Warum immer Hunde vom Züchter?

  • Ich bin in einer Gassigruppe junger Hundebesitzer, die selbstfast ausschließlich Hunde aus dem Tierschutz haben und da ging es Freitag hoch her, als ich meinte, ich fahr Ausstellung mit dem Rassehund :ka:
    Da kamen eben solche Sprüche wir "gibt doch schon genug Hunde", "wieso holt man sich einen Zuchthund", "den hat sie nur, um ihn zu präsentieren" usw.

  • Hier leben drei Hunde vom Züchter und zwei Tierschutzhunde. wobei ich klar sagen muss, mir gehören die Hunde vom Züchter, aber ich liebe die beiden tierschutzhunde nicht weniger.


    Jeder macht seine ganz eigenen Erfahrungen. Unsere tierschutzhunde (einer Inland, einer Ausland) sind süß, putzig, lieb, brav, schmusig, sozial, nett und tolle Hunde. Nur eben nicht für das geeignet was ich gerne mit meinen Hunden machen will, bzw. erfüllen sie nicht die Anforderungen die ich an meine Hunde habe. Das ist überhaupt nicht schlimm, denn ihr Frauchen stellt absolut keine Anforderungen an die beiden. Sie liebt sie wie sie sind und ihr ist es völlig egal, ob die hören oder nicht, ob die mit im Auto fahren können oder nicht, ob die in der Stadt zurecht kommen oder nicht, ist alles egal. Müssen die nicht können.
    Meine eigenen Hunde müssen all dies aber mitmachen, einfach so. Ich habe weder die Zeit, noch die Lust ewig mit den Hunden für unseren stinknormalen Alltag zu trainieren.


    Jeder soll sich den Hund holen, wo es für ihn passt. Abzulehnen sind in meinen Augen vermehrer, unseriöse "Züchter", unseriöse Tierschutzorganisation und natürlich polenmarkthunde usw.
    Ich persönlich rate auch davon ab, sich einen Hund via Bild zu bestellen, ohne den vorher kennen gelernt zu haben, vor allem für ersthundebesitzer finde ich diesen Weg, nicht so geeignet. Aber das ist alleine meine Einstellung. Mixzüchter (außer bei gebrauchshunden wie hound, hütegebrauchshunden, Xer usw.) finde ich auch fragwürdig. Wer einfach nur einen kleinen wuschligen begleithund sucht wird bei seriösen Züchtern und im Tierschutz fündig, da müssen nicht extra Mixe produziert werden. Aber auch hier, es bleibt jedem selber überlassen.


    Gute, seriöse Züchter und Käufer dieser Hunde betreiben ebenfalls tierschutz bzw. schließt ein Rassehund vom Züchter ja nicht aus, dass man nicht auch Hunde aus dem Tierschutz hat, liebt und genauso wertschätzt.


    Hier sind es fünf Hunde und egal wo sie herkommen, sie werden gleich wertgeschätzt und geliebt. Ein vermehrerhund wird hier allerdings niemals direkt gekauft. Aus zweiter Hand ist das wieder etwas anderes.


    Lg

  • Hmm, doch - ich hab in München wirklich ganz oft diese Erfahrung gemacht.Ist ja nichtmal blöd dahergeredet, weil die Leute es im Grunde gut meinen.


    Ist hier (Großraum Rosenheim) allerdings auch so.
    Allerdings haben wir hier auch ein Bollwerk sehr fanatischer Tierschützer im direkten Einzugsbereich, die da sicher nicht ganz unschuldig daran sind.


    Interessanterweise ist bei vielen Kreisen von Hundehaltern hier der Mischling aus der Bauernhofvermehrung, wo jedes Jahr vier Würfe aus zwei Hündinnen gequält werden, eher akzeptiert, als der Rassehund vom Züchter, denn ersteren hat man ja gerettet. :ka:


    Denke, dass es sehr stark regional abhängig ist, denn von früher kenne ich das auch nicht.

  • Ja, das kann sein, dass es regionale Unterschiede gibt. Wenn ich mal wieder in München bin, werde ich besonders drauf achten. ;)
    Ich höre natürlich auch solche Sprüche wie "Ach, die Tierschutzhunde sind alle so dankbar" usw., aber dass jemand sich damit gebrüstet hätte, was er alles für Hunde gerettet habe - nee. Höre ich wirklich selten. Aber bei Rassehunden genauso, mir fällt spontan nur eine Person ein, die alle nervt, weil sie ständig von der Ahnenreihe und Ausstellungen erzählt, aber die ist auch wirklich ein bisschen schräg drauf.
    Ich finde beides gleich blöd, aber es kann durchaus sein, dass auch mal was reininterpretiert wird. Wenn z. B. einer einfach sagt: "Mein Hund ist aus dem Tierheim" dann wird der eine vielleicht denken: "Pah, der hält sich wohl für was Besseres", der nächste "Ach, das finde ich ja toll, dass der so einen armen Hund gerettet hat", und der dritte nimmt einfach zur Kenntnis, dass der Hund aus dem Tierheim ist.
    Und dann denkt vielleicht noch einer: "Ach, das ist ja nur eine Ausrede, weil der Hund nicht hört!"


    Vielleicht wollte der aber nur erzählen, woher er seinen Hund hat.

  • Marcy war aus dem Tierheim-ursprüngliche Herkunft belg.Hundevermehrer-schwerste,angeborene HD.Sehr hohe TA-Kosten,über Jahre Physiotherapie,viel Leid und Rücksichtnahme.Hätte ich nicht ebenerdig gewohnt,hätte ich sie abgeben müssen-Minou,vom VDH Züchter,Vorfahren 10 Generationen nachverfolgbar,gute Sozialisation.
    Ich will nicht züchten,könnte aber.

  • Ich denke, es kommt bei Hunden aus dem Tierschutz noch mehr als bei einem Rassehund darauf an, wie realistisch man den Hund, seine eigene Fachkompetenz und den eigenen Ehrgeiz, bzw. seine Ziele einschätzen kann.


    Wer im Tierschutz zu emotional an die Sache herangeht, darf sich nicht wundern, wenn er auf die Nase fliegt. Daran sind teilweise sicher auch die Tierheimmitarbeiter selber schuld, wenn sie nur ihre 'armen Seelchen' an den Mann, die Frau oder die Familie bringen wollen ohne die Hunde selber und die zukünftigen Besitzer ernsthaft kennen lernen zu können und zu wollen.


    Im Tierschutz herrscht zu häufig noch die Ansicht, mit viel Liebe liesse sich alles hinbiegen. Wenn die zukünftigen Besitzer dann genauso verklärt an die Sache herangehen, sich masslos in ihrem Können und dem, was sie langfristig leisten können und wollen, überschätzen, kann es nur schief gehen.


    So gibt es genug Beispiele für Tierheimhunde, die erfolgreiche Sport- und andere Karrieren gemacht haben. Macht man sich mal die Mühe, da genauer nachzufragen, was denn die Auswahlkriterien waren, merkt man häufig, dass sich die Leute nicht einfach blindlings auf den nächstbesten Hund gestürzt haben, sondern durchaus mit etwas Verstand an die Sache herangegangen sind.

  • Zur Ausgangsfrage: Für mich kommt ein Hund nur aus seriöser Zucht mit Papieren oder eben ein second hand Hund aus dem TH/TS ohne Papiere in Frage.
    Warum? Wenn ich einen reinrassigen Hund möchte, dann möchte ich eben kein Überraschungspaket wie bei einem Mischling aus dem TS. Krank werden können Hunde immer das stimmt, jedoch möchte ich so viele bekannte Erbkrankheiten wie möglich ausschließen können, ich möchte die Anlagen der Hunde wissen, ich möchte Wesenheiten Hunde, die nicht ich laienhaft beurteile, sondern Richter vom Fach. Ich möchte die Herkunft genaustens bestimmen und verfolgen können über mehrere Generationen hinweg. Da reicht es mir nicht zu wissen, der Labbi vom Nachbar ist der Papa und der Mischling von gegenüber sie Mutter.


    Im Vordergrund steht für mich jedoch die Gesundheit und da habe ich noch keinen Privatverkäufer gesehen, der seine Hunde auf mehr hat testen lassen als HD/ED, wenn überhaupt. Desweiteren unterstütze ich keine Vermehrerei...es gibt genug Hunde auf dieser Welt ja und da braucht es nicht noch die Ups Würfe und ach so süßen Welpen von nebenan. Ich unterstütze je nachdem was ich suche seriöse TS Vereine oder seriöse Züchter wo in Generationen gedacht und gezüchtet wird-kontrolliert.

  • Ich bin ja "meiner" Rasse mit Haut und Haaren verfallen, ich kann mir im Moment nicht vorstellen, eine andere Rasse zu halten.


    Möglicherweise kann hier auch ein ACD aus 2 Hand einziehen oder auch aus dem TS. Aber zur Zeit ist das keine Option

    Hier ist es zwar ne andere Rasse, aber irgendwann kann ich mir auch einen Gebrauchthund der Rasse vorstellen, wenns kein Welpe werden soll. Allerdings werden die meistens aus Gründen abgegeben, die hier nicht her passen. Zur Zeit keine Option stimmt hier also auch.


    Wer im Tierschutz zu emotional an die Sache herangeht, darf sich nicht wundern, wenn er auf die Nase fliegt.

    Wer aber sachlich herangeht und ganz realistisch einen relativ unkomplizierten Mitlaufhund sucht und dabei dennoch nicht alles offen legen will und sich dann noch unverschämte Hausbesuche gefallen lassen muss, ist genauso blöde dran. Im Ernst versucht mal einen noch möglichst jungen Hund aus einem Tierheim zu bekommen, die Welpen sind sobald sie im Netz sind, schon vermittelt und alles, was älter ist, ist dann frisch ausm Ausland eingetroffen und ist "nur lieb und dankbar" und Infos kann man nicht geben, aber wir setzen mal Häkchen bei verträglichkeit, Kindertauglichkeit etc.

  • @Belial:
    Ich empfinde das als starke Verallgemeinerung. Abgesehen davon... wenn man sich einen Hund aus dem Tierschutz holen will, muss man halt davon ausgehen, dass eine Vorkontrolle und meist auch eine Nachkontrolle stattfindet. Kein seriöser Verein vermittelt seine Hunde ohne Kontrolle und ich finde das auch richtig.
    Nicht bestreiten möchte ich, dass die Kontrollen je nach Verein und Kontrolleur manchmal sehr schräg ablaufen.
    Ich habe selbst schon Kontrollen gemacht und mir war immer wichtig, dass das entspannt abläuft und keiner das Gefühl hat, dass er vor mir die Hosen runter lassen muss. Dennoch waren es halt Kontrollen und die dienen dem Schutz des Tieres - und letzteres hatte für mich immer Priorität.
    Bei mir steht alle naselang der TSV auf der Matte, weil ich immer wieder mal ältere Rattenherren aufnehme. Ich hatte verschiedene Kontrolleure von verschiedenen Vereinen. Bisher lief das immer alles sehr unkompliziert ab.


    .......................


    Ich lebe ja auch in München und habe nur selten das Gefühl, dass sich Personen aus dem einen oder anderen Lager für was Besseres halten, weil sie einen Hund (ist man eigentlich houndgeschädigt, wenn man bei Hund automatisch ein O einfügen will?) vom Züchter oder aus dem Tierschutz haben. Ohne es genau zu wissen, würde ich sagen, der Großteil der Hunde kommt vom Vermehrter.
    Ein Pärchen hielt sich mit seinem Labrador mit "Goldpapieren" für extrem gut. Hat man genauer nachgefragt, stellte sich raus, dass der Hund auch nur vom Vermehrer kommt.
    Eine Dame aus der Gegend hat die Nase gerümpft und mich in Zukunft eher gemieden als sie erfuhr, dass Bones kein Spanier ist, sondern direkt vom Musher kommt. Naja mei...

  • Hab jetzt nicht alles gelesen, aber möchte dennoch auch meine Meinung dazu sagen.


    Ich bin in einer Züchterfamilie groß geworden, da liegt es Nahe, dass man einen Hund eigentlich immer wieder von seriösen Züchtern kauft (wenn man unbedingt eine Rasse haben möchte). Man lernt was Zucht (seriöse) bedeutet und daher weiß man dann eben auch, dass Papiere nicht einfach nur Papiere sind die kein Besitzer braucht. :roll: Unsere liegen zwar auch im Ordner, aber ich hatte mich mit den Vorfahren beschäftigt und weis eben über diese Bescheid.


    Ein Hund aus einer seriösen Zucht (das können auch Dessidenz-Vereine sein) gibt mir Sicherheit, dass ich ein Wesensfesten Hund bekomme bei denen man die Eltern auf alles untersucht hat. Ich bekomme einen Hund, wie ich ihn mir in etwa vorstelle (Klar Charakter ist zu vielen Prozenten auch individuell gestrickt, aber kann durch die Vorfahren schon ein wenig geformt werden).


    Und ich finde einfach, es sollte jedem selbst überlassen werden, ob man einen Hund vom Züchter nimmt oder nicht. Selbst wenn noch so viele Hunde leider in Th usw hinvegetieren, so darf es doch wohl erlaubt sein einen Hund vom Züchter zu holen. =)


    Wir hatten ja auch erst überlegt einen Hund aus dem TH, aber ich bin ehrlich: ich möchte kein Überraschungspaket haben. Ich möchte meinen Hund von Klein auf an begleiten =) Weiterhin sucht man eben gewisse Rassen vergeblich im TIerheim oder TS.


    Ich habe daher Respekt vor allen, die Hunde aus dem TS holen. :bindafür: Ich könnte und möchte es auch nicht.


    Ansonsten kann ich mich @Krümel21 nur =) anschließen.

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