Hundehaltung als Single?

  • Hallo, ich (m/24) befinde mich aktuell noch im Studium. Allerdings "liebäugle" ich schon seit Längerem mit der Idee, einen eigenen Hund zu haben, zumal meine Eltern bereits zwei Hunde hatten und ich dadurch bereits "Erfahrung" mit Hunden habe.


    Am liebsten würde ich schon gerne mindestens einen mittelgroßen Hund haben (wir hatten mal einen Berner Sennenhund, aber der gehört natürlich schon in die Kategorie "sehr groß").


    Allerdings ist es als Single schwierig, da ich beruflich bedingt den Großteil des Tages nicht zu Hause sein kann und ich mir auch nicht sicher bin, ob ich die Option für Home-Office bekommen werde. Gibt es hier denn alleinlebende Singles und wenn ja, wie macht ihr das mit der Hundehaltung (über Home-Office?).

    Ich war 26 und Single als ich mir meinen mittelgroßen Hund angeschafft habe, allerdings erst nachdem mein AG gesagt hat, er fände nen Hund im Büro schön. Nur aufgrund der Erlaubnis meines AG habe ich überhaupt erst nach einem Hund gesucht. 10 Jahre und 2 Arbeitgeber später war ich in der Situation, den Hund nicht mehr in ein Büro mitnehmen zu können und musste zudem lange pendeln. Also musste ein Sitter her solange wir keine neue Wohnung gefunden hatten. Das ging A ins Geld und B hatte ich kaum noch was vom Hund. Später als ich den Hund wieder in ein Büro hätte mitnehmen können, war ich ganz froh, dass ich es nicht mehr musste und er sein Seniorendasein schön zu Hause verbringen konnte – da der neu hinzugekommene Ehemann Home Office machen konnte.

  • Hallo:

    ich habe jetzt nicht alles durchgelesen und ich kann dir nur von mir berichten:

    Es ist absolut machbar, jedoch mit der ein oder anderen Einschränkung und mit einem Plan B in der Hinterhand.

    Ich bin 39 Jahre alt und habe mir vor 3 Jahren den großen Wunsch vom eigenen Hund erfüllt.

    Bei mir zog also 2021 ein 12 Wochen alter Welpe ein.

    Ich hatte 2 Wochen Urlaub und seit meine Hündin 14 Wochen alt ist, kommt sie täglich mit ins Büro.

    Meine Freizeit gestalte ich ansonsten mit ihr bzw. um sie herum.

    Bedeutet, dass ich abends nur sehr selten weg gehe (war vorher aber auch schon so) und dass ich Urlaube sehr gut planen muss.

    Mein Plan B (sollte sich beruflich was ändern) ist meine hundesitterin die ich seit Welpen Alter direkt mit ins Boot geholt habe. Sie ist gleichzeitig auch Hundetrainerin.

    Zu ihr geht meine Hündin wenn ich im Urlaub bin und für sehr spontane Notfälle habe ich meine Mama. Die wohnt nur ein paar Straßen weiter und ist in Rente.

    Bisher gab es zum Glück noch keinen Notfall aber ich finde es beruhigend eine solche Option zu haben.

    Ansonsten habe ich mit meiner Hündin einfach riesiges Glück gehabt, sie bleibt problemlos 4-5 Stunden alleine, bellt nicht (sehr von Vorteil in einem Mehrfamilienhaus) und sie macht auch nichts kaputt.

    Aber was dir klar sein muss:

    Deine Freizeit gehört zu 90% deinem Hund, auch wenn du krank bist oder einfach mal keinen Bock hast.

    Es wäre gelogen wenn ich behaupten würde, dass es anfangs leicht war und auch jetzt ist es was Termine betrifft nicht immer einfach aber wenn man möchte, ist es machbar und ich würde es immer wieder tun

  • Nur mal am Rande: der TE hat sich längst wieder abgemeldet oder wurde gelöscht (weil das vlt. so ein Sonntags-Thread war?) … deswegen ist er nur noch Gast0815 … also macht euch keine Mühe, der antwortet eh nicht mehr.

  • Also falls noch jemand Erfahrungen hat - mich würde es interessieren, weil ich in einer ähnlichen Situation bin (= Single und "liebäugle" mit Hundehaltung) :)

  • Ich bin seit fast 10 Jahren Single Hundehalterin.

    Erst bei meinen Eltern bevor wir ausgezogen sind (Mittagspause heim gehen) dann kurz mit meiner Schwester zusammen gewohnt und nur einem Hund und danach ein halbes Jahr später bis heute alleine mit 2 Hunden.


    Der Alltag ist relativ entspannt seit die Hunde super alleine bleiben können und sie verschlafen die meiste Zeit wenn ich in der Arbeit bin. Hab dafür eine Kamera Zuhause. Und sie sind auch zu zweit.

    Und ja meine Hunde mussten die meiste Zeit ihres Lebens meine Vollzeit Arbeitszeit alleine daheim bleiben. Natürlich nicht ideal aber da ging auch keine Welt unter.

    Dafür hat aber meine Schwester hier noch im Haus in einer Wohnung gewohnt, sie hatte oft bevor meine Nichte da war Schichtdienst und wir konnten so immer wenn was war und zwischen drin mit den Hunden des anderen raus. Anfangs als meine zweite Hündin klein war hatte sich noch eine Bekannte die Gassi Service gemacht hatte um die zwei gekümmert.

    Jetzt dank Corona haben ich auch Homeoffice so das die Hunde nur 3 Tage die Woche länger alleine sind oder ich eben eher heim gehe und dann daheim weiter arbeite. Und es ist auch gut so weil zumindest ein Mädel langsam ein Oldie ist.

    Wenn man die Möglichkeit hat Teilzeit oder mit Betreuung den Alltag zu regeln ist das super, aber auch nicht direkt unlösbar. Meine Eltern sind Schichtarbeiter und wären auch nur 10km weg von mir daheim wenn was sein sollte.


    Wenn irgendwann irgendwas passieren sollte, habe ich bereits meine Unterlagen usw alle in einem Ordner hinterlegt und dort auch vermerkt was mit den Hunden passiert. Sie werden für den Fall X definitiv in der Familie (Schwester oder Eltern) bleiben.

    Wie meine Hundehaltung in Zukunft aussehen wird wenn meine Hunde eines Tages nicht mehr da sind weiß ich noch nicht.

  • Also falls noch jemand Erfahrungen hat - mich würde es interessieren, weil ich in einer ähnlichen Situation bin (= Single und "liebäugle" mit Hundehaltung) :)

    Ich war lange Single und Hundehalter. Bin schon mit Hund und als Single in meine erste eigene Wohnung gezogen.


    Wichtig ist eben wie bei absolut jedem, der sich einen Hund anschaffen will:


    Betreuung sicherstellen

    finanzielle Absicherung

    Wissen, dass man die Verantwortung für ein Lebewesen trägt und damit eben auch Änderungen einhergehen


    Das trifft einfach immer und für alle zu. Nacht durchfeiern, wenn der Hund nicht alleine bleiben kann und man keine Betreuung organisiert bekommt? Geht eben nicht. Spontan Wochenendtrip? Geht nur mit passender Betreuung oder wenn der Hund mitkann. Man ist einfach immer (alleine) verantwortlich - was aber nicht nur von Nachteil ist.

    Man muss beispielsweise nicht darüber diskutieren, wer jetzt, wie jetzt, wo jetzt was mit dem Hund macht. Kann man machen, wie man will. Bei ähnlichen Arbeitszeiten bringt einem ein Partner auch in Hinblick auf die Betreuung keinen Vorteil usw.


    Dafür kann man Freizeitaktivitäten mit Freunden hundekompatibel gestalten. Grillen statt Restaurant, mehr Zeit im Freien verbringen, Kochabende, Spieleabende usw.


    Und auch, wenn man sich als Paar oder Familie einen Hund zulegt, ist das nicht anders. Außerdem sollte sich ohnehin absolut jeder und immer fragen: Kann ich dem Hund auch alleine gerecht werden? Denn, dass es zu einer Trennung kommt, einem etwas zustößt oder sich einfach das Leben etwas verändert, kann jedem und jederzeit passieren. Weiß ich: "Ja, bekomm ich allein gewuppt." ist das ein enormer Vorteil. Solange die Basis gegeben ist, find ich die Hundehaltung als Single sogar entspannter.

  • Ich finds viel angenehmer, Single zu sein in Sachen Hundehaltung. Da quatscht einem keiner rein in Erziehung/Auslastung/allgemeinen Umgang mit Hund/medizinische Fragen uvm.


    Ja, ein Netzwerk für Notfalls-Betreuung und solche Dinge empfiehlt sich, aber da gibt es ja auch andere Möglichkeiten wie Familie oder gute Freund*innen.


    Ich war in einer Beziehung mit mit einer Ex, hab praktisch mit ihr zusammengewohnt und war hautnah dabei, als bei ihr Hund Nummer 3 einzog (sie hatte damals, wie ich, schon zwei Hunde). Irgendwie war es daher auch unser gemeinsamer Hund. Durch Trennung hab ich nun nur noch sporadisch Kontakt zur Hündin, was mir emotional schon schwerfällt. Daher will ich sowas auch nicht mehr erleben.

  • Also falls noch jemand Erfahrungen hat - mich würde es interessieren, weil ich in einer ähnlichen Situation bin (= Single und "liebäugle" mit Hundehaltung) :)

    Hier, ich - single und seit gut 5 Jahren Hundehalter. Aktuell mit drei Hunden.


    Gleich vorweg: als Single drei Hunde halten muss man schon echt mögen. Ich geh aufgrund der unterschiedlichen Bedürfnisse insgesamt min. 6x täglich Gassi: drei Runden mit Dino, drei (oder mehr) Runden mit Masha. Dino ist fit und will laufen, Masha ist alt und langsam und will nicht mehr so viel laufen. Wäre ich zu zweit, könnte man die Gassirunden kombinieren und Masha + Mashas Leinenhalter gehen dann eben früher heim. Würde also Zeit sparen und die Sache einfacher machen.


    Aber so konkret... es ist machbar, ich hab einige hundehaltende Singles im Freundeskreis. Alle haben gemeinsam, dass die Hundehaltung finanziell abgesichert ist und ein Betreuungsnetzwerk besteht. Meistens übernehmen die Nachbarn oder die Eltern mal den Aufpassdienst.

    Bei mir geht das nicht. Zum einen leben meine Eltern 700 km entfernt, zum anderen hat meine Mum Angst vor Hunden. Ich hab einen Hund, der fremde Menschen nicht abkann und auf'm eigenen Grundstück auch angreift. Ergo fällt Fremdbetreuung zuhause raus. Es gibt eine Person, die er kennt und mag, die darf auch aufs Grundstück ohne dass er angreift, aber das ist mehr ne Notlösung. Über Nacht bei Freunden bleiben geht also nur mit entsprechender Vorbereitung - und wenn die Person Zeit hat. Dino mal eben in die Pension bringen geht so spontan leider nicht. Besuch empfangen geht auch nicht, aber das liegt an Dino. Mit (fast) jedem anderen ("normalen"!) Hund ist das kein Thema.


    Bei mir sind die Hunde tagsüber "alleine", während ich arbeiten bin. Ich bin idR ~8 h täglich außer Haus und mach mir ehrlich gesagt gar nicht so sehr den Kopf drum, dass das "zu lange" für die Hunde ist. Die gehen morgens Gassi, kriegen Futter, und sobald ich von der Arbeit heimkomme, gehen wir wieder Gassi, es gibt Futter und dann pennen die erstmal. Je nach Lust und Laune gibt's beim Gassi dann Bespaßung, oder eben danach im Garten. Dino geht 1x wöchentlich zum Mantrailing, das reicht ihm an Auslastung. Und meine Hunde-Omas sind eh nicht besonders anspruchsvoll. In der Richtung kann mans sich also schon leicht machen, in dem man bewusst einen eher entspannten Hund (bzw. eine entspannte Rasse) aussucht.


    Finanziell gehts uns momentan gut, aber es gab schon Zeiten, da wäre ein zweites Gehalt nicht unpraktisch gewesen. Zum Glück sind die zwei Großen krankenversichert und für Notfälle hab ich meine Familie - die finanzielle Absicherung sollte man absolut nicht unterschätzen, vor allem mit der neuen GOT! Wenn man kein Polster, keine Versicherung und keine familiäre Hilfe hat, sollte man die Hundehaltung tunlichst sein lassen. Manchmal kommts blöder als man denkt und dann steht man da...

    Aus dem Grund wird es bei mir künftig nur max. zwei Hunde geben, aber das ist ja erstmal nebensächlich.


    Dann wieder die Betreuung: ich hatte mal den Fall, dass die Ärzte mich im Krankenhaus behalten wollten. Ging aber nicht, ich hab erst die Hunde unterbringen müssen - durch Dino kann ich ja leider nicht mal eben die Nachbarin fragen, ob sie mit den Hunden geht. Ich hab mit den Ärzten abgeklärt, dass ich erst die Hundeunterbringung regele und dann wiederkomme, dann können sie mich gerne stationär aufnehmen. Hat dann zum Glück auch geklappt, ich hab die Hunde unterbringen können.


    Kurz: Hundehaltung als Singleperson ist möglich, aber man muss deutlich mehr Aufwand in die Vorbereitung und Absicherung stecken. Umso mehr, wenn der eigene Hund Special Effects hat.


    Edit, weil tinybutmighty es ansprach: der große Vorteil ist natürlich, dass einem keiner bei der Erziehung etc. reinpfuscht. Ich glaube, mir würde es sehr schwer fallen, genau den Aspekt mit jemandem zu teilen :lol: Meine Hunde sind meine Hunde. Mein hypothetischer Partner darf gerne mit ihnen kuscheln, spielen, Gassi gehen usw., aber Training und Erziehung sind meins. Da darf der Partner höchstens mal unter meiner Anleitung was machen.

  • Also falls noch jemand Erfahrungen hat - mich würde es interessieren, weil ich in einer ähnlichen Situation bin (= Single und "liebäugle" mit Hundehaltung) :)

    Du hast doch gerade einen eigenen, aktuellen Thread zur Hundesuche:



    Magst Du vielleicht die Fragen dort sammeln, sonst wirds so unübersichtlich? =)

  • Du hast doch gerade einen eigenen, aktuellen Thread zur Hundesuche:

    Ja stimmt, sorry :tropf: ich dachte nur, dass die Fragestellung hier doch allgemeiner ist, und vielleicht auch noch für andere interessant sein könnte. Für weitere Fragen von mir bleib ich in meinem Thread.


    Trotzdem danke für die Antworten hier! Es waren ein paar wichtige Punkte dabei. :)

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