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Mein Beitrag war nicht böse gemeint, ich weiß, wie anspruchsvoll ein Podenco- Mischling sein kann... unserer damals war auch noch sehr intelligent und hat mich wirklich Nerven gekostet... gleichzeitig habe ich aber auch viel gelernt.
Damals (ist schon ne Weile her) habe ich mich aus verschiedenen Gründen entschieden, den Hund abzugeben. Deshalb habe ich großen Respekt vor deinem Wunsch und Willen, zusammen mit deinem Hund weiterzuwachsen und weiterzulernen. Dafür wirklich ein großes und aufrichtiges Lob.
Das mit dem Ruhe reinbringen bedeutet nicht, dass der Hund irgendwo angepflockt wird und sich nicht mehr bewegen darf.
Du schreibst selbst, dass der Hund dich weitgehend ignoriert, wenn ihr draußen seid. Man könnte deine Versuche, ihn um Aufmerksamkeit zu bitten, sei es mit Spiel sei es Leckerli, aus Hundesicht als unsouverän empfinden.
Wenn 2 Hunde miteinander interagieren, und einer will ständig ein Spiel starten, während ihn der andere souverän und eiskalt ignoriert, da liegt es nahe, wer die Regeln festlegt.
Der souverän Nicht- Aufmerksamkeit- Schenkende nämlich. Denn Aufmerksamkeit ist eine Ressource, die ich als Chef nicht jedem schenke, bzw. nur dem, dem ICH sie schenken WILL.Von daher denke ich, liegt da der Hund begraben, sozusagen.
Solange du um Aufmerksamkeit werben musst draußen, solange wird dein Hund nicht offen für deine Führung und Vorschläge sein.
Wenn du das Werben sein lässt und einfach mal festlegst, ok, jetzt machen wir mal gar nix, und wenn der Kopf ausgelüftet ist, dann können wir in ein paar Wochen mit einem (!) Thema wieder anfangen, dann könnte es sein, dass dein Hund für deine Vorschläge viel offener ist. Dass er dich ernst nimmt.
Ich weiß jetzt nicht, wie ich das erklären soll, ohne dass das doof rüberkommt.
Mit Ruhe reinbringen meinte ich entspannte Spaziergänge in der Natur, an der Schleppi wahrscheinlich, und dann kannst du zB mal öfter die Richtung wechseln, oder unvermutet abbiegen. Du kannst anfangen, loszujoggen, und du kannst besonders langsam gehen, und alles, was der Hund machen muss, ist nicht in die Leine zu rennen. Das ist für einen Podenco schon schwer genug
Ihr geht in die Natur, und du übernimmst bei eurem Ausflug die Initiative und Führung, nicht dein Hund. Du bestimmst das Tempo und wohin gegangen wird und was gemacht wird.
Einfach eine Grund- Ruhe, auf der du später natürlich alles weitere aufbauen kannst.Der Hund soll nicht sein Leben lang geknechtet und eingeschränkt werden, aber die Freiheiten, die ein gehorsamer Hund hat, die muss er sich eben durch Gehorsam erarbeiten. Ein Hund, der bombensicher gelernt hat zu hören, darf fast alles, ein Hund, der unzuverlässig Befehle befolgt, wird sein ganzes Leben an der Leine hängen.
Deshalb ist eben Impulskontrolle so wichtig.
Ich wünsche euch alles Gute und wirklich, ich meine nichts böse oder möchte dich in irgendeiner Weise angreifen oder so. Es wäre schade, nichts mehr von dir zu hören, mich würde echt interessieren, wie du weiter vorgehst...
PS: Vielleicht gibt es ja auch bei euch eine gute Hundeschule, wo sich jemand mit Hunden wie deinem auskennt? IRL ist das ja auch immer nochmal was anderes als in einem Forum, wo jeder nur das liest, was er herauslesen will
Natürlich werdet ihr weiterhin von mir hören :-) Ich mein das ja auch nicht böse, aber wenn Treads zu lang werden, liest nicht jeder alle Kommentare und das führt eben dazu, dass man Dinge oft 1000 mal sagen muss und irgendwann nervt das :-)
Ich habe in den letzten zwei Tagen mit dem Dummy geübt, dass er sitzen bleibt, bis ich sage, dass er es holen darf. Er blickt zwar das "ich muss es dann wieder zurückbringen" noch nicht so ganz, aber sitzen bleiben klappt ganz ok. Das hat er schnell verstanden.
Ich werde von jetzt an nicht nur stupide werfen und hinterherhetzen lassen. Die Reizangel möchte ich aber noch nich aufgeben, es ist einfach der einzige Weg den Hund momentan "auszupowern", aber dosiert und nur kurz.Fürs Fahrradfahren ist er einfach noch nicht führig genug, das ist mir zu gefäh´rlich für mich und joggen? Ha, da lacht der sich doch einen ab, wenn er gemütlich nebenmir hertrabt und ich halb am kollabieren bin
Aber ich halte euch natürlich gerne auf dem laufenden. Wir haben viel zu "tun", aber alles in Ruhe, gestern hatten wir eine doofe Erfahrung mit einem Stromzaun machen müssen, weil ich kurz zur unaufmerksam war, er mit der Nase unten drunter durchgekrabbelt ist und beim Rückruf nichtmehr gecheckt hat, dass er kriechen muss
Das war unschön. Der hat geschrien, dass mir das Blut in den Adern geforen ist.
Also werden wir die nächsten Tage garnichts anderes machen als jedentag weder an diesem Zaun vorbei zu laufen, heute hat er sich dabei nämlich garnicht wohlgefühlt
Ist zwar vorbei- aber mit eingezogenem Schwänzle...
Ich werde euch berichten :-)
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Hallo Lokii,
ich bin grade (auf der Suche nach Trainingstipps) über deinen Thread gestolpert. Wir haben vor fast zwei Jahren ebenfalls einen Podenco aus dem Tierschutz adoptiert und ich habe mich gerade zurück erinnert, wie es mir in der Anfangszeit so ging.
Hilda kommt aus Weißrussland. Eher untypisch und ich musste auch erst mit der Nase drauf gestoßen werden (von der Ärtzin in der Tierklinik), um zu erkennen, dass bei ihr auf jeden Fall ein Podenco mit drin ist.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie frustriert ich war. Hilda war am Anfang sehr anstrengend und ich habe oft daran gezweifelt, dass wir es schaffen. Aufmerksamkeitsspanne und Konzentration waren null vorhanden und sie ist immer gleich aufgedreht, wenn man Aufmerksamkeit oder Leckerli ausgepackt hat. Wir dachten damals auch nicht, dass wir sie mal von der Leine lassen könnten, was ich extrem schade fand.Vielleicht kann ich dir ja ein paar Tipps/Anreize geben, die dir weiterhelfen.
Ich habe damals JEDE Übung und einfach ALLES bei uns zu Hause auf dem Wohnzimmerteppich angefangen. Wenn sie es verstanden hat, nach dem Gassi im Treppenhaus, dann auf dem Parkplatz, dann unterwegs. Ich habe immer drauf geachtet, dass sie möglichst ruhig in dem Moment war. Wenn sie zu sehr aufgedreht ist, habe ich einfach abgebrochen. Aber stehen bleiben und warten, dass sie sich beruhigt, hat NIE geklappt. Sie hat mich dann einfach angebellt und da hatte sie den längeren Atem eindeutig. Deshalb bin ich einfach weiter gegangen und habe sie ignoriert. Was ich dann sehr praktisch fand, war das Kommando "weiter". Eigentlich war es einfach zum auflösen von sitz und platz gedacht, aber es funktioniert bei Hilda super, um zu signalisieren, dass die Übung beendet ist und sie von mir nichts mehr zu erwarten hat.
Dass sie sich an der Schleppleine von alleine umdreht und nach mir schaut, hat relativ lang gedauert. Ich habe damit angefangen kurz stehen zu bleiben und ihren Namen zu sagen, oder zu schnalzen. Dann das ganze im Laufen.Wenn ich zurück blicke, bin ich doch sehr zufrieden mit uns und dem, was wir erreicht haben. Mittlerweile läuft sie ohne Leine und der Rückruf sitzt so zu 90%. Dass sie vollkommen im Tunnel ist und uns gar nicht mehr beachtet ist schon echt ewig lang nicht mehr passiert.
Was ich im Nachhinein anders gemacht hätte, ist, dass ich schon früher angefangen hätte, aktiv Ruhepausen in die Gassirunden einzubauen. Also einfach auf eine Bank setzen, bis sie sich entspannt. Am Anfang hätte das eh nicht geklappt, aber ich hatte das auch ziemlich lang gar nicht auf dem Schirm. Ich dachte, die Ruhe draußen würde irgendwann mit der Zeit von alleine kommen. Dass sie irgendwann, wenn alles zur Gewohnheit geworden ist, einfach entspannter draußen ist. War sie aber nicht. Und jetzt üben wir "wenn Frauchen sich hinsetzt und entspannt, dann kann ich das auch machen".
Ich musste übrigens gerade schmunzeln, bei mir wurde vor 1,5 Jahren auch sofort behauptet, ich würde Hilda überfordern und viel zu viel machen. Von der gleichen Person
Aber man lernt seinen Hund irgendwann einfach so unglaublich gut kennen und entwickelt so seine eigenen Strategien. Das finde ich total toll und faszinierend. Nicht nur bei uns, auch bei anderen Hundebesitzern die wir so treffen. Jeder hat seine Baustellen. :)
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