Seid ihr wirklich bei (annähernd) 100%?
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Du hast ja einen sehr intelligenten Hund mit deiner Kaya. Ich denke, es dürfte dir nicht schwer fallen, ein zusätzliches "Geh weg und lass es liegen" oder "Tabu"-Kommando zu etablieren.
Aber süß, wie sehr sie an dem Stock hing, diese Penetranz ist wohl dem ursprünglichen Arbeitsauftrag geschuldet, den die Rasse hatte. Find ich immer total interessant, wenn bei Rassen mit bestimmten Zuchtzielen auch im Alltag diese Anlagen "hervorschauen" in Situationen, die mit dem ursprünglichen Auftrag auf den ersten Blick gar nix zu tun haben.
Darüber, ob Kaya gar nicht gerafft hat, dass sie den Stock nicht nur los- sondern auch zurücklassen soll, habe ich gestern noch gründlicher nachgedacht.
Wie Kaya das "Lass es" versteht, muss ich nochmal durch genauere Beobachtung eruieren. Dass kein langfristiges Tabu verknüpft ist, scheint jedenfalls logisch, denn ich wende es eher situativ auf Lebewesen/ Gegenstände an, die wann anders ja kontaktiert/benutzt werden dürfen.
Ändert trotzdem gestern nichts daran, dass sie auf Teufel komm raus ihren Kopf durchsetzen wollte.
Ja, ich weiß, dass das eine Rasseeigenschaft ist.
Aber ich finde es in dieser Ausprägung bei Kaya extrem, im Vergleich zu den anderen beiden Retriever-Exemplaren, die ich sehr gut kenne und "gearbeitet" habe. Dieses ständige "diskutieren" und "hinterfragen" kannte ich bei denen so nicht. Die haben Anweisungen halt so umgesetzt, wie sie es gelernt hatten.
Weder Willy, noch Luna, schon gar nicht Jacky, wäre es im Traum eingefallen, trotz der Anweisung dazubleiben umzukehren, um so einen verluderten Stock zu holen, den man unter Zwang zurücklassen musste.
Ich empfinde da Kaya wirklich als speziell, aber ich kenne auch keinen einzigen anderen Flat persönlich.
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Hi
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Ich hab da auch noch ein bisschen drauf herumgedacht
Du schreibst:
Ich musste, ehrlich gesagt, auch lachen, als sie glücklich und triumphierend mit ihrem Stockungetüm angeflitzt kam.
Sie durfte ihn dann, nach kurzer erneuter Abgabe, auch behalten und nach Hause tragen. Der Stock ist jetzt Artefakt 2087 unserer Stocksammlung.
Also hat sich ihre Penetranz gelohnt. Sie musste nur lang genug dran bleiben, dann konnte sie das, was ihr wichtig war, in dem Moment durchsetzen.
Solche Momente kenne ich auch, das meinte ich mit "Fünfe gerade sein lassen". Man lässt was durchgehen, obwohl man das eiiiiigentlich so nicht wollte.
Gleichzeitig muss man sich bewusst sein, dass der Hund dabei auch was lernt. Die lernen ja immer. Vielleicht lernt er gerade, dass mein "Lass es" unter Umständen heißen kann "hol es dir später und nimm es mit heim(, wenn ich einen gutenTag habe)" - wer weiß?
Manchmal will sie Stöcke auch mit heimtragen, was sie dann auch gelegentlich darf (deswegen ja die Stocksammlung im Garten).
Siehe oben. Vielleicht brauchst du da ne klarere Linie. Nicht der Hund ist der Dickkopf, sondern oft sind die genau so, wie wir sie uns (unbewusst natürlich) gezogen haben.
Vielleicht ist es gut sich vorher zu überlegen, wo man hin will. Erlaub ich das, ok, dann kriegt der Hund den Stock. Oder will ich, dass der den liegen lässt, er darf ihn aber später holen, auch gut.
Will ich aber, dass der den zuverlässig liegen lässt und weitergeht, dann kann ich dem Hund nicht gleichzeitig erlauben, den Stock doch noch zu holen und heimzutragen. Weisst wie ich mein?
Ich glaube, dass der Stock eine besondere Wertigkeit hatte, weil sie ihn Luna abgenommen hat, die sich vorher intensiv damit beschäftigt hatte. So als Art Trophäe.
Das kann gut sein. Jack macht sowas auch gern, paradiert mit Spielzeug stolz herum und wedelt damit vor Sammys Nase "Schau her, ich bin der tollste und guck was ich gefunden hab". Ich schick ihn dann weiter bzw weg, weil Sammy genau wie Jack beide sehr fixiert sind auf Ressourcen und ich Stress vermeiden will.
Dieses ständige "diskutieren" und "hinterfragen" kannte ich bei denen so nicht. Die haben Anweisungen halt so umgesetzt, wie sie es gelernt hatten.
Siehe oben. Meistens sind wir uns gar nicht bewusst, dass unsere Anweisungen für den Hund bei weitem nicht so klar und konsequent sind, wie wir dachten.
Das merkt man dann, wenn man einen Hund hat, der sein Köpfchen zum Denken benutzt und blitzschnell lernt "aha, wenn sie das bei a sagt, heisst das aber nicht, dass das auch bei b gilt, und, mal schauen, was sie bei meinem Vorschlag c sagt..."
Macht mehr Arbeit, weil man muss immer ein Stück weiter als der Hund denken, aber macht auch ganz viel Spaß. Irgendwann schaut dein Hund dich an und will mit Vorschlag c ankommen, und du siehst ihm an, was jetzt gleich kommt und sagst ihm, was du davon hältst... Manche Vorschläge sind ja auch brauchbar...manche muss man verwerfen... so oder so kann ein solcher Hund eine große Bereicherung und immerwährende Quelle von Anekdoten aller Art sein
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Ja, klar, dass Hunde in jeder Situation lernen, ist mir mehr als bewusst. Und dass es da bei mir keine absolut klare Linie gibt in Bezug darauf, dass man Stöcke nie heimtragen darf, ist mir auch klar.
Darum geht es mir primär gar nicht, weil ich es ja nicht wirklich schlimm finde, wenn sie dann doch mal einen besonders tollen Stock mit heimnimmt. Heute wollte sie auch einen Stock mitnehmen, den hat sie auf "Lass es" ohne Probleme liegen lassen.
Das längliche Beispiel unserer Diskussion um den Stock sollte eigentlich nur demonstrieren, dass Kaya eben vom Typ her ein Hund ist, der hinterfragt. Finde ich auch gar nicht schlecht, wenn man mit dem "Hund im Gespräch" ist. Wichtig ist halt, dass man im Zweifsfall das letzte Wort hat. War gestern ja nicht ganz so und ich muss da mal noch kritischer ein Auge darauf haben, inwieweit sich das in andere Bereiche überträgt.
Denn es ist absolut richtig, dass man bei einem solchen Hund Grauzonen insofern nicht zulassen sollte, wenn man dann ein Problem mit den daraus resultierenden Diskussionen hat. Habe ich grundsätzlich gar nicht.
In anderen Bereichen lasse ich solche Grauzonen nicht zu und da gibt es dann auch keine Diskussionen - also wo ich es für gefährlich halte, wenn der Hund diskutiert - wie z.B. selbständig austeigen aus dem Auto, jagen. Das darf man absolut nie.
Ich denke, im Großen und Ganzen funktioniert das System. Aber danke für deine Denkanstöße, DerFrechdax. Es ist inner gut, wenn man sich selbst immer mal wieder kritisch hinterfragt.
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Ja, ich weiß, dass das eine Rasseeigenschaft ist.
Aber ich finde es in dieser Ausprägung bei Kaya extrem, im Vergleich zu den anderen beiden Retriever-Exemplaren, die ich sehr gut kenne und "gearbeitet" habe. Dieses ständige "diskutieren" und "hinterfragen" kannte ich bei denen so nicht. Die haben Anweisungen halt so umgesetzt, wie sie es gelernt hatten.
Weder Willy, noch Luna, schon gar nicht Jacky, wäre es im Traum eingefallen, trotz der Anweisung dazubleiben umzukehren, um so einen verluderten Stock zu holen, den man unter Zwang zurücklassen musste.
Ich empfinde da Kaya wirklich als speziell, aber ich kenne auch keinen einzigen anderen Flat persönlich.
Willkommen in meiner Welt mit den Goldis 😁
Ich hab übrigens aktuell 7 Flats im Training. Und die sind bis auf eine alle so. Die Frage ist immer, wieviel lasse ich zu. Muss jeder für sich definieren.
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Ich wollte da auch gar nix kritisieren, ich mach das ja eben teils ganz genauso in "unseren" Themenbereichen. Wer unfehlbar ist, werfe den ersten Stein
Ich wollte darauf hinaus, dass man auch hinterfragt, was zuerst da war, Henne oder Ei, - der "aufmüpfige" Hund oder die eigene... ja, menschliche Art, Dinge auch mal gut sein zu lassen. Völlig ohne Wertung, was förderlich oder nicht ist, ist ja immer auch individuell.
Das längliche Beispiel unserer Diskussion um den Stock sollte eigentlich nur demonstrieren, dass Kaya eben vom Typ her ein Hund ist, der hinterfragt.
Ich kenne natürlich deinen Hund nicht, aber du schreibst:
Denn es ist absolut richtig, dass man bei einem solchen Hund Grauzonen insofern nicht zulassen sollte, wenn man dann ein Problem mit den daraus resultierenden Diskussionen hat.
Vielleicht ist es genau andersherum, unsere Hunde sind so, weil... weißt wie ich meine?
In anderen Bereichen lasse ich solche Grauzonen nicht zu und da gibt es dann auch keine Diskussionen
Ich neige auch dazu, ich hab ja auch geschrieben, mit Jack erreiche ich keine 100%, weil er halt manchmal einfach er selbst ist.
Vielleicht ist das aber auch so, weil ich besonders zu Anfang dem kleinen Wollknäuel auch einfach nix abschlagen konnte und den intelligenten Terrier, der um 5 Ecken seine Interessen durchsetzt und der halt in ihm drinsteckt, unterschätzt habe. Wer weiss?
Einen sehr guten Spruch hab ich mal gesagt bekommen von einem Hunde- und Pferdemenschen: "Jeder hat den Hund, den er verdient hat".
Mag nicht immer stimmen und manchmal passt es nicht, aber manchmal helfen sie uns, uns in Richtungen weiterzuentwickeln, an die wir zu Anfang nie gedacht hätten. Das sind dann unsere Lehrmeister, die uns Lektionen fürs Leben beibringen
So, Philosophiestunde beendet.
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