Seid ihr wirklich bei (annähernd) 100%?

  • Je nach Tag, Mond-/Sonnenstand, wer den Hund führt, wie das Wetter ist und wie die persönlichen Hundemurmeln im Gehirn gerade kullern ist der Gehorsam Formanhängig :D


    Wenn sie bei mir laufen, dann sind wir meist bei 90%. Läuft mein Mann mit ihnen vl. bei 30%.


    Viele Faktoren die rein spielen :D

  • Die allgemeinen 100% wären doch, dass der Hund immer hört.

    Man liest doch oft Aussagen im Forum wie "wenn der Rückruf nicht 100% sitzt, muss eben die Leine dran".

    Meine 100% sind - wie gesagt - dass jedes Kommando brav ausgeführt wird.

    Nach der Definition wären wir bei nahezu 100%, meine Hunden hören nämlich höchst selten mal ein Kommando von mir xD (im Alltag jedenfalls, im Hundesport ist das anders). Und die Alltags-Kommandos sind dann auch eher so "warte", "auf die Seite", "raus da"... Da gibt es eine vorgegebene perfekte Ausführung ja eh nicht so wirklich, nur die Richtung muss stimmen :rollsmile: . Auch Abruf nutzen wir quasi nie (wohl aber ein Aufmerksamkeitssignal). Leinenführigkeit haben alle 4 aktuellen Hunde nie (perfekt) gelernt. Halt nur kein wildes Gezerre und Gewusel. Sowas wie Fuß oder Platz kennen sie nur, weil wir es halt für die BH brauchten (also, alle 4 haben die gemacht, für den Sport, nicht weil ich auch nur ansatzweise Interesse an Unterordnung habe :pfeif: )


    Hier gibt es vor allem einige allgemeine Regeln/NoGos + auftrainierte automatische Umorientierung für die Hunde, die das brauchen (die Shelties eher nicht).

    Keine Ahnung, bei wieviel Prozent wir damit für andere sind :ka: .

    Immerhin sind sie umweltsicher, jagen auch dann keinem Reh hinterher, wenn es direkt vor uns über den Weg sprintet, rennen nicht zu fremden Hunden, pöbeln nicht, Radius ist für mich ok und ignorieren Jogger etc. Also, abseits von Straßen laufen sie i.d.R. frei und belästigen da auch niemanden, reicht mir so.

  • 100% ist keine genaue Angabe. 100% von was?


    Für mich sind 100% das jeweilige Ziel. Ein solches Ziel wird für jede Aufgabe und für den konkreten Hund gesetzt. Dabei bin ich ehrgeizig genug, mir immer neue Ziele zu setzen, wenn ich ein Ziel zu beinahe 100% erreicht habe. Ich bin aber auch faul genug, ein nicht oder nur mit übermäßigem Aufwand erreichbares Ziel aufzugeben.


    Mit Dina habe ich z.B. das Ziel "überwiegend Freilauf" schon lange aufgegeben. :ops: Ich arbeite weiter am Rückruf, aber zugegeben nur recht halbherzig. Eigentlich ist es mehr "arbeiten an der Ansprechbarkeit unter interessanten Ablenkungen". |)

    Insofern ist es mit Dina trotz wenig Erziehungs-Erfolg viel leichter nahe an die 100% zu kommen als bei meiner ersten, deutlich besser erzogenen, Hündin. Weil die Zielvorgabe so unglaublich niedrig ist... :pfeif:

  • Das Elfentier ist auch sehr nahe an „meinen“ 100% und das schon länger (sie ist jetzt knapp 5,5 Jahre alt). Sehr selten muss ich ein zweites Mal nachsetzen was die Ausführung eines Kommandos angeht etc.


    Sie ist allerdings auch einer der führerweichsten Hunde, die ich kenne - will alles richtig machen und auf gar keinen Fall mit mir streiten…

  • *seufz* Ja, genau so wie du es aufgefasst hast war es eben nicht gemeint.

    Hm, wie kann ich es denn anders formulieren was ich meinte....


    Vielleicht mal andersrum. Ich habe ja 3 meiner Hunde als 100% beschrieben und Argos, obwohl der eben auch wirklich gut kontrollierbar (und noch nie abgehauen) ist nicht. Das liegt einfach an dem Unterschied den ich tagtäglich sehe. Argos kann frei laufen, ich lasse den sogar mittlerweile weiter frei laufen, wenn ich weiß, dass er was in der Nase hat oder wenn er vorsteht, eben weil er auf Platz liegt. RR muss ich teilweise wiederholen, aber das Platz ist wirklich fest. ABER ich muss ihn eben, wie du sagst, kontrollieren und managen. Eben weil es nötig ist. ER hat ein absolutes Wegegebot, das ich immer mal wieder einfordern muss. Weil es ohne nicht gehen würde usw. Ich habe immer mindestens ein Auge auf ihm, vor Kurven oder wenn ich merke, dass er was in der Nase hat wird sofort abgebremst, die Zügel enger genommen usw. Das geht so ganz gut. Ist auch nicht mal so unentspannt wie es eventuell klingt, aber ich muss eben immer bei ihm sein. Immer.

    Bei den anderen 3en sieht/sah das anders aus. Kein generelles Wegegebot, und wenn dann rein aus Rücksicht aufs Wild, nicht weil ich das für den Hund bräuchte. Ich kann meine Gedanken schweifen lassen, nicth auf sie achten. Selbst bei Wildsichtung reicht maximal (!) ein leises Geräusch, Kommando ist/war nicht nötig. Oder vielleicht alle paar Jahre mal, wenn sie der Hafer sticht (und dann wird es sofort befolgt). Kurz, ich kontrolliere und manage da nichts. Die kennen die Regeln, die wissen, dass sie nicht dürfen, die probieren es gar nicht erst. Nicht weil sie kein Interessse haben, sondern, weil die die Regeln so verinnerlicht haben. DESWEGEN sind die 100%, weil da so viele safe guards da waren, auf die ich mich alle verlassen kann/konnte, dass der Hund in der Praxis nie dazu kam alle zu überwinden und jagen zu gehen.


    Davon bist du weit entfernt. Heißt, würdest du mir deine Kaya geben und sie würde bei mir exakt so hören wie bei dir, würde ich noch gar nicht über dieses Thema nachdenken, weil es dazu viel zu weit davon entfernt ist. DAS war es was ich im Endeffekt ausdrücken wollte.

    Wie Argos, bei dem denke ich auch absolut noch nicht darüber nach, obwohl wir einen in der Praxis funktionierenden Freilauf haben und er, zumindest wenn ich deine Schilderungen lese, besser kontrollierbar ist als Kaya.

    Man braucht diesen Gehorsam auch nicht unbedingt für den Alltag, wie gesagt, geht mit Argos ja auch so, genau wie bei vielen anderen HH auch. Ist aber trotzdem was anderes als so ein Verlass-Hund.

    Ja, ich habe da extrem hohe Standards. Ja, ich bin da von meinen früheren Hunden verwöhnt. Das weiß ich.

  • Ich kann mit den "100%" nichts anfangen. Hundeerziehung ist für mich so viel mehr als das Befolgen von Kommandos.


    Warum habe ich einen Hund in meinem Leben?

    Es gibt keine echte Arbeitsaufgabe für ihn, er lebt mit uns Zweibeinern statt seiner Hundefamilie. Daraus ergibt sich für mich, dafür zu sorgen, dass seine Grundbedürfnisse bestmöglich befriedigt werden.


    Was macht ein Lebewesen zufrieden? Sicherlich ein gefüllter Bauch und liebevolle Zuwendung. Aber auch eigenständig Probleme zu lösen. Daraus Selbstvertrauen gewinnen. Erst wenn ich als Individuum Entscheidungen treffen kann, erreiche ich Zufriedenheit (meine persönliche Definition).


    Bedeutet für mich, dass ich damit rechne, das mein Hund als erwachsener Rudelgenosse, wenn es sonst wirklich gut läuft, auch mal eigenständig in einer Situation reagiert, die ich anders entscheiden will.


    Damit meine ich, daß meine Hunde wirklich sehr zuverlässig im Gehorsam sind, ich mir allerdings auch immer wieder die Frage stelle, ob das was ich da Anweise auch ihrem Alter und ihrer Position in unserem "Rudel" angemessen ist.


    Ich bin nicht sicher, dass ich das so ausdrücken konnte, wie es mir wichtig ist. Respekt ist immer etwas Gegenseitiges und mir im Umgang mit meinen Hunden wichtig.

  • Ah. Danke für deine Erklärungen. Ja, so kann ich nachvollziehen, was du meinst.

  • 100%? Nein, und das, was ich mir unter 100% vorstelle, werde ich mit Jack auch nicht erreichen.


    Das ist für mich aber nicht schlimm, ich hatte schon Hunde, die waren nah dran an dem, was ich für 100% halte, und ein Stück weit hängt es auch vom Hund ab und von der Arbeit, den ich bereit bin, in das Training zu stecken.

    Kommt halt auch drauf an, was einem wichtig ist und ob es einem wert ist und man die Kapazitäten hat, daran zu arbeiten.

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