Einkreuzen anderer Rassen = gesündere Nachkommen?
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Da stellt sich jemand Zucht als Milchmädchenrechnung vor. Natürlich funktioniert das nicht, daß man wie beim Kuchenbacken nur die Merkmale kombiniert, die einem gerade in den Kram passen. Bestenfalls hat man eine erste Generation, die einigermaßen einheitlich ist - das kann aber auch einheitlich schlecht sein. Dann fängt die Aufspalterei nach Mendel an. Bei fast allen "Züchtern" ist an diesem Punkt Schluß. Sie fangen wieder von vorn an, mit neuen Zuchttiere der Rassen, die sie angeblich verbessern wollen. Eine Sackgasse also, die nur Gebrauchshybriden analog der Masthähnchen oder -schweine der Nutztierzucht hervorbringt.
Will man ernsthaft Rassekreuzung betreiben, bedarf es nach meiner Ansicht eines von Genetikern ausgearbeiteten, permanent unter wissenschaftlicher Kontrolle stehenden Zuchtprogrammes und genügend Züchter, die an diesem Programm langfristig teilnehmen. Und es bedarf einer überzeugten Käuferschicht, die die Zwischenprodukte dieses Zuchtprogrammes abnimmt, auch wenn diese noch weit vom Zuchtziel entfernt sind. Früher hat man Hunde, die nicht dem Ziel entsprachen, ohne Federlesens beseitigt, und in sehr vielen Ländern wird das heute noch praktiziert - zumindest in D ist das aber nicht mehr möglich. Womit die Verantwortung der Züchter bei solchen Kreuzungsprogrammen noch mal steigt.
Einfach Hunde zusammenwürfeln, deren Welpen niedlich aussehen und sich gut verkaufen lassen, kann trotz aller tollen Statements nicht als Rassekreuzung zu irgend einem begründeten Zweck bezeichnet werden. Das ist einfach nur Mixvermehrung.
Noch zu den Swissy-Dogs: das klingt ja ganz prächtig mit dem Heterosiseffekt, klappt aber theoretisch nur, wenn die Ausgangsrassen sehr weit voneinander genetisch entfernt sind UND homozygot. Und das sind gerade Berner und Großer nun überhaupt nicht. Zu eng verwandt - keine Heterosis. Die außerdem nur in der ersten Generation überhaupt nutzbar wäre. Deshalb ist das ein Zuchtverfahren ( zwei extrem ingezüchtete, nicht verwandte Linien), das zur Masthähnchen- oder Mastschweineproduktion eingesetzt wird. Eine Sackgasse, da mit jeder Generation wieder die extrem ingezüchteten Elternlinien notwendig sind.
Wobei die Swissy-Mixe vermutlich von Körperbau und Wesen nicht total unharmonisch ausfallen...
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Bei diesem Beispiel werden nur F1 Mischlinge erzeugt, also immer reinrassige Berner mit reinrassigen GSS gekreuzt. Das enspricht den Doodle-Hunden und bis auf einen möglichen Heterosiseffekt der so erzeugten Individuen ist nichts Positives für die Zukunft der Rassehunde zu erwarten.
Der Genpool der Rassen wird dadurch auch nicht vergrößert!Anders und unter Umständen nachdenkenswert wäre es, Fellvarianten wieder als eine gemeinsame Rasse zu führen. Das würde den Genpool vergrößern und könnte wahrscheinlich einen positiven Effekt haben. Gleiches gilt für die Aufhebung der getrennten Zucht verschiedener Farben innerhalb einer Rasse (zB einfarbige und mehrfarbige Cocker).
Auf der HP werden auch zwei verschiedene Probleme nicht sauber getrennt, nämlich einerseits die Zucht von Extremmerkmalen (Qualzucht) und andererseits die genetische Engzucht (Linienzucht, strenge Selektion). Das sind zwei ganz verschiedene Baustellen die zwar beide zu gesundheitlichen Problemen bei Zuchtpopulationen führen, allerdings aufgrund ganz unterschiedlicher Mechansimen.
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Und neue Rassen braucht kein Mensch; eher eine gesunde und selektive Verpaarung dem Zweck entsprechend.
Ich finde schon, dass neue Rassen gebraucht werden und viele alte Rassen eben nicht mehr.. Nicht umsonst gibt es sonst so viele Hunde an unpassenden Plätzen. Es gibt nämlich nicht den Hund, der am meisten gebraucht bzw. gesucht wird: der anspruchslose, sich selbst erziehende, nicht jagende, mittelgroße und hübsch anzuschauende Familienhund, der zu allen lieb und freundlich ist.
Aber dazu braucht es natürlich mehr als nur 2 Rassen bis zur F1 zu verpaaren.
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Ich finde schon, dass neue Rassen gebraucht werden und viele alte Rassen eben nicht mehr.. Nicht umsonst gibt es sonst so viele Hunde an unpassenden Plätzen. Es gibt nämlich nicht den Hund, der am meisten gebraucht bzw. gesucht wird: der anspruchslose, sich selbst erziehende, nicht jagende, mittelgroße und hübsch anzuschauende Familienhund, der zu allen lieb und freundlich ist.
Aber dazu braucht es natürlich mehr als nur 2 Rassen bis zur F1 zu verpaaren.
Darf ich fragen welche Rassen die du meinst -
Zitat
Hallo,
was sagt Ihr zu dieser Hypothese?
Ist da was dran oder ist das zu kurz gedacht?
Liebe Grüße :)
Schon nur der Name - Swissydogs!Argh, was soll das?
Und wie aus der Verpaarung von zwei oder drei ach so kranker Rassen was Gesundes entstehen soll, dazu bleiben sie die Erklärung schuldig....
Frembluteinkreuzung kann aus gesundheitlichen Gründen Sinn machen, aber dann muss es ganz gezielt erfolgen. Einfach nur blind einkreuzen, egal was, hauptsache andere Rasse, resultiert eher in Tieren, die die Probleme beider Ausgangsrassen vereinen, als frei von ihnen sind. Bei der verlinkten Seite handelt es sich ganz klar nur um eine Marketingstrategie für Designermixe.
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Ich finde schon, dass neue Rassen gebraucht werden und viele alte Rassen eben nicht mehr.. Nicht umsonst gibt es sonst so viele Hunde an unpassenden Plätzen. Es gibt nämlich nicht den Hund, der am meisten gebraucht bzw. gesucht wird: der anspruchslose, sich selbst erziehende, nicht jagende, mittelgroße und hübsch anzuschauende Familienhund, der zu allen lieb und freundlich ist.Aber dazu braucht es natürlich mehr als nur 2 Rassen bis zur F1 zu verpaaren.
Sorry, aber der Mensch braucht keine neue Rassen; sondern eher mehr Einfühlungsvermögen. Das was an Rassen da ist reicht völlig.
Der Mensch hat nur verlernt sich auf ein Lebewesen einzustellen. Der Mensch sollte sich seinem Lebewesen anpassen und nicht umgekehrt.
Wie oft wird sich eine Rasse Hund zugelegt, weil sie optisch aber nicht zum Lebensalltag passt. Die Folge: Hund und Halter leben ein lebenlang unzufrieden und frustriert; Mensch bedauert und verurteilt die Rasse.
Besser wäre es, der Mensch würde die Rasse oder den Hund nach seinem eigenem menschlichen Lebensstil auswählen. Das tun aber die wenigstens Menschen: sie wählen nach Optik und nach Gefallen!
Das kann so nicht gut gehen! Jeder Hund muss in den Lebensstil des jeweiligen Hundehalters passen; das jedoch hat der Mensch noch nicht begriffen. Da ist der Handlungsbedarf; keinesfalls in neuen Rassen!
Es liegt nie und nimmer am Hund oder an der Rasse; es liegt am anderen Ende der Leine.
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Es liegt nie und nimmer am Hund oder an der Rasse; es liegt am anderen Ende der Leine.
Wie wahr, wie wahr
Gaby, ihre schweren Jungs und Finn
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neue Rassen braucht kein Mensch
Woher nimmst du diese Arroganz? Vor 100 Jahren und weniger war es ganz normal, dass man neue Type und Rassen kreiert und bestehende Typen und Rassen untereinander kreuzte um Eigenschaften in seinen eigene Linie einzubringen die man haben wollt , aber heute ist das nicht mehr ok weil...?
Der Irische Wolfshund, der Dobermann, der Golden Retriever, der Leonberger, in jüngerer Vergangenheit der Eurasier und der Kromfohrländer... ich bräuchte keinen davon, meinetwegen könnten wir die alle abschaffen.
Aber es gibt Leute, die fanden die Idee damals gut, es gibt heute Leute, die finden diese Rassen toll und damit haben die auch ihrer Daseinsberechtigung.Und heute gibts halt Leute, die wollen gern einen handlichen Windhund mit Whippetformat und -charakter, aber in langhaarig, und deswegen gibts halt seit ein paar Jahrzehnten Silken Windsprites, Langhaarwhippets oder wie auch immer man sie nennt, entstanden aus Whippet und Sheltie.
Der Sinn mag sich manchen nicht erschließen, aber wie gesagt, ich bräuchte auch keinen Dobermann oder Goldie.Die Sache mit den Swissy Dogs finde ich von der Grundidee her gar nicht mal unvernünftig. Man hat bei den Schweizer Sennenhunden ein schönes Beispiel dafür, wie aus einem ursprünlich variablen Landschlag verschiedene Rassen raus "destiliert" wurden, aus einer großen, offenen Population wurden 4 kleine, abgeschlossene. Das bedingt, EGAL wie sorgfältig man innerhalb dieser geschlossenen Minipopulation züchtet, Genverlust, mehr oder wenige viel Inzucht und heutztage hat man zumindest bei den Bernern dadurch eine nicht grade kleine Krankheitsbelastung.
Es geht nicht um "Mischlinge sind auf magische Weise gesünder als Rassehunde" und auch nicht nur um den Heterosiseffekt in der ersten Generation, es geht um langfristige Populationsgenetik. Und da ist es eigentlich ein Geschenk, wenn man 4 nahe verwandte Rassen hat, die jeweils ab und an mal aus Outcross für die anderen Typen herhalten könnten. Das heißt ja nicht, dass man dann alles zu einem typlosen Einheitsbrei vermischen muss und mit Doodels und Cockerpoos hat das erst recht nix zu tun.Das Problem dabei ist, dass sowas leider oft ohne Abstimmung mit den Zuchtvereinen gemacht wird - was zum Teil an der rückständigen Bildungssituation in den Vereinen liegt, zum Teil aber auch daran, dass manche Leute, die sowas vorhaben eben wirklich keinen Schimmer oder unlautere Motive haben... wie die Situation nun grade bei den Sennenhunden ist weiß ich nicht.
Und damit ist man dann oft in den Arsch gekniffen was das eigentlich erstrebenswerte Ziel der Genpoolvergrößerung und Schaffung von mehr Selektionsmöglichkeiten angeht, weil die außerhalb der FCI gezüchteten und dann auch noch gekreuzten Hunden kaum jemals wieder den Weg zurück ins FCI-Zuchtbuch finden werden und somit der Aufwand mehr oder weniger im Sand verläuft. Wenn man immer nur F1-Kreuzungen macht und letztlich nie gezielt wieder zurückkreuzt, dann verpufft das alles wirkungslos.ZitatIch frage mich wie ein hellbrauner Hund aus verschieden Sennenhunden entstehen kann. Bei uns hats ja viele Sennhundmischlinge (Region Ostschweiz) die sind sozusagen die normalen Bauernhofmischlingshunde, aber doch immer schwarz-braun-weiss.
Appenzeller gibts zwar selten in braun, aber auch nicht in hellbraun-weiss.
Braun und blau (beides Modifikationen von schwarzem Pigment) können als rezessive Gene jeweils über Generationen versteckt weitergegeben werden. Ebenso ist es bei e/e gelb, dabei wird die Ausprägung von schwarzuem Pigment im Haar komplett verhindert und der Hund wird eben cremegelb bis rot (wie ein Golden Retriever). Ist er E/e oder E/E wird er ganz normal schwarz, erst wenn zwei E/e Hunde aufeinander treffen können e/e Welpen entstehen.
Das ist also alles ohne weiteres ohne Fremdrasseneinkreuzung möglich.Zitat
Anders und unter Umständen nachdenkenswert wäre es, Fellvarianten wieder als eine gemeinsame Rasse zu führen. Das würde den Genpool vergrößern und könnte wahrscheinlich einen positiven Effekt haben. Gleiches gilt für die Aufhebung der getrennten Zucht verschiedener Farben innerhalb einer Rasse (zB einfarbige und mehrfarbige Cocker).Auf der HP werden auch zwei verschiedene Probleme nicht sauber getrennt, nämlich einerseits die Zucht von Extremmerkmalen (Qualzucht) und andererseits die genetische Engzucht (Linienzucht, strenge Selektion). Das sind zwei ganz verschiedene Baustellen die zwar beide zu gesundheitlichen Problemen bei Zuchtpopulationen führen, allerdings aufgrund ganz unterschiedlicher Mechansimen.
Da stimme ich in beiden Punkten zu.ZitatWill man ernsthaft Rassekreuzung betreiben, bedarf es nach meiner Ansicht eines von Genetikern ausgearbeiteten, permanent unter wissenschaftlicher Kontrolle stehenden Zuchtprogrammes und genügend Züchter, die an diesem Programm langfristig teilnehmen. Und es bedarf einer überzeugten Käuferschicht, die die Zwischenprodukte dieses Zuchtprogrammes abnimmt, auch wenn diese noch weit vom Zuchtziel entfernt sind. Früher hat man Hunde, die nicht dem Ziel entsprachen, ohne Federlesens beseitigt, und in sehr vielen Ländern wird das heute noch praktiziert - zumindest in D ist das aber nicht mehr möglich. Womit die Verantwortung der Züchter bei solchen Kreuzungsprogrammen noch mal steigt.
Nunja, irgendwie haben unsere Vorfahren es ja auch geschafft, recht taugliche und dazu sogar noch hübsche und nette Hunde ohne wissenschaftlichen Beistand zu züchten. Hunde züchten ist vielleicht nicht so einfach wie Brötchen backen, aber es ist auch keine Raketenwissenschaft.
Schaden kann Beratung durch nen studierten Tierzüchter und/oder Genetiker aber sicher nichtDie ausreichende Anzahl an aktiven Züchtern und Käufern ist allerdings tatsächlich extem wichtig. Das ist ja auch ein, wenn nicht der Grund, warum die meisten solcher Einkreuzungsprojekte schon in den Anfangsstadien scheitern: Eine einzelne Person verbesser bzw verändert keine ganze Rasse...
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Darf ich fragen welche Rassen die du meinstIch sollte es besser anders formulieren. Es gibt für viele Rassen heute keine oder kaum Verwendung mehr, zumindest nicht für die Masse der Hundehalter. Die brauchen weder einen Vollblutjäger noch einen Herdenschutzhund, sondern eben den lieben Familienhund.
Grinsekatze: ganz genau das meine ich. Dass Menschen nach der Optik wählen, liegt an ihrem Naturell und das wird sich auch nie ändern. Deshalb finde ich es durchaus einen legitimen Gedanken, einen Hund zu schaffen, der sowohl optisch als auch charakterlich passt. Was ist daran verkehrt? Warum soll man keine passenden Rassen kreuzen, um den Hund zu bekommen, der den Anforderungen so nah wie möglich kommt? Dann gäbe es nämlich genau das Problem, das du beschreibst, nicht mehr und es gäb viel weniger Hunde in überforderten Händen.
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Dass manche Rassen kaputt gezüchtet sind, da stimme ich zu. Manche Blutlinie ist zu eng. Qualzuchten geht gar nicht. Ich habe nichts gegen die Verpaarung versch. gesunder Hunde.
Sinnvoll wäre es charakterstarke, freundliche, gesunde Hunde zu verpaaren, um freundliche Hunde zu bekommen. Nur nach Schönheit mit dem Trend zum Champion tut man keiner Rasse was Gutes. Verpaart werden sollten die freundlichen und gesunde Hunde, dann bekommt man eigentlich das, was Mensch wünscht.
Sennenhunde mit Sennenhunden zu verpaaren, ja, schöne Sennenmischlinge, hoffentlich alle gesund und freundlich. Immer mal wieder ein Überraschungspaket.
Früher verpaarte man nicht nach Aussehen alleine, sondern den Tauglichsten mit dem Tauglichsten, je nachdem, wozu der Hund gebraucht wurde.
Das Zuchtwesen stammt aus England und wurde von Pferden übernommen. Bestimmte Hunde, waren den Reichen und dem Adel vorbehalten, sie Deutsche Dogge ( das war Bismarcks Hund, wer die hatte, galt kreditfähig).
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