Ist der Hund ein Rudeltier?!
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Niemand hat gesagt, dass man den Begriff nicht "richtig" anwenden darf.
Ein Attribut ist es dennoch niemals.Das RHP-Modell "löst" Dominanz in diesem Sinne nicht ab, es geht einfach darum, ob "Dominanz" überhaupt jemals die richtige Bezeichnung für das war, was man zu erklären versuchte.
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Hey
ZitatSimone, das ist nicht nur im DF so, das erlebt man einfach Tag ein Tag aus in der Hundehalterpopulation
Auch heute hält sich hartnäckig die Dominanztheorie und d. h. Hunde niemals erhöht liegen lassen, niemals vor einem durch die Tür lassen, niemals vor dem eigenen Essen füttern und schon gar nicht darf der Hund fragen: "Spielst du mit mir?".
Anscheinend ist Mensch voller Angst die Kontrolle zu verlieren, daß er den Hund "dominieren" muß und gerne dennoch seinem Hund wenigstens eine Dominanz anderen Hunden gegenüber, andichtet. Man mag ja schließlich einen gestandenen Kerl, oder starke Hündin an seiner Seite haben
Für mich war mein Arthos nicht dominant, aber ein Macho. Wobei "macho" spanisch ist und nichts anderes heißt, als männlich. Und dieser Hund war ein sehr männlicher Rüde
Gaby und ihre schweren Jungs
Das was du da beschreibst ist vollkommen richtig, nur hat das nichts mit dem zutun was die Definition der Dominanz in der Verhaltensbiologie bedeutet.
Vielmehr ist es der Ausdruck von Unvermögen, mit so wunderbaren Lebewesen, wie unseren Hunden, venünftig umzugehen und spielgelt das wider, was man ausüben von Macht nennt.
Es mag nicht ganz angebracht sein das hier zu schreiben, aber es wurde ja schon einmal vorher thematisiert, das auch ein sogennanter Sexual-Straftäter mit seiner abschäulichen Tat Macht ausübt/ausüben will.
Wer seinen Hund so behandelt wie du schreibst, will Macht ausüben und die veraltete und falsch verstandene Dominanztheorie wird immer noch dazu missbraucht.
Ein Mensch gleicht allen anderen Menschen, einigen anderen Menschen und keinem anderen Menschen.
Ein Hund gleicht allen anderen Hunden, einigen anderen Hunden und keinem anderen Hund (H. G.).
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Zitat
Ich kann lesen. Wenn dann User ihre Hunde als "dominant" beschreiben und sie deswegen keinen Respekt vor ihnen zu haben scheinen, ist das für mich eindeutig.
Und um eine "gute Beziehung" geht es mir nicht. Sondern um das falsche Einschätzen des Hundes und den Stempel "dominant". Hast du aber aus den Augen verloren.
Interessant. Ich kriege immer mehr den Eindruck, dass die "dominanzfixiertesten" Leute solche wie du sind, die grundsätzlich NUR eine falsche Begriffsverwendung voraussetzen, den Begriff zum Reizwort erheben, und sich überhaupt nicht mehr vorstellen können, dass das Gegenüber den Begriff wohlüberlegt und kritisch-differenziert und korrekt verwenden könnte. Auf den Auslöser hin wird einfach mal heftigst aversiv draufgehauen, und wenn's den Falschen trifft, ist der selber schuld...... :/ -
Ganz ehrlich. Guck dir die Threads an. Dann wirst du feststellen, was ich feststelle. Einen "dominanten Hund" gibt es nicht, denn dazu müsste Dominanz eine Eigenschaft bzw. ein Attribut sein.
Einen Hund, der sich momentan dominant _verhält_ in bestimmten Situationen (und das hat nichts mit mangelndem Respekt zu tun!) - das ist wieder was ganz anderes.
Und ich wüsste nicht, wo ich schrieb, dass alle außer mir den Begriff falsch verwenden. Ich entscheide da situativ
Du kannst deine Reizwort-These bitte an anderen auslassen, aber bitte nicht an mir.
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Zitat
Ich blick es immer noch nicht. Weil der Begriff "dominanter Hund" von einigen (vielen) Leuten missbraucht/falsch angewendet wird, darf der Begriff "dominant" gar nicht mehr gebraucht werden, auch nicht korrekt?
Es gibt ihn quasi gar nicht mehr, weil manche ihn falsch verstanden haben, wird ihm die Existenz abgesprochen? Und man hat einen neuen Begriff kreiert, der stattdessen gebraucht werden soll?
Was, wenn der auch wieder missbraucht wird, wird das Begriffsverwirrungskarussell weiterhin in Schwung gehalten?
Warum nicht einfach in der Fachsprache den Begriff korrekt verwenden?
Um mal ein anderes Beispiel zu bringen: der Begriff "Chip" wird (auch hier im DF) ganz hartnäckig und völlig falsch für ein Hormon-Depotpräparat verwendet. Soll man deswegen den Begriff aus der gesamten IT-Welt verbannen, weil ein paar tausend Hündeler den unpassend verwenden, und dadurch auch falsche Vorstellungen davon entwickeln, was ein Chip ist?
Hi, ich habe mir deine beiden letzten Antworten 2 mal duchgelesen. Ich verstehe sie einfach nicht wirklich.
Erkläre doch mal "Doninanz",... Dein Beispiel CHIP ist anschaulich , aber mach doch mal an "Dominanz" ein Beispiel.
Oder Definiere "dominantes Verhalten" .
Wie ist der "Fachbegriff" denn korrekt verwendet?
Ist "Dominanz" überhaupt ein "Fachbegriff"? -
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Zitat
Du, das sehe ich TAGTÄGLICH.
Dann sehe ich es bei sämtlichen "Hundeflüsteren" oder auch hier im Forum bei sehr vielen Antworten. Wahlweise kommt nich "muss seine Grenzen austesten" oder "hat keinen Respekt vor dir".
Ich geb Dir recht, dass das mit dem Grenzen austesten in so manchem Kontext falsch verwendet wird. Nur: ich hoffe, Du willst damit nicht sagen, dass Hunde nie Grenzen austesten, oder? Abgesehen davon hat Grenzen austesten nicht zwangsläufig mit Dominanz zu tun, sonst wäre nach der Definition sogar mein Wattebäuschchen eine kleine Domina
. Ebenso mit der Respektlosigkeit: gibt es die Deiner Ansicht nach nicht bei Hunden?
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Ich muss mal was zur schriftlichen Kommunikation schreiben.
Wenn a schreibt: ich erlebe ......
Und b schreibt dazu: da gebe ich dir recht/da muss ich dir recht geben oder da widerspreche ich dir/ da muss ich dir widersprechen....Und im Anschluss eine Suggestivfrage gestellt wird, auf deren Antwort gepocht wird, ist das keine Diskusion.
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Nicht vor seinem Hund durch die Tür zu gehen muss nicht einmal etwas mit Rudelführergedöns zu tun haben, sondern kann ganz einfach dadurch begründet sein, dass man...
...Impulskontrolle an den Anfang des Spaziergangs setzt, damit der Spaziergang kontrolliert und ruhig abläuft.
...die Umgebung "sichern" muss, weil man einen unsicheren Hund hat. Hierbei hat man gleichzeitig die Möglichkeit, schneller auf subjektiv empfundene "Gefahren" einzugehen und der eigene Hund wird daran gehindert, seine Probleme mit "Vorstoßen und Flippen" zu lösen.
... an einer stark fluktuierten Straße wohnt, an der Radfahrer, Menschen und Hunde vorbeidüsen - Unfallprävention
Diesen Ratschlag gebe ich meinen Kunden in den beschriebenen Fällen recht häufig - und nicht, weil ich finde, dass sich ihr Hund dominant verhalten würde.
Nicht auf hündisches Spielverhalten einzugehen hat auch nicht immer etwas mit Rudelführerkrams zu tun.
Bei manchen Hunden macht dieser Ratschlag innerhalb eines Maßnahmenpakets enorm viel Sinn.
Es gibt Hunde, die gelernt haben, dass sie den kompletten Alltag des Menschen bestimmen können und entscheiden können, wann was wo passiert.
Hund schaut, Mensch springt.
Häufig sind diese Hunde im häuslichen Bereich übermäßig aufmerksam und wuseln die ganze Zeit um den Besitzer herum.
Und dieser geht auf jeden Wimpernschlag seines Tieres ein.
Draußen jedoch schauen sie ihren Menschen nicht einmal mit dem Arsch anHier spricht man häufig von sozialer Übersättigung und da gilt (wie in einer guten Beziehung), dass man nicht ständig verfügbar ist und den Spieß einfach mal umdreht.
Bei manchen Beziehungen reicht es schon, etwas weniger auf den Vierbeiner einzugehen.
Manche Mensch-Hunde-Teams hingegen brauchen hier wirklich eine klare Auszeit, in der alle Aktionen vom Menschen ausgehen, damit sowohl Mensch als auch Hund lernen können, sich anders zu verhalten.Ich finds übrigens schade, dass das Wort "Dominanz" immer eine solche Allergie bei Hörern und Lesern auslöst.
Und ich finde auch nicht, dass das RHP-Modell Theorien von Dominanzbeziehungen und Submissionsbeziehungen vollständig ablöst.
In meinen Augen gibt es durchaus statusbewusste Hunde, denen ihre Position innerhalb einer Gruppe wichtig ist und deren Position von den anderen Mitgliedern anerkannt wird.
Und ich finde auch nix Schlimmes daran.
Nur, weil es Menschen gibt, die das wörtchen Dominanz dafür gebrauchen, Hunde zu brechen, heißt das für mich noch lange nicht, dass es Dominanz im Tierreich innerhalb von Gruppen und Situationen nicht gibt.
In meinen Augen sind Führung und Dominanz, sowie auch Submission in jder Art von Beziehungen wichtig.
Gerade in organisierten Gruppen - ob man sie nun als Rudel, soziale Gruppe oder als losen verband bezeichnet spielt für mich hier eine eher untergeordnete Rolle - kann man immer wieder Strukturen beobachten, die das Leben zwischen den Mitgliedern erleichtern.
Wie man diese Strukturen nennt, ist hier die andere Frage.
Ich fass mal zusammen, was für mich bisher logisch und klar ist:
1. Hühner leben in einer sozialen Hackordnung, d.h. Huhn A hackt Huhn B um seine Dominanz auszudrücken, Huhn B hackt Huhn C, um seine Dominanz auszudrücken, Huhn hackt Huhn D usw. usf.
Dieses Hackordnungsmodell wurde eine Zeit lang als Grundlage für viele sozial lebenden Tiere genommen, was sich als falsch erwies.
2. Wölfe sind Rudeltiere. Sie leben in Freiheit in festen Familienverbänden, die aus dem formal dominanten Elternpaar (der natürlichen, erfahrenen Autorität) und seinen Nachkommen besteht.
Fremdwölfe dürfen sich eher selten dem Rudel anschließen.
Die Aufgaben verteilen sich nach den Fähigkeiten der Gruppenmitglieder.Innerhalb der Gruppe gibt es eine klare Führungsriege, was aber nichts mit einer Hackordnung zu tun hat, sondern eher etwas mit einem klar organisiertem Familienunternehmen: Auch in einem Familienunternehmen gibt es eine "graue Eminenz", die ganz klar das Zepter in der Hand hält und in schwierigen Entscheidungen das letzte Wort behält.
Unterstützt wird diese Ordnung durch Dominanz- bzw. Submissionsgesten der Mitglieder.
Zu Kämpfen kommt es in der Regel nur in der Ranzzeit, in der die Wölfe hormonell aufgeheizt sind.
Fortpflanzen dürfen sich in der Regel nur die Chefs des Clans - macht auch Sinn, weil es sonst zu Inzest käme.Wölfe sind größtenteils monogam - Ausnahmen bestötigen die Regel.
Geschlechtsreife Jungwölfe wandern irgendwann ab, um ihren eigenen Laden aufzumachen.
Hier gibt es allerdings gravierende Unterschiede zwischen unterschiedlichen Charaktertypen: Die einen bleiben länger in der Gruppe, um den Nachwuchs zu versorgen und die anderen wandern frühzeitig ab.3. Unter Gehegewölfen gibt es eine Rangordnung, die einer Hackordnung gleicht, aber rein gar nichts mit dem natürlichen Verhalten von Wölfen zu tun hat. Man könnte von einer Stressordnung sprechen.
Den Prügelknaben gibt es in freier Wildbahn eher selten, bei Gehegewölfen ist er jedoch fast immer zu beobachten.Leider beziehen sich die meisten Wolfsbeobachtungen auf Wölfe in Gefangenschaft.
Bei Gehegewölfen ist es schwer, von einem echten Wolfsrudel zu sprechen:
-Die Wölfe können nicht abwandern.
- Die Wölfe haben keine spezifischen Aufgaben mehr, die in der Gruppe verteilt werden (Jagen, Rudelverteidigung, Reviergrenzen ausloten, neue Gebiete erschließen)
- Die Ranzzeit wird häufig durch Hormonpräparate beeinflusst.
- Der Platz ist viel zu klein.1. Hunde leben eher in losen Verbänden, als in festen Rudeln, wenn sie als Streuner auf der Straße leben. Hier werden sie allerdings auch sehr stark vom Menschen beeinflusst.
In diesen Gruppen gibt es situative Dominanz, sowie auch ressourcenverteidigendes Verhalten, jedoch keinen formal dominanten Anführer.
Streit und Kappeleien gibt es um Ressourcen - Futter, läufige Hündinnen, Liegeplätze etc. pp. können hier sehr schnell einen Brand entfachen.2. Wenn Hunde wirklich auf die Jagd und andere natürliche Überlebensstrategien angewiesen sind und nicht durch den Menschen beeinflusst werden, finden sie sich sehr schnell zu festeren Gruppen zusammen und bilden - über verschiedene Generationen - auch wieder Rudelstrukturen heraus.
Ein gutes Beispiel für eine Hundegruppe in der Entwicklung sind die Pizzahunde von Günther Bloch: Hier gibt es klare Strukturen, ein adultes Elternpaar, ein paar fremd eingewanderte Hunde und ganz klare Verhaltesnregeln innerhalb der Gruppe.
Allerdings fehlt hier die gemeinsame Jagd - sie werden von Tierschützern gefüttert.
Ein gutes Beispiel für etablierte, verwilderte Hunde sind die australischen Dingos.
Auch hier gibt es eine formal dominante Führungsriege mit Fortpflanzungsvorrechten, eine klar struturierte Hirarchie und eine vernünftige Aufgabenverteilung.
Aus diesem Grund bin ich schon der Meinung, dass Hunde eigentlich Rudeltiere sind - sonst wären Dingos wohl Einzelgänger.
Mein Fazit aus der ganzen Geschichte ist, dass Hunde gerne in geordneten Strukturen leben, in denen sie sich anlehnen können.
Die meisten Hunde sind sehr froh, wenn ihnen schwierige Entscheidungen von einem formal dominanten Sozialpartner abgenommen werden - ohne, dass dieser despotisch und aggressiv seine eigenen Interessen durchsetzt, wohl aber mit ruhiger klarer Führung.
Hunde sind keine Einzelgänger - sie sind gesellige, hoch soziale Gruppentiere :)
Ob ihre bevorzugte Gesellschaft eher menschlicher Natur oder hündischer Natur liegt, hängt stark von der Rasse, den Zuchtzielen und natürlich - wie immer - vom Individuum ab.
Ob sie lieber in durchorganisierten, streng hirarchischen Verbänden oder in lustigen Spielegruppen leben wollen, hängt maßgeblich von ihrem Charakter, aber auch von Rassedispositionen ab.
In einer Gruppe deutscher Schäferhunde/Malinois/HSH wird sich schneller eine Hirarchie herausbilden, als in einer Beaglemeute.
Auch ob Zuwanderer erwünscht sind, hängt u.a. von den gewünschten Zuchtzielen ab: Eine Labbigruppe wird einen Fremdhund sehr viel schneller und auch ohne Einordnungstaktiken aktzeptieren, als eine Gruppe Rottweiler - da könnte es erst einmal rund gehen, wenn man die Hunde machen lässt.
Ich würde keinen Hund als semi-solitär bezeichnen, denn ganz alleine möchten die wenigsten Hunde leben - nicht einmal zeitwilig. Mit "ganz alleine" meine ich auch ohne den Sozialpartner "Mensch".
Trennungsängste und Co haben für mich sehr viel mit dem wilden Erbe des Hundes als sozial lebendes Gruppentier zu tun.
Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Hunde genetisch so stark spezialisiert wurden, dass sie enorm unterschiedliche Interessen und Verhaltensweisen herausgebildet haben.Wie soll sich aus einem wilden Haufen unterschiedlichster Hunde mit unterschiedlichsten Interessenschwerpunkten ein festes Rudel mit klaren Strukturen, Zielen und einer einheitlichen Kommunikationsstrategie bilden?
Ich denke, dass die Tatsache, dass Straßenhunde keine Rudel bilden weniger damit zu tun hat, dass Hunde keine Rudeltiere wären, sondern vielmehr mit den unterschiedlichen Spezialisierungen verschiedener Hunderassen, sowie mit den äußeren Einflüssen zu tun hat.
Ich empfinde die Zusammenrottung von Streunern schon als Versuch, feste Gruppen zu bilden. Dieser Versuch ist aber schon alleine durch das unterschiedliche Verständnis, wie eine Gruppe auszusehen hat, zum Scheitern verurteilt.
Für nen Meutehund sieht eine Gruppe komplett anders aus als für nen Riesenschnauzer - mal so als Beispiel.
Ein Beaglerüde würde auf die Frage, wie seine Wunschgrußße aussehen soll wohl - in den meisten Fällen - sagen: "Schön laut, schon groß, mit vielen Freunden und guten Jagdnasen und tollen Mädels."
Ein Schnauzerrüde würde wohl eher antworten: "Ich will meine drei Mädels, mein Revier und ansonsten meine Ruhe."
Wie sollen sich aus solch unterschiedlichsten Motivationen feste, einheitliche Rudel bilden?
5. Wenn Hunde wirklich auf die Jagd und andere natürliche Überlebensstrategien angewiesen sind und nicht durch den Menschen beeinflusst werden, finden sie sich sehr schnell zu festeren Gruppen zusammen und bilden - über verschiedene Generationen - auch wieder Rudelstrukturen heraus.
Ein gutes Beispiel für eine Hundegruppe in der Entwicklung sind die Pizzahunde von Günther Bloch: Hier gibt es klare Strukturen, ein adultes Elternpaar, ein paar fremd eingewanderte Hunde und ganz klare Verhaltesnregeln innerhalb der Gruppe.
Allerdings fehlt hier die gemeinsame Jagd - sie werden von Tierschützern gefüttert.
Ein gutes Beispiel für etablierte, verwilderte Hunde sind die australischen Dingos.
Auch hier gibt es eine formal dominante Führungsriege mit Fortpflanzungsvorrechten, eine klar struturierte Hirarchie und eine vernünftige Aufgabenverteilung.
Aus diesem Grund bin ich schon der Meinung, dass Hunde eigentlich Rudeltiere sind - sonst wären Dingos wohl Einzelgänger.
Mein Fazit aus der ganzen Geschichte ist, dass Hunde gerne in geordneten Strukturen leben, in denen sie sich anlehnen können.
Die meisten Hunde sind sehr froh, wenn ihnen schwierige Entscheidungen von einem formal dominanten Sozialpartner abgenommen werden - ohne, dass dieser despotisch und aggressiv seine eigenen Interessen durchsetzt, wohl aber mit ruhiger klarer Führung.
Hunde sind keine Einzelgänger - sie sind gesellige, hoch soziale Gruppentiere :)
Ob ihre bevorzugte Gesellschaft eher menschlicher Natur oder hündischer Natur liegt, hängt stark von der Rasse, den Zuchtzielen und natürlich - wie immer - vom Individuum ab.
Ob sie lieber in durchorganisierten, streng hirarchischen Verbänden oder in lustigen Spielegruppen leben wollen, hängt maßgeblich von ihrem Charakter, aber auch von Rassedispositionen ab.
In einer Gruppe deutscher Schäferhunde/Malinois/HSH wird sich schneller eine Hirarchie herausbilden, als in einer Beaglemeute.
Auch ob Zuwanderer erwünscht sind, hängt u.a. von den gewünschten Zuchtzielen ab: Eine Labbigruppe wird einen Fremdhund sehr viel schneller und auch ohne Einordnungstaktiken aktzeptieren, als eine Gruppe Rottweiler - da könnte es erst einmal rund gehen, wenn man die Hunde machen lässt.
Ich würde keinen Hund als semi-solitär bezeichnen, denn ganz alleine möchten die wenigsten Hunde leben - nicht einmal zeitwilig. Mit "ganz alleine" meine ich auch ohne den Sozialpartner "Mensch".
Trennungsängste und Co haben für mich sehr viel mit dem wilden Erbe des Hundes als sozial lebendes Gruppentier zu tun.
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Hey
ZitatHi, ich habe mir deine beiden letzten Antworten 2 mal duchgelesen. Ich verstehe sie einfach nicht wirklich.
Erkläre doch mal "Doninanz",... Dein Beispiel CHIP ist anschaulich , aber mach doch mal an "Dominanz" ein Beispiel.
Oder Definiere "dominantes Verhalten" .
Wie ist der "Fachbegriff" denn korrekt verwendet?
Ist "Dominanz" überhaupt ein "Fachbegriff"?Was wäre, wenn jetzt jemand schriebe, wie kann man nur kognitiv so unbeweglich sein, da wäre aber die K… am Dampfen.
Schreib ein Hundehalter/in „mein Hund ist dominant“, geht das Geschrei gleich los.
Denn wir wissen doch alle den „Dominanten“ per se gibt es doch gar nicht, das müsstest du doch auch wissen usw., usw.
Leider ist das nur bedingt richtig, wenn es im Sinne von ich habe einen Hund ist über alle anderen Hunde dieser Welt „dominant“, dann ist das eindeutig ein falscher Gedanke.
Wenn wir davon ausgehen, dass Dominanz ein Beziehungsmerkmal ist, dazu müsste dieser Hund der dominant sei mit jedem Hund dieses Planeten zusammentreffen.Macht aber jemand die Erfahrung, dass sein/ihr Hund, wenn sie auf andere Hunde treffen, jedes Mal versucht, die anderen zu „dominiere“, könnte man von einem „dominanten“ Hund sprechen, ganz unabhängig von der Definition der Dominanz.
In diesen fällen, würde ein allgemeines beschreibbares Verhalten diese einzelnen Hundes gemeint sein.Nun wird in vorausschauenderweise, der berühmte Einwand kommen, gibt es denn überhaupt „Dominanz“ und/oder ist das was wir bei diesem „dominanten“ Hunde sehen „Dominanz“.
Noch besser wird’s, wenn dann kommt:
„Ist Dominanz überhaupt ein Fachbegriff“?
Bei den Fachleuten wie Verhaltensbiologen schon, ob sich dem der gemeine Hundehalter/in anschließen mag oder auch nicht, ist davon nicht abhängig somit eine ganz andere Sache.
Mit anderen Worten:
Jeder sollte nach seiner Façon selig werden.
Um zu entscheiden, urteile; um zu urteilen, denke nach; um nachzudenken, entscheide (worüber du nachdenken willst). Ph. J.-Laird.
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Zitat
Ich geb Dir recht, dass das mit dem Grenzen austesten in so manchem Kontext falsch verwendet wird. Nur: ich hoffe, Du willst damit nicht sagen, dass Hunde nie Grenzen austesten, oder? Abgesehen davon hat Grenzen austesten nicht zwangsläufig mit Dominanz zu tun, sonst wäre nach der Definition sogar mein Wattebäuschchen eine kleine Domina
. Ebenso mit der Respektlosigkeit: gibt es die Deiner Ansicht nach nicht bei Hunden?
Die Frage ist nicht, ob es das gibt, sondern im Kontext. Guck dir die entsprechenden Threads an. Da wird relativ genau Verhalten beschrieben und nicht nur die Threadersteller, sondern ganz besonders diejenigen, die antworten... du findest nicht nur ein Mal eine Begründung dieser Art.
Nicht immer, aber doch oft. -
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