Rettungshunde - Allgemeiner Talk Thread
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Zum Thema Trailen und Fläche: ein Hund, der vom Trailen in die Fläche geht, wird sich hart tun, und immer erstmal ne Fährte suchen und der dann folgen. Wird auch in der Suche, wenn ers denn mal kapiert hat, immer wieder mal auf Fährten umschwenken. Ist schwierig in der Ausbildung, da muß man die Suchen halt etwas gezielter so legen, daß der Hund nicht auf ne Fährte stößt, damit er kapiert, daß er den Hochwind nutzen muß. Wenn ein erfahrener Hund dann im Einsatz mal die Fährte nutzt, um schneller ans Ziel zu kommen - warum nicht, wichtig ist, daß er SCHNELL ankommt, um evtl. verletzte Personen retten zu können.
Umgekehrt wird ein Flächenhund, der zum Trailen umgeschult werden soll, Schwierigkeiten haben, exakt an der Fährte zu kleben. Weil er eben gelernt hat, den Hochwind zu nutzen, um schnellstmöglich ans Ziel zu kommen. Die Frage ist: was will ich? Einsatzmäßig schnell Leute retten heißt, ich kann das mal zulassen, damit man schnell am Opfer ankommt . Aber es besteht dabei halt immer das Risiko, daß der Hund den Hochwind verliert, und dann ohne die Witterung UND ohne Spur dasteht. Deswegen wird das echt ungern gesehen. Sucht ein Trailer aber polizeimäßig, sodaß zB auch vom Vermißten verlorene Gegenstände aufgefunden und angezeigt werden müssen, schneidet man sich mit so nem Hund in die Finger. Weil er, wenn er über den Hochwind sucht und findet, wohl sehr wahrscheinlich solche verlorenen Gegenstände wegen irgendwelcher Abkürzungen anhand des Hochwindes überläuft, bzw. dran vorbeisucht. Und diese Dinge könnten wertvolle Hinweise geben...
@Samita
Danke! -
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Also, die beiden fett markierten Dinge widersprechen sich ja schonmal im Ansatz.... Ein Hund, für den 15 Minuten Suche so schwer sind, daß er dann echt müde ist, braucht m.E.n. nicht wirklich auf Einsätze zu gehen.... in aller Regel sollte der dann schon länger aushalten...
Bei uns kriegt jeder fertige Hund eine Suche mindestens in Einsatzgebiets-Größe - denn wie soll der Hund Kondition und Suchausdauer aufbauen, wenn der im Training immer nur 10-15 Minuten sucht..... Wenn der so schnell schon platt ist, wer gewährleistet denn, daß der Hund, wenn er ziemlich am Ende fündig wird, überhaupt noch anzeigt, wenn er schon total platt ist?Wir sind ebenfalls Mitglied bei der JUH, ich bin seit 2008 dabei mit meiner Biene (siehe Avatar). Vom Zeitaufwand ist es überall wohl ziemlich gleich, allerdings haben wir immer ca. 20 Hunde (Hälfte geprüft, Hälfte Nachwuchs), sodaß die Trainingstage leider net in 4-5 Stunden erledigt sind...... Wir fangen am Wochenende früh um 9 an, und sind seltenst vor 17 Uhr fertig. Kommt auch darauf an, wie viele Trainer anwesend sind. Sind alle drei Ausbilder und viele Mitglieder da, können wir in 3 Gruppen arbeiten. Aber drei Trainer helfen nix bei nur 6 Trainingsteilnehmern, da kann man net aufteilen, denn für 1 Suche brauchts 2-3 Opfer, den Trainer zum Mitlaufen und Auslegen der Opfer, den Suchenden - da sind ja schon 4-5 Leute gebunden..... *gg Sind also nur 7 Leute beim Training, muß man die mangels Opfern nacheinander drannehmen, und ist u.U. länger unterwegs an dem Tag als zB bei 12 Leuten, weil man da dann 2 Gruppen parallel arbeiten kann. Vor allem, wenn mehrere Zweihunde-Besitzer dabei sind, die mit beiden Hunden suchen. Dann sinds bei 7 Teilnehmern schnell mal 9 oder 10 Hunde, die arbeiten müssen, sodaß ein Hundeführer halt zweimal drankommt, mit jedem seiner Hunde einmal.....
Bei uns wird die Einsatzkleidung von der JUH gestellt, die Stiefel werden bezuschußt (neuerdings mit 100 statt nur 30 Euro wie früher). Das Training kostet nix, aber Spritkosten zu den Trianingsgebieten fallen halt an. Bei zweimal die Woche Training, und für mich immer 50-90 km einfach ins Trainingsgebiet kommt da schon ein netter Betrag zustande... Das muß man erstmal stemmen für "nur ein Hobby". Und im ersten Jahr wird erwartet, daß man so ziemlich immer 2mal die Woche da ist, einfach weils für Junghunde einfacher ist, zu lernen, wenn sie zweimal die Woche üben. Später ist der Termin unter der Woche dann optional, wer Wochenende net kann, kommt halt unter der Woche, oder es werden unter der Woche Spezialprobleme bearbeitet (dann aber nur kleine Flächen, nix Suchausdauer üben o.ä.), oder man macht mal Unterordnung unter der Woche oder Gerätetraining.
Im ersten Jahr kommen noch viele Kurse, Theorie etc. dazu, der SAN-Schein, wenn man für ne Hilfsorganisation startet (das sind 48 Stunden Erste Hilfe plus Prüfung!), und auch für die Neumitglieder die Einsätze - da wird schon erwartet, daß die soweit Interesse an der Arbeit zeigen, daß die auf Einsätzen dabei sind, zB als zweiter Helfer. Erstmal nur mitlaufen, dann erklärt mal der erste Helfer, was er wann warum macht, und wenn alle Scheine (1. Hilfe, Orientierung im Gelände, Funken etc.) gemacht sind, darf der Neuling dann auch alleine als Helfer mit dem Hundeführer mitlaufen.
Das Ganze ist extrem zeitaufwendig, ich habe in meiner Staffel von etlichen Beziehungen gehört, die an der RH-Arbeit gescheitert sind, weil die Partner einfach nicht mitzogen - und seit ich nimmer Single bin, kann ich verstehen, warum.... *hust... Man ist halt selbst bei nur einem Training die Woche genau an einem der beiden Tage weg, die man komplett mit dem Partner verbringen könnte in der Woche - dazu die nächtlichen Einsätze.... Führt auch bei mir ab und an zu Protesten. Aber ich sag immer: das hat er von Anfang an gewußt...... *gg Wenn jemand Kinder hat, muß man sich das dreimal überlegen - neben dem Trianing kommen ja noch nächtliche Einsätze auf einen zu. Also nachts einfach mal nen Dreijährigen allein daheimlassen, das kommt wohl eher nicht infrage *gg Oder nachts 6 Stunden Einsatz statt Schlafen, und dann um 6 die Kinder für den Kindergarten fertigmachen, das kann hart sein. Und ob der Partner das so schätzt, daß man nachts das Haus verläßt und ihn mit Kind und Kegel zurückläßt, sei mal dahingestellt...
Das Schlimmste an der Rettungshundearbeit ist: sie macht süchtig.... *gg Es macht einfach so viel Freude, mit dem Hund zusammen zu arbeiten, wenn dann mal alles Hand in Hand geht (nach etlichen Jahren des Trainings.... *hust...), daß man das nicht mehr missen möchte. Und ich halte mich so gerne im Freien auf (ob Garten oder Trianing, Hauptsache draußen!), daß mir die Rettungshundearbeit selbst bei Shitwetter einfach ganz viel bedeutet.
Ganz wichtig ist allerdings, daß das Team paßt, die Leute sich verstehen. Denn wenn ich so viel Zeit mit den Staffel-Kollegen verbringe, und das würde net passen, ist das nur noch Frust am Wochenende. Es reicht, daß man in der Arbeit mit Hinz und Kunz zusammenarbeiten muß, aus Gründen der Professionalität, da brauch ich das net noch am Wochenende, da will ich ein entspanntes Zusammensein. Klar - nicht immer ist alles Friede, Freude, Eierkuchen - aber ich brauch keine Leute, wo dann hintenrum gelästert wird, wo einer den Andren net mag, einer krankhaft ehrgeizig ist, oder einer mir was mißgönnt etc.... Wenn dem so wäre, wär ich da längst weg. Weil so viel Aufwand nur dafür, daß man sich auch in der Freizeit noch dauernd ärgert, das wäre blödsinnig.....
Zum Thema "Zugucken": Jede Staffel freut sich, wenn sich jemand für ihre Arbeit interessiert und gibt gerne Einblicke in den Trainingsalltag. Zumal es immer schön ist, fremde Leute als Opfer für die Hunde in den Wald setzen zu können. Denn daß der Hund ihm bekannte Menschen anzeigt, ist selbstverständlich, macht er ja dauernd. Aber daß mal Fremde dabei sind, ist halt eher selten und findet nur dann statt, wenn ein Neuer kommt. Oder eben ein Interessent, der sich dann auch mal in den Wald legt für die Hunde. Da freut sich jede Staffel drüber. Wenn man "nur mal gucken" möchte mit dem eigenen Hund, muß man halt damit rechnen, daß mit dem Hund nicht gearbeitet wird, weil es schon genug zu tun gibt. Das machen wir zB erst, wenn jemand sich entscheiden hat, das mit uns versuchen zu wollen. klar - gibt trotzdem noch Probezeit. Aber zumindest ist es dann eher nicht so, daß die Leute nur 2mal kommen, mit denen gearbeitet wird, und die dann wieder verschwinden auf Nimmerwiedersehen, sodaß der Zeitaufwand umsonst war.
Neulich hatten wir 2 Interessenten dabei, die standen den ganzen Tag um ihr Auto rum, weil der Hund net im Auto alleinsein konnte, die haben nur eines mitbekommen: wie die Hunde für die Suche nacheinander fertiggemacht wurden, und wie sie zurückamen von der Suche. Vom Training selbst haben die net viel mitbekommen. Laufen is ja anstrengend. So jemand muß sich dann net wundern, wenn er nicht an den Haaren durchs Trainingsgebiet mitgeschleift wird, bei so wenig Interesse..... *gg
Wenn ich mir ein Training einer Staffel angucke und mir wird angeboten dabei zusein und zu helfen, wäre ich die Letzte die dann weiterhin am Rand steht. Es ist doch viel besser zu erkennen, ob dies einem liegt wenn man mitten dabei ist. Und es macht deutlich mehr Spaß.
Aber der Zeitaufwand scheint nicht zu verachten zu sein. Mal sehen, ob ich das mit dem Schichtdienst vereinbaren kann, wenn man auch nachts gerufen wird und möglicherweise am nächsten Tag Frühdienst hat. Ansonsten klingt es auf jeden Fall super spannend!
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Also wir müssen nicht um jeden Preis zu jedem Einsatz, bei mir geht die Arbeit vor und wenn es unpassend ist rücke ich nicht aus.
Wobei die meisten Einsätze tatsächlich am Wochenende sind
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Habe ich das so richtig verstanden, dass man beim Mantrailing und der Fährtenarbeit andere Ansätze verwendet, um aber zum selben Ergebnis zu kommen? Nämlich den Fund des Ziels...aber ein Hund der im Mantrailing ausgebildet wurde, kann schwerer in die Fährte genommen werden als umgekehrt?
sollte man sich demnach für eine 'Sportart' entscheiden?
Das ist wirklich Interessant. Ich dachte bislang immer, dass das beide ziemlich dasselbe ist und man da nur ein anderes Ziel verfolgt.
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Du meinst nicht Fährte sondern Fläche, oder?
Ein Flächensuchhund sucht halt generell nach menschlicher Witterung; ein Mantrailer sucht nach dieser EINEN Witterung.
Das sind einfach zwei komplett unterschiedliche paar Stiefel.
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Habe ich das so richtig verstanden, dass man beim Mantrailing und der Fährtenarbeit andere Ansätze verwendet, um aber zum selben Ergebnis zu kommen? Nämlich den Fund des Ziels...aber ein Hund der im Mantrailing ausgebildet wurde, kann schwerer in die Fährte genommen werden als umgekehrt?
sollte man sich demnach für eine 'Sportart' entscheiden?
Das ist wirklich Interessant. Ich dachte bislang immer, dass das beide ziemlich dasselbe ist und man da nur ein anderes Ziel verfolgt.
Auf der Fährte wird hauptsächlich über die Bodenverwundung gearbeitet, beim MT über Geruchspartikel.
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Es soll in diesem Thread nicht um den Sport gehen sondern um das ernsthafte Rettungshundetraining bei dem das Ziel die Einsätze und das helfen von Menschen ist. Das nur so als Hinweis.
Ein Flächenhund wird in der Fläche eingesetzt also im Wald oder Feld er hat nur eine Kenndecke und läuft frei ohne Leine. Er sucht menschlichen Geruch und zeigt jeden Menschen an den er finden kann, der Mensch entscheidet dann ob das die gesuchte Person ist oder nicht.
Ein Mantrailer wird eher in bewohnten Gebieten eingesetzt er hat eine Leine dran, bekommt einen Geruchsartikel z. B Socken oder eine Zahnbürste und sucht dann genau diese Person. Er kann z. B. am Bahnhof unter 50 Leuten genau differenzieren wen er sucht und wohin diese Person gelaufen ist und er zeigt dann auch nur diese Person an.
Fährten ist wieder etwas anderes und hat mit Rettungshundearbeit nichts zu tun.
In welcher Art der Suche man seinen Hund ausbildet hängt bei uns davon ab was der Hund anbietet, Murphy wäre total unglücklich im Trailen. Er will einfach flitzen und sich alles selbst erarbeiten er arbeitet in sehr hoher Geschwindigkeit aus, wenn ich da an der Leine dran hängen würde, würde ich ihn nur ausbremsen das würde nur zu Frust führen. Henry hätte auch ein Trailer werden können ihm tut es aber auch ganz gut allein etwas ausarbeiten zu können. Ich fühle mich als Hundeführer in der Fläche wohler.
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Ich fand Mantrailing auch extrem interessant und hätte mir für Pascow beides vorstellen können.
Nur für mich musste es bei so vielen Stunden Zeiteinsatz irgendwie etwas „mit Sinn“ dahinter sein. Das soll jetzt aber Mantrailing nicht abwerten. Die Staffeln hier haben keine Trailer. Ich könnte mir das inzwischen auch wieder nur so zum Spaß in einer Hobbygruppe vorstellen - aber beides geht halt nicht. -
Ich finde es schade, dass HH, die aufgrund von Arbeitszeiten vielleicht nicht in eine Staffel können, sondern eher in den Rettungshundesport, hier nicht mehr mitschreiben dürfen.
Wenn Cookie sich eignet, dann wäre ich gerne mit ihr in eine Staffel. Allerdings habe ich nur alle 2 Wochen Zeit, weil ich im Nachtdienst arbeite und so in der einen Woche nicht zu den Trainings könnte.
Da wäre RHS für uns wohl die bessere Alternative.
Allerdings finde ich in der Nähe von Hannover nicht wirklich viel
Mantrailing kann ich hier scheinbar auch knicken, die eine Truppe, die ich mal gesehen habe, lieber nichtGibt es irgendwo einen Link, wo man alle Staffeln auf einen Blick hat?
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Ich würde mich hier gerne mit anderen Rettungshundlern austauschen über Training, Unterordnung und Einsätze.
Ich finde es schade, dass HH, die aufgrund von Arbeitszeiten vielleicht nicht in eine Staffel können, sondern eher in den Rettungshundesport, hier nicht mehr mitschreiben dürfen.
Naja dann mach doch dafür einen eigenen Thread auf, mich haben halt bei Threaderstellung andere Dinge interessiert.
Es muss halt einfach schon passen, ich hab auch Staffeln gesehen... Ja wenn ich meine nicht gefunden hätte, wäre ich wohl in keiner. Das ist leider wie überall. Im Einsatz muss man sich halt auch auf alle anderen Staffelmitglieder blind verlassen können, dass ist ganz etwas anderes wie im Sport wenn mir jemand nicht zu Gesicht steht.
Wir hatten hier schon Truppen die uns versichert hatten das die Bundesstraße abgesperrt ist und plötzlich kamen doch Autos mit 100kmh daher. Im schlimmsten Fall kann sich da jeder denken was passiert.
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