Der "gefährliche" Hund Teil 3

  • Im Normalfall ploppen gerade kleine Kinder nicht aus dem Nichts aus.


    Man sieht sie von Fern. Je kleiner, desto eher sind sie allein schon von Erwachsenen eingeschüchtert.


    Ja. In Fußgängerzonen, Öffis, in Biergärten, Weihnachtsmärkten etc. kann‘s mal eng werden.

    Das ist aber nun auch nicht überraschend.

  • Dann tun mit die Kinder die nur von der Anwesenheit eines Erwachsenen eingeschüchtert sind sehr leid, auch dies kenne ich hier aus der Kleinstadt nicht und gerade mit kleinem Hund ist da auch sehr wenig scheu von Kindern vorhanden


    Und nein, die ploppen nicht einfach auf, aber wenn von hinten oder vorne jemand kommt und auf deiner Höhe sagt geh mal den Hund streicheln, oder du an einer kindergruppe vorbei gehst im Wald und die Erzieher hörst "schließt mal mit dem Hund auf und schaut den euch näher an"....


    Aber ist auch egal, es schweift ab und da du diese Erfahrungen nicht kennst existieren sie ja anscheinend nicht

  • Im dem Szenario von Sascha ging es ja nicht um Enge und Gedränge, sondern um Regen ausweichen, das ist ja noch was anderes.


    Und Beispiele aus meinem Hundehalterleben sind genau das, Beispiele aus meinem Hundehalterleben und keine allgemeingültige Anleitung (und das sollte sich auch nicht so lesen, tut mir leid, wenn das so rüberkam). Der Kern meiner Aussage war eine Haltung des HH, die die Perzeption des anderen nicht einbezieht und um sich kreist - ich weiß ja, dass mein Fiffi sich super verhält, also alles gut. Ich kann ja Menschen ansehen, ob sie Angst haben und entscheide dann, wie ich reagiere. Das hat eben nichts mit der Rücksicht zu tun.

  • Heute saß ich 20 Minuten an der Bushaltestelle in der Altstadt. Ich habe keine Strichliste geführt, aber es waren mindestens fünf HH samt Hund (angeleint), die an mir vorbeigingen, und zwar so, dass die leider wegen Regens patschnassen Hunde an meinem Bein entlang gestriffen sind.

    Es wurde aber nicht wegen des Regens so eng? Also dass die Hundehalter mit ihren Hunden vllt einfach auch nur im Trockenen laufen/sich aufhalten wollten? Dass einem Hunde so dicht kommen, dass man nass wird, das ist natürlich echt doof, aber wenn es doll schüttet, hm, dann kenne ich zumindest solche Situationen wo sich einfach alles so dicht drängt.
    Ansonsten sind Hunde natürlich einfach ganz enorm unterschiedlich, was ihre Individualdistanz zu Fremden betrifft. Natürlich sollte man als Hundehalter mit seinem Hund immer einen gewissen Abstand zu fremden Menschen einhalten, wie das eben an verschiedenen Örtlichkeiten so möglich ist. Wenn das aber nicht möglich ist, ja, dann quetsche ich mich auch mal mit Hund ins Gedränge, eben weil ich ja meinen Hund hoffentlich entsprechend einschätzen kann und weiß, dass der damit klar kommt und auch mit Übergriffigkeiten oder Berührungen durch Fremde kein Problem hat. Hier treffe aber ich als Hundehalter die Entscheidung, dass genau mein Hund das kann. Ich weiß aber auch, dass viele andere Hunde das nicht könnten und würde daher niemals von einem fremden Hund erwarten, dass er das so könnte. Sehe ich natürlich einen Menschen, der Angst hat, dann schaue ich natürlich auch im Gedränge, dass ich mit meinem Hund evtl. kurz stehenbleibe, versuche etwas mehr Abstand reinzubringen oder zumindest den Hund nochmal deutlich etwas fester zu halten und dem Menschen beruhigend zuzulächeln. Ist halt manchmal einfach schwierig, dass jeder genügend Rücksicht geben kann bzw. erfährt. Ich finde es wichtig, dass das Bemühen da ist, aber auch Verständnis, wenn Situationen einfach manchmal so sind wie sie sind.

    Es ist absolut absurd davon auszugehen

    Das jemand der Angst hat mal ganz entspannt

    " loslässt " und die Verantwortung und die Kontrolle

    an den angstauslöser vertrauensvoll abgibt


    Und je "unnötiger " das Gefühl umso weniger

  • 1-3 jährige Kinder dürfen fremdeln. Das ist ganz normal so und die brauchen dir deswegen nicht Leid zu tun.


    Man sieht sie kommen,

    Man schaut hin, sagt so laut und deutlich „Nein, bitte nicht!“, dass es die Erwachsenen auch hören.

    Spätestens wenn man ne Hand ausstreckt oder aufsteht ist der Kas gegessen.


    Andersherum:

    Wenn man mit anderen Leuten zusammensitzt und verständlicherweise stolz erzählt, wie lieb der eigene Hund ist, dass der Maulkorb nur drauf ist, damit er keinen Müll frisst,

    wie gutmütig er mit der Katze ist und das man ihn überall mit hinnimmt —-

    dann erhöht sich die Gefahr, dass der liebe Hund angefasst wird.


    Auch wenn’s nicht stimmt — sag ich dann halt eher mal: „Der ist heut griesgrämig drauf. Besser nicht ansprechen. ;) Ham wir ja alle mal.“


    ——-


    Aber nochmal:

    Auf den letzten Seiten ging’s um ein Baby das IN SEINEM Bett gebissen wurde,

    ein Baby wurde AUF DEM ARM VOM VATER gebissen und

    ein Kind ging nur MIT ERLAUBNIS UND IN BEGLEITUNG DES HH auf das Grundstück.


    Da jetzt zu kommen mit „Kinder und Eltern können auch nervig sein“ hat was von Victim blaiming.


    Ja, Kinder sind besonders verletzlich. Allein schon wegen ihrer geringen Körpergröße.


    Aber offensichtlich verhalten sich die meisten Hunde wie domestizierte Haustiere und nicht wie verstörte, in die Ecke getriebene Wildtiere.


    Als Hundehalter kann man entscheiden, welchem Hund man welches Umfeld zumuten kann.


    Alle anderen Menschen müssen nicht Hundeexperten sein, ist nicht ihr Hobby.


    Szenen wie Kinder und Eltern Hundehalter verfolgen, die sich schreien mit Armen und Beinen wehren, dass ihre Hunde nicht angefasst werden. — Ne. Kann ich nicht glauben.


    Ja, Mulder hat mal jemand an der Ampel über den Rücken gestreichelt.

    Ne. Macht man so nicht.

    Aber auch da darf nichts passieren, weil genauso nichts passieren darf, wenn so etwas aus Versehen passiert und Tiere nicht immer unterscheiden, ab das jetzt Unfall, Versehen, unbewusst, unzurechnungsfähig etc. ist.


    Von einem Begleithund,

    nicht traumatisierter Angsthund in Therapie,

    nicht schwer kranker Hund in klinischer Behandlung,

    nicht Wolfshybride,

    nicht SEK Sondereinsatzhund,

    sondern einen Begleithund, den man ohne größere Umstände mit in die Öffentlichkeit nimmt,


    erwarte ich mir auf ein freundliches Ansprechen,

    ein bloßes Streicheln,

    eine angemessene Reaktion.


    Die muss nicht begeistert ausfallen. Aber wenn sich ein Hund wegen so etwas herzhaft in nem Menschen verbeißt und noch nachsetzt, dann ist er nicht ganz klar im Kopf.

  • Hast du gelesen, was ich geschrieben habe? Ich verstehe, wenn Menschen Ängste haben, die habe ich auch. Ich werde mein Leben aber nicht so ausrichten, dass jede Angst eines anderen Menschen immer umschifft werden kann. Ich nehme Rücksicht, ja, aber ich werde mich nicht in Luft auflösen können und das erwarte ich auch nicht von anderen Situationen, die mich ängstigen.
    Ängstige ich mich vllt vor tätowierten Motorradfahrern, so werde ich damit eben auch manchmal einfach klar kommen müssen. Angst ist ja erstmal auch einfach eine Emotion, die vor Gefahren warnt und schützt.
    Und wenn man eben nicht ausweichen kann, dann hilft es dem Ängstlichen durchaus, wenn man Verhaltensweisen zeigt, die die Situation für ihn entspannen können. Daran ist überhaupt nichts anrüchiges.

  • Ja habe ich


    Und nein, ich erwarte nicht das jeder sein Leben so ausrichtet das niemand mehr vor irgend etwas Angst hat

    Dann müssten vermutlich alle aufhören zu atmen

    Selbst die gemeine bäckerhefe


    Letztendlich ist jeder selbst dafür verantwortlich seine Ängste zu managen und das ist auch gut so


    Ich wollte damit etwas anderes " loswerden "

    Scheint mir nicht gelungen zu sein ;)

  • Ich auch nicht. Irgendwie konnte ich es ohne großen Aufwand bisher bei jedem meiner Hunde vermeiden, trotz Leben in der Stadt.

    Da waren schon "normale" Hunde dabei, einer der garantiert bei Kontakt sehr beschädigend gebissen hätte und ängstliche Hunde die von sich aus Abstand gewahrt haben.

    Meine Hunde müssen allerdings auch nicht überall dabei sein.

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