Ist es wirklich so kompliziert, den Hund beim Spaziergang über Bewegung auszulasten?
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Mein Pointer kann z. B. nicht tiefenentspannt 3 Stunden in wildreichem Gebiet unterwegs sein. Solche Touren machen wir zwar auch, aber danach ist sie wirklich fertig, weil die ständigen Wildgerüche, während sie sich aber beherrschen muss und nicht durchstarten darf, unglaublich viel Konzentration fordert.
Für wirklich jagdlich interessierte Hunde (so ist es zumindest mein Eindruck) scheint das wohl echt nicht so ungewöhnlich zu sein, was ich aber auch nie seltsam gefunden habe. Wenn ich mal von mir ausgehe, ich fahre unglaublich gerne Achterbahn, wäre mit Freunden in nem Park, darf aber aus irgendwelchen Gründen nicht fahren und sitze den ganzen Tag nur vor den Bahnen und kann nur zuschauen, da wäre ich am Abend auch deutlich gefrusteter, wie wenn ich einfach nicht mitgekommen wäre und was anders gemacht hätte.
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Hi
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Ich denke, dass es auf die Mischung aus Bewegung, Kopfauslastung und Ruhe ankommt... Je nach Hund unterschiedlich ausgeprägt. Einen Spaziergang - und das am besten auf abwechselnden Wegen halte ich schon für sinnvoll, da es ja dem natürlichen Drang des gemeinsamen "umherstreifens" nahekommt.
Aber am wichtigsten ist meines Erachtens, dass man das alles an den eigenen Hund und dessen "Anforderungen" anpasst... ich merk bei meinem Hund schon wann er zuviel Action hat (obwohl wir das versuchen zu vermeiden) und wann es Zeit für Action ist.... -
Und deswegen latsch ich mit meinem Hund in die Pampa.
Aber selbst da werden es mehr... Hab heute oben auf der Ebene, wo ausser mal nem Jäger oder Radler nie eine Seele ist, tatsächlich zwei (bekannte) Hunde mit Haltern getroffen. Die sind da mit dem Auto hingefahren!!! Ich finde, das giltet nicht. Wer auf die tolle, einsame Ebene will, soll sie gefälligst erklimmen ( wenn da jetzt jeder mit dem Auto rauffährt, ist die bald nicht mehr einsam - menno!)
Ich hoffe, das waren heute nur singuläre Ausrutscher.
Bei uns ist das gang und gäbe, dass Leute mit pöbelnden Hunden sich den Gang durchs Dorf (selbst wenn es nur eine kurze Strecke ist) ersparen und gleich an den Ortsrand fahren.
Es gibt da so paar beliebte "Wildparkerstellen", an denen die benachbarten Wiesen total zerfahren sind. Inzwischen haben schon paar Leute angefangen, große Steinbrocken oder Bänder zu spannen, um ihre Wiesen zu schützen, dann wird eben auf'm Nachbarfeld geparkt. Alles besser, als den Hund zu erziehen.
Ja, und was generell "Auslastung über Spazierengehen" angeht...
Ich bin wie die überwiegende Mehrheit der Meinung, dass es ganz auf den Hund ankommt und dass man niemanden verurteilen sollte, dessen Hund Probleme damit hat, Reize zu filtern und zu verarbeiten, nur weil es der eigene aktuelle Hund grade kann. Beim nächsten kann das nämlich schon ganz anders sein.
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Ach, als Ergänzung: Mitte Dezember hat eine Bekannte mit Bullterrier meine Hundebox abgeholt. Wir haben uns dann unterhalten und beschlossen, zusammen mal Gassi zu gehen (damit Mann und ich Bullterrier knuddeln können). Ja... Seit Mitte Dezember ist es hier trüb, regnerisch und eklig mit nur mal stundenweise etwas schöner. Wir waren noch nicht zusammen Gassi. Es lohnt nicht, da der Mini-Bullterrier bei dem Wetter nur vor die Tür geht und selbst mit dicken Regensachen nur zitternd dasteht (Schauspieler!), sein Geschäft verrichtet und wieder rein will.
Die Besitzerin ist sportlich sehr aktiv und hat sich extra einen Mini geholt, da die ja aktiver sein sollen. Ja, sind sie auch. Wenn das Wetter passt.
Sie geht also alleine Fahrrad fahren und joggen.
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Meine Erfahrung deckt sich damit überhaupt nicht.
Das ist super (wirklich), bringt aber Leuten nix, bei denen es anders ist.
Kann der Hund es nicht (in diesem Fall lange Spaziergaenge aushalten), dann ist das eben so. Da ist es dann einfach auch voellig egal, dass das Unmengen anderer Hunde sehr wohl koennen..
Danke!
Mich verärgert diese unemphatische Sichtweise. Nur weil man selbst Hunde hat, die mit „nur spazieren gehen“ ausgelastet werden können.
Das ist doch genau, das was jeder Hundehalter will, der einen Begleithund will.
Dass es Hunde gibt, die anders ticken, gibts nicht, weil man solche Hunde (zum Glück für die Hunde) nicht hält. Einfach mal über den Tellerrand schauen ist an der Stelle ist mein Tipp.
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Eigentlich wurde zu dem Thema ja schon mehr oder weniger alles geschrieben, aber auch ich hänge mich hier echt ein bisschen an dem Begriff "normal" auf. Hier schreiben Hundehalter mit, die verschiedenste Hunderassen unterschiedlichsten Alters halten, und alle davon sind Individuen mit ihren eigenen Vorgeschichten. Dazu kommen die absolut nicht vergleichbaren Lebensumstände wie Wohnort, Arbeitssituation, ruhiger vs. trubeliger Haushalt etc., die die meisten von uns haben.
Zu definieren, was da "normal" ist, oder geschweige denn "was denn da schiefgelaufen sein muss, dass der Hund normales Spazieren gehen nicht erträgt" finde ich schwierig bis unmöglich und auch wenig zielführend.
Ich finde es deshalb super interessant, all die Beispiele hier zu lesen und zu sehen, wie verschieden die Situationen nunmal sind
Und dass die meisten gleich auch schildern, was ihr Hund außerhalb der Spaziergänge so im Alltag leisten muss, welchen Charakter ihr Hund so hat usw., zeigt ja auch schon, dass diese Spaziergangs-Thematik sich nicht isoliert betrachten lässt und letztendlich auch extrem individuell ist. Und auch, wie die Spaziergänge dann jeweils aussehen, unterscheidet sich ja doch enorm.
Unsere Hündin (knapp 1,5 Jahre, Australian Shepherd, lebt in einem sehr ruhigen Haushalt) lässt sich z.B. bisher wunderbar über unsere täglichen Spaziergänge durch Bewegung auslasten (um nochmal auf die Ursprungsfrage des Threads zurück zu kommen). Wir wohnen allerdings auch sehr ländlich, sie braucht nur die ersten und letzten paar Minuten an der Leine laufen. Im Freilauf kann sie dann diversen "Hundedingen" nachgehen. Überwiegend schlendert sie durch die Gegend und schnüffelt hier und da mal am Wegesrand, andere Passagen nutzt sie gerne zum Rennen und an einer speziellen Stelle wird sehr gerne gemäuselt. Mal gehen wir nur zwei kleine Runden am Tag, mal machen wir größere Wanderungen hier in der Gegend. Damit ist sie zufrieden und braucht aktuell darüber hinaus auch nicht wirklich mehr. Dinge wie Longieren oder Wanderungen im Zuggeschirr macht sie zwar einigermaßen motiviert mit, aber wohl eher mir zuliebe als dass sie das wirklich bräuchte. "Entertainment" auf Spaziergängen braucht sie eher nicht.
Aaaaber: all das ist ja nur eine Momentaufnahme - keine Ahnung, wie sich das in Zukunft (z.B. mit dem Erwachsenwerden) noch entwickeln wird, und auch jetzt ist alles tagesformabhängig. Wir hatten auch schon Tage (zum Glück nur ganz vereinzelt), da hätte sie sich selbst auf unseren Standard-Runden im Freilauf ins Nirvana gepusht, hätte man es zugelassen, oder welche, wo ich sie im Wald nicht abgeleint hätte, weil dort extrem viel Wild unterwegs war und sie die Nase ständig in der Luft und die Ohren bei jedem Geräusch gespitzt hat.
Was ich aber ganz klar feststelle: sind wir ein paar Tage anderswo unterwegs, wo Spaziergänge überwiegend an der (Schlepp-)Leine stattfinden müssen und sie zwar mit mehr Reizen als in unserem Alltag klarkommen muss, aber es nicht super trubelig ist, dann staut sich ihre Energie schon auf und sie bräuchte langfristig noch andere Formen von "Aulastungen". Selbst 3 Stunden Spazierenlaufen würden ihr da auf Dauer glaube ich nicht reichen, da müssten eher alternative Beschäftigungsformen her.
Auf der anderen Seite: sind wir irgendwo unterwegs, wo sie mit extrem vielen, für sie ungewohnten Reizen (das können in ihrem Fall je nach Tagesform z.B. schon mehrere Fremdhundesichtungen auf einem Spaziergang) konfrontiert, dann ist sie nach einem kurzen Spaziergang schon komplett erledigt. Das geht dann meiner Meinung nach schon wieder ein bisschen weg von der Ausgangsfrage. In dem Fall wird mein Hund beim Spaziergang ja nicht über Bewegung ausgelastet, sondern eher durch die Reizüberflutung mental/kognitiv aus- bzw. überlastet.
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Ocarina Ich habe selbst so einen Hund. Mein kleiner Mischling hat keinen großen Mehrwert daraus, ewig lange Spaziergänge durch die Pampa zu machen. Dafür können wir ganz vorzüglich 45min für 1km durch die Stadt oder durchs Dorf schleichen und sie untersucht jede Pinkelstelle. Dieser Hund hält nichts von Strecke machen, die fühlt sich als Stadt- und Kneipenhund unter all diesen Reizen sehr viel wohler und liebt ihre "Reviergänge". Sie mochte es auch noch nie im Regen spazieren zu gehen und jetzt, wo sie mit Metallplatte im Bein rumläuft und die Gelenke arthritisch sind, macht es auch keinen Spaß mehr im Kalten zu laufen. Dafür gibt es Mäntel und Overalls, die Regen und Kälte abhalten und ein bisschen helfen. Und die Wetterapp, wo ich sehen kann, wann es ein Regenfenster gibt.
Dieser Hund muss aber auch ein bisschen laufen, um die Kondition hoch zu halten und weiterhin die Muskeln zu beanspruchen. Würde ich jetzt damit aufhören und nur noch auf ihren Wunsch eingehen, würde sie in kurzer Zeit wirklich abbauen, trotz Physioübungen zuhause und beim Profi.
Solche Hunde habe ich aber auch in meinem ersten Posting ausgeschlossen.
Ich habe mir dann einen weiteren Hund gekauft, der das Laufen genießt. Auffällig finde ich es immer dann, wenn man mehrere ganz unterschiedliche Hunde hat und die irgendwie alle so gar keinen Spaß am Spazieren haben, obwohl sie auch mit den Reizen zB kein Problem haben.
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Naja, die Problemthreads gab es schon immer im Dogforum, auch schon 2009 und in der Zeit bis heute. Aber mein (subjektiver, vermutlich sehr selektiver, möglicherweise auch falscher) Eindruck ist, dass hier im Dogforum früher eher Unterforderung als gängige Ursache für die Probleme genannt wurde und heutzutage Überforderung.
ja ich finde, häufig ist die Reaktion aus dem Dogforum wie so ein Automatismus, die Standardantwort ist, "Du machst zuviel" und dann denk ich mir oft, ok, wenn das zuviel sein soll, hm, was ist mit den heutigen Hunden los?
Es ist manchmal auch einfach eine bequeme Antwort oder Lösung, die vielleicht gar nicht immer die Lösung ist.
Man hat manchmal das Gefühl, sobald ein Hund mal bissl rumflippt, seine gspinnerten 5 Minuten hat oder einfach gerne läuft, daß das als "gestresst" und überdreht gesehen wird. Ist halt auch der Trend der Zeit, wo alles gleich "stressig" ist.
Ich denke, viele Hunde sind eher permanent unterfordert und gelangweilt
Meine eigenen Hunde und auch Gassihunde haben alle von wirklichem Gassi profitiert, keiner war da überdreht oder auffällig.
Und ich merke es jetzt, wo Chilly grad nicht so laufen darf wegen einer OP-Naht am Bein, daß es beiden einfach fehlt. Das "Sau raus lassen" und einfach mal richtig rennen, die langen Ausflüge in die Natur, schnüffeln, Hund sein, andere Hunde treffen. Sie sind jetzt nicht überdreht, aber ich merke eben, es fehlt.
Und das ist zb, was beiden so richtig gut tat, als wir letzten Herbst viel in den Bergen waren, Tagestouren, den ganzen Tag zusammen was erleben, für Bonnie war das ein Egobooster, sie hat sehr profitiert. So richtig zufrieden und glücklich.
Und ich möchte auch zumindest nicht wissentlich einen Hund, mit dem man nicht stundenlang unterwegs sein kann von der Psyche her, wenn sie alt werden, ist es was anderes.
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Ich denke, dass es ganz schwer pauschale Aussagen über zu viel, zu wenig, ausgelastet oder nicht zu treffen.... Kommt halt immer auf die Rasse, den Charakter und auch die "Gewohnheit" an, auf was ein Hund mehr oder weniger anspricht (im Sinne einer Auslastung). Wir wohnen z.B. sehr ländlich (also fast schon auf der Alm) und da ist ein Aufenthalt im Wald "nichts besonderes" (außer im Freilauf - da findet sich immer was spannendes). Bei uns ist ein Spaziergang in der Stadt dafür recht aufregende.
Das gleiche ist halt auch bei der Art des Spazierganges. Den kann ich halt auch so oder so gestalten....
Am spannendsten ist es bei uns zu beobachten, dass eine gleichzeitige Auslastung von Körper und Kopf immer am "schnellsten" geht. Ein Suchtraining von 2x 10 Minuten zum Beispiel lastet ihn mehr aus, als 1h spazieren.Aber seien wir uns ehrlich - es ist doch beim Menschen auch nicht anders: ein Sportler wird mit einer Stunde gemütlichem Spazieren gehen wahrscheinlich nicht gerade ausgelastet sein, wobei es für den anderen wieder zu viel ist....
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Vermutlich liegt die Wahrnehmung ‚gestresster Hund‘ auch daran, dass viele Menschen selber ständig gestresst und überfordert sind, vom Job zum Einkaufen rennen, dann zum Sport, dazwischen noch Kids zum Fußball fahren, sich um Haus und Garten kümmern und und und.
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