Meine französische Bulldogge fiept ständig

  • Bei uns heißt „Ruhe“, dass jetzt eine Pause angesagt ist. Wurde bei den Junghunden aber von Anfang an aufgebaut, zuerst mit ins Bettchen/Körbchen/etc. gehen, für das Bleiben dort wird Aufmerksamkeit zuerst gegeben und eine Beschäftigung angeboten (Kauspielzeug o.ä.), mit der man zur Not zuerst auch gemeinsam „spielt“ (aber nicht gerade zergeln - Interesse daran zeigen reicht). Dabei das Signalwort „Ruhe“ gegeben und reichlich gelobt, wenn ruhige Beschäftigung angenommen wurde. Nach und nach verknüpften die Hunde das Wort mit dem angenehmen entspannten Zustand - und werden automatisch entspannter wenn wir es aussprechen. Unabhängig vom Ort, nun auch ohne Körbchen und Spielzeug - sie haben es abstrahiert ?


    Bei der älteren Madame musste ich keine Ruhe einüben, die ist zuhause immer sehr gechillt, wenn sie sich wohl fühlt. Aber bei jungen Hunden ist es manchmal sinnvoll, sie zu bremsen, weil sie es selbst nicht können ?‍♀️

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    Suki bekommt dann ein Halstuch umgelegt (das ist auch mit ganz stark verdünntem Lavendelöl beträufelt), ich schalte eine bestimmte Lichterkette ein, die nur dafür da ist und ich mache eine bestimmt ruhige Musik an. Ihr ist das vermutlich relativ schnurz, was die entsprechenden Signale sind, aber ich habe gelesen, dass es hilfreich sein kann, den Hund auf verschiedene Reize (optisch, akustisch, olfaktorisch, ...) zu konditionieren.

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    Im Ernst? Das machst du damit dein Hund zuhause Ruhe gibt?


    Ich bin gerade wirklich ungläubig, weil ich in 45 Jahren Hundehaltung bei keinem einzigen Hund auch nur Ansatzweise Theater in dieser Form machen mußte, damit er zuhause Ruhe gibt.


    Bei uns heißt es "Schluß" und damit ist Sendepause für die Hunde. Es kann mal vorkommen, dass einer von ihnen noch 1-2 oder auch 3 Stunden kurz nachfragt, ob es immer noch gilt: dann sitzt der Hund da und hypnotisiert mich. Wenn ich dann "ab" sage, ist klar, es ist immer noch Auszeit.


    Liegt aber wohl einfach daran, dass diese Regel bei uns zur Grundlage gehört und vom ersten Tag hier gilt.


    Ich würde im Leben nicht solch einen Firlefanz veranstalten damit die Hunde Ruhe geben.

  • Danke für deine tolle Antwort, ich hab da immer Probleme so kreativ zu sein aber das hilft mir wirklich weiter, weil ich mich mehr mit Entspannung beschäftigen möchte. Dadurch, dass sie sehr aufgeweckt ist gerne rennt usw. würde es ihr sicher gut tun, ihr zu helfen, sich zu entspannen. Sie schläft im Moment auch wenig am Tag und dadurch überdreht würde ich sagen. Lieben Dank

  • ich kann ihr nicht 24/7 die komplette Aufmerksamkeit geben. Sie wirkt oft unausgeglichen. P.s.: wenn wir mit ihr spielen kann es nie genug sein, Hauptsache sie ist der Mittelpunkt. Sie hat auch nie etwas angeknabbert oder sowas, ist eine tolle Hündin.

    Ich bin jetzt um 4. Monat schwanger und uns ist es sehr wichtig, Jule hin fang an mit ans Baby zu lassen damit sie sich nie benachteiligt fühlt

    Ich würde mir mit einem fähigen Trainer zusammen überlegen, warum dieser Hund so unausgeglichen ist und irgendwo auch gestresst.


    Hat sie Bauchweh? Verträgt sie ihr Futter nicht? Hat sie ab und zu Durchfall? War sie schon mal läufig? Muss sie immer da sein, wo ich bin (=mich überwachen)?


    Ein Hund, der gewohnt ist, dass der Mensch springt, wenn sie fiept, wird sich schwer tun, wenn euer Baby da ist und sie nicht immer alles sofort bekommt, was sie will. Da ist es gut, wenn sie das schon jetzt lernt, dass sie manchmal warten muss.


    Das mit dem "benachteiligt" kannst du gleich wieder vergessen. Das Kind geht immer vor, Hunde denken nicht in partnerschaftlichen Strukturen. Deshalb habe ich meinen großen Hund vom Baby fern gehalten, das Baby ging den Hund schlicht nichts an.


    Natürlich habe ich weiter Zeit mit dem Hund verbracht, aber wenn ich gestillt habe, gewickelt oder das Baby bespielt, hatte der Hund nichts am Kind zu suchen. Das war mein "Welpe", und da hatte kein Hund was verloren. Später, als sie größer waren, waren sie die besten Freunde, meine Kinder und der Hund, eine Schäferhündin.

  • Ich bin jetzt um 4. Monat schwanger

    Nicht nur deswegen ist es allerhöchste Eisenbahn den Hund aus seiner Rolle zu nehmen. Der ist sehr gestresst von Deinen Ansprüchen an ihn, deshalb muss er ständig fiepen (=massives Stressanzeichen) und Dich beschäftigen, weil Du das ja nicht mit Dir selber kannst. Das ist für einen Hund der absolute Dauerstress und eine Aufgabe, die in überfordert. Werde Deinen Dauerbelagerer jetzt los bevor Dein Hund das auf das Baby bezieht, weil Du es da von einen auf den anderen Tag durchziehen müssen wirst, denn sonst kann das böse Konflikte geben.


    Im Haus würde ich den Hund ab sofort gar nicht mehr beschäftigen und so lange links liegen lassen bis der Stress erst Mal komplett weg ist. Das kann mehrere Wochen dauern, weil Ihr ja bisher genau das Gegenteil geübt habt.


    Und dann überlegt gleich, ob nach der Geburt ein so häufiges Spazierengehen noch möglich sein wird. Ansonsten passt das ganze schon mal so an wie es danach sein wird.


    Und zu den gesundheitlichen Sachen: Ja, Dauerstress macht krank. Das kann gut sein, dass Dein Hund von dieser Art des Zusammenlebens tatsächlich krank wird. Schon alleine deshalb sollte man das ändern.

  • Zitat

    Wenn sie dann aber wach ist streicheln wir sie oft und reden ihr gut zu.

    Wie oft fordert ihr sie eigentlich zu Interaktion auf?

    Du schreibst ja auch von viel spielen und toben?



    Für Euch selbst zum überlegen: Wie oft schaut ihr Euren Hund an, fordert sie zu irgendwas auf, sprecht sie an, streichelt und animiert sie wie in Momenten wo eigentlich endlich grad der Zustand erreicht gewesen wäre, den ihr gern hättet?


    Denkbar: die Erwartung des Hundes, das immer was passieren muss, baut auch darauf auf, dass ja wirklich ständig was passiert. Also nicht nur, dass ihr auf ihr Fiepend reagiert, sondern dass ihr Fiepen quasi die Reaktion auf "Was jetzt los? Sonst wollen die auch immer kuscheln und dies und das."


    Und dann funktioniert Ignorieren halt nur, wenn man an sich selbst arbeitet, den Hund in anderen Momenten, wo es einen grad nicht stört, nicht wieder mit Daueraufmerksamkeit bombardiert.


    Ähm. Klingt das verständlich?

  • Hast du Lust mal aufzuschreiben wie euer Tag aussieht? Mit Zeiten und was du oder ihr wielange macht? Vielleicht gibts da ja noch was zu optimieren?

  • Ist mir klar, das manche Leute das albern finden, ist mir aber auch ehrlich gesagt ziemlich wurscht. Ich empfinde das nicht als Theater, das ganze ist in weniger als 1 Minute erledigt und ist auch für mich schön und entspannend und ich meinte ja, mir ist auch bewusst, dass das dem Hund am Ende des Tages schnurzpiepe ist, was ich ihr um den Hals binde oder anmache, dennoch hat es gut funktioniert. Es ist okay, dass du da nix mit anfangen kannst, meiner Hündin hilft es. Sie hat Schwierigkeiten damit, wenn das Erregungslevel sehr abrupt abfällt, ein Ritual hilft ihr, den Wechsel besser nachzuvollziehen und zu verstehen, was ich von ihr will.


    Schön, dass deine Methode für dich und deine Hunde funktioniert, meine funktioniert für mich und meinen Hund und vielleicht ist das auch an manchen Stellen ein bisschen eine Generationenfrage aber das macht den Austausch hier ja auch so vielseitig und interessant! :herzen1:


    "Platz" als Signal kennt sie übrigens auch, das habe ich auch von Anfang an mit ihr geübt und es war die ersten Wochen eine Katastrophe, ich musste sie teilweise 50 mal zurückschicken und das war sau anstrengend. Bestimmt liegt das auch größtenteils an mir und daran, wie ich das angegangen bin, mit dem Tüdelü hat es dann direkt geklappt und irgendwann lass ich es bestimmt auch wieder weg, bis dahin sorge ich gerne hier für Erheiterung!

  • Ich sehe das auch so, dass der Hund Euch da ganz gut im Griff hat. Hört sich an wie ein nölendes Kleinkind, was sich keine Minute allein beschäftigen kann und ständig an Mamas Rockzipfel hängt und um Aufmerksamkeit buhlt. Ich würde als erstes üben, dass Du sie per Kommando von Dir wegschicken kannst. Habe ich bei meiner relativ früh gemacht und ich finde das sehr praktisch, wenn die Hunde im Weg rumliegen oder man die Hände nicht frei hat. Oder man einfach seine Ruhe haben will.


    Dann empfehle ich einen sehr strukturierten Tagesablauf (kommt Dir nachher mit dem Baby auch zu Gute). Und wenn Hund satt ist, draußen war und leer ist, ist einfach Sendepause, Punkt. Komplettes ignorieren bis zum nächsten Programmpunkt. Wenn man sich den Tag so strukturiert, ist das für einen selbst auch eine Hilfe konsequent zu sein. Man weis ja in so und so viel Minuten/Stunden gehts wieder raus oder es gibt eine Spieleinheit etc. Und für den Hund wirds so auch berechenbar und einschätzbar und sie hat nicht diese permanente Erwartungshaltung.


    Muss man ja auch nicht lebenslang so machen, aber die nächsten Monate wäre das genau mein Weg. Gerade im Hinblick aufs Baby wird Dir das helfen, denke ich.

  • So liebe Leute, ich danke euch für die vielen Antworten. Und ich bin tatsächlich sehr erleichtert und auch wach gerüttelt worden. Ich habe mich da gestern noch mit meinem Freund unterhalten, der Hund ist einfach alles für mich, weil ich leider schon einiges im Leben verloren habe aber dadurch darf sie nicht leiden. Ich werde definitiv konsequenter sein damit wir beide keinen Stress mehr haben. Wir werden den Tag auch strukturieren, damit sie auch weiß wann ihre Zeit gekommen ist. Lieben Dank

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