Alte Zuchthunde abgeben

  • Ihr müsst mal unterscheiden zwischen Zuchtstätte
    und Senioren- Heim.

    Klar, aber was ist ein "Züchterrudel" in dem alle Hunde 8+ sind? Ein Seniorenheim. Und das passiert schnell wenn man alle Hunde behält und sich eine Grenze in der Anzahl von Hunden setzt. Bei 4 Hunden ist das sogar binnen kurzer Zeit erreicht.


    Man muss als Züchter einfach entscheiden:


    .) alte Hunde behalten
    .) Linie fortführen
    .) mehr Hunde halten als man wollte

  • Ich würde übrigens gar nicht sagen, dass beim Züchter die Rasse WICHTIGER ist, als das Individuum.
    Es ist einfach ein anderer Blickwinkel. Ohne Wertung. Nur weil auf der einen Seite eine gewisse Objektivität gegeben sein muss, heißt das ja nicht, dass man das Tier nicht liebt.


    Ich finde es ist halt auch eine Art von Wertschätzung, wenn man nicht pauschal ablehnend oder zustimmend reagiert, sondern jeden Einzelfall betrachtet und dann urteilt. Auch dem Hund gegenüber finde ich das fairer.

  • Ist aber auch eine Frage, was man für eine Rasse hält. Bei manchen Rassen macht ein Wurf vor drei Jahren wenig Sinn, weil noch nicht "erwachsen" noch nicht die nötigen Prüfungen drauf usw. Dann macht man mit fünf noch nen Wurf, vielleicht noch mit sieben. Aus einem der späteren Würfe behält man eine Hündin. Dann sehe ich bei einer Rasse, die selten älter als zehn Jahre wird, kein "Seniorenheim".
    Gerade wenn die Hunde nebenbei noch sportlich geführt werden, sind mehr Würfe eh nicht möglich.

  • Jemand schrieb mal: Züchter zu sein bedeutet in Generationen zu denken


    Das bedeutet ja nicht dass dem Züchter der einzelne Hund komplett egal ist- er hat nur schon weiter gedacht und ist auch bei dessen Enkeln und Ur-enkeln angekommen. Und in Generationen denken heißt auch manchmal Kompromisse schließen...



    Ist aber auch eine Frage, was man für eine Rasse hält. Bei manchen Rassen macht ein Wurf vor drei Jahren wenig Sinn, weil noch nicht "erwachsen" noch nicht die nötigen Prüfungen drauf usw. Dann macht man mit fünf noch nen Wurf, vielleicht noch mit sieben. Aus einem der späteren Würfe behält man eine Hündin. Dann sehe ich bei einer Rasse, die selten älter als zehn Jahre wird, kein "Seniorenheim".
    Gerade wenn die Hunde nebenbei noch sportlich geführt werden, sind mehr Würfe eh nicht möglich.

    Bei einer Rasse mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 10 Jahren wäre allerdings "langlebigkeit" ein besseres Zuchtziel als sportliche Leistungen, finde zumindest ich ;)


    Denn wäre die Lebenserwartung nicht so gering würde sich das Problem ja doch wieder stellen.

  • Ich denke auch, dass grade kleinere, evtl. anspruchslosere Rassen etwas einfacher sind in der Mehrhaltung. Da wird ein Züchter sicher lieber den Kompromiss mehr Hunde zu halten schließen als einen abzugeben.


    Wenn ich mir meine Rasse angugg, die sind relativ groß und werden gut und gerne über 14 Jahre alt. Wenn ein Züchter dann im Abstand von 3-4 Jahren eine Nachzucht behält, ist er schnell bei 4 Hunden, 2 davon aus dem Zuchtalter raus. Und dann darf auch nix schief gehen, also wirklich rein gar nix. Einmal eine Pyometra mit Notkastra und die Linie ist dahin. Oder die behaltene Hündin ist doch absolut ungeeignet. Oder oder.


    Gibt Züchter, die machen das seit 20 Jahren genau so und mussten nie was abgeben, weil das so hingehauen hat. Sicher haben die ein besonders gutes Händchen aber ich glaube da gehört auch noch eine Portion Glück dazu.

  • Ich bin es auch, allerdings kann das doch auch anders gehen. Meine Züchterin hat zwei Hündinnen. Jedenfalls hatte die Mutter meines Hundes ihren zweiten (und letzten) Wurf mit 6 Jahren. Den ersten also mit 4. Die Tochter wurde aus dem 1. Wurf behalten, hatte auch mit 4 ihren ersten Wurf, dieses Jahr kommt der zweite. Ihre Althündin ist nun also 10 Jahre alt und die andere 6. Jetzt wird sie vermutlich wieder eine Hündin behalten, um eben die Zucht weiterzuführen, die paar Jahre gehen wohl auch drei Hunde. Es klappt mit dem richtigen Abstand und wenn man Arbeitsrassen hat, die man eben vor Zuchteinsatz erst noch durch diverse Prüfungen zuchttauglich bekommen muss, auch ohne dass man am Ende mit 3 Senioren dasteht und pausieren muss.

    Dann darf aber nichts "schiefgehen".
    Eine mir bekannte Züchterin hat aus dem 4. und letzten Wurf ihrer Stammhündin eine Hündin behalten. Dieser Wurf hat sich leider als "Griff ins Klo" herausgestellt, was Gelenksgeschichten angeht (die drei Würfe vorher waren top was das angeht.). Das heißt die behaltene Tochter ist zuchtuntauglich.
    Als die Stammhündin drei Jahre alt war, hat sie eine blutsfremde Hündin "zugekauft", die inzwischen auch zu alt für die Zucht ist.
    Nun hat sie 3 Hündinnen und alle 3 sind noch gesund und munter, aber werden keine Welpen mehr bekommen.
    Da sie einem weiteren Hund nicht gerecht werden kann, ist ihre Zucht "gestorben", da sie keinen der Hunde abgeben wird.


    Edit: Alter der Hündinnen aktuell: 12 Jahre, 9 Jahre, 4 Jahre

  • Ich habe das Gefühl teilweise wird Abgabe prinzipiell negativ bewertet, aber ich denke da muss man doch auch wieder unterscheiden.
    Im besten Fall wechselt eine Hündin von gutem Zuhause A in gutes Zuhause B und dann denke ich nicht dass es für den Hund besonders schlimm ist (kommt natürlich auch auf den Charakter des Hundes an).


    Anders läge der Fall für mich wenn ein Züchter seine Hunde im Zwinger und ohne Familienanschluss hält und Hündinnen die aus der Zucht gehen dann an den nächstbesten Interessenten verscherbelt, egal ob diese Hündin überhaupt noch als Sofa- und Familienhund geeignet ist oder nicht und dann womöglich nach kurzer Zeit ohnehin wieder abgegeben wird (schlimmstenfalls ins Tierheim)

  • Ihr müsst mal unterscheiden zwischen Zuchtstätte
    und Senioren- Heim.

    Man muss aber auch kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass wenn ich viele Hunde gleichen Alters habe, die irgendwann alle mal gleichzeitig alt sind.

  • Was ist eigentlich mit alten Deckrüden? Gibt's da auch eine Altergrenze fürs Decken?
    Wenn man z.B. noch nen Deckrüden hat - zusätzlich zu evtl. 2 Hündinnen - dann hat man damit ja alleine schon 3 Hunde... O_o


    Grüße!


  • Wenn man aus dem dritten Wurf (bei kleinhunden sind 3 Würfe durchaus üblich) eine Hündin behält ist die Mutterhündin um die 6 Jahre alt. Bis der Nachwuchs zuchttauglich ist ist sie 8. Wenn man dann noch mal aus dem zweiten Wurf einen Hund behält ist die allererste Hündin über 10 Jahre alt. Wenn man das dann aber nicht mit 1 Hund durchspielt sondern mit 2,3 oder 4...


    ]Ich bin es auch, allerdings kann das doch auch anders gehen. Meine Züchterin hat zwei Hündinnen. Jedenfalls hatte die Mutter meines Hundes ihren zweiten (und letzten) Wurf mit 6 Jahren. Den ersten also mit 4. Die Tochter wurde aus dem 1. Wurf behalten, hatte auch mit 4 ihren ersten Wurf, dieses Jahr kommt der zweite. Ihre Althündin ist nun also 10 Jahre alt und die andere 6. Jetzt wird sie vermutlich wieder eine Hündin behalten, um eben die Zucht weiterzuführen, die paar Jahre gehen wohl auch drei Hunde. Es klappt mit dem richtigen Abstand und wenn man Arbeitsrassen hat, die man eben vor Zuchteinsatz erst noch durch diverse Prüfungen zuchttauglich bekommen muss, auch ohne dass man am Ende mit 3 Senioren dasteht und pausieren muss.


    Schön gedacht und ich kennen auch die eine oder andere Zuchtstätte wo es ein paar Generationen so geklappt hat.
    Aber wie hijita und Nebula schon sagten, da kann ne Menge schiefgehen.Da brauch bloß mal die Nachzuchthündin aus dem zweiten oder dritten Wurf der Stammhündin behalten hat, ne Pyo bekommen (oder eins von 1000 anderen Dinge passieren, die passieren können) bevor sie ihren ersten Wurf hatte und das war's erstmal mit diesem Stamm - es sei denn, man hat noch welche in Miteigentümerschaft platziert, die man statt dessen nutzen kann.


    Das war das, weswegen ich im vorletzten (?) Posting von mir meinte, dass das alles nicht so schön linear planbar ist von wegen "Ich fange mit X-Hündinnen an, dann mache ich dann und dann nen Wurf, dann und dann noch nen Wurf, behalte dann und dann nen Welpen zur Weiterzucht und dann hab ich insgesamt nie mehr als X Hunde zuhause".




    Das Problem ist in meinen Augen dass man bei deiner Züchterin allerdings maximal von "kleiner Hobbyzucht ohne großartigen Mehrwert für die Population" sprechen müsste. Denn alle 4 Jahre mal 6 Welpen.. das geht in der Population komplett unter :-/

    Naja, bei Chessies vielleicht nicht, da gibt's ja eh nur so wenige. Und bei seltenen Rassen hat man halt auch meistens das Problem, dass die Nachfrage auch nicht so groß ist - da kann man so toll züchten wie man will, man musst trotzdem oft schon bei einem Wurf alle paar Jahre gucken, dass man alle Welpen gut unterkriegt (vielleicht sogar noch den einen oder anderen in Hände von aktiven Sportlern und/oder Ausstellern oder zu anderen Züchtern, damit es weiter geht).


    Aber so Minderrassen sind ja eh schwierig was die Populationsgenetik angeht: Eigentlich müsste man von der Genetik her mehr züchten, die Realität sieht aber so aus, dass das gar nicht geht wenn man nur so viel züchtet, wie man auch unterkriegt.

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