Qualzuchten II

  • Bei Pferden sind die meisten Krankheiten aber Haltungsbedingt gemacht.


    Wobei ich auch sagen muss, dass Spat für mich bei Haffi und Isi relativ normal ist.

    Aber das ist doch zum Beispiel sehr spannend und das Prinzip ist wahrscheinlich genau das Gleiche wie beim Hund. Das sind eben immer noch Krankheiten, die deutlich einschränken können. Sowas darf unter keinen Umständen und in keiner Tierzucht als "Normalität" abgetan werden, wenn es dann eben gehäuft auftritt. Das passiert halt schnell, was ich sehr interessant finde.


    @Cattlefan


    Es gibt ja gerade auch so einen semi-öffentlichen Streitfall auf Facebook (wenn ich es finde, schicke ich es dir), wo es um eine Minishetty Stute geht, die massive Knieprobleme hat. Ist noch ein recht junges Tier, von Züchter zu Züchter verkauft. Die jetzige Besitzerin kann mit dem Pony züchterisch natürlich überhaupt nichts anfangen, der Verkäufer (der ja auch immer noch züchtet...) stellt sich tot. Durch ein laufendes Verfahren darf das Pony wohl auch erstmal nicht operiert werden und hinkt jetzt eben immer mal rum.


    Kann halt wunderbar verschleiert werden. Vollblutzucht und -sport stehen halt maximal in der Öffentlichkeit, die Datenbanken sind gut geführt und zugänglich. Es gibt da einfach viel züchterischen Mist, der aber allein dadurch schon maximal reduziert wird. Davon könnten sich viele eine Scheibe abschneiden!!


    Wenn ich mir jetzt aber angucke, dass irgendwelche Mustangs hier in Deutschland jetzt für 5000€ aufwärts versteigert werden, deren längerfristige Brauchbarkeit als Freizeitpferd absolut nicht annähernd abschätzbar ist, während viele Züchter ganz normaler heimischer Rassen auf sehr netten, gesunden, artgerecht aufgezogenen Pferden aus leistungsgeprüften Eltern sitzen, für die kaum einer mehr bereit zu sein scheint, einen REELLEN Preis zu zahlen, dann werde ich regelrecht wütend und habe wenig Hoffnung. Dabei findet man so viele und nette Pferde, die einem eben 20 Jahre + Freude machen können!


    Den Leuten ist es dann halt egal, Freizeitpferd braucht ja keine Papiere. Mag sein. Dass Zuchtdokumentation aber gar nichts Elitäres ist, sehen viele ja nicht. Eine Kollegin hat sich vor den Sommerferien richtig doll gefreut auf ihren Welpen. Französische Bulldogge aus Hobbyzucht. Ohne Papiere, weil der Hund (ziemlich genauer Wortlaut) nicht adlig sein muss und sie ja selbst nicht züchten wollen. Ich kann es einerseits null verstehen und andererseits nicht einschätzen, was es braucht, damit Leute erkennen, wieso Papiere ein Tier auch schützen können. Klar, es schützt die Bulldoggen vom VDH scheinbar auch nicht vorm Ersticken, aber das ist ja nun auch rassebedingt.

    • Neu

    Hi


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    • Aber das ist doch zum Beispiel sehr spannend und das Prinzip ist wahrscheinlich genau das Gleiche wie beim Hund. Das sind eben immer noch Krankheiten, die deutlich einschränken können. Sowas darf unter keinen Umständen und in keiner Tierzucht als "Normalität" abgetan werden, wenn es dann eben gehäuft auftritt. Das passiert halt schnell, was ich sehr interessant finde.
      @Cattlefan


      Es gibt ja gerade auch so einen semi-öffentlichen Streitfall auf Facebook (wenn ich es finde, schicke ich es dir), wo es um eine Minishetty Stute geht, die massive Knieprobleme hat. Ist noch ein recht junges Tier, von Züchter zu Züchter verkauft. Die jetzige Besitzerin kann mit dem Pony züchterisch natürlich überhaupt nichts anfangen, der Verkäufer (der ja auch immer noch züchtet...) stellt sich tot. Durch ein laufendes Verfahren darf das Pony wohl auch erstmal nicht operiert werden und hinkt jetzt eben immer mal rum.

      Spat bei diesen Ponyrassen (auch beim Fjordpferd immer wieder "gerne") kommt wegen der (genetischen) sehr offenen Winkelung gehäuft vor, also ein "genetischer Defekt" wenn man das 1 : 1 aus der Hunde-Qualzucht-Diskussion überträgt.


      Patellafixation kommt bei vielen Pferden mal vor. Beim Shetty und speziell beim Mini allerdings gehäuft.

    • Genauso, wie der Mopshalter auf der Straße eben oftmals das Schnaufen und Röcheln völlig "normal" findet.


      Ich finde nicht, dass Du das überbewertest ;)


      Ich wollte damit auch nicht sagen, dass die Patellafixatur "normal" wäre.
      Gerade WEIL sie bei bestimmten Rassen gehäuft auftaucht, ist das eben ein dortiges genetisches Problem!

    • Zitat von pez80

      aber ich meinte eher, wo man solche menschen findet, die sich absichtlich ein krankes tier zulegen, um eben selber nicht so viel gassi gehen zu müssen.
      hab das schon oft hier gelesen.
      meine erfahrung ist eher das gegenteil: die besitzer sind dann tottraurig, dass ihr geliebtes tier krank ist und leiden darunter

      Ich glaube auch nicht, dass die das mit Absicht machen, sondern einfach uninformiert sind. Die wenigsten Leute lesen vor der Anschaffung eines Hundes irgendwelche kritischen Quellen zu ihrer Rasse. Oft ist es wahrscheinlich maximal der GU-Welpenratgeber oder irgend eine kleine Rassebroschüre. Viele informieren sich vielleicht auch gar nicht und wollen den Hund einfach weil sie ihn lustig/süß/witzig finden, oder weil der Nachbar auch so einen hat.


      So bekommt man dann die Info, dass Mops oder Bully recht genügsame, freundliche Hunde sind (was natürlich stimmt) und gesund sind sie auch wenn man "auf einen guten Züchter achtet".
      ...und da hört es dann auch schon auf mit dem Einholen von Informationen.


      Ich glaube viele Halter fallen dann aus allen Wolken wenn der Mops dann plötzlich mit 2 Jahren den ersten Erstickungsanfall hat.
      Wie man mit sowas umgeht ist natürlich sehr individuell, die einen sagen sich vielleicht "das ist normal, der kennt das ja nicht anders" und holen sich im Anschluss den nächsten Mops vom gleichen Züchter, die anderen tun alles mögliche, zahlen jeden OP, sehen es ein und holen sich niemals wieder einen Mops vom gleichen Züchter.


      Im Bekanntenkreis habe ich es auch schon erlebt, dass Leute zwar einsahen, dass die Anschaffung ihres Mopses zwar naiv war ("Sieht niedlich aus und wenn der vom VDH kommt, dann war der ja teuer und ist demnach ja auch gesund"), die den Hund dann allerdings abgegeben haben weil ihnen die laufenden Tierarztkosten (der Mops war zwei Jahre alt, hatte schon mehrere Zähne verloren, brauchte regelmäßig Augentropfen, hatte ein Nierenproblem und die Gaumensegel-OP hatte der Tierarzt auch schon angesprochen) zu teuer wurden.


      Ich denke also, es ist häufig Naivität im Vorfeld die zur Anschaffung des Hundes führt und nicht der ausdrückliche Wunsch nach einem kranken Hund, wie die Besitzer damit umgehen wenn der Hund tatsächlich Rasseprobleme kriegt ist individuell.

    • Klar, bei Pferden ist die Qualzucht nicht so ausgeprägt wie bei Mops und Co, aber bei z.B. sehr verzwergten Minis kommen Schädeldeformationen mit Atemproblemen und/ oder Zahnproblemen schon überdurchschnittlich häufig vor.


      Die werden dann nur nicht verkauft und operiert, sondern sie werden ganz einfach nicht alt.

      Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Qualzucht bei Pferden nicht so ausgeprägt ist, wie in der Hundezucht.
      Vielmehr ist es doch so, dass man Pferde eben seltener operien lässt und sehr schnell und jung in die Pferdewurst schickt, weil ein krankes Pferd dauerhaft nicht finanzierbar ist und die nur Pferdehaltung so keinen Sinn ergibt.

    • Sorry, das ist doch echt unverschämt jetzt. Schön, wenn Du nach Augenschein beurteilen kannst, ob die Nase eines Hundes "kurz genug" ist, um seine Atmung zu beeinflussen. Ich kanns nicht. Und dafür schäme ich mich auch nicht, okay?
      Vermessen bist Du - zumindest nach Deinem letzten Post.
      Unddann noch die Natur als Maßstab zu nennen. Sorry, wie kann das angehen bei einem Wesen, das nun einmal seit Jahrtausenden geformt wurde? /Und zwar nicht durch natürliche Einflüsse, sondern von Menschenhand?
      Nicht jeder ist so selbstgewiss wie Du, das hast Du sicher auch schon bemerkt.

      Das hat nichts mit Unverschämitheit oder mit Verschämtheit zu tun. DU hast gefragt, wer, bzw. welche Instanz definiert, ab wann etwas Krank und somit eine Qual ist und wann nicht. Und ganau darauf habe ich geantwortet. Wenn Du keine Antwort wünscht, dann frag nicht. Es ist nunmal so, dass man nachweislich und eineutig definieren kann, dass ein Kopf dessen Nase gerade mal die hälfe der Länge des Kopfes entpsricht, "krank" und eine Qual ist. Ich kann auch genauer werden. Ab einer gewissen Kürze, also Rückbildung der Nase, sorgt die druchfließende Menge an Luft pro Atemzug für eine so starke Minimierung des Sauerstoffgehalts in der Atemluft, dass das daraus resultierende Defizit nur durch eine deutlich bis extrem erhöhte Atemfrequenz und damit einhergehend für eine weit stärkere Belastung des Herzmuskels ausgeglichen werden kann. Und das ein Wesen, dass schon bei normaler Atumung förmlich japst (auch wenn Du das nicht hörst oder hören willst) auf Dauer darunter leidet, erklärt sich eigentlichtlich geaneu so von selbst, wie dass ein Herz das permantent und schon im Ruhezustand mindestens 20% mehr Leistung bringen muss, als das bei einem "gesunden" Hund, früher altert.


      Die Natur als Maßstab zu nehmen ist übrigens nicht falsch. Denn ich habe nicht von qual- oder verzüchteten Hunden gesprochen, sondern von Hunden deren Metabolismus und Anatomy sehr nah am, seit zigtausensen von jahren optimierten und sehr erfolgreichem Ursprung liegen, dem Wolf. Auch wird der Hund nicht "geformt", sondern gezüchtet, wobei die sog. Arbeitslinien i.d.R. äußerst leistungsfähig und entsprechen in ihrer Anatomie dem was anatomisch korrekt entspricht, am allernächsten kommt. Wie gesagt: Es gibt da diesen ominösen Bereich der sich Veterinärmedizin nennt und sich in verschiedene Sparten aufglieder. Schlittenhunde z.B: dürften, was die (naturgegebene) Atmungs-Anatomie betrifft, ein sehr guter Indikator sein um die richtige und die falsche Nasenformung zu bestimmen. Diese Tiere rennen zig Kilometer unter extremen Bedingungen und müssen dabei eine perfekte Atmung vorweisen. Ansonsten würden sie das niemals auch nur annähernd durchhalten. Wenn an die Anatomie dieser Tiere als Grundlage nimmt und das mit z.B. der Schauze eines Boxers vergleicht........ Und wie gesagt. Es gibt da diese Veterinärmedizin un diverse Unis, die sich mit genau diesen Themen beschäftigen.


      Was das mit dem "sebstgewiss" soll, verstehe ich allerdings nicht. Es geht doch um Deine Frage nach einer Instanz, die definiert, was korrekt, also gesund und was nicht korrekt, bzw. Krankg und somit Qual ist. Was hat das mit Selbstgewiss zu tun..... und soryy, was soll das eigentlich sein?

    • Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Qualzucht bei Pferden nicht so ausgeprägt ist, wie in der Hundezucht.

      Ich dachte, es wäre ersichtlich, dass gemeint ist, dass das was man so zu sehen bekommt weniger Qualzuchten sind als beim Hund, eben WEIL da, was nicht passt deutlich schneller in den Himmel geht.
      (Von Friesen u.ä. mal abgesehen, aber die Bindegewebsschwäche der Friesen fällt auf der Show genau so wenig auf wie die DM beim IW.
      Bis sie dann irgendwann tot umkippen.....)

    • Schlittenhunde z.B: dürften, was die (naturgegebene) Atmungs-Anatomie betrifft, ein sehr guter Indikator sein um die richtige und die falsche Nasenformung zu bestimmen. Diese Tiere rennen zig Kilometer unter extremen Bedingungen und müssen dabei eine perfekte Atmung vorweisen.

      Fazit. Wir alle dürfen nur noch Schlittenhunde Züchten, Kaufen und Halten. Alles andere wäre QZ.

    • Ach, Herdifreund, theoretisiere ruhig weiter. Ich mache dafür in der Praxis Leistungssport, über den ICH die Funktionalität meiner Hunde definiere. Die verkürzten Fänge hatten ihren Grund in der historischen Nutzung, und sofern nicht übertrieben wird und Selbstaufbau, Selbsterhalt und Reproduktion nicht beeinträchtigt werden, bin ich zufrieden.

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