Hund anschaffen - ja oder nein? Zwergpudel für meine Lebenssituation geeignet?

  • Wo hat er das geschrieben, dass er nicht jeden Tag Gassi gehen möchte? (Fände ich aber ehrlich gesagt bei einem Zwergpudel jetzt nicht so wahnsinnig schlimm.

    Ist das Dein Ernst?? Tage ohne Gassigang? :face_screaming_in_fear:


    Nein - er hat nicht geschrieben, daß er nicht jeden Tag gehen möchte. Aber insgesamt liest sich die Anfrage schon eher so, als möchte man zwar nen Hund, aber möglichst wenig zusätzliche Arbeit damit, und wenn man grad Zeit hätte, kann man ja dann doch mal 5 Minuten rausgehen abends *gg (ich übertreibe, ja - ganz bewußt).


    Es ist ein halt einfach ein entscheidender Unterschied, ob man sich nen Hund holt, weil man gerne raus geht und eine Begleitung zum Wandern haben möchte, oder in die Rettungshundearbeit geht wie wir beide, und damit den Hund schon in die Freizeit fest mit einplant, oder weil man ihn nur zum Kuscheln daheim haben möchte und eigentlich ganz nett fände, am Schreibtisch nen Hund neben sich liegen und schnarchen zu haben (auch das ist süß - zugegebenermaßen! *gg), aber nicht so wirklich Bock auf Gassi hat, und sich diese Zeit von seinem eigenen Tag nur "abknapst". Bei Letzterem (ist ja keine Schande, man muß sich nur dessen bewußt sein! Also bitte nicht als Vorwurf auffassen, lieber @TE!) wird das Gassigehen halt im Laufe der Zeit auf "ne Runde um den Block" rauslaufen. Das ist weder beim Labrador, noch beim Chihuahua, Rattler, geschweige denn beim Zwergpudel ausreichend. Gerade bei Letzterem nicht!

    (ja MAL, wenn ich krank bin, war ich schon mal nur ne Runde ums Haus. Logisch. Aber maximal 1-2 Tage. Minigassi, sozusagen *gg Das muß man schon mögen und wollen. Aber Tage OHNE Gassi hat´s hier in 15 Jahren noch nicht gegeben. So krank kann ich gar nicht sein, daß ich mit dem Hund nicht rausgehe. Ich hab öfter mal "Rücken" (Bandscheibenprobleme), und schleiche dann nur noch durch die Gegend, ich hatte Corona, auch mal ne ordentliche Grippe - aber draußen war ich immer. Während der Corona-Erkrankung halt net während der allgemeinen Rush hour, sondern wenns ruhig war, auf wenig begangenen Wegen, mit Maske und halt viiiel Abstand, wenn doch mal wer kam. Weil es mir Freude macht, draußen zu sein, gehe ich TROTZDEM. Aber für jemanden, der das Rausgehen eher als lästig ansieht, weil er eigentlich keine Zeit dafür hat, wird dann halt jedes Schnüpfle Anlaß sein, zu sagen "Oh, so kann ich aber nicht raus, heute mal kein Gassi". TENDENZIELL. Nicht notwendigerweise in diesem Fall (!), ich schreibe das nur, weil Du den Unterschied nicht zu sehen scheinst, @RaFiLe. ;-)


    Ob das tatsächlich beim TE so ist, daß Gassi eher lästiges Beiwerk wäre, und man sich die Zeit aus den Rippen schneiden müßte, kann ich nicht sagen. Das ist nur mein rein subjektiver Eindruck, für mich liest sich das eben so, als würde das Gassigehen eher so gesehen - vielleicht hab ich das auch mißverstanden, oder der TE ist sich nicht wirklich bewußt, wieviel Aufwand der Hund dann letztlich sein wird (wie auch, wenn er noch nie nen Hund hatte...). Und das Blöde ist: das kann Dir keiner sagen. Weil jeder Hund ist anders, der eine ist eher genügsam, der Andere tanzt Dir auf der Nase rum, sobald er nicht miiiindestens 3 Stunden täglich draußen bespaßt wird, der Dritte dreht hohle, wenn er zu lange unterwegs ist. Und noch blöder: man weiß nie im voraus, welche der beiden Varianten man erwischt :zany_face:


    Ob der TE dann sagt: dann isses halt so, machen wir, der Hund ist ja nunmal da, oder eher so "Hm - so war das eigentlich nicht geplant, wird mir zu viel", - DAS kann er nur selbst entscheiden Wir können hier ja nur Erfahrungen teilen, sagen, was passieren KANN - ob das dann zu seinem Alltag bzw. seinem und dem der Partnerin, paßt, machbar ist, und wie - das weiß er selbst sicher am besten. Und sie sind ja immerhin zu zweit, sodaß man sich die Gassigänge auch teilen kann, einer früh, einer abends, etc., sodaß der Aufwand sich für Beide in Grenzen hält.

    Aber das mit dem Kind... Also, ich bin mir nicht sicher, ob ICH das schaffen würde mit Säugling und Hund, beiden gerecht zu werden. Meine Hunde kamen erst, da war die Tochter schon 14. Sprich, stubenrein und fähig, allein zu bleiben *lach... Aber zu zweit mag auch das wiederum anders sein. Um da was zu empfehlen, kenn ich schlichtweg den Zeitplan und die Menschen dazu nicht, sodaß ich mich da nicht aus dem Fenster lehnen werde. Ich sage immer: wenn man wirklich will, und das einem echt ein Anliegen und ein Traum ist - dann schafft man alles. Dann geht es nur noch um das WIE, und dann nimmt man auch evtl. Widrigkeiten nicht so schwer, wie wenn man sich nicht sicher ist, ob an das wirklich möchte. :winking_face:

  • Meiner Meinung nach würde ein Hund schon in das Leben des TE passen. Vor allem nachdem die Partnerin die Möglichkeit für Homeoffice hat.

    Wenn beide den Hund wollen und bereit sind sich zu kümmern, sehe ich eigentlich kein Problem.

    Die Frage ist ob er es eigentlich wirklich will. Gerade das Gassi gehen nimmt ja einen Grossteil der Zeit mit dem Hund ein. Das sollte kein Müssen sein sondern einem selbst auch Freude machen. Und vielleicht kann man dann auch einfach früher aufstehen und ein bisschen Programm auf den Morgen legen wenn es am Abend zu spät wird. Was in meinen Augen wichtig ist, ist ein Plan B für unvorhersehbare Probleme. Besonders wenn beide voll berufstätig sind. Wenn der Hund nicht gut alleine bleiben kann, krank wird, der Besitzer krank ist.

    Familie die da aushelfen kann oder ein Dogsitter wären da hilfreich. Das würde ich schon vor dem Einzug des Hundes abklären.

  • Für mich gehts am Ende immer darum, ob man WILL, dass ein Hund ins Leben passt - dann ist man nämlich bereit, das Leben daran anzupassen, Verwantwortung zu übernehmen, ein Stück weit Fremdbestimmung zuzulassen und sich eben auf alles, was ein Hund im Leben mit sich bringt, einzulassen und das auch gern zu tun. Dann hat man da Spaß dran, draußen unterwegs zu sein mit dem Gefährten Hund, neue Sportarten gemeinsam zu machen, zu trainieren, Zeit zu verbringen, gemeinsam zu lernen... und sieht das nicht als lästige Pflicht.

    (Wer sich natürlich überhaupt nicht gern draußen bewegt, da wirds halt schwierig...)

    Ich denke, ein Hund passt in das Leben vieler Menschen, wenn man eben bereit ist, sich darauf einzulassen, ggf. eine Betreuung zu organisieren, Arbeitszeiten mit dem Partenr abzustimmen, sich zu organisieren etc. und eben nicht die Erwartungshaltung hat, dass es ein Selbstläufer wird. Man muss es aber wollen.

  • Es kann sein das der Zwergpudel sich an einem Tag mit 30 Minuten begnügt.

    So sehr ich dir im Grunde zustimme, dem zitierten möchte ich widersprechen.


    30 Minuten am Tag (nicht als Ausnahme, sondern regelmässig) sind eindeutig zu wenig, aber das hat der TE ja eingangs selbst schon in Frage gestellt.


    Da ein Garten vorhanden ist (falls man sich nicht dran stört, wenn der als Klo genutzt wird) können die kleinen Pipirunden ja ausfallen, aber einmal ein Tag ne gscheite Runde muss schon sein. Auch für einen Zwergpudel.

  • "sich an EINEM Tag" genau so sollte es auch gelesen werden. Natürlich darf es nicht die Regel werden. Aber wenn der Hund an EINEM Tag in der Woche z. B. mal nur für 30 Minuten unterwegs ist, wird es kein Problem sein.

  • Im Prinzip ist es völlig egal ob man sich am Tag bereit ist 1 oder 15 Stunden frei zu räumen sondern ob die grundsätzliche Bereitschaft da ist sich wirklich komplett auf ein neues Lebewesen einzulassen.

    Wo es dann heißen kann man kann im ersten Jahr nicht mehr mit der Familie essen gehen, man sagt Familienfeiern ab weil der Hund nicht mit kann oder man muss 2.000€ OP Kosten bezahlen weil der Hund sich irgendeinen Haxen gebrochen hat. Beispiele können wir hier Seitenweise aufzählen, sie können nie kommen oder alle auf einmal. Entweder akzeptiere ich es oder ich lasse es

  • "sich an EINEM Tag" genau so sollte es auch gelesen werden. Natürlich darf es nicht die Regel werden. Aber wenn der Hund an EINEM Tag in der Woche z. B. mal nur für 30 Minuten unterwegs ist, wird es kein Problem sein.

    oder auch mal zwei oder drei.


    Ich lass mein Kind aber auch kein Instrument lernen, wenn es von vornherein schon sagt: "Muss ich wirklich jeden Tag üben? Aber länger als 10 min spiel ich nicht! Aber Notenlesen lern ich nicht!"


    Wenn ein Garten da ist und generell jetzt nicht sooo die Lust aufs Rausgehen, dann zeigt sich in der Praxis eben immer wieder, dass es nicht bei zwei oder drei Tagen bleibt, sondern irgendwann zur Regel wird.

  • Wie kommst du auf die 6 Stunden? Meinen Hund würde ich nicht so lange allein lassen, und abgesehen von der persönlichen „Toleranzgrenze“ schaffen es viele Hunde nicht, auch nur wenige Stunden allein zu bleiben.


    Insofern ist ein Fremdbetreuungs-Plan B sinnvoll, denn es ist aus meiner Sicht unseriös zu suggerieren, dass 6 Stunden machbar und in Ordnung wären.

  • Also sorry, aber in welcher Welt lebst du?! Es soll Leute geben, die arbeiten müssen, um sich ihren Lebensunterhalt zu finanzieren...


    Maximal 6 Stunden am Tag sind ohnehin schon ein hehres Ziel... Man hat ja noch Fahrzeiten... Selbst wenn man nah an seiner Arbeit wohnt, ist man dann bei max. 5,5 h Arbeit pro Tag, was in den meisten Berufen nicht einmal einer 70%-Stelle entspricht... Wer soll denn davon noch in Zeiten massiv gestiegener Lebenshaltungskosten leben können...?


    Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen...


    (Auf 6 Stunden komme ich übrigens insofern, dass es die offizielle Aussage von meinem örtlichen Veterinäramt ist...)

  • Das ist eine interessante Aussage deines örtlichen Veterinäramtes!


    Stellen die damit einen Persilschein für eine 6-stündige Abwesenheit aus?

    Was machst du denn, wenn dein Hund das nicht packt? Die Wohnung zerlegt, bellt, jault? Lässt du ihn trotzdem 6 Stunden allein?

    Alles schön und gut, wenn der Hund es aushält, lange allein zu bleiben. Wenn nicht, gibt es ein dickes Problem, das nicht mal so eben lösbar ist. Und das passiert häufiger, als du denkst.

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