Käfig, Kennel, Welpenauslauf - das Für und Wider

  • Haben Boxen im Auto eigentlich so etwas wie einen „Notausstieg“?
    Wenn einem beim Unfall der Kofferrraum eingedellt wird und die Box nur eine Tür hat, kriegt man den Hund im schlimmsten Fall doch gar nicht aus der Box raus, oder?
    Ich frage, weil ich vor Jahren einen Autounfall hatte und der Kofferraum in dem Pino war so demoliert wurde, dass er nicht mehr aufgemacht werden konnte. Pino konnte sich in die andere Ecke retten und über den Rücksitz rausgeholt werden. Mit Box hätte er das ganze wahrscheinlich gar nicht überlebt und wäre in der Box zerquetscht worden.
    Hat keiner von euch da Bedenken?

    Gute Boxen haben sowas.


    Meine vario cage von kleinmetall zum Beispiel. Ist für mich das wichtigste an einer autobox! Ohne Notausgang gäbe es das nicht für mich.


    Die Boxen von Schmidt gibt es auch mit Ausstieg.
    Gibt auch billige Boxen mit Ausstieg, aber die Box sollte eine gewisse Qualität schon mitbringen.


    Hätte keine Lust, dass ich daneben stehen muss und zusehe wenn mein Hund vielleicht da drinnen schmort oder verletzt vor sich vegetiert. Ob es bei manchen Unfällen sinnvoll ist den Hund sofort rauszuholen sei dahingestellt. Aber diese Option möchte ich für mich haben! Und nicht : hätte ich einen Notausgang gehabt, wäre mein Hund noch am Leben.

  • Wir haben auch eine Schmidt Box mit Notausstieg in einem unserer Autos, im zweiten haben wir eine Billigbox (altes Auto, ne teure rentiert sich nicht) die aber entsprechend leicht zu öffnen geht mit entsprechendem Werkzeug |)
    Primär gehts mir bei der Autobox aber darum, dass die Hunde auf Trainings/Turnier/Seminar gut im Kofferraum gesichert sein können und ich aber Heckklappe etc. ohne Bedenken offen lassen kann.
    Und sie fliegen mir im Auto bei einem Unfall nicht um die Ohren und können die Ersthelfer nicht fressen.
    Ich hab auch ein Kärtchen im Auto wer anzurufen ist, wenn ich nen Unfall hab um die Hunde zu holen. Den Herder bekommt sonst nämlich definitiv niemand aus dem Auto raus (außer die Diensthundestaffel |) ).


    Übrigens: Soweit ich weiß darf die Exekutive Hunde die einen Rettungseinsatz behindern auch töten, wenns die Situation erfordert. Ansonsten werden sie vom Tierschutz oder Polizei abgeholt sobald die Personen versorgt sind. Hab ich mir mal sagen lassen.
    Also Hunde in die Box im Auto, wenn die schwer verletzt sind und die Personen auch, gilt aber die Aufmerksamkeit sowieso nicht den Hunden, das ist einfach ein Risiko und Pech.

  • Wenn bei uns hier etwas passiert, wird von uns sofort ein Tierarzt hinzugerufen um sich um den Hund zu kümmern. Ist natürlich Unfallabhängig. Solange der Hund natürlich im Auto einen ruhigen Eindruck macht, bleibt er da erstmal.

  • Wieso macht ihr das so?


    Ja, ihr habt damit gute Erfahrungen gemacht. Aber wie ging das los? Wurde es jemals anders versucht?


    Ist das bei deinem Hund (jetzt ja Hunden) noch immer so, wenn du nicht anwesend bist, wird er/werden die begrenzt?



    Ich frag da gerade so detailliert nach, weil ich komplett gegenteilige Erfahrungen habe. (Deswegen hab ich auch erstmal deinen Beitrag genutzt - war so schön gegensätzlich)


    Box und Co. gab es nicht, außer nach OPs. (Im Sinne von, zum Aufwachen oder für ein paar wenige Tage) Und dann bekam die aktuelle Chefin Boxenruhe - bevor sie ein Jahr alt war. Für sechs Wochen.... Chefin anfangs = ADHS-Eichhörnchen. Die drehte schnell hoch. Fliegendes Blatt hier, Vogel da, eigentlich wollte sie gerade noch mit der Katze spielen aber dann hat sie 3 km entfernt einen Spatzen husten hören. Die drehte anfangs richtig schnell hoch, war aber auch ein Multitasking-Wunder.
    Wäre also eine wahre Herausforderung für die Boxenruhe gewesen.


    Aber sie hat Ruhe halt schon ganz am Anfang, peu a peu, überall und ohne Begrenzung gelernt. Klar erfordert das Geduld und Ausdauer. Aber langfristig ist es für alle einfacher und bequemer. Finde ich zumindest. Ich muss nix mitnehmen, ich muss nicht trennen, absperren oder oder oder. (Könnte ich bei so vielen Tieren auch mittlerweile gar nicht mehr realisieren, das jeder einzeln ist)




    Und zu euch allen - entschuldigt erstmal die Verspätung von mir und das ich das gerade so zusammenfasse aber: WOW! So viele Meldungen, so viele Aspekte, Perspektiven und Denkanstöße plus interessanter Faktoren. Da musste ich mich erstmal schichtenweise durchlesen.




    Meine Einstellung zu Kennel / Käfig /Box - wie auch immer man es nennt, ist erstmal negativ. Im Sinne von: Das kann ein notwendiges Übel sein. Damit ich den Hund mitnehmen kann, damit er sich beruhigt, weil er sich anders nicht geborgen fühlt etc. Das ist wie ein Medikament. Das kann notwendig sein. Aber schöner wäre es ohne. Und mein Ziel ist es immer, dass es ohne funktioniert.


    Was mich zunehmend stört ist die Selbstverständlichkeit, mit der Kennels zur Grundausstattung werden. Nicht hier im Forum, sondern als Trend allgemein. Die im US-Fernsehen haben immer alle welche, Cesar Millan hat die auch --> "Oh, muss ich auch direkt von Anfang an haben - egal, ob es anders ginge oder nicht". Da packt man den Welpen / Hund rein und schwupps, da (anfangs) für Erziehung zu Sorgen ist komplett unnötig. Das ist nicht, wie für einige hier, eine anfängliche Hilfe, eine Krücke, die dann irgendwann wegfällt, sondern es ersetzt die Erziehung. Es wird zur dauerhaften Verwahranstalt.
    Diese Funktion kann natürlich auch dadurch erreicht werden, dass die Hunde nur auf den Flur oder nur in einen bestimmten Raum dürfen. Bei Abwesenheit weggesperrt werden / sich nicht frei bewegen dürfen. Und natürlich ist das für den Menschen bequemer. Wozu soll der denn das Haus tiersicher gestalten, wenn man die Tiere einfach wegsperren kann?!


    Und so ticken nun einmal leider sehr sehr viele. Ich finde das Missbrauchspotential dabei einfach sehr hoch. Und den Trend, Käfige zu normalisieren, bedenklich. Wie gesagt, sehe ich hier weniger aber das DF ist da im positivsten Sinne auch nicht sonderlich repräsentativ, wenn es um Negativ-Trends geht.

  • @Superpferd
    das mit den kunststoffkennel ist mir bekannt,nur besser als keiner...oder hast du eine bessere idee? die einzige alubox für den rücksitz von kleinmetall können wir uns zur zeit leider nicht leisten(675.-€ für unsere hundegröße) und andere sind erst recht nicht rücksitzgeeignet.
    naja und bevor die box was abbekommt ,zumindest wenn hinten drauf gefahren wird,ist die im kofferraum an ehesten betroffen.
    und auch da überzeugt das matreial nicht was sicherheit angeht.einfach alustangen und presspappe mit kunststoffüberzug als wände.auch immer noch besser als die billigboxen mit flachalustreben und presspappe.plastikbox im kofferraum wäre noch schlimmer und stoffkennel erst recht.
    wir schauen gerade nach einer gebrauchten box von 4 pets o. kleinmetall vario cage für den kofferraum,für den rücksitz passen die leider nicht.
    als notlösung muß es aber wie bisher gehen.
    es gibt hier auch nicht nur ne matte in der box sondern gesteppte/wattierte babydecken ,damit wenigstens etwas gepolstert.....
    alles immer noch besser als einen lose im kofferraum o. auf dem rücksitz liegenden hund .



    lg kirsten

  • @straalster


    Ja, wir machen das das ganze Hundeleben lang so, dass die Hunde in unserer Abwesenheit begrenzt werden.


    Die Damen von meinen Eltern sind dann in der Küche untergebracht.


    Newton (und Hunter) sind in meiner Hauptwohnung im vorderen Teil von meinem Arbeitszimmer. Links und rechts steht jeweils ein Billy-Regal und in der Mitte gibt es einen Durchgang mit Kindergitter. In meiner Dienstwohnung habe ich die große Garderobe mit einem Kindergitter abgetrennt.


    Unsere Hunde sind das einfach so gewöhnt. Es ist für sie wie ein Ritual. Sie kommen in ihr „Kinderzimmer“ und wissen, dass sie jetzt alleine sind und Frauchen/Herrchen dann bald wiederkommt.


    Wenn ich Newton schon mal für einen kurzen Einkauf, etc. in der Wohnung hab liegen lassen, lag er bei meiner Rückkunft immer in Lauerstellung vor der Eingangstür. Wenn er im Arbeitszimmer ist, wacht er auf, wenn ich die Tür aufmache und blinzelt mich ganz verschlafen an.


    Bei Hunter werde ich das genauso handhaben. Fände ich auch komisch, es bei ihm nun plötzlich anders zu machen...


    Wie gesagt, unsere Hund bleiben allesamt vollkommen entspannt alleine. (Hunter wird natürlich erst sehr langsam daran gewöhnt, aber er macht auch schon große Fortschritte!)


    Was wäre jetzt genau meine Motivation diese Routine zu ändern? Den Hunden schadet es nicht und nur weil es dem ein oder anderen DF-Mitglied nicht passt, ändere ich es nicht. Es funktioniert seit Jahrzehnten gut.


  • Meine Frage ist - wie entstand das? Hat das anders nicht funktioniert? Wurde das anders probiert?
    Was war die Motivation hinter: "Die Hunde werden begrenzt"?

  • Meine Frage ist - wie entstand das? Hat das anders nicht funktioniert? Wurde das anders probiert?
    Was war die Motivation hinter: "Die Hunde werden begrenzt"?

    Ach so, jetzt habe ich die Frage verstanden. Keine Ahnung, wie das entstanden ist. Da gab es mich noch nicht. Nachfragen kann ich leider auch nicht mehr, da mein Uropa schon längst verstorben ist und mein Opa vor zwei Jahren. Ob meine Mutter das jemals hinterfragt hat, weiß ich nicht, aber die könnte ich mal fragen.


    Ich bin hier ins DF gekommen als Newton schon 5 Monate alt war. Bis dahin war es mir vollkommen unbekannt, dass es offenbar Hunde gibt, die nicht problemlos alleine bleiben. (War tatsächlich so!)


    Naja und da dachte ich mir, so falsch kann unser Vorgehen nicht sein, wenn keiner unserer Hunde jemals ein Problem damit hatte.


    Ob was Anderes auch funktionieren würde? Keine Ahnung. Ganz ehrlich, ich will es auch nicht ausprobieren. Meistens ist die Hunde-Erziehung doch eher ein ganzheitliches Konzept. Wenn man einen Bestandteil ändert, fällt vllt alles zusammen? Keine Ahnung.


    Und für mein Alltagsleben ist es einfach absolut nötig, dass meine Hunde stundenweise alleine bleiben können. Ich möchte da ehrlich gesagt auch keine Experimente machen...


    Ich hoffe, ich habe jetzt die Frage einigermaßen zufriedenstellend beantwortet.

  • Ich bin hier ins DF gekommen als Newton schon 5 Monate alt war. Bis dahin war es mir vollkommen unbekannt, dass es offenbar Hunde gibt, die nicht problemlos alleine bleiben. (War tatsächlich so!)

    Geht mir ehrlich gesagt bis heute so ähnlich.
    99,9% der Hunde die wir im Alltag so treffen bleiben problemlos allein. Ohne minütliche Steigerung, etc.
    Eine so deutliche Anhäufung von Hunden, die nur mit minutiösem Training allein bleiben treffe ich ausschließlich im DF.

  • Total passend zum Boxenthema haben wir gerade eben einen kleinen Fundkater gebracht bekommen, der die nächsten vier Wochen im kleinen Quarantänezwinger verbringen wird, weil er einen gebrochenen Oberschenkel hat. Bei Katzen muss das Klo ja auch noch reinpassen, aber mehr als ein kleines Klo und nen Futternapf hat er nicht; Wassernapf hängt am Gitter. Ich hoffe, der Kurze wird wieder gesund.

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