Seid ihr wirklich bei (annähernd) 100%?

  • 100% finde ich weder erstrebenswert noch positiv. Wie schon einige vor mir schreiben, sind es Tiere, keine Maschinen. Und für mich persönlich gehört es dazu, dass der Hund mal nicht gehorcht, seinen eigenen Kopf hat, mir den Stinkefinger zeigt, dass wir uns (nicht physisch natürlich🤪) aneinander reiben.

    Ich will, dass der Hund selbstsicher ist, weiß dass er mir vertrauen kann und deshalb auch Mal sein Ding machen. Ich erwarte, dass er sich meiner Führung anvertraut, wenn ich das fordere, aber wenn nicht, soll er sein wie er ist. Und ich mag es, dass das mitunter frech und wild ist. Gehorsam ist der Weg zu mehr Freiheit, Ungehorsam der Weg zur Einschränkung seiner Freiheiten. Wir trainieren viel, aber nicht um 100% zu erreichen, sondern dass Dio bei uns ein artgerechtes, zufriedenes und sicheres Leben führen kann und ich mich mit ihm an meiner Seite wohl fühle.


    Ein Kadavergehorsamer Hund, der nicht rechts noch links schaut, alles und jeden brav akzeptiert, nicht einfach Mal ne freche Kackbratze ist, das wären wohl 100% und gleichzeitig das, was ich nicht haben möchte.

    Ein zu 100% gehorsamer Hund (wenn es wirkliche 100% überhaupt gibt) hat mit Kadavergehorsam nix zu tun. Meine befinden sich zu einem sehr großen Teil ihres Lebens im Kommando „Lauf“ … da dürfen die tun was sie wollen, dürfen Spaß haben usw. Die schleichen deshalb nicht völlig ergeben neben mir.

    Aber wenn sie eben in einem Kommando stehen, haben sie das auch auszuführen. Da lass ich auch nicht mit mir reden.


    Wie sehr ein Hund hören muss, hängt sicher auch ein bisschen vom Hund ab. Wenn dessen Interessen stark von meinen, oder denen der Gesellschaft abweichen, dann muss er besser hören, um trotzdem überall mitgenommen werden zu können 🤷‍♀️

  • Gleich darauf schelte ich mich einen Narren, denn 100% gibt es eben nicht.

    Gibt es nicht? Ich habe mittlerweile zwei Hunde auf sicheren 100%. Sicher deswegen, weil sie mittlerweile verstorben sind. Das letzte Mal, dass mir ein Hund bei Wild wirklich ausgekommen ist, war der Familienhund bevor ich ausgezogen bin, das ist 15 Jahre her. Und ich hasse an der Leine gehen....


    Sorry, aber das was du da erzählst klingt für mich nicht Mal nach den "ein Hund ist nunmal ein Lebewesen, da gibt es nie absolute Sicherheit"-99,9%. Davon abgesehen, hattet ihr nicht vor nicht allzu langer Zeit das Problem, dass dein Hund ein Reh erwischt hat oder so ähnlich? Ich will dich nicht angreifen oder so, wirklich nicht, aber wenn meine Hunde sich benehmen würden wir du es schilderst würde ich an die 100% nicht einmal denken.


    Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass ich bei dem Thema derzeit auch ausschließlich Wild einrechne, da alles andere für meine Situation irrelevant ist. Hunde sehen wir sehr selten, treffen noch viel seltener.

    Das gesagt, ich denke Baldur würde ich als 100% (oder wegen mir eben die 99,9%) bezeichnen.

    Argos, naja, der ist halt 16 Monate alt und ein Jagdhund. Der läuft aber auch fast nur frei hier im Wald und hat derzeit immer noch seine 100%. Ich würde ihn aber nicht als 100%ig bezeichnen, dafür ist er zu jung und dafür muss ich auch noch zu scharf stoppen oder Mal Kommandos auch wiederholen. Und, ich muss auch ganz klar sagen, wir haben hier kein geflügeltes Niederwild. Ich mache mir keine Illusionen wie unsere Quote dann wäre, wenn ich ihn da auch immer frei laufen lassen würde. Haben wir aber halt nicht...

    Gimmers traue ich (noch) nicht, daher läuft der fast nur an der Leine. Das liegt aber in erster Linie daran, dass ich ihm nicht traue, weil der Gehorsam mir nicht zackig und zuverlässig genug ist und nicht daran, dass der sich bisher irgendwas zu Schulden hätte kommen lassen.


    Hunde sind hier eben kein Thema. Und wenn leine ich an. Ich habe 3 große Rüden die allesamt keine Labbis sind, da testen wir nichts. Und da entstehen halt auch potentiell Synergien, die weit über den Einzelgehorsam hinaus gehen und mit 3en schwer zu trainieren. Also Baldur hat durchaus noch gelernt im Freilauf im Fuß an anderen Hunden vorbei zu gehen. Die anderen beiden haben es gar nicht erst gelernt. Dazu müsste ich mir extra irgendwie Trainingsmöglichkeiten schaffen, Hundeschule oder sowas, und darauf habe ich keine Lust. Solange sie in Anwesenheit anderer Hunde sauber arbeiten (und das tun sie) ist mir der Rest schlicht egal. Wenn sie erwachsen sind haben sie kein großes Interesse an fremden Hunden und einen guten Gehorsam. Das reicht um die ranzurufen und anzuleinen oder abseits abzulegen, wenn nötig. Mehr brauche ich nicht.

    Baldur würde ich trotzdem trauen, wie gesagt, der hat's gelernt und folgt eben auch wir ein kleiner braver Schäfersoldat, Argos kA (wir hatten hier in den letzten 8 Monaten eine echte Hundebegegnung bei der meine Hunde frei liefen und sie den Hund vor mir gesehen haben. Da hat er auf Kommando sofort gelegen, obwohl nur vllt 10 m von besagtem Hund entfernt, aber ich würde da auf Reproduzierbarkeit jetzt nicht meine Hand und Feuer legen.).

    So Dinge wie aus dem Spiel mit fremden Hunden abrufen oder durch städtische Hundeparks laufen... Naja, mit Baldur ginge es vielleicht, zumindest bis die Murmeln aufgebraucht sind. Bei den anderen beiden würde ich das nicht einmal probieren. Ist aber, wie gesagt, für mich irrelevant, weil beides hier einfach keine realistischen Szenarien sind. Deswegen rechne ich sowas einfach nicht mit ein.


    In die Leine springen, joa, das hatten wir ja erst beim Thema Mehrhundehaltung. Meine Hunde bringen zusammen fast 100 kg auf die Waage. In die Leine springen ist inakzeptabel. Punkt. Das lernen die auch so.

  • Wieviel Freiheit der Hund trotz nicht 100%igem Gehorsam haben kann, kommt ja irgendwie auch darauf an, was schlimmstenfalls passiert. Also wenn mir mein Hund zu einem anderen Hund oder Menschen abdüst, beißt der dann zu oder sagt der höflich Hallo? Hetzt der das Reh 100m übers Feld und kommt dann zurück oder ist der 5 Stunden verschwunden? Ignoriert der Hund den RR, weil er sich an nem Mauseloch festgebuddelt hat und ich muss dann halt zurück latschen und ihn abholen? Oder verfolgt der lustig Jogger Radfahrer, während ich verzweifel rufe?


    Wenn vom Hund im Zweifelsfall eine ernsthafte Gefahr ausgeht, dann gilt "Freilauf erst bei 100%igem Gehorsam". Wenn wir aber maximal jemanden nerven würden, weil mal was nicht klappt, sehe ich das deutlich entspannter. Und bevor es wieder absichtlich falsch verstanden wird, damit meine ich nicht, den Hund sich grundsätzlich frei entfalten zu lassen, weil der ja "nix tut".

  • Da will ich gerade anfangen zu schreiben, da klingelt es an der Türe und was passiert? Nix! Beide Hunde pennen weiter. Der eine weil er nix mehr hört und die Lady weil sie heute einen guten Tag hat. Ist nicht immer so, aber gerade bin ich stolz :relieved_face:


    Also Sammy ist sehr nah an den 100% dran für meine Ansprüche, also so 99,9%.

    Ich bin da aber auch so ganz blauäugig und unbedarft an die Sache ran, war ja mein Erster und hat viele Fehler verziehen und ist sooo leichtführig.

    Im Freilauf gab es in 13 Jahren keine Situation, in der er nicht abrufbar gewesen wäre. Selbst suizidale Feldhasen, die kurz vor ihm zum Sprint angesetzt haben, ließen ihn kalt.

    In unserem Alltag tiefenentspannt. Mit Kaninchen und Hühnern im Garten best Buddys, geduldig mit den Kindern, mit Fremdhunden fein bis neutral. Einfach ein Traum.

    Einzig das Bellen bei der Türklingel konnten wir nie abstellen, damit konnte ich aber gut leben, vor allem weil Leila sich das nicht so angeschaut hat. (Zumindest solange Sammy sie von selbst gehört hat. Jetzt gibt sie ihm subtile Zeichen wenn es klingelt und dann bellt er. Führt natürlich auch zu Fehlalarm, aber wir genießen es, solange wir können :zany_face:)

    Freilauf ist mangels Hörfähigkeit und langer Leitung jetzt nicht mehr, jetzt gibt es 10m Schleppi.


    Leila ist da next Level.

    Als Pointer-Mix hat sie erstmal dafür gesorgt, dass wir den Hühner und Hasenstall komplett umzäunt haben. Beim Gassi grundsätzlich die gute Kinderstube und den eigenen Namen vergessen, weil man mit der Nase Furchen in den Boden gezogen hat und Besuch, den man nicht kennt ist potentiell immer Scheiße.

    Jetzt 3,5 Jahre später geht sie gut an lockerer Leine und im übersichtlichen Gelände sogar im Freilauf und das hätte ich nie nie niemals erwartet. Eigentlich aus Spaß nochmal versucht aufzubauen und offensichtlich war das ein guter Zeitpunkt.

    Fein mit Fremdhunden sowohl an der Leine als auch im Freilauf.

    Viel Trubel hat sie gestresst (weil Angsthase), daran arbeiten wir gerade wieder, Spielplätze, Fußballplatz, usw. Und sie macht riesige Fortschritte.

    Wenn es wärmer wird will ich mit ihr Hühnerfernsehen vorm Hühnerstall machen. Ich geb’s einfach nicht auf. Mal sehen :rolling_on_the_floor_laughing:

    Erwachsener Besuch klappt mittlerweile sehr gut, sie bleibt im Körbchen, der Besuch soll sie ignorieren und somit ist sie schnell wieder entspannt und geknurrt wird nicht mehr.

    Bei Besuchskindern ist das schwierig, weil man es nicht richtig üben kann. Ein Kind ist bei einem fremden Hund meist unsicher und dann guckt es Leila doch an und wenn sie dann knurrt, ist es sowieso vorbei. Deshalb gibt es da Management. Aber auch da läuft die Zeit ja für mich, deshalb bin ich damit fein.

    Ich geben ihr solide 80% für meine Erwartungen und weil Freilauf noch relativ neu ist und wir noch keine Wildprobe hatten. Vieles ist mit Management gut zu handeln daher beeinflusst es den Alltag nicht wirklich. Aber ich bin Ehrgeizig genug um weiter zu üben und für die Ausgangslage bin ich super zufrieden.


    Die 100% definiert ja auch jeder für sich selbst.

    Aber ich gebe zu, dass auch ich manchmal nach dem Lesen hier verunsichert bin. aber es motiviert mich auch.

  • Der zweite Punkt ist das Thema "Abruf", da möchte ich mit ihm auf 99,999% kommen, bevor ich ihn frei laufen lasse.

    Wieviel Jahre Zeit räumst Du Euch dafür ein? :cowboy_hat_face:

    Leider ist es gut möglich, dass wir das gar nicht erreichen bzw. nur in sicheren Gegenden mit sehr weitem Blickfeld oder in Arbeitssituationen wie auf dem Platz. Ich habe da aber noch kein Gefühl für, wie sich das weiter entwickelt, bei anderen Themen hätte ich auch nicht gedacht, dass sie mal so viel besser funktionieren, wie es jetzt der Fall ist.

  • Meine Ansprüche an meinen Hund sind sehr hoch. Und sie werden beim nächsten auch genau so bleiben, wenn nicht sogar höher werden, da ich mit meinem eine mühsame Gepöbel-Geschichte hinter mir habe und das einfach nicht nochmal haben muss.


    Mit meinem Hund habe ich vor etwas weniger als 2 Jahren die Erfahrung machen müssen wie es ist, wenn er nicht 100% Gehorsam hat. Und es war mühsam. Daher strebe ich die 100% an, die *meinem* Bild entsprechen. Das bedeutet jedoch nicht, das ich meinem Hund ggü. unfair werde. Ich trainiere jedoch auch nicht mehr alles bis ins erbrechen. Mit manchen Dingen "freunde" ich mich an und nutze die Kapazität dann für andere Zwecke, die ich eindeutig mehr priorisiere.


    Wir sind, durch meine hohen Ansprüche, noch nicht bei diesen 100% - und ich muss immer ein Auge auf den Hund haben, da er kein Selbstläufer ist. Aber das ist in Ordnung für mich und gehört für mich als Halter eines Schäferhundes ein Stück weit dazu, da ich anderen gegenüber sehr rücksichtsvoll bin.


    Ich kann gar nicht abschätzen, wie weit wir prozentual sind. Im Vergleich zu 1.5 Jahren, sind wir jetzt ziemlich weit. Mein Hund ist seit Ewigkeiten nicht mehr einfach abgehauen oder hat Hunde angepöbelt. Dennoch sehe ich noch Potential in der Impulskontrolle und der Frusttoleranz. Auch wenn ich von anderen Haltern oft Komplimente für den Gehorsam meines Hundes bekomme, sind für mich die 100% nicht erreicht, was für mich eben auch wieder ein subjektives Thema ist.

  • Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass ich bei dem Thema derzeit auch ausschließlich Wild einrechne, da alles andere für meine Situation irrelevant ist. Hunde sehen wir sehr selten, treffen noch viel seltener.


    Hunde sind hier eben kein Thema. Und wenn leine ich an. Ich habe 3 große Rüden die allesamt keine Labbis sind, da testen wir nichts.


    Wenn sie erwachsen sind haben sie kein großes Interesse an fremden Hunden und einen guten Gehorsam. Das reicht um die ranzurufen und anzuleinen oder abseits abzulegen, wenn nötig. Mehr brauche ich nicht.

    Das finde ich eigentlich sehr spannend und ich muss sagen Respekt, das klingt nach wirklich anstrebbarem Gehorsam.


    Das mit der Lebenssituation in der man sich befindet, ist glaub ich auch ein großer Punkt. Wir könnten hier beim Gassi auch weitestgehend ohne Hundebegegnung auskommen, dann und wann suche ich aber bewusst die Situation um zu üben.

    Gerade weil wir im Sommer an unserem Seegrundstück doch ab und zu auf Hunde treffen beim Baden und ICH darauf nicht verzichten möchte.


    Dafür muss bei mir kein Hund ins Einkaufszentrum oder in die Fußgängerzone. Das wurde nie geübt und steht auch nicht auf dem Plan.

    Das aufregendste ist hier das Restaurant oder der Biergarten oder eben Fußballplatz. Wir sind eben Landpomeranzen aus Überzeugung :grinning_face_with_smiling_eyes:

  • Mir sind schon so viele Leute begegnet, die total überzeugt waren, sie wären DIE besten Hundeausbilder überhaupt - und am nächsten Hund haben sie sich die Zähne ausgebissen.


    Es ist so individuell...

    Für mich wäre, glaube ich, 100%, wenn der Hund wirklich NIE hinter was herjagen, zu was hinlaufen oder mich ignorieren würde, weil er was in der Nase hat. Die haben wir nicht, heisst: Leine dran, in entsprechenden Situationen.


    Ich könnte natürlich auch sagen: Bei uns im Feld, wo dutzendweise Rehe in großen Gruppen quer über die Felder rennen, soweit das auge reicht - da leine ich nicht ab. Dann läuft er nicht hinterher - juhu, 100% erreicht.


    Alles Interpretationssache.


    Ich hab mal den Nachbarn mit dem Weimeraner/Labbimix gefragt, ob sein Hund jagt. Nein, nie, gibts nicht. Also 100%. Noch NIE gemacht.

    Was ist bei direkter Sichtung, frage ich. Wenn ein Reh vor eurer Nase hochgeht.

    Hä, nein sowas passiert doch nicht, hier in der Siedlung. Und im Wald - ja klar, im Wald ist natürlich die Leine dran! Das ja was anderes. Allerdings geht man auch nicht in den Wald, und dem Hund ist noch nie ein Reh begegnet. Ach so.


    Es wird auch gerne von eigenen Hund(etyp) auf alle anderen übertragen. Thema: Rüden, die läufige Hündin aushalten müssen. Klar, das übt man ein bisschen, dann geht das, sind die Halter alle selber schuld und selber blöd, wenn sie nicht ständig mit läufigen Hündinnen trainieren.

    Tja, stimmt bei manchen, nicht bei allen. Meiner benimmt sich zwar in so einer Situation - aber konzentriert trainieren geht halt dann nicht mehr. Daran hab ich keine Freude und mache das nicht (Alltag ist was anderes).

    Mag mit einen ausgesprochenen Arbeitshund anders sein. aber dieses pausaachlae Urteilen... unschön.


    Solche Sachen gibts hier im Forum sooo oft... mich beeindruckt das nicht mehr. Ich finde es völlig ok, wenn jemand sagt, das läuft bei uns super, damit bin ich zufrieden. Gerne auch Tipps geben. Aber dieser verächtliche Unterton gegenüber anderen, bei denen es eben anders läuft - den finde ich einfach nur unsympathisch.

  • Wann hat denn ein Hund deiner Meinung nach das "Recht" als 100% zu bezeichnet zu werden? Vielleicht sollten wir da mal drüber reden.


    Ich meine, ich habe es bei meinem Beitrag jetzt extra eingeschränkt. Weil, natürlich gibt es irgendwo den Punkt wo ein Hund nicht mehr hört. HH wird angegriffen und liegt schwre verletzt am Boden, bleibt der Hund im Platz? Wie sieht es aus, wenn der Hund selbst angegriffen wird, bleibt er im Platz? Was ist wenn WW3 ausbricht und man mit dem Hund im Freilauf im Fuß durch Bombenbeschuss geht, bleibt er im Fuß?

    Irgendwo wird es immer aufhören... Bei absolut jedem Hund. Das ist jetzt für mich aber kein Kriterium, einen Hund nicht als zu 100%ig Gehorsam zu bezeichnen.

    Deswegen, FÜR MICH, ist 100%, wenn ein Hund im normalen Alltag frei laufen kann und dabei zuverlässig unter Kontrolle steht. Und ja, in Ausnahmesituationen anleinen oder auch an gefährlichen Stellen anzuleinen sehe ich da jetzt kein Kriterium das einzuschränken.

    Und nein, anleinen wenn man weiß, dass der Hund nicht hören wird oder bestimmte Stellen meiden, weil man den Hund frei laufen lassen will und weiß, dass der Hund da nicht hören würde (wie in deinen Beispielen), gilt dann für mich dann nicht als 100%ig. Weil man das jeweils macht, weil man eben weiß oder zumindest fürchtet, dass es da am Gehorsam mangelt. (So wie bei mir eben zB Gimli). Man könnte den Hudn ja auch einfach nicht rufen, wenn man es tun sollte. Dann hört er auch nicht nicht und wäre damit 100%ig Gehorsam, das ist genauso gecheatet.

  • Gleich darauf schelte ich mich einen Narren, denn 100% gibt es eben nicht.

    Gibt es nicht? Ich habe mittlerweile zwei Hunde auf sicheren 100%. Sicher deswegen, weil sie mittlerweile verstorben sind. Das letzte Mal, dass mir ein Hund bei Wild wirklich ausgekommen ist, war der Familienhund bevor ich ausgezogen bin, das ist 15 Jahre her. Und ich hasse an der Leine gehen....


    Sorry, aber das was du da erzählst klingt für mich nicht Mal nach den "ein Hund ist nunmal ein Lebewesen, da gibt es nie absolute Sicherheit"-99,9%. Davon abgesehen, hattet ihr nicht vor nicht allzu langer Zeit das Problem, dass dein Hund ein Reh erwischt hat oder so ähnlich? Ich will dich nicht angreifen oder so, wirklich nicht, aber wenn meine Hunde sich benehmen würden wir du es schilderst würde ich an die 100% nicht einmal denken.

    Trotzdem tust du es irgendwie. Ist aber auch egal.

    Ja, stimmt. Im letzten Mai habe ich Kaya vom Reh runtergezogen und hab mir deswegen vom Forum böse den Arsch versohlen lassen.

    Dass sie eine ernsthafte Jägerin ist, wusste ich vorher.

    Sie war im Freilauf auf dem Weg mit Wegekommando. Als sie runter vom Weg ist, wusste ich, dass es ernst ist, denn ansonsten würde sie das "auf dem Weg bleiben" nicht missachten. Ich habe schon beim Starten gesehen, dass sie "on" ist und ja, da hat sie dann das "raus" ignoriert. Kennte ich sie nicht so gut und hätte ich nicht gewusst, dass da was ganz nah sein muss, was sich "lohnt", hätte ich sie nicht 0,3 Sekunden, nachdem sie am ruhenden Reh war, am Schlaffitchen gehabt.

    Man kann es natürlich so sehen, dass das ein riesen Versagen auf allen Kanälen war: Erziehung des Halters hat versagt, Gehorsam des Hundes hat versagt...

    Man kann aber auch sehen, dass sie immer noch unter Kontrolle und im Einflussbereich des Halters war, denn sonst wäre das Reh tot gewesen.

    Großer Reiz auf kurzer Distanz bei einem Hund, der zugegeben auch durch meine Fehler eine ordentliche Jagdpassion entwickelt hat - da kann das passieren.

    Ist es seither nicht mehr und ich behaupte immer noch: ich kann sie am Wildreiz gut kontrollieren und managen.

    Das darfst du aber gerne aus der Ferne weiter anzweifeln.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!