Der "gefährliche" Hund Teil 2
- Helfstyna
- Geschlossen
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Klingt logisch - leider scheint man da sehr wenig Genaues zu wissen.
Achtung, jetzt kommt pure Spekulation: Bei einem Hundetyp, der viel zu oft von Leuten gezogen wird, die überhöhte Aggression nicht als unerwünscht, sondern als so richtig cool betrachten, könnte die Gefahr sehr viel größer sein, dass so ein vermeintlich voll krasser Beisser sogar noch positiv gesehen wird, die Gestörten also nicht automatisch aus der Zucht genommen werden - eher im Gegenteil.
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edit: sorry, habe den Glückskeks rausgenommen, bin so langsam beim schreiben...
Zum Thema: Als ich so um die 12 Jahre alt war, hatten wir in der Umgebung einige Golden Retriver aus Hobby-Zucht, von denen nicht nur einer plötzlich ausgetickt ist (da war vor Internet und Co, die sind an sich alle irgendwo in der Nähe gelandet). 2 davon wurden letztlich eingeschläfert und die Hobby-Zucht (ohne Papiere, nur man hatte halt die Elterntiere) tatsächlich untersagt. Und damals war das sicher nicht üblich, wohl eher der Richtige/Wichtige hier im ländlichen Raum hat einen Aufstand im Rathaus/Vet-Amt gemacht.
Aber das war nach allen Schilderungen genau so: häusliches Umfeld, "normale" Situation, plötzlich biss der GR wild um sich. Bei tatsächlich mehreren aus der "Zucht".Aber ist sicher vieles denkbar. Dieses "Schalter umlegen" (wenn auch immer mit zumindest einem gewissem Anlass) hatte Grisu (Aussie) ja auch. Der hat erst reagiert und dann gedacht. Völlig egal, ob er selbst etwas abbekam. Der hat sich ja mehrfach im Leben ohne jedes Zucken einer lebensgefährlichen Situation ausgesetzt. So für mein Empfinden hat da jeglicher Selbsterhaltungstrieb gefehlt (braucht man an Rindern vermutlich).
Und ja, es schrieb schon jemand: Drohen kann das Fünktchen zu viel sein, um nicht (sein Leben) zu verlieren. Grisu hat gedroht, so ungefähr 3 Millisekunden lang.
Aber er war nicht "krank" und immer (ok, fast immer) nett mit Menschen. Aber im Zweifelsfall kannte der nur "vorwärts". Dabei würde ich behaupten, der war an sich klar im Kopf. Wenn ich mir das aber gepaart mit schlechter Aufzucht, noch weniger Differenzierung seitens des Hundes oder schlechtem Handling durch den Halter vorstelle.
Mit Smilla auf der anderen Seite habe ich ja nun mehr als deutlich vor Augen, was situative neurologische Störungen in Stress-Situationen sind! Ihre äußern sich ja völlig anders, sind aber rein stressbedingt. Und Stress kann auch schon größere (Vor-)Freude sein oder halt allgemeine Aufregung. Zumindest zu den Hoch-Zeiten ihrer Krankheit. Das Gehirn macht schon mal merkwürdige Dinge (und nein, Epi ist es bei Smilla nicht). Die völlige Kontrolle hat der Hund da aber nicht mehr.
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Zitat
cocker rage syndrom oder auch sudden onset rage ist bis heute nicht wirklich wissenschaftlich erforscht.
Der Lichtblick dabei: dann scheint es ja nicht so verbreitet zu sein, dass es ein echtes Problem ist. Sonst würde sich Forschung eher lohnen.
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Es gibt eine Studie von Ilana Reisner zu dem Thema und eine wissenschaftliche Studie der veterinärmedizinischen Fakultät Barcelona. Man vermutet einen Zusammenhang mit einem Gen, das zum einen an der Pigmentierung zum anderen an den Cortisolbindungsstellen beteiligt ist.
Auffällig war bei der Studie in Barcelona, das die auffälligen Cocker allesamt einen zu niedrigen Serotoninspiegel aufwiesen.
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Zitat
Dieses "Schalter umlegen" (wenn auch immer mit zumindest einem gewissem Anlass) hatte Grisu (Aussie) ja auch. Der hat erst reagiert und dann gedacht. Völlig egal, ob er selbst etwas abbekam. Der hat sich ja mehrfach im Leben ohne jedes Zucken einer lebensgefährlichen Situation ausgesetzt. So für mein Empfinden, hat da jeflicher Selbsterhaltungstrieb gefehlt (braucht man an Rindern vermutlich).
So sind viele Terrier und andere Arbeitshunde ja auch drauf, wenn es um den Job geht. Meine Seniorin war vorgestern absolut bereit zu jedem Opfer, um dafür die wütende Ratte zu erwischen, so dass ich sie wegtragen musste. Das Supersensibelchen hätte sich die Nase abbeißen lassen und trotzdem weiter zugefasst. Aber da gibt es eben immer einen Grund oder zumindest irgendeinen Auslöser, der bei diesen kranken Wutattacken so total fehlt.
Es sei denn, man will so weit gehen und bei diesen XL-Bullys unterstellen, ihr Job sei eben das Zusammenbeißen von Menschen....
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cocker rage syndrom oder auch sudden onset rage ist bis heute nicht wirklich wissenschaftlich erforscht.
Der Lichtblick dabei: dann scheint es ja nicht so verbreitet zu sein, dass es ein echtes Problem ist. Sonst würde sich Forschung eher lohnen.
Wobei ich das sehr merkwürdig finde, im Vergleich zu Smilla. bei "Cocker-Wut" hängt ja viel mehr dran (an Leid für andere und verbreitet ist ihre Anomalie ja nun nicht gerade). Bei Smilla wurde aber schon (über Deutschland hinaus) sehr viel Forschung betrieben, das war ein wirklich großes Projekt. Da sollte ein plötzlich wild um sich beißender Hund doch an sich höhere Priorität haben
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edit: und schon wieder zu langsam. Danke Irish Terrier
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Zitat
cocker rage syndrom oder auch sudden onset rage ist bis heute nicht wirklich wissenschaftlich erforscht.
Der Lichtblick dabei: dann scheint es ja nicht so verbreitet zu sein, dass es ein echtes Problem ist. Sonst würde sich Forschung eher lohnen.
Naja.... Cocker neigen dazu. ebenso Golden Retriever, einiger Terrierrassen, der american Cocker, der Berner Sennenhund und der deutsche Schäferhund..... und es gibt einen Gentest für idiopathische Wut für den Malinois...
So ganz selten ist es offenbar doch nicht.
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Dann ist wirklich nicht zu verstehen ,dass da nicht mehr passiert.
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und es gibt einen Gentest für idiopathische Wut für den Malinois...
Wie bereits geschrieben: Nein. Dieser eine komische Test taugt nix..
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Das gabs bei Menschen so ähnlich auch mal, die Theorien um das sogenannte „Krieger-Gen“, die sich aber als nicht haltbar erwiesen haben. So einfach wird sich die Antwort nicht gestalten, denke ich.
Aber wenn hier ggf. tatsächlich eine vererbte Neigung zu aggressiven Aussetzern auf Größe und Kraft trifft in Kombi mit einem Körperbau, der für Einschränkungen und Schmerzen prädestiniert ist und Haltern, die sowas (seis auch noch so wohlmeinend) schick finden, da hat man schon ein recht gutes Erklärungspaket beisammen.
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