
Kein Problem - gib mir €15.000,- , das ist so pi mal Daumen das, was ich bisher für Herdenschutz ausgegeben habe, bring einen gescheiten Schlafsack mit und dann kannste Landleben haben.
Es ist der 01.02.2019 und ich habe in diesem Jahr noch keine einzige Nacht im Haus geschlafen. Auch bei -12°C nicht.
Warum?
Weil diese Drecksgesellschaft, die zu 78% angeblich den Wolf haben will, nicht bereit ist, auch den Einsatz von HSH zu akzeptieren.Und deshalb machen mich solche Bemerkungen wie Deine allmählich richtig, richtig stinkenkackesauer.
Für Tierhalter auf dem Land ändert sich nämlich ALLES.
ich habe einen Wolfshasser-Kommentar erwartet
Da bist Du hier im falschen Thread für.
Wer sich darüber austauscht, was man für unterwegs mitnehmen könnte, um sich subjektiv sicherer zu fühlen, geht ja lösungsorientiert vor, was impliziert, dass man nach Lösungen für das Zusammenleben sucht.dann hat er die Zahnseide gleich dabei.
Das ist das Rückholfädchen wie beim OB.....
LG, Chris
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