Alte Zuchthunde abgeben

  • @Grinsekatze
    aber wenn wir jzt nicht von Wesensmängeln ausgehen, sondern zum Beispiel C Hüften, je nach Club ist das noch erlaubt, nicht alle Züchter möchten aber dass diese Hunde auch in die Zucht gehen. Das kann trotz bester Hüftwerte von Eltern/Großeltern etc. passieren. Dann steht der Züchter da.
    Wenn sich jemand findet, der Zeit, Geld und Energie in die anspruchsvolle Aufgabe guter Hundezucht einlassen möchte und es auch kann, denjenigen Jahre warten zu lassen, nur weil er keine zuchtfähige Hündin mehr aufnehmen kann, finde ich im Hinblick darauf, das man gerne selber einen gesunden, wesensfesten Rassehund möchte sehr verwerflich.

  • Genau, (auf Zeit) aufhören. Meine Meinung. :ka:

    Bei populären, bekannten Rassen ist das vielleicht kein Problem, aber was ist mit den Rassen, wo es schon sehr wenige Züchter gibt? Oder oft wird darüber gesprochen, dass es neue Rassen geben soll, weil sich die Ansprüche an den Hund geändert hat. Wie soll das gehen, wenn jeder Züchter so denkt.

    Die Charaktereigenschaft fällt ja nicht einfach so auf einmal weg. Wenn, dann hatte so ein Hund/Welpe bereits einen merkbaren Mangel: ein Kenner/Züchter der Rasse behält bei bester Schönheits-Veranlagung keinen wesensschwachen Welpen und führt ihn zur Zucht ran, oder nimmt so was in die Zucht auf.


    Ein Züchter sollte so viel Sachkenntnis haben, dass er seinen Welpen zielsicher aussuchen kann und im Alter von 12 Wochen Mängel erkennen sollte.


    Züchter, die ihre Würfe tagtäglich verfolgen, sich mit den Welpen beschäftigen, sind durchaus urteilsfähig.

    Es gibt aber immer verschiedene Ausprägungen. Vielleicht ist die Reizschwelle ein schlechtes Beispiel, aber was ist mit anderen? Jagdtrieb, Schutztrieb, z.B? Erkennt man diese auch an einen 12 Wochen alten Welpen?

  • Du kannst mit 12 Wochen noch gar nix sagen. Der Hund kann einen Zahnfehler zeigen, Wesenmängel, nicht für seine Arbeit brauchbar sein, zu groß werden, zu klein bleiben, Allergiker werden, chronisch krank, eine schlechte Hüfte haben....


    Das ist einfach nicht Realität. Klar ist Abgabe nix was ich bejubel aber dem Züchter sprech ich deswegen weder seine Kompetenz noch seine Menschlichkeit ab. Und das obwohl ich mir auch nicht vorstellen kann nur einen meiner Hunde herzugeben. Ich schaue genau hin und evtl. frag ich auch einfach nach den Gründen. Dann bilde ich ein Urteil ob ich das ok finde oder nicht.


    Livis Züchterin hat damals ihre Wurfschwester behalten. Top genetische Werte und wunderschön. Allerdings zu zurückhaltend vom Wesen her und sie hatte dann bei der Auswertung eine C-Hüfte.


    Sie hat sie abgegeben mit 1,5J. Sie fand sie nicht gut für die Zucht, auch wenn sie wunderschön war und sicher alles abgeräumt hätte. Und mit der Hüfte hätte sie unter Auflagen sogar züchten dürfen.
    Aber sie fand es nicht sinnvoll und dafür respektiere ich sie. Wie viele hätten es nicht geschafft sich zu trennen und hätten dann halt trotzdem mit ihr gezüchtet?
    Der Hündin gehts jetzt als Einzelprinzessin viel besser, das kommt ihrer zurückhaltenden Art sehr zu gute.

  • Grundsätzlich heiße ich es natürlich immer gut, wenn jemand, der sich für ein Tier entscheidet, dies auch für die Dauer seines Lebens tut. Allerdings gibt es diverse Gründe, aus denen es mitunter auch nicht verkehrt ist, wenn man das Tier doch abgibt. Wenn es zum Wohl des Tieres ist und dieses letztlich woanders ein besseres Leben führen kann, ganz sicher. Ob der Zuchtgedanke da auch seine Berechtigung hat? Geht vermutlich nicht als Härtefall durch. Aber im Zweifelsfall profitieren vielleicht doch alle Seiten davon? Der Züchter, der sein Tier in guten Händen weiß (und ja, auch wieder Platz damit schafft, ich weiß...), der Hund, der eben genau dort leben kann, wo er perfekt reinpasst und letztlich auch der neue Besitzer, der vielleicht gern einen Zuchthund hätte, aber einem Welpen nicht zwingend gerecht werden würde.


    Diese Meinung ist ganz sicher subjektiv geprägt, weil ich nämlich genau solch ein potenzieller zukünftiger Besitzer wäre. Meine Lebensumstände gestatten derzeit ganz sicher keinen Welpeneinzug, wohingegen mir eine erwachsene Hündin, die vielleicht 1-2 Würfe hatte, extrem willkommen wäre. Letztlich wäre es dann für alle eine Win-Situation und ich wüsste nicht, warum die sture Behauptung "Das macht man einfach nicht" schwerer wiegen sollte als der Benefit, der sich für alle aus der Situation ziehen ließe...

  • Züchten heißt denken in Generationen und das geht nur mit genetischer Vielfalt, guten Zuchttieren und eben dem aussieben und auswählen von gutem zuchtmaterial, damit auch in 10 Jahren ein Golden Retriever, eben nicht nur wie ein Golden Retriever aussieht, sondern auch vom Wesen einer ist. Damit der Border Collie noch hüten kann und nicht nur ein mittelgroßer schwarz weißer Hund ist usw. Zucht bedeutet Auslese und Auswahl und das geht nunmal nicht, wenn man jeden Erwachsenen Hund behält.


    Ich kenne jetzt schon einige Hunde, die als erwachsene verkauft bzw. weiter vermittelt wurden vom Züchter und keiner dieser Hunde hatte damit ein Problem. Im Gegenteil, sie haben sich wahnsinnig schnell um und eingewöhnt. Hunde sind Opportunisten und auch wenn viele sich das nicht vorstellen können oder wollen, sind anpassungsfähig und genau das ermöglicht ihnen, mit Veränderungen fertig zu werden. Sei das urlaubsbetreuung, dogsharing, weitervermittlung, usw. Diese Anpassungsfähigkeit macht es doch erst möglich, dass Hunde uns gerne und oft begleiten überall hin.


    Die romantische Vorstellung "nur ich ganz alleine, bin das beste für meinen geliebten Hund und ohne mich, geht der ein wie eine Primel" ist nicht die Realität, Gott sei dank.


    Lg

  • Ich denke keiner hier heißt es gut, wenns bei einem Züchter zu geht wie in einer Wechselstube. Es kommt tatsächlich immer auf den Einzelfall an.
    Also ich persönlich finde eben, dass Abgaben - im Einzelfall geprüft- durchaus in Ordnung sein können und nicht per se zu verteufeln sind.


    Einige Eigenschaften kristallisieren sich ja erst nach einiger Zeit heraus, es ist wirklich vieles mit 12 Wochen noch NICHT gefestigt, geschweige denn Gesundheit ( Stichwort Hüften) oder Allergien etc pp.


    Ich habe auch eine 5 Jahre alte ehemalige Zuchthündin auf meiner Couch liegen. War für uns alle ein Glücksfall.
    Mexx und die Hündin selbst im übrigen eingeschlossen. Die die am meisten litten waren wohl die Züchter, die am abholtag rotz zu Wasser geheult haben.

  • Ich bin hier raus! Dreht sich alles im Kreis!

    Hauptsächlich deshalb, weil irgendwer daher kommt, nur den Eingangsbeitrag gelesen hat und dann schreibt, wie schrecklich eine Abgabe von Zuchthunden ist. :D Ich finds ja amüsant...

  • Nunja, wenn mir jemand der selbst Züchter ist erzählt , dass man beim Welpen schon sicher sagen kann wie der von Wesen(und somit auch triebveranlagung etc ) und Gesundheit her wird, dann gibts daraus zwei mögliche Schlussfolgerungen .


    1. derjenige glaubt das wirklich und handelt auch danach ..


    2. diese Parameter sind eigentlich kein wirklich wichtiges Kriterium worauf selektiert wird , weswegen es natürlich eigentlich egal ist wie der Welpe sich entwickelt.



    Beides nicht so genial ..

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