Schäferhund - eine Herausforderung!
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Ich habe einen aggressiven belgischen Schäfi adoptiert und verstehe auch manche deiner Sorgen sehr gut.
Als ich 16 war, war ich mit einem jungen Hengst ein paar hundert Kilometer entfernt auf einem Kurs mit tollem, auch sanftem Ruf. Der Kurs war super. Am Ende ging mein Pferd aber nicht direkt auf den Hänger. Ich hätte dafür vielleicht 20 min Ruhe gebraucht. Die bekam ich aber nicht. Ich habe es damals nicht geschafft mich gegen einen außenstehenden, recht prominenten Trainer durchzusetzen, der Aladin dann in den Hänger geprügelt hat. Es ging keines Falls schneller so. Er sagte immer, dass er nicht schlage sondern nur touchiere. Er ließ ein Seil kreisen und schlug damit (stark) so lange auf die Kruppe meines Pferdes ein, bis es in Panik auf den Hänger sprang, sich dort aber drehte und verklemmte.
Es war schlimm und dauerte ewig bis Aladin drüber weg war. Ich hab mich geschämt mich nicht durchgesetzt zu haben. Ich habe tatsächlich geschrien und geweint, aber ich hätte dem Trainer den Strick wegnehmen müssen, mich körperlich durchsetzen. Sowas hab ich damals noch nicht gekonnt, aber daraus gelernt, dass ich es künftig können wollte.
Ich bin ausgesprochen plüschig mit meinem Hund, aber meine Grenzen, auch ihm gegenüber, können bombenfest fest sein und wir wissen auch beide wann das so ist. Es ist dann einfach so, dass ich mit meiner ganzen Person dahinter stehe. Das versteht mein Schäfi gut. Ihm ist auch manches so wichtig.
Schau gern mal in den Thread in dem ich ausführlich von uns erzähle. Ich kann das hier so knapp grad schlecht. Der Thread ist in meiner Signatur verlinkt. Ich bin sicher du findest euch da in manchem wieder.
Ansonsten mag ich dir „Das Aggresionsverhalten des Hundes“ von James O‘Heare sehr empfehlen:
https://www.animal-learn-verla…sionsverhalten-des-hundes
und diese DVDs:
https://tiertraining.tv/produk…oerpersprache-des-hundes/
Mir hat, trotz recht viel Vorerfahrung kaum etwas ähnlich geholfen.
Das Heftchen dazu gibts gratis im Netz:
https://dreh-punkt.com/wp-cont…in_der_Koerpersprache.pdf
🍀 Viel Glück euch beiden! 🍀
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Ich weiss nicht woher dein Wissen kommt, aber es scheint als fehle da einfach einiges.
Niemand ist perfekt, und dein Vorwurf tut mich verletzen. Vielleicht bist du gar nicht so, aber du kommst extrem streng rüber, als wüsstest du alles über Hunde. Es wirkt so, als würdest du dich über mich stellen. So mein Gefühl. Und in dieser Situation nimmt man nur ungern Ratschläge an.
Es scheint, da fehlt einiges an Feingefühl. Oder welche Lehrer hast du früher am liebsten gehabt?
Ich bin jedenfalls nicht gewillt, mich so behandeln zu lassen. Und wenn du jetzt mit rosa Wattebäuschchen kommst - Steine werfen bringt aber auch nix.
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Bei Hunden haben regelmäßige „Social Walks“ den Durchbruch gebracht.
Ja, genau, das habe ich auch vor, Social Walks mit richtig an der Leine und Konzetration auf den Hund statt zu tratschen. Und mit ordentlich Abstand, damit sich kein Hund bedrängt fühlt. Wohne auf dem Dorf, muss noch eine Gruppe finden. Danke!
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Mach dir bewußt dass du mit diesem Hund nie so ein Leben führen wirst wie mit einem blindem Labbi. Dieser Hund wird nie everbodys Darling werden.
Unterordnung und Fährte sind doch toll um sich eine gemeinsame Basis zu erschaffen, dann wird es auch im Alltag leichter- meine Erfahrung...
Ja, das ist mir mittlerweile auch bewusst, dass das kein Labbi ist. Einfach eine andere Hausnummer und kein Streichelhund. Nicht einfach, denn jeder will ihn gerne streicheln, und ich musste lernen, das zu verbieten.
Ja, da muss ich mich wirklich umschauen, vor allem Fährte ist ihr Ding, und das machen wir zu zweit auch schon. Aber Fährtenarbeit wäre wirklich toll. Aber was ist, wenn dann dort auch andere Hunde sind? Ist das dann nicht noch mehr Stress?
Wenn du damit Erfahrung gemacht hast - hattest du auch einen unverträglichen Hund? Und was hast du da gemacht?
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Ich weiss nicht woher dein Wissen kommt, aber es scheint als fehle da einfach einiges.
Niemand ist perfekt, und dein Vorwurf tut mich verletzen. Vielleicht bist du gar nicht so, aber du kommst extrem streng rüber, als wüsstest du alles über Hunde. Es wirkt so, als würdest du dich über mich stellen. So mein Gefühl. Und in dieser Situation nimmt man nur ungern Ratschläge an.
Es scheint, da fehlt einiges an Feingefühl. Oder welche Lehrer hast du früher am liebsten gehabt?
Ich bin jedenfalls nicht gewillt, mich so behandeln zu lassen. Und wenn du jetzt mit rosa Wattebäuschchen kommst - Steine werfen bringt aber auch nix.
Weißt du, DU hast ihr um Erfahrungen gebeten. Die bekommst du nun mal von erfahrenen Menschen. Wir können nichts dafür dass du dir scheinbar den falschen Hund für deine Erfahrungen oder dein Wissen angeschafft hast. Wir könnten hier jetzt alle lang und breit unser Bedauern aussprechen wie schlecht du es hast und wie arm du jetzt dran bist aber das hilft dir doch nicht und noch wichtiger es hilft dem Hund nicht und nur um den geht es hier. Wenn du klare Ansagen und deutliche Tipps als Steinewerfen auffasst solltest du vielleicht überlegen warum das so ist. Jeder der hier schreibt will deinem Hund und dir helfen. Wenn du mit Hilfe nicht klarkommst ist das nicht unser Problem.
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Wirklich anstrengend (und auch für mich und meine Hunde nicht ganz ungefährlich) waren also eigentlich nur die ersten paar Monate, bevor sie mir vertraut hat.
Ok, wow, das war bestimmt Stress am Anfang, obwohl wie du sagst, schon eine Basis geschaffen wurde.
Und irgendwann merkt man, dass einem der Hund vertraut - ich kenne das von meinem vorigen Hund, dem Labbi. Da hat es 2 Jahre gebraucht! Ich hoffe, es dauert hier nicht so lange. Schön, dass es bei euch nur 2 Monate waren.
Krass mit dem Alkohol und den Männern.
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Ich finde aber auch, dass ein guter Trainer sowohl mit Belohnung/Bestätigung als auch mit Bestrafung/Korrektur arbeiten sollte. Halt angepasst auf den Hund und nicht nach Methode X oder Schema F.
Das kommt darauf an, zu welchem Zeitpunkt!
Der Hund ist erst seit 11 Wochen dort. Wahrscheinlich hat bisher nie jemand dem Hund gezeigt, was er tun soll. Sondern man reagiert immer dann, wenn der Hund ein Benehmen zeigt, das man nicht sehen möchte.
In dem Fall halte ich eine Strafe für absolut unangebracht, solange man dem Hund noch nicht beigebracht hat, was er denn zeigen soll.
Natürlich würde ich so ein Verhalten abbrechen, in der Situation selbst, also als Management.
Aber fürs Training würde ich dann nicht mit Strafen arbeiten, völlig egal, was der Hund für eine Motivation hat! Sondern einem neuen Hund, und nach 11 Wochen IST er noch neu für Dich, würde ich erstmal beibringen, was ich von ihm erwarte. Sprich: mich hinsetzen, mir überlegen, was ich als Alternativverhalten nutzen könnte. Dann das Alternativverhalten einüben, immer mit Kommando, damit das später bei Bedarf abrufbar ist.
Und anschließend dieses Alternativverhalten unter immer größerer Ablenkung und mit größerer werdendem Abstand generalisieren.
Dann kann man das auch in Hundebegegnungen verlangen.
Das spielen dann noch ein paar Faktoren herein, ob man selbst rechtzeitig das alternativ Verhalten abfordert, wenn der Hund noch ansprechbar ist etc.
Aber wenn man das richtig macht, und der Hund pöbelt trotzdem weiter, DANN kann ich anfangen, zu sanktionieren. NICHT für's Sichaufführen- sondern dafür, daß das Kommando nicht ausgeführt wird.
Einen Hund, der noch nicht gelernt hat, einem zu vertrauen, und dem man ein gewünschtes Verhalten noch gar nicht vorgeschlagen hat, zu strafen, wenn er das zeigt, das er bisher woanders gelernt hat, ist in höchstem Maße unfair.
Und genau das ist der Grund, warum Strafe meistens verpönt wird: weil die Hundehalter nicht verstehen, wann und wie man Strafe sinnvollerweise einsetzt, um damit das gewünschte Ziel zu erreichen.
Im Training haben jedenfalls Strafen m. E.n. nichts zu suchen. Vielleicht mal n ganz neutraler Negativ-Marker als Information, daß das nicht das war, was ich mir vorgestellt habe, in Verbindung mit dem Fordern des gewünschten Alternativverhaltens.
Ein anderer wichtiger Punkt ist meines Erachtens nach, im Alltag mal möglichst viele Situationen aufzufangen, die er schön löst, ihn dafür zu loben, damit er weiß, daß das eine tolle Möglichkeit ist. Einfach, um generell im Alltag Statements zu setzen (ganz klare Infos: das mag ich, das mag ich nicht), denn ein Verhalten, das von Dir gelobt wird, behält der Hund und wendet es bei Bedarf wieder an. Und wenn er das im Alltag sogar von sich aus zeigt, kann man davon ausgehen, daß es für ihn ein probates Mittel ist, und daß er das Verhalten beherrscht. Somit wird es als Alternativverhalten mit großer Wahrscheinlichkeit gezeigt werden können.
Insofern: ja, Strafen gehört zum Lernen dazu. Aber natürlich wegen der Motivation in möglichst geringem Umfang. Und dann eben fair, sprich der Hund lernt erstmal, was er tun soll, und erlebt dann die Strafe ganz klar als Konsequenz falschen Verhaltens. So kann er das Zuordnen, so kann er das verstehen und umsetzen.
Dabei muß die Strafe natürlich auch noch angemessen sein in der Intensität. Sie muß den gewünschten Erfolg haben, aber darf den Hund nicht komplett verängstigen.
Und: sie sollte dazu beitragen, das Ziel zu erreichen. Wenn mein Hund beim Abruf einmal minimal zögert, bevor er zu mir kommt, ihn dann anschließend bei mir zu strafen, ist sinnlos. Deswegen wird er nämlich beim nächsten Mal nicht schneller zu mir kommen, sondern vielleicht stehen bleiben, weil er misstrauisch ist, was ich ihm jetzt schon wieder antun möchte... Das ist ein Beispiel, in dem eine Strafe absolut fehl am Platz wäre.
Wow, das ist echt klasse! Und macht Sinn. Ich bin zwar generell gegen das Strafen mit Hand/Fuß/Hilfsmitteln, aber du hast verständlich gemacht, wann es eher Sinn macht und wann es viele HH UND Trainer leider fälschlicherweise anwenden.
Genau so war es mit meinem Trainer: Einfach mal auf den Kopf klatschen, ohne dass der Hund wusste, was er tun soll. Das mag funktionieren, aber ist für mich nicht der richtige Weg und kann sich später rächen.
Danke für den Beitrag! Das mit dem Alternativverhalten aufbauen, auch in verschiedenen Situationen, Schwierigkeitsgrad steigern usw. ist gut. Da muss ich mir was überlegen.
Und bezüglich des Schnüffelns nach Wildspuren: Ja, da hast du Recht, das kann auch ein Störfaktor sein, da muss man jeden Hund individuell betrachten.
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Wenn du damit Erfahrung gemacht hast - hattest du auch einen unverträglichen Hund? Und was hast du da gemacht?
ich habe meine beiden im Sport geführt, die wollten keinen Kontakt beim Arbeiten aber das war eben erlernt weil sie gerade ihren Job machten. Daneben habe ich einen Mali-DSH Mix geführt. Komplett unverträglich und auch Menschen gegenüber nicht ganz der Loverboy aber auch dieser Hund war kein Thema denn er hat gelernt mir als Menschen zu vertrauen und sich führen zu lassen. Entweder hat sein Herrchen entschieden oder ich. Er selbst war raus aus der Nummer und dann war er auch entspannt.
Alle Hunde müssen ganz langsam lernen auch in Anwesendheit von anderen zu arbeiten. Anfangs ist man eben nur alleine auf dem Platz, dann in großem Abstand und irgendwann ist es grundsätzlich egal, ob es sinnvoll ist mit 10 anderen UO zu machen ist eine andere Frage aber ein Platz hat 4 Ecken und da kann man auch zu 4. trainieren wenn man genügend Begleitpersonal / Helfer hat. Beim Fährten ist ein Hund ja generell alleine mit 1-4 Menschen auf dem Acker unterwegs. Es geht halt darum etwas gemeinsam mit dem Hund zu tun, sich gemeinsam etwas zu erarbeiten und sich gemeinsam dann zu freuen. Das verbindet und schafft eine Basis und die kann man wirklich für alles nutzen
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Ich habe einen aggressiven belgischen Schäfi adoptiert und verstehe auch manche deiner Sorgen sehr gut.
Als ich 16 war, war ich mit einem jungen Hengst ein paar hundert Kilometer entfernt auf einem Kurs mit tollem, auch sanftem Ruf. Der Kurs war super. Am Ende ging mein Pferd aber nicht direkt auf den Hänger. Ich hätte dafür vielleicht 20 min Ruhe gebraucht. Die bekam ich aber nicht. Ich habe es damals nicht geschafft mich gegen einen außenstehenden, recht prominenten Trainer durchzusetzen, der Aladin dann in den Hänger geprügelt hat. Es ging keines Falls schneller so. Er sagte immer, dass er nicht schlage sondern nur touchiere. Er ließ ein Seil kreisen und schlug damit (stark) so lange auf die Kruppe meines Pferdes ein, bis es in Panik auf den Hänger sprang, sich dort aber drehte und verklemmte.
Es war schlimm und dauerte ewig bis Aladin drüber weg war. Ich hab mich geschämt mich nicht durchgesetzt zu haben. Ich habe tatsächlich geschrien und geweint, aber ich hätte dem Trainer den Strick wegnehmen müssen, mich körperlich durchsetzen. Sowas hab ich damals noch nicht gekonnt, aber daraus gelernt, dass ich es künftig können wollte.
Ich bin ausgesprochen plüschig mit meinem Hund, aber meine Grenzen, auch ihm gegenüber, können bombenfest fest sein und wir wissen auch beide wann das so ist. Es ist dann einfach so, dass ich mit meiner ganzen Person dahinter stehe. Das versteht mein Schäfi gut. Ihm ist auch manches so wichtig.
Schau gern mal in den Thread in dem ich ausführlich von uns erzähle. Ich kann das hier so knapp grad schlecht. Der Thread ist in meiner Signatur verlinkt. Ich bin sicher du findest euch da in manchem wieder.
Ansonsten mag ich dir „Das Aggresionsverhalten des Hundes“ von James O‘Heare sehr empfehlen:
https://www.animal-learn-verla…sionsverhalten-des-hundes
und diese DVDs:
https://tiertraining.tv/produk…oerpersprache-des-hundes/
Mir hat, trotz recht viel Vorerfahrung kaum etwas ähnlich geholfen.
Das Heftchen dazu gibts gratis im Netz:
https://dreh-punkt.com/wp-cont…in_der_Koerpersprache.pdf
🍀 Viel Glück euch beiden! 🍀
Ganz lieben Dank für deine Antwort! Ich kann das sooo nachvollziehen, wie du dich gefühlt hast gegenüber dem Aladin. Als hättest du ihn verraten. Genauso hab ich mich gefühlt - einfach nur zusehen und machen lassen, und das Tier weiß nicht ein noch aus. Aber daraus lernt man. Hoffe, Aladin hat es überwunden, aber du sagst ja, es hätte lange gebraucht.
Zumindest wissen wir jetzt, woran man einen schlechten Trainer erkennt.
Vielen Dank für die vielen Tipps zu deinem Beitrag und Buch und DVD, werde ich mir anschauen. Interessiert mich natürlich, wie du mit deinem Schäfi die Grenzen setzt, vielleicht finde ich was darüber in deinem Thread. Vielen lieben Dank!
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Niemand ist perfekt, und dein Vorwurf tut mich verletzen. Vielleicht bist du gar nicht so, aber du kommst extrem streng rüber, als wüsstest du alles über Hunde. Es wirkt so, als würdest du dich über mich stellen. So mein Gefühl. Und in dieser Situation nimmt man nur ungern Ratschläge an.
Es scheint, da fehlt einiges an Feingefühl. Oder welche Lehrer hast du früher am liebsten gehabt?
Ich bin jedenfalls nicht gewillt, mich so behandeln zu lassen. Und wenn du jetzt mit rosa Wattebäuschchen kommst - Steine werfen bringt aber auch nix.
Weißt du, DU hast ihr um Erfahrungen gebeten. Die bekommst du nun mal von erfahrenen Menschen. Wir können nichts dafür dass du dir scheinbar den falschen Hund für deine Erfahrungen oder dein Wissen angeschafft hast. Wir könnten hier jetzt alle lang und breit unser Bedauern aussprechen wie schlecht du es hast und wie arm du jetzt dran bist aber das hilft dir doch nicht und noch wichtiger es hilft dem Hund nicht und nur um den geht es hier. Wenn du klare Ansagen und deutliche Tipps als Steinewerfen auffasst solltest du vielleicht überlegen warum das so ist. Jeder der hier schreibt will deinem Hund und dir helfen. Wenn du mit Hilfe nicht klarkommst ist das nicht unser Problem.
Warum antwortest du, wenn das gar nicht an dich ging?
Und mit Erfahrungen meine ich nicht Wissen, sondern eben selbst Erlebtes.
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