Qualzuchten V

  • Ich kann das Geschriebene von GilianCo nur genauso bestätigen.


    Das Thema Euthanasie ist selten ganz eindeutig und jeder empfindet das anders.

    Ich kläre immer über Behandlungsoptionen, aber eben auch über die Aussicht auf Erfolg oder Misserfolg auf.

    Die Entscheidung ist meist ein Prozess und ohne, dass die Besitzer mir sagen, dass sie es so wollen, mache ich es nicht.

    Ansprechen tue ich es schon.


    Ich hatte schon zwei Kunden, die über Jahre hinweg mit ihren Hunden immer wieder mit dem Wunsch nach Euthanasie vorstellig wurden und ich bin diesem Wunsch jahrelang nicht nachgekommen. Diese Tiere hatten dann Wehwehchen oder auch mal was akutes (einer von diesen Hunden kam mal wegen einer Analbeutelfistel zur Euthanasie), aber immer gut behandelbar und für den Hund wirklich gut vertretbar.


    Umgekehrt habe ich aber auch Kunden, denen ich auf den Kopf zu sage, dass es absolute Quälerei ist den Hund in dem Zustand wieder mit nach Hause zu nehmen und das es keinen anderen Ausweg, als die Euthanasie gibt. Zweimal ist es mir bisher passiert, dass diese Leute trotzdem mit lebendem Hund wieder gefahren sind.


    Was macht man da? Anzeige beim Vetamt? Damit ist das Vertrauen zu den Leuten dahin und niemand sagt mir, ob die nicht einen zweiten Tierarzt finden, der doch noch bereit ist zu behandeln. Dann hat das VetAmt oft auch keine Handhabe.

    Ich frage dann lieber immer wieder nach, bleibe im Kontakt...


    Ich wiederhole:

    Das Thema Euthanasie ist selten ganz eindeutig und jeder empfindet es anders.

    • Neu

    Hi


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    • Limetti


      Das ist mWn so nicht ganz richtig. Tierärzte haben die Möglichkeit, über das VetAmt eine Anordnung zur Einschläferung des Hunds zu erhalten, wenn es aus Tierschutzgründen geboten ist, das Tier von weiterem Leid zu erlösen. Die im Zweifelsfall dann ggf. aber auch gerichtlich durchgesetzt werden muss. Unerfreulich und praktisch nur bei Extremfällen gangbar.


      Die Praxis, bei der wir Kunden sind, handhabt es so, dass erste Gespräche schon angeboten werden, wenn der Hund wegen noch behandelbarer degenerativer Leiden vorgestellt wird. So war es zumindest bei Ronja und unserer alten Katze. Und bei dem Hund, den ich hier im Ort betreut habe, wurde auch in dieser Praxis wegen Leberkrebs im fortgeschrittenem Stadium dem Besitzer die Einschläferung direkt nach Diagnose empfohlen. Der das selbst nicht entscheiden wollte, sondern mich angerufen hat.

    • Ich kenne das aus dem Pferdebereich, dass Besitzer sich für eine notwendige Behandlung auch Verschulden müssen und ihr Pferd nicht einfach so einschläfern lassen dürfen.

      Ist das bei Hunden nicht so?


    • Grundsätzlich gilt immer, wenn etwas behandelbar ist mit vernünftiger Prognose, dann sollte das wohl auch gemacht werden.


      Wenn ich allerdings als Tierarzt weiß, dass der Besitzer, wenn ich die Behandlung nicht durchführen darf auch wenn sie notwendig ist, das Tier einfach ohne Behandlung läßt, resultiert daraus definitiv Leid für das Tier, und dann ist ggf. eine Entscheidung für die Euthanasie eine für den Hund (oder eben das Pferd). Am Ende sind sowas doch eh immer Einzelfallentscheidungen. Und ob man den Koliker dann gezwungenermaßen operiert, weil man die Prognose vorher für gut hält, ist halt auch immer ne schwierigere Nummer.


      Aber stimmt, das ist meines Wissens genau der Grund dafür, dass man Pferde im Equidenpass nicht mehr einfach so "umtragen" darf, damit im Notfall, wenn man am Ende des Geldes angekommen ist, zumindest eine Schlachtung rechtskonform möglich ist, und das als vernünftiger Grund für den Tod des Pferdes angesehen werden kann, wohingegen " kein Geld für die weitere Behandlung" kein "vernünftiger Grund" sein soll.


      Ich habe auch schon Leuten, die ihren Hund nicht operieren lassen wollten, die Euthanasie abgelehnt. Da war der Hintergrund im Grunde auch, dass sie einfahc das Geld für die OP nicht hatten, haben es aber natürlich mit anderen Argumenten vorgebracht, weil das ja kein ausreichender Grund gewesen wäre. Und vermutlich hätte sich auch da im Zweifel noch jemand gefunden, der dennoch einschläfert. SO ist der Hund tatsächlich zwei Tage später wieder in die Klinik gegangen, und dort mit Übernahmevertrag operiert worden, und im Anschluss dann vermittelt worden.

    • Musste ich direkt kommentieren.... ich kann echt sauer werden, wenn sie dann echt noch LACHEN können, weil der Hund einfach nicht mehr laufen kann.... Wahnsinn, wie blind kann man für das Leid des eigenen Tieres noch werden?

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