Welpenschule: Bauchgefühl & Ansatz – eure Meinungen

  • 3. Was sind eure Meinungen zu Korrekturen und Beziehungen (zum Welpen)? Kann ein solcher Ansatz wie bei Trainer 3, also zB bei einer Versuchung im Training, direkt ein paar Stufen der Eskalationsleiter zu überspringen, einen negativen Einfluss auf die noch junge Beziehung haben? Ich denke da jetzt ganz konkret an seine Hündin, die schon unmittelbar, als er seine Hand mit dem Keks zu ihr hinführte, sofort den Kopf abwendet, züngelt und blinzelt und nicht mehr zum Mitmachen zu überreden war. Ich fände es arg schade, wenn mein Hund schon so deutlich beschwichtigen müsste, wenns an sich erst mal nur um eine Hand mit Keks geht. Andererseits bin ich ja hundeunerfahren. Wie seht ihr das?

    In der Theorie ist 100% wattebauschen ja toll, in der Praxis funktioniert das aber genauso gut wie eine rein antiautoritäre Erziehung bei Kindern.

    Es gibt Regeln und es gibt Grenzen und die setzt man durch, auch bzw. gerade wenn der Hund andere Interessen oder gerade keine Lust hat. Was es dafür braucht entscheidet der Hund, aber so weit muss man mitgehen, egal was die eigenen Ideale sagen. Ansonsten wird das nichts mit dem auch nur halbwegs erzogenen Hund. Im privaten Bereich muss man es ja mit den Regeln usw. auch nicht unbedingt übertreiben, aber ein Mindestmaß muss einfach sein.

    Strafen ist nichts Schlimmes, auch aus Sicht der Hunde nicht, solange man es richtig macht. Also richtiges Timing, auf den Hund und die Situation zugeschnitten, fair und, ganz wichtig, der Hund muss verstehen warum.


    Grundsätzlich wäre ich daher für den Trainer der beides macht, allerdings setzt das eben voraus, dass er richtig strafen kann.

    Und ja, hmmm. Das ist ja genau das was hier etwas (sehr) fraglich ist.... Also bei einem Welpen und dieser Übung, noch dazu wenn die Übung noch neu ist, sofort pauschal zu körperlich massiv zu drohen und zu schreien klingt für mich ehrlich gesagt nicht wie jemand der positiv und negativ arbeitet, sondern eher nach jemanden der versucht seinen alten, groben Methoden einen neuen Anstrich zu verpassen, weil die Kundschaft das heutzutage so will.

  • Wie läuft denn beim Parktrainer der Freilauf?

    Eingezäunt wird das ja nicht sein, aber die Welpis einfach mal im Park zusammen laufen lassen wird es ja wohl auch nicht sein?

    Für mich wäre ein rein positiver Trainer nichts aber ob dem wirklich so ist 🤷‍♀️

    Kann man ja meist ganz gut davon ableiten je nachdem wo Fortbildungen und co gemacht wurden.


    Hört auf euer Bauchgefühl, denn wohlfühlen müsst ihr euch ja schon auch

  • Vielen Dank für euer Feedback und eure Gedanken, da war viel Spannendes dabei für uns.


    Ich gehe da auch voll mit, manchmal muss man Grenzen eben auch deutlich umsetzen und es kann nicht immer alles mit Regenbogen gelöst werden. Dass man es sich als Wattebauschwerfer manchmal auch schwerer macht als es sein müsste, sehe ich auch ein. Aber wie hier von mehreren angemerkt, scheint so eine forsche Aktion wie bei Trainer 3 beschrieben übers Ziel hinaus zu sein, denke ich auch. Und wie gesagt, bei Dingen, die ich anzweifle, wäre ich mit Sicherheit nicht authentisch. Eine Teilnehmerin bei Trainer 3 war auch recht schüchtern und konnte die Übung eigentlich kaum durchführen, man hat ihr auch angemerkt, das geht jetzt echt gegen ihr Naturell. Sehr leise, zögerlich und weich. Und ich kanns voll verstehen!

    Es wird dann Trainer 1 für uns, das fühlt sich einfach stimmig an.


    Und genau, die Persönlichkeit vom Welpen spielt dann auch noch eine Rolle. Mal schauen, ob das eher ein Sensibelchen oder ein Teufelchen wird, das vielleicht den ein oder anderen Takt mehr braucht.


    piaaischa Der Freilauf bei Trainer 1 ist natürlich nicht möglich im Park, die Welpen durften an langen Schleppleinen spielen, was natürlich manchmal etwas zu Kuddelmuddel geführt hat. Schätze aber das müssen wir in Kauf nehmen. Man kann ja ggf. mit anderen Teilnehmern private Spielstunden ausmachen, wo dann die Leine im geschützten Raum auch mal abkann, so zumindest unser Plan für ausgiebigeren Sozialkontakt für die Maus.

  • Ich bin grundsätzlich kein Freund davon, Entscheidungen aufgrund von Bauchgefühl zu treffen. Aber bei der Trainerauswahl höre ich zumindest sehr genau hin, wenn mein Bauch mir sagt, dass da etwas nicht passt.


    Wichtig ist, dass du und dein Freund die gleiche Sicht haben, sonst ist Ärger untereinander vorprogrammiert. Schließlich kommen da noch viele verschiedene Entwicklungsphasen, beim Hund und bei euch :) .


    Positive Verstärkung ist mir auch am liebsten, irgendwie solltet ihr dem Hund aber auch vermitteln, was ein "Nein" bedeutet, je früher er das versteht, umso schöner. Mir persönlich gefällt am besten, wenn ein Trainer sich den jeweiligen Hund ansieht und euch ganz konkret empfiehlt, welches Maß an "Nein" das Richtige ist.


    Ich habe da eine Trainerin in Erinnerung, die bei so einer "Finger-weg-vom-Futter-Übung" einen gerade eingezogenen, sehr unsicheren Tierschutzhund mit überdeutlich eingezogener Rute - der von den Neuhundehaltern übrigens an einer Moxonleine ohne Zugbegrenzung mit regelmäßigem Leinenruck geführt wurde... - verbal zusammengefaltet und körpersprachlich bedroht hat, um ein "Nein" zu demonstrieren. Da hat mein Bauch deutlich schneller "nixwieweg" gesagt, als mein Hirn das verarbeiten konnte.


    Man kann einen Trainer übrigens auch wechseln, wenn es letztlich doch nicht passt, oder wenn man das Gefühl hat, dass man nichts mehr Neues lernen kann, so lange man den Hund nicht mit dauernd wechselnden Methoden verwirrt. Bis dahin sollte man jedem Trainer und seinem Hund ausreichend viel Zeit geben, damit man die Wirkung der Methoden überhaupt sehen kann.

  • Der Trainer muss nicht nur zum Hund sondern vor allem zum Besitzer passen.


    Aber:

    Der Freilauf bei Trainer 1 ist natürlich nicht möglich im Park, die Welpen durften an langen Schleppleinen spielen, was natürlich manchmal etwas zu Kuddelmuddel geführt hat. Schätze aber das müssen wir in Kauf nehmen.

    Das wäre ein Punkt, wo ich raus wäre.

    Welpen mit Schleppleine dran spielen lassen? Das wäre jetzt mein persönliches No-Go

  • uff nein, Welpenspiel an Schleppleinen geht gar nicht.


    Also wirklich Gar nicht. NO GO. Davon haben die Hunde nix.


    Freies Spiel mit passenden Altersgenossen wäre mir sehr wichtig, das muss nicht zwingend in der Hundeschule sein... Aber mitmachen bei solchen Spieleinheiten solltet ihr auf keinen Fall!


    Übrigens: Wenn ich mich über meinen Hund beuge, würde der auch direkt beschwichtigen, ich bin mir nicht sicher, ob der Eindruck bei dem Trainer vielleicht täuscht? Wenn die Hündin die Übung kannte, dann war das vielleicht auch einfach für sie klar, dass sie das eben nicht macht - und die Verwirrung, dass sie quasi zu etwas aufgefordert wird, von dem sie weiß, dass sie es nicht tun soll, führt halt schnell zu einem inneren Konflikt.


    Manche Hunde sind so. Meiner hört sofort auf zu fressen, wenn ich mich dem Napf nur nähere, dabei hat der NIEMALS irgendwas aversives mit dem Napf erlebt (Napf wegnehmen oder so).

    Ich hab sowas auch noch nie erlebt...


    Habt ihr mal nachgefragt? Auch, warum die Übung so aufgebaut wurde? Grundsätzlich finde ich es nicht schlimm, wenn man auch mal "Hey" sagt.


    Ihr müsst ja auch nicht jede Übung mitmachen und befolgen. Ich hab nie alles gemacht, nur weil der Trainer das so wollte. (Hallo sagen an der Leine z.B. Oder Rolltreppe fahren im Baumarkt....da waren schon Klopper dabei.)

  • Oh, dann ist das direkt notiert mit dem Schleppleinenkontakt! Dann nehmen wir uns an der Stelle raus im Training. Ich hätte jetzt den leinenfreien Artgenossenkontakt wie gesagt auch dann eher bevorzugt über private Treffen geregelt. Sei es jetzt gleichaltrige Spielpartner, die man zB über den Kurs kennenlernt oder Freunde von uns mit erwachsenen Hunden mit gutem Sozialverhalten.

    Noch für mein Verständnis: Geht es hier darum, dass es dazu führen kann, dass Welpe denkt, ok an der Schlepp hängen = Partytime mit allem, was sich bewegt?


    @Langstrumpf Der Trainer saß noch im Fersensitz eine Armlänge von ihr entfernt, also soweit kein Druck körpersprachlich. Er packte das Leckerli auf die flache Hand und führte diese langsam zur liegenden Hündin. Die dreht sofort den Kopf ab, wie seine Bewegung losgeht und leckt sich wie wild die Schnauze + viel Blinzeln. Er versucht sie danach noch mit lieber Stimme zu überreden, aber sie hat nur weiter beschwichtigt. Ich als Laie hätte jetzt vermutet, sie hat in der Vergangenheit hier ordentlich Donnerwetter gefressen und selbst der Beginn der Übung bereitet nun schon Stress?

    Er erklärte den Teilnehmern, dass es hier um Ressourcenverwaltung geht und man sich da sehr klar positionieren muss. Das macht an sich Sinn für mich, hier klare Grenzen festzulegen, aber nicht gleich in einer solchen Intensität.

  • Es geht um Schleppleinen Kuddelmuddel.

    - Leine um Bein gewickelt und der andere zieht dann dran.

    - Hund will Abstand gewinnen, hängt aber mit der Leine am anderen dran.

    - Welpenzahn bleibt an Leine hängen

    ....


    Da gibt es sehr unschöne Unfälle beim spielen mit Schleppleine dran.

  • Hallo,


    ich kann Welpen- und Hundeschulen leider immer weniger abgewinnen. Such dir einen guten Hundeverein, der ein vernünftiges Programm anbietet. Da ist es im Interesse der Ausbilder, dass du mit deinem Hund voran kommst, dabei bleibst und ggf. nach der Basisausbildung vielleicht in eine Sportart rein guckst, etc.


    Bei Hundeschulen und freien Trainern habe ich immer mehr den Eindruck, dass es hauptsächlich um die Kohle geht und man möglichst die Kunden an sich binden will.


    Beim Hundeverein zahlst du in der Regel um die 100€/Jahr und kannst dafür an jedem Training teilnehmen, das für dich sinnvoll ist. In der Hundeschule sind die 100€ ja schon mit 4 Trainingseinheiten oft weg...


    Natürlich muss man bei Vereinen auch gut schauen. Da gibt's auch schwarze Schafe. Aber generell habe ich den Eindruck, dass in Vereinen solidere Arbeit geleistet wird als in Hundeschulen.


    Soweit meine Empfehlung.


    LG

  • ja genau so dachte ich eben auch.

    Kenne leider ein Border der sich so das Kreuzband gerissen hat.... auch in der Welpenstunde.


    Generell ist spielen an der Leine egal ob Schlepp oder normale Leine für mich ein NoGo.

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