Überlegungen bevor der Hund in den Brunnen gefallen ist - einen verantwortungsvollen EB/OEB Züchter finden?

  • Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis 1 Großpudel, von dem ich sehr begeistert bin. Gegenüber Menschen scheint der Rüde freundlich und aufgeschlossen zu sein, ohne aber aufdringlich zu sein. Leider mag mein Hund diesen Pudel nicht. Wobei ich das Gefühl habe, dass dieser Pudel kein generelles Problem mit anderen Hunden zu haben scheint. Ich war auch positiv überrascht, wie toll sich das Fell des Großpudels anfühlt und dass das kein riesengroßer Hund ist. Die Besitzerin nimmt ihn oft mit. Tatsächlich ist er aber etwas quengelig, wenn ihm mal etwas nicht passt. Zudem hat er sich eng an seine Besitzerin gebunden, so dass das Alleinsein schon noch ein Thema für ihn ist. Jedoch weiß ich nicht, ob dieser Pudel charakterlich eine Ausnahme oder eher Standard ist.


    Czarek :


    Der jüngste Sohn von Walpurga weist ADHS und eine Autismus-Spektrumstörung auf. Daher denke ich, wird vor allem nach einem Hund gesucht, der auch damit bei Bedarf umgehen kann. Daher wohl auch die Tendenz dazu, eine Hunderasse zu empfehlen, die sich als Assistenz- bzw. Therapiehund eignen würde.

  • Bei uns ist letzte Woche ein Labrador Welpe eingezogen. Bei uns geht's durch den Autismus meines Sohnes auch ganz schön turbulent zu. Allerdings ist mein Sohn noch Jünger und ist Kräftemäßig noch etwas schwächer, dabei jedoch insgesamt sehr Grobmotorisch. Unser Hund darf also nicht Zimperlich sein :see_no_evil_monkey: .
    Welpengitter, Türgitter und in jedem Raum ne Box... So schaut das ganze bei uns derzeit aus. (Auch ruhige kleine Welpen haben flausen im Kopf, die dem Kind schnell zu viel werden können).
    Wir haben hier den wohl entspanntesten Hund der Welt, der verpennt sogar nen Meltdown.

    Ich würde dir nahelegen, such einen Züchter mit Kindern. Egal welche Rasse es dann wird, aber Kinder mit hohem Aktivität Level oder einfach mehrere Kinder im Haus und dann wählt zusammen mit dem Züchter gemeinsam aus. Dem Züchter muss klar sein, das er selbst als Elternteil für eine Besondere Familie auswählen darf :smiling_face_with_heart_eyes: und nicht nur als Liebhaber und Züchter seiner Rasse :money_mouth_face: .
    Bei uns war es wichtig, dass unser Hund nicht ständig den Kindern hinter her rennt und wirklich im Trubel entspannt bleibt. Die Züchterin hat da mit Hilfe ihrer Kinder einen guten Welpen auswählen können.
    Ich denke auch das steckt schon in den Welpen drin, ob sie bei jedem Reiz aufspringen oder eben nicht.
    Unsere bleibt hocken, wenn mein Kind Händeflatternd auf und ab hüpfen im Kreis rennt. Die Züchterin wusste davon und hat entsprechend meinem Wunsch geguckt, ob sie so einen gemütlichen im Wurf hat.

    Ich finde auch Großpudel toll, für Familien mit Kindern mit Besonderen Bedürfnissen. Stand bei mir an zweiter Stelle :smiling_face: .
    Aber bei uns passt dieses auf Fremde Menschen zugehen besser, wie Reserviertheit Fremden gegenüber. Ebenso die Körperliche Robustheit und darum der Labrador.

    Ein Züchter muss euch den Welpen mit dem besten für euch passenden Charakter geben, dann klappt das schon :hugging_face: .

  • Alle meine weißen Schäferhunde würden, denke ich mit einem Kind mit besonderen Erfordernissen solange es das eigene ist mehr als gut klar kommen. Jetzt kommt aber das aber, kein Besuch etc.

  • Daher wohl auch die Tendenz dazu, eine Hunderasse zu empfehlen, die sich als Assistenz- bzw. Therapiehund eignen würde.

    Es gibt keine bestimmte Hunderasse die sich als Assistenzhund eignet.


    Ich kannte mal einen Trainer der hat alle möglichen Rassen und Mischlinge als Assistenzhund ausgebildet. Egal ob vom Züchter oder aus dem Tierheim, ob der Hund bereits in der Familie lebte oder neu dazu kam.

    Egal ob Klassiker wie Labbi oder Goldi bzw in dem Fall jetzt auch nicht untypisch Pudel...

    Ich weiß zB dass da auch ganz viele Terrier uA dabei waren ( ich erinnere mich da spontan an einen Westie als Diabetikerwarn- und Therapiehund, zwei Terriermixe aus dem Tierschutz für eine MS kranke Frau mit Rollstuhl, oder bspw einen Irish Terrier - wobei ich nicht mehr weiß wozu er nochmal genau ausgebildet wurde).


    Denn das Aufgabengebiet des Assistenzlers ist extrem individuell, wie auch jeder Mensch der einen solchen Hund braucht.

    Es muss also kein Pudel sein, nur weil viele Pudel in dieser Richtung ausgebildet werden.


    Ein Pudel kann passen, aber ich würde mich lieber zusammen mit einem Assistenzhundetrainer besprechen, der auch den Sohn kennen lernt, und nochmal verschiedene Hundetypen kennen lernen und vergleichen.

    Dann sieht man was für einen Typ Hund man genau braucht, bei welcher Rasse man am ehesten fündig wird, und vor allem womit der Sohn am besten matcht.

  • Daher denke ich, wird vor allem nach einem Hund gesucht, der auch damit bei Bedarf umgehen kann. Daher wohl auch die Tendenz dazu, eine Hunderasse zu empfehlen, die sich als Assistenz- bzw. Therapiehund eignen würde

    Das hat aber nicht wirklich etwas miteinander zu tun, das muss man sich klar machen. Das eine ist ein arbeitender Hund in einem äußerst anspruchsvollen und mental belastbaren Feld, der von einem Menschen angeleitet und vor allem ausgebildet und überprüft wird, um als "Hilfsmittel" bei Peaks eingesetzt zu werden.

    Das andere Gesuchte ist ein netter entspannter chilliger Familienhund, dem der Trubel nichts aus macht und der sich möglichst selbstständig zurückziehen kann, wenig anspruchsvoll ist und gute Nerven hat, um sich nicht wegzustressen.

  • Danke an alle für die Beschreibungen und Erfahrungen rund um den Pudel 😇


    Einige werden sich bestimmt fragen, wie man denn von einer OEB/EB zum Pudel kommt. Da liegen natürlich, schon rein äußerlich, Welten dazwischen.

    Besonders die Gelehrigkeit und Intelligenz eines Pudels haben mich sehr angesprochen, von Bulldoggen bin ich da eben anderes gewohnt. Dementsprechend wäre ein Pudel natürlich eine Herausforderung.



    Unser neues Familienmitglied müsste mit den 3 großen K‘s, Kinder, Katzen und Kunden, zurechtkommen. Besonders für unsere Freigängerkatzen wäre ein Hund ohne/mit geringem Jagdtrieb ganz angenehm 😅

    Ein gepflegtes Desinteresse gegenüber unseren Kunden und auch zu anderen Hunden fände ich ganz angenehm ( Die Hundedichte ist in unserem Wohngebiet relativ hoch, von Chihuahua über Schnauzer, Ridgeback bis hin zum Amstaff ist hier alles dabei :)) Das gewünschte ‚gepflegte Desinteresse‘ ist auch das was mich bei Retrievern so sehr abschreckt.

    So fand ich den Pudel doch als sehr passend. Das Thema „Therapiehund“ habe ich in soweit in Betracht gezogen, weil mir hier im Forum empfohlen wurde, nach einem Züchter zu suchen, der mit solchen „Linien“ züchtet. Aber natürlich ist das kein Garant dafür, dass solche Eigenschaften an die Welpen weitergegeben werden. Ich weiß, dass es momentan wieder total Mode ist, seinem Hund den Stempel „Therapiehund“ aufzudrücken (bitte versteht mich da nicht falsch). Mein Sohn braucht keinen Therapiehund, einen Hund der mit uns als Familie glücklich wird, reicht vollkommen :)

  • Ein paar Fragen hätte ich doch noch:


    Ich habe jetzt häufiger vom extremen Sexualtrieb bei Rüden im Flegelalter gelesen/gehört. Habt ihr damit als Halter Erfahrungen gemacht?


    Auch habe ich gelesen, dass Pudel aufgrund ihrer starken Bindung zu ihrem Menschen, wirklich unter Trennungsängsten leiden bzw. allgemein gesagt, dazu neigen.

    Ist das einfach reine Erziehungssache oder gibt es da wirklich Tendenzen?

  • Also mit dem Sexualtrieb hatten wir wirklich gar keine Probleme. Denke aber das man das wirklich nicht pauschal beantworten kann. Bestätigen kann ich dir die Sache mit dem alleine bleiben. Elwood kann inzwischen gut alleine bleiben. Seine Lieblingsbeschäftigung wird das aber nie werden. Denke das ist tatsächlich Charakter mäßig ein Teil des Pudels. Er ist halt immer gern dabei. Bei uns z. B. bin ich die Hauptbezugsperson, dann kann es schon vorkommen das wenn ich weg bin, Elwood am Fenster steht u wartet, obwohl alle anderen Zuhause sind.

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