Alte Zuchthunde abgeben

  • Es gibt Altersbeschränkungen auch bei Rüden. Allerdings dürfen die deutlich länger als Hündinnen (klar, Hündin muss da deutlich mehr leisten).


    Die Hunde müssen ja nicht mal relativ gleich alt sein. Gerade bei kleinen Hunden können auch 4 Jahre dazwischen liegen- bei einer Lebenserwartung von bis zu 16 Jahren kann man viele Senioren "sammeln" die nicht mehr in die Zucht dürfen- immerhin endet die Zuchtkarriere einer Hündin mit 7-8 Jahren!

  • Ich habe das Gefühl teilweise wird Abgabe prinzipiell negativ bewertet, aber ich denke da muss man doch auch wieder unterscheiden.
    Im besten Fall wechselt eine Hündin von gutem Zuhause A in gutes Zuhause B und dann denke ich nicht dass es für den Hund besonders schlimm ist (kommt natürlich auch auf den Charakter des Hundes an).

    Mein Gefühl ist eher, dass Leuten, die sich kritisch gegenüber die Abgabe ALTER Zuchthunde äußern, in den Mund gelegt wird, sie seien generell gegen Abgabe oder Zucht.


    Hier geht es um die Abgabe alter Hunde (steht ja auch im Titel). Diese Abgabe erfolgt aufgrund eines "höheren Ziels". Dass diese höheren Ziele aber nicht immer einhergehen mit dem Wohl der Rasse ist aber auffällig.
    Ich verstehe zum Beispiel nicht, wieso kranke Hunde überhaupt ausgestellt werden dürfen und die dann auch noch Preise gewinnen. Ich sehe dieses planerische, verantwortliche Handeln, das Hinarbeiten auf das "höhere Ziel" einfach bei vielen Rassen nicht. Deswegen finde ich es auch nicht gerechtfertigt, alte Hunde abzugeben, nur weil sie nicht mehr zur Zucht taugen.

  • Soweit ich weiß, sind Rüden öfter in Zuchtmiete bzw Miteigentümerschaft. Die Rüden gehören oftmals offiziell zur Zucht, aber an sich sind das ganz normale Familienhunde.
    Das geht ja auch leichter, weil die Rüden eben nur paar Tage zum Decken weg sind statt mindestens 10 Wochen. Dann kann man den Hund ja kurz "ausleihen", sofern man ein gutes Verhältnis zum Züchter hat.


    Der Papa meines Welpen wurde zb auch aus dem Ausland von der Züchterin geholt und dann in einer Familie untergebracht. Der hat jetzt glaube ich schon 5 oder 6mal gedeckt und das reicht auch. Er wird auch den Rest seines in der Familie verbleiben.

  • Was ist eigentlich mit alten Deckrüden? Gibt's da auch eine Altergrenze fürs Decken?
    Wenn man z.B. noch nen Deckrüden hat - zusätzlich zu evtl. 2 Hündinnen - dann hat man damit ja alleine schon 3 Hunde... O_o


    Grüße!

    Bei uns gibt's keine Altergrenze.


    Gekörte Rüden stehen aber oft einfach bei interessierten "normalen" Liebhabern, manchmal auch in Miteigentümerschaft mit einem Züchter.
    Vielen Züchtern ist es zu stressig, selber beide Geschlechter zu halten und nen Deckrüden zu halten ist ja nicht anders als nen anderen Rüden, außer das man halt ne ZZL mit ihm macht und ihn mehr oder weniger intensiv in Ausstellungen und Sport zeigt. Das kann man auch als "Normalo" gut machen.



    Aber - ja. Manche/viele Züchter haben auch noch 1 oder 2 Rüden.

  • Das Problem ist in meinen Augen dass man bei deiner Züchterin allerdings maximal von "kleiner Hobbyzucht ohne großartigen Mehrwert für die Population" sprechen müsste. Denn alle 4 Jahre mal 6 Welpen.. das geht in der Population komplett unter :-/


    Ja, natürlich ist das schwer, wenn es schief geht, und was dann wäre weiß ich nicht, habe noch nie daran gedacht meine Züchterin zu fragen. Allerdings ist es wie Marula sagt bei unserer Rasse schon anders. Sie hatte zweimal 9 Welpen, einmal 11, der nächste Wurf wird auch wieder so ungefähr liegen gehe ich mal von aus. Vom ersten Wurf sind zwei Nachkommen in der Zucht (ihre eigene Hündin plus eine weitere, die aktuell gerade tragend ist), vom zweiten Wurf sind zumindestens auch 2-3 Hunde zuchttauglich bzw. haben die Zuchtzulassung, eine Hündin gehört auch einer Züchterin, da wird wohl auch nochmal was kommen) und die aus dem letzten sind noch nicht alt genug.
    Mag sein, dass sie keine ganz eigene Linie hat, wie es andere Züchter vorweisen können, allerdings erkennt man Hunde, die aus dieser Linie stammen doch ziemlich sofort (man sieht die Verwandtschaft einfach sehr deutlich) und sie hat eine 100%ige Röntgenquote, und es sind zumindest was die Gelenke angeht alle Hunde im zuchttauglichen Bereich (was bei einer Rasse die auf Platz 24 oder so der OFA-Statistiken zu finden ist, schon ziemlich gut ist).


    Und zuletzt sagte ich ja, ich sehe das nach dem Lesen dieses Threads nicht mehr so ganz schwarz/weiß, auch wenn ich eine Abgabe nicht unbedingt begrüße oder sie für mich persönlich in Erwägung ziehe (obwohl ich genau weiß, dass das oft nicht schlimm für den Hund ist), eben ua. weil ich selber einen Hund abgegeben habe.

  • Das ist ja schön, dass so langsam eine Kehrtwende im
    Denken statt findet.


    Mein Einwurf sollte auch nur mal ein Anstoß sein,
    dass die Vorstellung alle Hunde zu behalten, schlicht
    nicht machbar ist.
    Es braucht dazu Platz, Interieur, Ausstattung, Hilfs-
    kräfte usw. alles doppelt incl. TA und das muss
    bezahlbar sein. Wer also soll dass bezahlen ?
    Der Verkaufspreis oder der arbeitende Ehemann ?


    Habe jetzt leider nicht viel Zeit, aber wir haben ein
    Zwinger-und Zuchtmanagement und das haben keine
    Dummen erfunden, sondern Experten. Dazu gibt es
    Reglements und Kontrollen die ab Wurfabnahme
    beginnen. In einen ordentlichen Verein, wohlbemerkt.
    Mit Zuchtbeginn wird der Zwinger abgenommen und
    die Platzanzahl +/- festgelegt, danach per Wurfabnahme
    immer kontrolliert. Auch wäre das TschG und die Hunde-
    verordnung zu beachten, alles Dinge, die der Laie nicht
    sieht.

  • Wenn dem wirklich so wäre, gäbe es nicht ständig diese angeordnete Auflösung von riesigen Hundezuchten um deren Vermittlung sich dann die Tierheime bemühen müssten.


    Hinter jeder Zucht steckt ein Züchter. Egal welcher Gesinnung er angehört; so ist es doch sein Gutwill wie er seine Zucht führt.

  • Schön gedacht und ich kennen auch die eine oder andere Zuchtstätte wo es ein paar Generationen so geklappt hat.
    Aber wie hijita und Nebula schon sagten, da kann ne Menge schiefgehen.Da brauch bloß mal die Nachzuchthündin aus dem zweiten oder dritten Wurf der Stammhündin behalten hat, ne Pyo bekommen (oder eins von 1000 anderen Dinge passieren, die passieren können) bevor sie ihren ersten Wurf hatte und das war's erstmal mit diesem Stamm - es sei denn, man hat noch welche in Miteigentümerschaft platziert, die man statt dessen nutzen kann.


    Das war das, weswegen ich im vorletzten (?) Posting von mir meinte, dass das alles nicht so schön linear planbar ist von wegen "Ich fange mit X-Hündinnen an, dann mache ich dann und dann nen Wurf, dann und dann noch nen Wurf, behalte dann und dann nen Welpen zur Weiterzucht und dann hab ich insgesamt nie mehr als X Hunde zuhause".

    Wenn eine Linie ausstirbt, die auf so wenigen Tieren basiert, dann scheint es mit der Zusammenarbeit unter den Züchtern nicht weit her zu sein und diese Linie sich keiner Beliebtheit zu erfreuen. Dann hängt ihr Wohl und Wehe an einem einzigen Züchter und der kann nur hoffen, 100 Jahre alt zu werden....


    Ich kenne es so, daß die vielversprechendsten Welpen an befreundete Züchter/Aussteller/Hundesportler gehen, die sie optimal fördern und in Bezug auf das Zuchtziel mit dem Züchter auf einer Wellenlänge liegen. Kein großes Drama, wenn da ein Nachzuchthund ausfällt; die Linie wird von anderen weitergepflegt und ein Junghund hilft dem Zwinger züchterisch wieder auf die Beine.


    Eine mir bekannte "kleine" Züchterin hat so das Blut ihres Stammrüden aus Schweden nach 3 Generationen zurückgeholt, und ihre junge Nachzucht aus der Schwedin entspricht voll und ganz ihren züchterischen Erwartungen.


    Ein anderer Zwinger hat über Jahrzehnte mit einem oder selten zwei Würfen im Jahr kontinuierlich Spitzenhunde hervorgebracht, die viele neue Zwinger begründeten.


    Im Gegensatz dazu gibt es Zwinger mit hohem Welpenausstoß, die zwar hin und wieder einen Ausstellungssieger hervorbringen, der aber mehr Zufallsprodukt ist und wo der große Rest sang- und klanglos verschwindet.


    Daß Progressivität an Größe gekoppelt ist, kann ich absolut nicht bestätigen.

  • Wenn dem wirklich so wäre, gäbe es nicht ständig diese angeordnete Auflösung von riesigen Hundezuchten um deren Vermittlung sich dann die Tierheime bemühen müssten.

    Mir wär jetzt nicht bekannt, das ständig VDH-Großzuchten aufgelöst werden. Oder reden wir hier doch wieder von "jeder der Welpen macht ist ein Züchter"?


    Ich denke da haben wir unterschiedliche Vorstellungen von Größe und von viel züchten. Ich weiß nicht, wie viele Boxer im Jahr in Deutschland, in Europa und weltweit geboren werden und wie viele Hunde große Züchter haben und wie viele Würfe in großen Zwingern im Jahr fallen.


    Salukis fallen in Deutschland jedes Jahr so um die 100 Welpen, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Wenn's hochkommt, werden weltweit vielleicht so um die 1500 Salukis mit Papier geboren, würde ich nach grobem überschlagen mal sagen, aber ich würde mich nicht drauf festnageln lassen. ;)


    Züchter, die jedes Jahr einen Wurf machen, oder auch nur regelmäßig alle zwei Jahre, die züchten hier in Deutschland bei Salukis VIEL. Züchter, die häufiger mal zwei Würfe im Jahr liegen haben, sind eher die Ausnahme.


    Salukihündinnen gehen meistens zwischen 4 und 6 Jahren erstmals in die Zucht und haben seltenst mehr als 2 Würfe. Die meisten Rüden decken ein oder zwei Mal im Leben, ein Salukirüde, der 5 x oder mehr gedeckt hat, ist bei den kleinen Populationszahlen schon bald ein Popular Sire.


    Also, wenn ich lese alle ein bis zwei Jahre ein Wurf wäre wenig oder auch, das mit 3 Jahren in die Zucht für eine Hündin als eher spät angesehen wird, oder das eine Züchterin einen Rüden nach ein paar Deckakten im eigenen Zwinger und ein paar mal auswärts decken "pensioniert" hat weil das ja genug wäre, dann muss ich schmunzeln.



    Die Zuchtverwendung von Landrasse-Hunden aus den Ursprungsländern ist bei uns unter bestimmten Auflagen erlaubt, wir haben in allen FCI-Ländern sowie auch in den USA und teilweise im UK und in Australien ein mehr oder minder offenes Zuchtbuch und das wird auch genutzt, nicht massiv, aber es kommt kontinuierlich immer mal was neues rein in den Genpool.


    Das heißt, wir sind in der glücklichen Lage, dass wir eine Vielzahl von verschiedenen Linien haben, schon von den ursprünglichen Foundern haben wir im Vergleich zu anderen Hunderassen verdammt viele (über 100, die noch lebende Nachkommen haben, auch wenn einige davon stark überrepräsentiert sind... um das in Relation zu setzen, es gibt gar nicht so wenige Rassen, die von 2-10 Tieren abstammen, die zum Teil auch noch verwandt waren... und wo die letzten 50-100 Jahre nix neues mehr legal dazugekommen ist), so dass schon konservativ gezüchtete Linien ohne jegliche Beimischung von papierlosen Hunden recht divers sind, und dazu halt die im Laufe der Jahrzehnte eingeführten Linien, die von verschiedenen papierlosen Importen abstammen.


    Das heißt aber auch, dass es einen recht breiten Mainstream gibt (wo es tatsächlich nix ausmacht, wenn mal ein Wurf nix wird, weil man das gleiche in Grün an jeder Ecke wieder bekommt) und danaben eine Vielzahl von Linien, um die sich TATSÄCHLICH jeweils nur einzelne engagierte Züchter bemühen (die wirklich am besten 100 Jahre alt werden sollten... oder zumindest Nachfolger finden...).


    Und trotzdem ist es da nicht so, das überhaupt irgendwer routinemäßig erwachsene Hunde abgibt - es kommt vor, aber es ist eine Ausnahme, für die ich im Einzelfall jedoch Verständnis hab.



    Tja. Was will ich jetzt eigentlich sagen?


    TLDR:
    Die Situationen sind von Rasse zu Rasse scheinbar sehr verschieden.

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