Ich wollte alles, nur keinen Podenco...

  • Es muss sich ja erst zeigen, in welche Richtung dieser Hund tendiert. Ist er ein eingefleischter Jäger mit vielem mediterranem Blut, ist er alles andere als ein "normaler Hund".
    Auch ich finde, dass diese Hunde gut trainierbar sind, aber es muss sich nun zeigen, wie Loki so tickt.
    Ich empfehle nach wie vor den Gang zu der Trainerin. Sich Infos im Netz einzuholen ist nett und man kann sich hier was rauspicken, aber niemand außer der TE kennt diesen Hund persönlich und die meisten HH haben andere Hunde zu Hause sitzen.
    Wenn Loki auf Spielzeug anspringt, bietet es sich ja an, dieses zu Trainingszwecken zu nutzen, alles in Maßen - meine Meinung.

  • Wenn Loki auf Spielzeug anspringt, bietet es sich ja an, dieses zu Trainingszwecken zu nutzen, alles in Maßen - meine Meinung.

    Genau.
    Die Spiel und Futtermotivation zu Trainingszwecken nutzten.
    ( Is halt für mich kein Spiel, sondern zielgerichtetes Training)

  • Machen wir ganz oft :-) Aber erst, wenn er das durchhat, was er eben erleben möchte, sonst ist draußen an einem spannenden Ort rumsitzen und nichts tun eben nicht seins.In der Wohnung ist er sehr ruhig, schläft viel, kuschelt viel, liegt einfach nur rum und döst, aber draußen will er halt Action. Erstmal.

    Ich möchte eigentlich ungern damit anfangen hier, aber du möchtest doch gern, dass dein Hund sich dir anschließt, dass er deiner Führung folgt, oder? :smile:
    Dann wäre es eher sekundär, dass Loki dies möchte oder jenes lieber zuerst macht, und auch erst, wenn er sich ausgepowert hat... dann wäre es zB von dir ein Zeichen von Richtung geben und auch Grenzen zeigen, wenn du deinem Hund erlaubst, seine Impulskontrolle zu verbessern.


    Wenn etwas deinem Hund eh recht ist, zB dass daheim geruht wird (was wir hier auch so halten), dann ist das keine besondere Kunst.
    Draußen, wo Millionen interessanter Gerüche und Spuren auf deinen Hübschen warten, da möchtest du, dass er mehr auf dich achtet, oder?
    Das erreichst du nicht dadurch, dass du dir draußen immer überlegst, was er denn draußen gern machen würde, sondern indem du ihm Führung gibst, die ihm draußen Struktur gibt.
    Sprich, du sagst an, was gemacht wird. Und Impulskontrolle ist einfach essentiell für alles, was draußen abläuft, es kann lebensrettend sein, dass ein Hund in der Lage ist, seinen Impuls, zB zu jagen, zu kontrollieren, und auf deinen Zuruf zu kommen.


    Das ist es doch, was du erreichen möchtest, oder?
    Also kannst du zB damit anfangen, dass draußen auch nix Großartiges passiert, und Loki muss damit zufrieden sein.
    Wenn du das Gefühl hast, er müsste sich echt auspowern, weil er sonst einen Knick im Hirn kriegt, dann schau, ob du mit ihm zB Fahrrad fahren antrainieren kannst. Er ist ja noch sehr jung, und man soll unter 1 Jahr nicht Fahrrad fahren mit dem Hund, aber vielleicht ist er schon soweit, dass ihm das gut täte, zu "joggen".


    Ich fand es sehr wichtig, bei dieser hibbeligen Art von Hund viel Ruhe reinzubringen, und ich konnte damals unserem Hund leider nicht zu viele Freiheiten gewähren... er hat jede Unaufmerksamkeit schamlos ausgenutzt... :/

  • Dazu vielleicht noch eine Info: intensive Geistige Arbeit schlaucht genauso bzw. mehr als stumpfe Bewegung oder Spiel.


    Ich würde erst kurz Pipi machen lassen und wenn er ein schneller Loser ist auch das, dann einen Asphaltplatz aufsuchen für Folgetraining an der Schlepp und/oder Bleibetraining. Anfangs reichen 10 min. DANACH geht es auf die Tobewiese zum Hirn entspannen.

  • Das mag ja alles sein, aber wenn Loki sich nicht konzentrieren KANN, kann ich ihn dazu zwingen soviel ich will, er kanns einfach nicht.


    Auch nach dem Toben hat er nicht immer Lust, aber dann muss er da halt auch durch. Was nutzt mir Training, wenn er Null Bock drauf hat und dann nicht richtig funktioniert?


    Ihr habt eigentlich schon recht, theoretisch. Praktisch kann ich aber trotzdem keinen Energiegeladen Junghund, der aufs Rennen gezüchtet wurde zur Ruhe zwingen. Ich wüsste zumindest nicht wie. Klar, ich kann ihm befehlen sich hinzusetzen. Nach einer halben Stunde würde es ihm vlt zu blöd werden und er würde sich hinlegen, aber ich versteh nicht ganz, was dagegen spricht, erst mit ihm zu spielen und ihn auszupowern.
    hat das irgendeine erzieherische relevanz? Wenn ich ihn zur Ruhe bringen wollen würde, er aber einfach nicht hört und ich dann nachgebe, dann wäre das sicherlich hinderlich, aber so?


    Ich überlege auch nicht, was er draußen gerne machen würde, sondern hab für meine Spaziergänge einen festen Ablauf (steht irgendwo in den Kommentaren), der so im Alltag stattfindet. Bei viel Zeit (am we) kanns etwas abweichen, oder bei längeren Touren.


    Den Ablauf kennt er mittlerweile.


    Ich denke auch, dass es eben für die Bindung (die ja logischerweise noch nicht vorhanden ist) gut ist, wenn ich mich viel mit ihm GEMEINSAM beschäftige. Eine Impulskontrolle kann ich ja super beim gemeinsamen Spiel trainieren. Den Tip habe ich ja hier bekommen und den finde ich super! Aber eben nicht immer.
    Trainieren - frei spielen - Trainieren - frei spielen. Er ist nunmal nicht der allerhellste und hat dementsprechend auch nicht wirklich den "komm, lass mich denken, lass mich arbeiten, was darf ich tun? was lernen wir als nächstes?".


    Kopfarbeit geht - bis zu einem gewissen Grad (machen wir auch), klappt aber aktuell evtl 3-5 Minuten am Stück. Mit Intelligenzspielchen (hab ich mal probiert), brauch ich ihm zB garnicht kommen, das versucht er nur zu zerlegen und gibt gefrustet auf. Leckerlis suchen geht (im Gras oder in der Wohnung), machen wir viel, aber auch da sind wir erst bei Schwierigkeitsgrad: Kinder bis 3 Jahre.


    So blöd das klingt - ich denke nicht jeder Hund ist für eine Großartige Hirnleistung ausgelegt. Bei manchen Hunden muss man dies vlt gaaanz langsam einführen und langsam üben...


    So habe ich im Gefühl bei ihm am besten zu fahren.
    Vielleicht mach ich damit auch alles falsch, dann werde ich das wohl noch zu spüren bekommen.


    Fahrradfahren ja - aber das ist mir momentan für mich noch zu gefährlich. Ohne Impulskontrolle macht das Null Sinn und ich hab echt keine Lust im hohen Bogen vom Fahrrad zu fliegen. Er muss ja an der Leine nebenher laufen.
    Ich habe schon zu Fuß Unaufmerksamkeit mit blutigen Knien und Tagelangen Schmerzen in der Schulter bezahlen müssen. Auf dem Fahrrad kann das ganz böse enden. Ich hoffe aber, dass wir das irgendwann hinbekommen, das würde ihm sicherlich Spaß machen und auch gut tun :-)

  • EDIT: Irgendwie kann ich meinen Beitrag nichtmehr bearbeiten. Er war an manchen Stellen etwas unklar ausgedrückt, deshalb habe ich ihn nochmal abgeändert:


    Das mag ja alles sein, aber wenn Loki sich nicht konzentrieren KANN, kann ich ihn dazu zwingen soviel ich will, er kanns einfach nicht.


    Auch nach dem Toben hat er nicht immer Lust, aber dann muss er da halt auch durch. Was nutzt mir Training, wenn er Null Bock drauf hat und dann nicht richtig funktioniert?


    Ihr habt eigentlich schon recht, theoretisch. Praktisch kann (es ist zumindest sehr schwer und macht vermutlich niemanden Spaß) ich aber trotzdem keinen Energiegeladen, von der Nacht ausgeschlafenen und ausgeruhten Junghund, der aufs Rennen gezüchtet wurde zur Ruhe zwingen. Ich wüsste zumindest nicht wie. Klar, ich kann ihm befehlen sich hinzusetzen. Nach einer halben Stunde würde es ihm vlt zu blöd werden und er würde sich hinlegen, aber ich versteh nicht ganz, was dagegen spricht, erst mit ihm zu spielen und ihn auszupowern.
    hat das irgendeine erzieherische relevanz? Wenn ich ihn zur Ruhe bringen wollen würde, er aber einfach nicht hört und ich dann nachgebe, dann wäre das sicherlich hinderlich, aber wenn ich bestimme, dass jetzt gespielt wird und dann trainiert?


    Ich überlege auch nicht, was er draußen gerne machen würde, sondern hab für meine Spaziergänge einen festen Ablauf (steht irgendwo in den Kommentaren), der so im Alltag stattfindet. Bei viel Zeit (am we) kanns etwas abweichen, oder bei längeren Touren.


    Den Ablauf kennt er mittlerweile.


    Ich denke auch, dass es eben für die Bindung (die ja logischerweise noch nicht vorhanden ist) gut ist, wenn ich mich viel mit ihm GEMEINSAM beschäftige. Eine Impulskontrolle kann ich ja super beim gemeinsamen Spiel trainieren. Den Tip habe ich ja hier bekommen und den finde ich super! Aber eben nicht immer.
    Trainieren - frei spielen - Trainieren - frei spielen. Er ist nunmal nicht der allerhellste und hat dementsprechend auch nicht wirklich den "komm, lass mich denken, lass mich arbeiten, was darf ich tun? was lernen wir als nächstes?".


    Kopfarbeit geht - bis zu einem gewissen Grad (machen wir auch), klappt aber aktuell evtl 3-5 Minuten am Stück. Mit Intelligenzspielchen (hab ich mal probiert), brauch ich ihm zB garnicht kommen, das versucht er nur zu zerlegen und gibt gefrustet auf. Leckerlis suchen geht (im Gras oder in der Wohnung), machen wir viel, aber auch da sind wir erst bei Schwierigkeitsgrad: Kinder bis 3 Jahre.


    So blöd das klingt - ich denke nicht jeder Hund ist für eine Großartige Hirnleistung ausgelegt. Bei manchen Hunden muss man dies vlt gaaanz langsam einführen und langsam üben...


    So habe ich im Gefühl bei ihm am besten zu fahren.
    Vielleicht mach ich damit auch alles falsch, dann werde ich das wohl noch zu spüren bekommen.


    Fahrradfahren ja - aber das ist mir momentan für mich noch zu gefährlich. Ohne Impulskontrolle macht das Null Sinn und ich hab echt keine Lust im hohen Bogen vom Fahrrad zu fliegen. Er muss ja an der Leine nebenher laufen.
    Ich habe schon zu Fuß Unaufmerksamkeit mit blutigen Knien und Tagelangen Schmerzen in der Schulter bezahlen müssen. Auf dem Fahrrad kann das ganz böse enden. Ich hoffe aber, dass wir das irgendwann hinbekommen, das würde ihm sicherlich Spaß machen und auch gut tun :-)

  • Ihr habt eigentlich schon recht, theoretisch. Praktisch kann ich aber trotzdem keinen Energiegeladen Junghund, der aufs Rennen gezüchtet wurde zur Ruhe zwingen. Ich wüsste zumindest nicht wie. Klar, ich kann ihm befehlen sich hinzusetzen. Nach einer halben Stunde würde es ihm vlt zu blöd werden und er würde sich hinlegen, aber ich versteh nicht ganz, was dagegen spricht, erst mit ihm zu spielen und ihn auszupowern.
    hat das irgendeine erzieherische relevanz? Wenn ich ihn zur Ruhe bringen wollen würde, er aber einfach nicht hört und ich dann nachgebe, dann wäre das sicherlich hinderlich, aber so?

    Die Frage an dieser Stelle ist, ob diese Bedürfnis tatsächlich der Veranlagung des Hundes entspricht oder ob Du gerade das siehst, was Du dem Hund auftrainiert hast. Ich bin mir sicher, das es Letzeres ist.


    Ich wiederhole noch mal das vom Anfang: Der Hund ist noch keine drei Monate bei Dir. Meiner Erfahrung ist es bei Hunden mit Vorgeschichte so, dass sie die ersten drei Monate brauchen um sich überhaupt in ihrem neuen Leben zu sortieren und Du viel zu viel machst. Und, das ist auch eine Wiederholung vom Anfang: Selbst, wenn Dein Hund kein Tierschutzund mit Vorgeschichte wäre, käme er mit Deinem Programm vermutlich stark an seine Grenzen. Die Kapazitäten sind völlig erschöpft. Und deshalb hast Du auch hiermit zu tun:

    So blöd das klingt - ich denke nicht jeder Hund ist für eine Großartige Hirnleistung ausgelegt. Bei manchen Hunden muss man dies vlt gaaanz langsam einführen und langsam üben...

    Ich denke nicht, dass Dein Hund doof ist, sondern, dass er nicht mehr kann. Er ist am Ende mit seiner Leistung. Mehr kann er nicht, da geht nichts Neues mehr, weil alles mehr als erschöpft ist.


    Ich würde alles runterschrauben und mich wirklich nur auf wirklich relevante Sachen beschränken.

  • ich fasse mal zusammen was mir bisher im Gedächtnis geblieben ist.
    Jagdspiele, Kopfarbeit, Intelligenzspiele, Suchspiele, Aufmerksamkeitstraining, impulskontrolle. Das ist das was du bisher in 3 Monaten alles mit dem Hund machst oder ausprobiert hast. Dazu Toberunden in umzäunten Freilaufgebieten.
    Ich bleibe immer noch dabei.... viel zu viel zu viel. :tropf:
    ICH würde das ganze runter fahren. "Schnödes" Gassigehen und dabei jeden Blick zu dir belohnen. Zur Abwechslung gemeinsam irgendwo sitzen und dumm gucken.
    Ich glaube auch nicht das dein Hund dumm ist (oder "nicht die hellste Kerze auf der Torte). Ich glaub der ist einfach nur überdreht.


    Edit...
    Wenn man zwischendurch mal weg geht.... @flying-paws hat schon alles gesagt.

  • Und der Hund soll nie rennen oder mal powern???
    Das ist ja so, als würde man ein Kleinkind am Stuhl festbinden und ihm jegliche Aktivität untersagen.



    Ich glaub auch nicht, dass ein Hund einen Wochenstundenplan braucht, oder 5 Einheiten am Tag mit Training, Suchspielen und sonst was ... aber wieso ein Junghund nicht auch mal die Sau rauslassen darf, sondern von ihnen immer nur 100% Beherrschung erwartet wird, kann ich nicht verstehen. Ruhe und Aktivität sollte in einer Balance stehen und es sollte nicht krampfhaft das eine oder das andere erzwungen werden.
    Spielen - und das wird gern vergessen - bedeutet ja nicht, dass der Hund dabei absolut hohldrehen muss. Es ist auch wichtig für die Entwicklung und kann ein super Mittel sein, um die Bindung zu stärken.


    Sie schreibt der Hund ist in der Wohnung die Ruhe selbst, schläft viel und döst, macht nix kaputt. Draußen ist er eben aufgeregt und muss Energie loswerden. Also für mich ist das ein ganz normaler, aktiver Junghund.


    just my two cents ....

  • ich sprach ja nicht davon das der Hund an der 1m Leine bei Fuß laufen soll :tropf:
    Aber ICH (meine ganz eigene Meinung aus meinen ganz eigenen Erfahrungen, die keinesfalls für alle richtig und stimmig sein muss) würde einen 9 Monate alten Hund, der seit 3 Monaten da ist und laut Besitzer von sich aus draußen absolut null Kontakt zum Besitzer aufnimmt (es sei den er wird geködert) nicht noch durch zig verschiedene Aktivitäten aufputschen.
    ICH würde erstmal Ruhe in das Ganze rein bringen und sobald Hund und Herrchen ein Team geworden sind, gemeinsame Aktivitäten aufbauen.
    Gassi gehen ist doch so schon spannend genug für einen so jungen Hund.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!