Erster Hund, Tierschutz oder Züchter

  • Ich habe eine Hündin aus dem Tierschutz, ein Direktimport aus Rumänien und ein Goldstück und Sechser im Lotto. Aller anderen Hunde - 7 insgesamt, die mich in meinem langen Leben begleitet haben, - waren

    vom Züchter, davon 5, die solche Probleme hatten, dass sie Keiner haben wollte. Aber ich denke, dass ich mit meiner Rumänin das Glück gehabt habe, eine Orga ausgesucht zu haben, die top ist und solche Beschreibungen und Videos liefert, dass man ein komplettes Bild vom Hund bekommt. Dieses Glück hat nicht Jeder. Mein Chihuahua kam von einer Züchterin mit hochprämierten Hunden - und ist mit 6 Jahren gegangen. Auch das kann passieren. Ich wünsche Euch Glück bei einer Entscheidung, zu der eigentlich Keiner raten kann. Aber irgendwie glaube ich daran, dass nicht w i r die Hunde aussuchen, sondern s i e

    uns. Es bekommt Jeder den Hund, den er braucht.

  • Aber irgendwie glaube ich daran, dass nicht w i r die Hunde aussuchen, sondern s i e

    uns. Es bekommt Jeder den Hund, den er braucht.

    Das erklärt warum ich den unverträglichen, aggressiven Panikhund abbekommen habe. :ugly:


    Zum Thema. Grundsätzlich kann beides für euch zutreffen. Aus meiner Erfahrung kann ich euch nur rateb beim Kennenlernen von Tierschutzhunden in euren realen Lebensumstände den Umgang zu testen. Im Tierheim war meine Hündin schüchtern, ruhig, aber voller Energie. Beim mehrmaligem Gassi auf dem Feld hinterm Tierheim sehr energiegeladen, aber nett. Da konnte keiner ahnen, dass sie richtig Stress wegen Mülltonnen, Papier, Bierflaschen, Regenschirmen, Autos, Wind, Menschen, Tieren etc. hat.


    Also natürlich ist das für euch alles möglich. Es gibt übrigens auch beim Züchter teils erwachsene Hunde, die z. B. aus der Zucht ausgeschlossen wurden. Da könnt ihr auch mal schauen.

  • Bzgl. Stubenreinheit möcht ich noch anmerken:

    Tierschutzhunde sind nicht automatisch stubenrein. Oft eher das Gegenteil, vorallem wenn sie vorher nicht im Haus gelebt haben wie etliche Auslandshunde.

    Erwachsene Hunde sind körperlich besser in der Lage einzuhalten,als Welpen. Heißt aber nicht, dass sie das tun.

    Kann sehr unterschiedlich ausfallen. Alle meine Tierschutzrüden haben anfangs im Haus markiert, oder auch richtig gepinkelt. Der hartnäckigste Fall hat 3 Wochen die Schlafzimmerwand angepinkelt. Zwischen 1em Tag und 6 Wochen war hier so die Norm, bis nix mehr rein ging, der Yorkie aus reiner Wohnungshaltung wurde aber nie mehr komplett stubenrein und im Bekanntenkreis haben manche ausgewachsene Hunde zumindest Monate gebraucht.

    Auf Pinkelunfälle muss man bei Tierschutzhund genauso gefasst sein, wie bei Welpe. Und Durchfall, wegen Stress, Futterumstellung, grad bei Auslandshunden auch nicht behandelten Parasiten.

  • Unser erster Hund war ein Tierschutzhund. Sie war 2 Jahre alt, kam aus Spanien, war aber bereits in D. Sie hat noch nie richtig Probleme gemacht. Sie hatte Anfangs nur totale Angst vor anderen Hunden. War aber immer handelbar und nie aggressiv. Nächstes Jahr wird sie schon 17. ?


    Bei euren Ansprüchen würde ich auch vielleicht im Tierschutz suchen. Wenn ihr nicht so stark auf Rasse, Größe und Alter festgelegt seid, findet ihr bestimmt einen super Hund. Ich bin übrigens ein Freund davon einen Hund von einer Pflegestelle zu nehmen. Die wissen in der Regel sehr genau wie der Hund so in der Familie ist und was es für Probleme geben könnte. Ich war selbst Pflegestelle und man merkt einfach schnell wie die Hunde ticken.

  • Ich kenne unkomplizierte und komplizierte Rassehunde und Tierschutzhunde.


    Es kommt denke ich darauf an, was einem wichtig ist.

    Es gibt tplle Rassehunde und tolle Mischlinge.

    Sehr viele nette Hunde gibt es auch auf Pflegestellen

  • Ich würde inzwischen als Ersthundehalter nur noch zum Züchter gehen.

    Du weisst was du für eine Rasse bekommst, mit etwas Spielraum das Wesen, die Eltern werden auf die typischen Krankheiten getestet, er wird gut geprägt usw. Es gibt auch immer wieder erwachsene Hunde beim Züchter.


    Aus dem Tierschutz weisst du nie was da vielleicht schief gegangen ist bei der Aufzucht, wer mit wem verpaart wurde und bei ner Mischung wirds nochmal komplizierter.


    Auf gar keinen Fall solltest du einen Direktimport aus dem Ausland nehmen, das geht häufig völlig in die Hose, weil entweder gelogen wird bis sich die Balken biegen, die Leute schlicht keine Ahnung haben was sie da vermitteln, oder der Hund sich hier völlig anders gibt. Gerade aktuell gibt es hier ein Thema wo der Käufer statt nem kleinen Mitlaufhund für den 5. Stock nen Herdenschutzmix bekam.

    Klar, gibt auch andere Fälle, aber man muss mit allem rechnen und das ist gerade für Ersthundehalter schwierig.

  • Egal ob Tierschutz oder Züchter,

    die Auswahl/Recherche zur Herkunft und zur Rasse sind sehr wichtig.

    Sowohl bei der Zucht als auch beim Tierschutz tummeln sich schwarze Schafe und das Risiko einen unpassenden Hund zu bekommen, ist bei schlechter vorbereitung gleichermaßen groß.


    Die Suche nach einem guten Tierschutzverein kann sich genauso zeitaufwendig gestalten wie die Suche nach einem guten Züchter.

    Aber Beides ist kein Hexenwerk wenn man sich vorher schlau macht und nicht zu emotional rangeht.


    Für einen Züchterhund (gut ausgewählt!) spricht

    - man weiß über Herkunft und die ersten wichtigen Lebenswochen bescheid

    - Gesundheit und Wesensfestigkeit sind bestmöglich auf die jeweilige Rasse abgestimmt

    - man kann den Welpen von Beginn an auf den eigenen Alltag/die eigenen Lebensbedingungen/die eigenen Ansprüche prägen

    - Ersthundehaltern mit kleinen Kindern rate ich eher zum Welpen vom guten Züchter


    Bei euch sehe ich eher einen gut ausgesuchten Tierschutzhund. (ab 3 Jahren)

    Ihr sucht einen unkomplizierten Begleithund der locker flockig im Alltag neben her läuft.

    Das macht ein Welpe/Junghund in der Regel nicht. Welpen sind nicht einfach kleine Hunde - sie haben ganz andere Aktivitätszeiten und Bedürfnisse als ausgewachsene Hunde.

    Zu oft werden von Ersthundehaltern Ansprüche gestellt die ein Welpe/Junghund nicht erfüllen kann (weil zu viel bunte Knete im Kopf) - als Ersthundehalter hat man auch noch nicht so viel Erfahrung/Wissen mit Situationen umzugehen oder die Hundesprache zu deuten - oft fehlt einfach eine Art Bauchgefühl welches sich erst im Zusammenleben entwickelt.

    Den Welpen von Anfang an prägen und erziehen zu können klingt romantisch - zu viele Hundehalter versauen sich aber diese wichtige Lebensphase durch Unverständnis und Überforderung.

    Das führt oft zu Problemen und Stress im Alltag mit Hund.

    Und vor allem deine Mutter wäre dann damit konfrontiert da du viel in der Schule - später Ausbildung bist.

    Man sagt im Schnitt dauert es 3 Jahre bis ein Welpe "fertig" ist - ihr also einen unkomplizierten Begleithund habt.

    (Es gibt hier im Forum mehr "Oh Gott, mein Welpe überfordert mich" - Beiträge als "der Tierschutz hat mir einen falschen Hund vermittelt"-Beiträge)


    Natürlich ist auch ein Tierschutzhund nicht risikofrei.

    Es kommt tatsächlich nicht soo selten vor dass man mit dem erwachsenen Tierschutzhund auch Schwierigkeiten im Alltag hat.

    Aber man kann durch gute Recherche und Überlegungen und Geduld das Risiko minimieren einen unpassenden Hund zu bekommen.


    Z.B. sollte man als Ershundehalter auf keinen Fall einen Hund nur vom Bild nehmen. Ein vorheriges kennen Lernen ist wichtig.

    Man kann auch (vermutlich gegen Aufpreis) einen Hundetrainer fragen ob der zum angucken mitkommt und euch berät - der kann den Hund deutlich besser einschätzen.

    Ein gutes Prüfen des Tierschutzvereins/Pflegestelle - genaues Hinsehen und hinterfragen von deren Arbeit helfen außerdem, die Spreu vom Weizen zu trennen.


    Viel Spass bei den weiteren Überlegungen!

    Die Vorbereitungszeit ist so spannend! =)


    Zu meiner persönlichen Erfahrung im Umfeld:

    Hier gibt es genauso viele unkomplizierte Tierschutzhunde wie Züchterhunde.

    Ich kenne eine Hündin aus dem Tierheim mit Deprivationsschaden (das ist kein Spass) und 2 Hunde die als Welpe angeschafft wurden und schon gebissen haben.

    Mein eigener Hund war nur vom Bild ausgesucht, er kam mit 2.5 Jahren aus Polen zu uns. Wir haben das große Los gezogen und einen so unkomplizierten, gut sozialisierten, ausgeglichenen "fertigen" Lebensbegleiter bekommen. Einen Welpen hätte ich damals sicher nicht so gut hinbekommen - heute sieht das anders aus.

    Dennoch würde ich nicht nochmal einen Hund adoptieren den ich nur vom Bild her kennen - ich weiß jetzt einfach was schief laufen kann ^^

  • Einem Ersthundehalter empfehle ich persönlich immer den Gang zum Züchter.

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