Berührende Worte eines Tierheimhundes

  • Wenn ich dieses Bild auf @Boomerangs Beispiel übertrage, dann gibt es mehrere Leute, die sich die Arbeit am Pool teilen.

    1 stellt ein Brett rein und hält das Problem für gelöst

    1 fischt weiterhin die Igel raus, die trotz Brett nicht allein rausfinden

    1 überlegt, was man grundsätzlich ändern könnte, damit gar nicht erst Igel reinfallen


    Wer ist nun besser?

    Der Rausfischer, der einzelne Igel rettet?

    Der Brettersteller, der die zu "dummen" Igel dem Tod überlässt?

    Der Nachdenker, der bis zu einer Lösung weiter Igel ertrinken lässt?


    Es ist völlig OK, dass jemand lieber den Nachdenker unterstützen will und jemand anders die Rausfischer unterstützt und ein dritter dem Brettersteller hilft, die Lebensdauer des Bretts im Wasser zu erhöhen. Aber das heißt nicht, dass die Rausfischer oder der Brettsteller oder der Nachdenker bessere/schlechtere Igelrettungsarbeit machen. Wenn die 3 zusammen arbeiten (würden), DAS wäre ideal.


    *träum*

  • Man müsste es aber so sehen, dass immer und immer mehr Igel in den Pool fallen, als die Helfer rausfischen können.


    Deshalb muss - trotz der Helfer, deren Hilfe natürlich akut sehr wichtig ist - langfristig ein Brett in den Pool (Hilfe für die bereits im Pool befindlichen Igel) und zusätzlich ein Zaun um den Pool, damit die Igel gar nicht mehr in den Pool fallen.


    Denn trotz Helfer und trotz Brett ist die beste Möglichkeit nämlich die, dass überhaupt kein Igel mehr in Not geraten muss.



    Wie gesagt - im ersten Moment spricht überhaupt nichts gegen das rausfischen. Nur nehme ich bewusst leid in Kauf, wenn ich auch langfristig gesehen zulasse, dass immer und immer wieder Igel in den Pool fallen und in Todesangst versuchen sich zu befreien.

    Auch, wenn ich sie dann danach rette, sollten sie gar nicht in diese Notlage geraten müssen.

  • Ja. Da dreht sich das Rad auch wieder ein bisschen. Denn dafür, wirklich einschneidend was zu verändern, müsste die Politik mitziehen.


    Und die kriegt ja noch nichtmal ne vernünftige europäische Politik gebacken, notleidende Menschen zu unterstützen.


    Also weiter das oder die Eckchen suchen, an denen man stricken kann bzw. mag. Oder eben nicht.

  • Außerdem gibt es nicht nur diesen einen Pool.

    L. G.

    Es ist aber bei jedem Pool die gleiche Situation :ka:


    Außerdem muss man doch auch nicht alles wörtlich nehmen - Runa-S wollte doch an dem Beispiel nur verdeutlichen, um was es ihr geht.

  • Ist richtig - und es saufen auch nicht nur Igel ab.


    Aber wenn ich anfange, in diesen Dimensionen zu denken, ist der Weg zum „ist doch eh alles Mist und sinnlos“ mir zu kurz. Lieber suche ich mir ein paar Pools und ein praktikables Eckchen zum werkeln. Homo Politicus bin ich eher nicht.


    Deshalb bleib ich auch lieber konkret als bei Metaphern.


    Edit: Bezieht sich jetzt auf die vielen Pools.

  • Ich kenne das und habe das selber gesehen (ehemaliges Jugoslavien), 2 Wochenlang, auf einem Grundstück auf das wir nicht durften. Bei der ersten Begegnung hat er noch jämmerlich gebellt, am 2ten Tag nur noch gejault, irgendwann war es still und nach ein paar Tagen hat es angefangen zu stinken. Aufgrund des Geruchs durften wir auf das Grundstück... hätte ich drauf verzichten können. Der Kadaver wurde entfernt, die Woche drauf war ein neuer Hund da.

    Warum durftet ihr nicht auf das Grundstück und was wäre passiert, wenn ihr trotzdem hingegangen wärt?

  • Warum durftet ihr nicht auf das Grundstück und was wäre passiert, wenn ihr trotzdem hingegangen wärt?

    Das hätte einen mindestens tierischen Einlauf gegeben. Private Grundstücke ohne Befehl oder konkreten (Einsatzrelevanten) Verdacht zu betreten verstößt gegen das Einsatzmandat der KFOR. Und ein Hund fällt da nicht drunter, schließlich ist davon ca. 1x die Woche einer im Minenfeld in der Altstadt explodiert...


    In einem Kinofilm hätte es plötzlich nach Gas gerochen oder wir hätten einstimmig einen Hilfeschrei gehört... das Real auszutesten hatten wir dann doch keine Lust. Knast, Dienstzeitende, Geldstrafe.. alles im Rahmen der Möglichkeiten.

  • Und ich kann und mag mir die Situation innerhalb eines solchen Einsatzes nicht vorstellen, aber ich denke schon, dass da auch ungeachtet der möglichen dienstlichen Sanktionen ein sehr sensibler Umgang gefordert ist - schwierig, das Ganze.

  • warum reden soviele eigentlich so abstrakt von "Tierschutz"? Eigentlich geht uns das ja alle an, und jeder kann auf seine Weise seinen Beitrag leisten. Für mich ist das nicht der Tierschutz, der irgendwas will, sondern aktive Menschen, die einen Beitrag leisten möchten, daß die Welt für manche ein wenig besser wird. Klingt blöd, aber ich glaub man versteht was ich meine.

    Und Oma Müller füttert vielleicht die Streunerkatzen und läßt die ein oder ander kastrieren und tierärztlich behandeln und das ist eben ihre Art für ein paar Katzen etwas zu verbessern.

    Ist es perfekt? Nein. Muß es perfekt sein? Nein.

    Aber ehrlich muß es sein, also ehrlich im Sinne der Tiere.


    Warum sich im Ausland nichts ändert? Tja, ich stelle mal die Frage, warum sich in Deutschland nichts ändert? Weil es für Tierschutz auch immer durchgreifende Organe benötigt. Vetamt, Tierärzte, Polizei.

    Massenzucht in Dtl - klar gibt es die immer noch, auch bei Hunden, nicht nur bei "Nutztieren". Vielleicht nur noch wenig, weil man in Nachbarländern wie Polen eben noch billiger die Ware Hund produzieren kann. Massenzucht in Dtl war nie ein wirklich großes Thema. Nie. Es wurde immer erfolgreich tot geschwiegen. Niemand fühlte sich wirklich bewogen, bestehende Gesetze durchzusetzen und tausende von Hunden lebten und leben und starben und sterben qualvoll in den Scheunen der Massenzüchter mitten in Deutschland.

    In der Theorie dürfte es solche Orte in Dtl gar nicht geben. In der Praxis gibt es sie.


    Es wird innerhalb unseres Landes nur ein Ende haben, weil wie schon gesagt außerhalb unserer Grenzen noch billiger produziert wird. "Wühltischwelpen". Nun plötzlich ein bisschen ein Thema.

    Jeder Mensch kann ein Tierschützer sein, auf seine Weise, mit seinem Weg. ja es gibt durchaus die verschrobenen Leute, die seltsamen Orgas, aber als mündiger Bürger kann ich entscheiden, wen oder was ich unterstützen möchte.

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