Der "gefährliche" Hund Teil 2

  • Es ist während einer Beißerei, die offensichtlich im vollen Gange war, passiert. Das ist doch was vollkommen anderes als "Mein Hund zerfleischt mich, weil ich ihm was verbiete".


    Und der Vergleich mit dem gewalttätigen Ehemann hinkt auf allen Beinen.

  • Ok, Helfstyna : deine Hunde sind angeleint, sie bekommen sich aus welchen Gründen auch immer in die Wolle. Du greifst ein. Einer deiner Hunde beißt dich massiv mehrfach in den Bein, lässt sich dabei offensichtlich nicht so einfach stoppen, so dass das Bein abgebunden werden muss und du dann notoperiert wirst.


    "Normale" Situation?


    Macht der Hund halt dann?


    Ich hab genug Mist mit Smilla durch (mit starken Schmerzen, Anfällen, sehr schlimme TA-Situationen,


    genug bei Grisu reingegriffen,


    ich persönlich finde das in dem Ausmaß nicht im Mindesten normal. Nicht in einer "Alltagssituation".

  • Also, meine Bisswunden stammten alle von Familienhunden.


    Meine eigenen Gebrauchshunde kann ich völlig hirnlos auch in einer Beißerei anpacken und sogar wegziehen. Null Tendenzen sich umzudrehen.


    Ja, ich weiß, dass es da auch andere gibt. Aber ich wollte auch mal ein anderes Beispiel geben, sonst brennt sich wieder überall ein, dass sowas nur Gebrauchshunde täten..

  • und nein, ich hatte noch keine "krassen" Hunde, aber auch nicht nur Blümchen.

    Das hat doch nix mit krass zu tun (und auch nicht mit verbieten..).

    Pan ist sowas von nicht krass und wenn der sich beisst, dann weil er sich wehrt (mAn uebertreiben, aber nun denn). Und er ist in dieser Situation nicht ansprechbar. Das allein zeigt schon in welchem 'Film' der ist..

    Als der sich vor zig Jahren mal mit Kalle gepruegelt hat, hab ich Kalle angefasst, ihm gesagt er soll aufhoeren und Kalle hat losgelassen und wollte weg. Pan hing aber an ihm und dem musste ich tatsaechlich die Luft abdrehen. Eben weil er nicht ansprechbar war. Der haette sich weder das festhalten/beissen verbieten lassen, noch haerte ich ihn mittels Kommando zum trennen bekommen. Das waere schlicht nicht im Hirn angekommen. Und ja.. der haette mich da mAn auch gebissen. Aber eben nicht mich als seine Bezugsperson.

    Und das macht fuer mich einen riesengrossen Unterschied!!


    Der ist kein Gebraushund, kein harter Hund, kein krasser Hund, kein Hund der anfaengt.

    IN der Situation ist (oder war) er aber in einem absoluten Tunnel und zumindest ich gestehe das einem Hund auch zu.

  • Die Erwartung, dass er nicht wild um sich beißt, wenn der Halter etwas verbietet und das im Zweifelsfall auch in den Halter?

    Häh? Wo hat der Halter was verboten?


    Wenn ich mich als Mensch in einen Konflikt von Tieren untereinander einmische, wobei wir bei dem Artikel als Diskussionsgrundlage keine Ahnung haben, worum es da ging, muss ich schlicht damit rechnen, dass die Tiere so aufeinander fokussiert sind, dass die nicht auch noch aufs Drumrum achten.


    Das wird in jeder Sachkundeprüfung abgefragt.

    Deshalb lautet die richtige Antwort bei "was tun Sie, wenn" offiziell: ich mische mich nicht ein.


    Macht kein Mensch, ich auch nicht. Aber ich erwarte in so einem Moment von einem Tier erstmal nichts. Wenn ich die getrennt habe und die wieder atmen - dann fange ich an Contenance zu erwarten. Eher nicht. Und das gilt nicht allein für Hunde.

  • Lächerlich ist das gar nicht gemeint - mir machen tatsächlich diese Erwartungen an Tiere allmählich Angst.

    Danke. Wenn die Gesellschaft grundsätzlich erstmal akzeptieren könnte, dass Hunde eben beißen, so wie Pferde eben treten, dann wäre ein vernünftiger erster Schritt gemacht.

    Ich finde allerdings, dass es für die Gefährlichkeitsfeststellung nicht unerheblich ist, wenn der Hund seinen eigenen Besitzer beißt. Wenn man grundsätzlich beißende Hunde als gefährlich betrachtet, dann ist es erstmal egal, ob und wie sich eine Gefährlichkeit im Alltag realisieren könnte, es ist alleine die Tatsache des Bisses, die eine Gefährlichkeitsvermutung indiziert.
    Diese Gefährlichkeitsfeststellung stellt ja nicht die Frage nach einer korrekten und sorgfältigen Führung des Hundes und auch Fahrlässigkeit und Sachkunde des Halters spielen keine Rolle. Es geht allein darum, ob der Hund Verhaltensweisen zeigt, die der Gesetzgeber als gefährlich einstufen würde, wie z.B. in einen Menschen zu beißen.

  • Danke. Wenn die Gesellschaft grundsätzlich erstmal akzeptieren könnte, dass Hunde eben beißen, so wie Pferde eben treten, dann wäre ein vernünftiger erster Schritt gemacht.

    Na ja. Wissen, dass Hunde beißen; den Hund aus den dürftigen Infos nicht als "reißende Bestie" zu kategorisieren - machen hier doch alle. So eine Zuspitzung tut weder gut noch ist sie irgendwie hilfreich.


    Auch dass sich Hunde umdrehen können, im Tunnel, hat doch keine (?) in Frage gestellt und sicherlich viele von uns mal bei einem unserer Hunde auch erlebt.


    Auseinander geht es bei der Frage wie "normal" es ist, dass der Hund nicht einmal die Halterin erwischt, sondern mehrfach zubeißt (soweit zumindest die Infos, die wir haben).


    Sieht keiner (?) hier als Beweis für die Gefährlichkeit per se - aber dass da näher hingeguckt wird? Finde ich jetzt auch nicht völlig überzogen.

  • Danke. Wenn die Gesellschaft grundsätzlich erstmal akzeptieren könnte, dass Hunde eben beißen, so wie Pferde eben treten, dann wäre ein vernünftiger erster Schritt gemacht.

    Na ja. Wissen, dass Hunde beißen; den Hund aus den dürftigen Infos nicht als "reißende Bestie" zu kategorisieren - machen hier doch alle. So eine Zuspitzung tut weder gut noch ist sie irgendwie hilfreich.

    Solange die Gesetzeslage so ist, dass allein der Biss eines Hundes eine Gefährlichkeitsfeststellung begründet und zu Auflagen für den betreffenden Hund führen kann, werde ich das genau so auch weiterhin aussagen und empfinde meine Aussage dabei auch nicht als Zuspitzung.



    Zitat

    Sieht keiner (?) hier als Beweis für die Gefährlichkeit per se - aber dass da näher hingeguckt wird? Finde ich jetzt auch nicht völlig überzogen.



    Bei der schwere der Verletzung halte ich eine Überprüfung nicht für überzogen. Dabei sollte man aber auch nicht aus den Augen verlieren, dass eine Einstufung eine recht folgenschwere Entscheidung (insbesondere für den Hund) ist und der Hund trotz einer positiv verlaufenden Überprüfung nie mehr als unauffällig auf dem Amt gilt und der ganze Vorgang mit nicht ganz unerheblichen Kosten und Belastung für den Halter verbunden ist.
    Ich finde es eben sehr irritierend, wenn man jeden Hund nach einem Biss so behandelt als würde dieser Hund gleich um die nächste Ecke biegen und Menschen schwerst verletzen.

  • Die Erwartung, dass er nicht wild um sich beißt, wenn der Halter etwas verbietet und das im Zweifelsfall auch in den Halter? Panik mal außen vor, das ist etwas anderes. Ich finde da gar nichts normal dran (außer strake Schmerzen/Panik), wenn es sich um ein "Rudelmitglied" handelt

    aber genau das meine ich ja - wir wissen gar nicht, warum dieser Hund seine Halterin gebissen hat. Vielleicht war er in Panik, vielleicht hatte er Schmerzen - das ist einfach unklar.

  • Auseinander geht es bei der Frage wie "normal" es ist, dass der Hund nicht einmal die Halterin erwischt, sondern mehrfach zubeißt (soweit zumindest die Infos, die wir haben).

    Naja, warum sollte er danach aufhören, wenn er grad im Tunnel ist? Hat das Fleisch anders geschmeckt und er hat dadurch ne Erleuchtung bekommen? Ich stell mir die Situation eben so vor, dass der Hund so im Tunnel war, dass er nicht gemerkt hat, was da zwischen den Zähnen ist. Und das ist ja jetzt auch nichts, was mehrere Minuten dauert und wo der Hund Denkpausen einlegt, da wird innerhalb von Sekunden mehrmals zugebissen

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