Tierschutzgesetz vs. Vibrissen kürzen

  • hier wurde doch geschrieben was passiert ist RE: Tierschutzgesetz vs. Vibrissen kürzen

  • Ich finde es auch lachhaft.


    Es kommt doch total auf den Hund und die Situation an!

    Wir leben in einem Zecken-Gebiet, unser Rekord sind 30 Zecken an zwei Tagen, verteilt auf 2 Hunde. Trotz eingehender Kontrolle nach jedem Spaziergang. Die meisten davon ausgerechnet im Bart / an den Lefzen. Ganz toll, dem Hund sowas rauszuziehen und ständig entzündete Stellen zu haben.


    Mein Ersthund (Pudelmix) lässt sich gut scheren, ist aber grundsätzlich sehr nervös. Ein stundenlanges um-die-Vibrissen-Rumschneiden ODER 15 Zecken an einem Tag entfernen würde ihm viel mehr Leid zumuten als seine Schnauze eben im Sommer kurz zu scheren. Und mir gefällt das optisch nicht mal! Aber es ist bei uns einfach das geringere Übel.


    Beim Pudel ist es letztendlich ähnlich. Er hat zwar immer ein Bärtchen, aber um die Vibrissen schneide ich nicht herum - die Groomerin im Übrigen auch nicht...


    Sollte ich mit dem Pudel jemals zu einer BH oder so antreten, werde ich es eben in Kauf nehmen, die Dinger lang zu züchten und etwas außenrum zu schneiden, aber danach kommen sie wieder ab. Dafür zahle ich meinetwegen auch Strafe. Ich lasse mich nicht zwingen, meine Hunde in einer Weise zu behandeln, die für sie nicht gut ist.

  • Letztens hab ich mich mal wieder mit einem Vereinskollegen unterhalten, der sich das auf RO-Veranstaltungen angeschaut hat und gesagt, da hätte niemand weiter nach geschaut. Wo ich wieder nur denke, was genau finde ich eigentlich nun dämlicher: Einen Verband, der völlig undurchdachte Vorgaben macht, oder einen Verband, der Vorgaben erlässt mit der Prämisse, dass sie eh nicht wirklich durchgezogen werden? Ganz ehrlich, für mich beides ein Grund, diesen Verband für inkompetent und scheinheilig zu halten. Und beides ein Grund, den Prüfungs- bzw. Wettkampfsport zu boykottieren. Spaß mit dem Hund kann ich auch im "normalen" Training haben.


    Übrigens, Fun-Fakt: Mittlerweile schneide ich den Krümel ja auch kurz, ok, er bekommt das Fell im Gesicht nicht ausgeschoren, aber durchaus geschnitten = gekürzt. Dabei schneide ich um die Vibrissen natürlich nicht rum, in Augennähe wäre mir das zu heikel und an der Schnauze sehe ich es nicht ein. Und da die Vibrissen deutlich schneller wachsen als das normale Fell, stehen sie nun anders als früher aus dem Haar hervor, und können somit erstmals wirklich die Aufgabe übernehmen, für die sie gedacht sind. (Also nicht, dass ich beobachten könnte wie der Krümel sie aktiv nutzt, aber er reagiert nun merklich auf Berührungen dort, was früher nie der Fall war.) Bedeutet in der Schlussfolgerung, dass die gekürzten Vibrissen im gekürzten Fell jetzt funktionaler sind als zuvor im Naturzustand. Wenn das nicht schräg ist...

  • Ich weiß, das Moni von dem Vibrissenthema sehr genervt ist und für sie ein zum Pudel die ausgeschorene Schnauze dazu gehört. Wenn es aber so wie beschrieben war, dass es erst als OK durchgewunken wurde mit dem entsprechenden Bart, verstehe ich den Ärger schon.




    Ich hatte selbst noch keine großen Berührungspunkte mit dem Thema, da ich nicht großartig auf Turnieren starte. Ich lasse immer Mal wieder etwas Bart wachsen, aber kürze auch immer Mal wieder. Bei Nevio kann ich einigermaßen um die großen Vibrissen an Kinn und Backen herum schneiden, vorne schaffe ich das nicht, da steht momentan ein für mich hässliches Bärtchen. Eine Bekannte schafft es auch da drum herum zu schneiden. Aber da sind auch unten jede Menge kleine Vibrissen, die bekommt man nicht umschnitten. Aber scheinbar reicht das bisher fur die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen.


    Hätte ich in irgendeiner Weise das Gefühl meinem Hunden mit dem ausscheren der Schnauze zu schaden, wäre mir die Optik egal und es stände halt ein Bart (der auch wieder gekürzt werden muss irgendwann, also man kann dem halt nicht völlig gerecht werden, was da gefordert wird.)


    Als Allergiker bin ich auf nicht haarende Rassen angewiesen und bei sämtlichen anderen ist es ja auch so, dass man da Haare kürzen und Gesicht frei schneiden muss. Ich hoffe trotzdem in Zukunft weiter Pudel halten zu können, an irgendwelchen Wettbewerben muss ich nicht zwingend teilnehmen. Hundesport mache ich schon gerne, und hoffe den weiter im Verein betreiben zu können, zur Not mach ich aber halt wie jetzt auch teils einfach alleine Sachen wie Dummytraining und Dogscooter rein zum Spaß.

  • Bedeutet in der Schlussfolgerung, dass die gekürzten Vibrissen im gekürzten Fell jetzt funktionaler sind als zuvor im Naturzustand. Wenn das nicht schräg ist...

    Und ist nicht genau dieser Umstand - es werden Hunde mit Haaren gezüchtet, die die Funktion von Vibrissen einschränken bzw. die Veränderung des Haarkleids wirkt sich so aus, dass die Vibrissen unnutzbar sind (weil sie sich locken, viel zu dünn sind etc.) - das, was im Gesetz dazu führt, es als Qualzucht einzustufen?


    Ist inzwischen mal untersucht worden, wie wichtig Vibrissen für andere Hunde(rassen) sind? Also solche mit intakten und nutzbaren Vibrissen?

  • Bedeutet in der Schlussfolgerung, dass die gekürzten Vibrissen im gekürzten Fell jetzt funktionaler sind als zuvor im Naturzustand. Wenn das nicht schräg ist...

    Und ist nicht genau dieser Umstand - es werden Hunde mit Haaren gezüchtet, die die Funktion von Vibrissen einschränken bzw. die Veränderung des Haarkleids wirkt sich so aus, dass die Vibrissen unnutzbar sind (weil sie sich locken, viel zu dünn sind etc.) - das, was im Gesetz dazu führt, es als Qualzucht einzustufen?


    Ist inzwischen mal untersucht worden, wie wichtig Vibrissen für andere Hunde(rassen) sind? Also solche mit intakten und nutzbaren Vibrissen?

    Ich bin nicht mehr so im Thema drin, muss ich sagen, ich habs für mich aufgegeben. Aber mWn stützt sich das Ganze immer noch in der Hauptsache auf dieses Gutachten:


    Gutachten über das Abschneiden von Vibrissen bei Hunden

  • was im Gesetz dazu führt, es als Qualzucht einzustufen?

    Da wird es für mich hakelig. Qual = Leid, zumindest weitgehend. Ein Hund mit Schmerzen leidet. Ein Hund, der nicht richtig Luft bekommt, leidet. Ein Hund, der sich bewegen will und nicht kann, leidet. Ein Hund, dessen Vibrissen im langen Fell verschwinden? :ka:


    Jetzt mal blöd gesagt, haben da nicht Hunde mit richtigen Schlappohren ein viel höheres Problempotential, viel größere Einschränkungen? Zumindest zeigen ganz normale Beobachtungen, dass Hunde mit richtigen Schlappohren viel häufiger Ohrenprobleme entwickeln, und je nach dem wie schwer das Schlappohr ist auch in ihrem Ausrucksverhalten deutlich eingeschränkt sind. (Ob sie auch tatsächlich schlechter hören als Hunde mit Stehohren? Ich fände es zumindest nicht unlogisch, aber wer will schon sagen, ob sie sich nicht auch bloß oft schwerhörig stellen, weil sie halt nicht hören wollen... :pfeif: ) Jedenfalls steht durchaus fest, dass das Gehör ein zentrales Sinnesorgan beim Hund ist, während die wirkliche Wichtigkeit der Vibrissen noch völlig offen ist.


    Nimmt man das alles zusammen, dann kann ich durchaus verstehen, woher der Verdacht kommt, eigentlich wäre vor allem ein "Pudel find ich eh albern/doof" hier der Vater des Gedankens war... |)

  • Ich hab übrigens seit das Thema aufgekommen ist mal versucht auf die Vibrissen meiner Hunde zu achten.

    Die haben ja beide sehr üppigen Bart, also könnte man meinen da tut sich nix.. Tatsächlich können die sich bewegen, und sie reagieren auch mehr oder weniger auf Berührung.

    Wenn ich bspw bei Lilo den Bart nach Zecken absuche, zieht sie die Lefzen hoch. Der Zwerg macht da garnix.

    Ich konnte allerdings nicht erkennen ob/wie die eingesetzt werden, und natürlich nicht beurteilen ob die Funktion noch irgendeine Relevanz hat, bzw ob sie gut genug für eine ggf vorhandene Relevanz funktionieren.

    Jedenfalls bedeutet Bart zumindest nicht dass sich da nix mehr regt.


    An den Wangen hingegen? Da tut sich quasi garnix.

    An den Augen? Auch nicht.

    Leiden die beiden drunter? Nö.

    Muss ich die Vibrissen kürzen? Ja.

    Finde ich immer wieder mal Vibrissen? Ja.

    Und warum? Weil die beiden Deppen sich die gegenseitig beim Spielen ausruppen.

    Bin ich dann ein Tierquäler weil ich das zu lasse oder kann man einen der Hunde dafür belangen? Nein. ^^

    Und wenn eine beim Bürsten raus kommt? Man darf die ja nicht ausreißen!

    Und wenn ich die einkürze damit der Bart pflegbar bleibt und der Wangenplüsch die Ohren nicht zu wuchert? Ach ich liebe diese Grauzonen...



    Das beschriebene Verhalten der TÄ finde ich unmöglich. Allerdings, finde ich die ohnehin nicht sympathisch :pfeif:

    Passt für mich also irgendwie ins Bild :tropf:

  • RTL ist da eh etwas speziell. Polly hat gestern auch ein Interview gegeben worin sie Nackthunde explizit von der Teilnahme ausschließt weil "es ihnen nicht gut tut". Allerdings erst dieses Jahr, denn Sina Hildebrandt mit Aki durfte damals ja auch starten...

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