Kühe auf der Wanderung: Verhalten im Notfall
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Aber das steht ja auch in Wanderführern oder wenn man sich im Netz Wanderungen raussucht. Spätestens wenn man in ein Viehgatter geht/fährt weiss man dass da Weidetiere sein werden.
Mir fällt hier auch kaum eine Wanderung ein wo es keine Kühe gibt
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Hi
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In den Tourenbeschreibungen steht doch in der Regel drin, welche Almen man quert, bzw. welche Alm das Ziel ist. Und diese Almen kann man dann rasch googeln, da steht das jeweils drin. Manche Almen haben auch noch Vorweiden, wo z. B. die Herden verschiedener Betriebe erstmal zusammengeführt sind, aber auch die stehen in den Beschreibungen meist drin. Das wäre für mich was, was ich ähnlich wie die Witterungsbedingungen, für eine Tour abfragen würde.
Ich bin aber kein Wanderer, ich schau sowas nur nach, wenn ich mich mit Herdenschutzthemen beschäftige. Aber ich habs noch nie gehabt, dass bei der Almbeschreibung nicht bei stand, welche Art der Bewirtschaftung dort stattfindet.
Ich glaube, mit am wichtigsten ist, dass man sich vom Gedanken "aber das hier ist ein öffentlicher Wanderweg!" trennt. Ja, da sind Wanderwege, man darf da lang, aber das Almvieh hat dort einfach Vorrang, es kann immer mal zu kniffligen, brenzligen Situationen kommen. Almbeweidung ist eine jahrhundertalte Tradition mit für die Einheimischen auch überlebenswichtigen Hintergründen. Da geht es nicht darum, es den Wanderern möglichst Recht zu machen, indem man es den Almbewirtschaftern immer schwieriger macht. Da herroben irgendwelche Zäune zu bauen, könnte z. B. bedeuten, dass man den Tieren den Zugang zum Wasser verunmöglicht oder gezielte Weideführung verunmöglicht. Manches, was einem aus Sicht des Wanderers simpel vorkommt, ists nicht.
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Ganz allgemein - ohne selbst je da gewesen zu sein - stand bisher bei jeder Almbeschreibung, die ich gelesen habe, dabei, was das für eine Alm ist. Also Schafalm, Mutterkuhalm, Jungviehalm, Milchviehalm.
Auch dazu, in Südtirol steht überall am Berg Vieh, das wird nirgendwo besonders erwähnt oder beschrieben.
Genauso kenne ich es auch aus Frankreich und Spanien.
Ich glaube, mit am wichtigsten ist, dass man sich vom Gedanken "aber das hier ist ein öffentlicher Wanderweg!" trennt.
Das ist so, so wichtig und richtig!
Aber bitte nicht über Verbote,ich stehe auf Eigenverantwortung und möchte selbst entscheiden dürfen was ich uns zutrauen oder eben auch nicht.
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Ich hab durch den Thread viel gelernt. Mir war früher gar nicht bewusst, wie gefährlich Kühe werden können. Mit Hund bin ich bisher noch nicht über Weiden gelaufen, aber früher ohne Hund im Urlaub in den Bergen regelmäßig. Ich hab mich immer über die Kühe gefreut und sie oft gestreichelt 🙈 Tut mir heute leid. Heute bin ich da schlauer, aber damals hab ich mir dabei nichts gedacht und hab die Kühe gerne geflauscht und mich abschlecken lassen.
Das würde ich so definitiv nicht mehr machen. Aber jetzt ist mir erst bewusst geworden, wie gefährlich das gewesen ist.
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Ich denke man soll nicht aktiv auf Kühe zu gehen.
Ehrlich gesagt, wenn eine Kuh zu mir kommt und nett ist, dann streicheln ich die auch. Grundsätzlich sind das ja echt nette Zeitgenossen und keine Monster.
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Nicht Kuh, nichtmal Herdenschutzhund, aber das Erlebnis von heute passt irgendwie zum Thema.
Ich war wandern, hatte seit einer Stunde keinen Menschen gesehen und mir gerade eine Biwak Hütte angeschaut. Goofy, mein Jagdhund, war draußen und hat so sein Ding gemacht.
Goofy ist eigentlich sehr, sehr weich und schüchtern. Seit ich ihn kenne legt er aber Wert darauf "unsere Außengrenze" zu bewachen.
Heute kamen dann zwei Italiener um die Ecke. Ich höre Goofy bellen und der Mann gibt irgendwas von sich.
Immer das selbe Wort, klingt bedrohlich und geht weiter auf Goofy zu.
Für Goofy der Supergau, er muß also noch deutlicher unsere Grenze verteidigen und den Mann, der ihn bedroht zum stehen bleiben zwingen.
Für mich der Supergau, weil Goofy zwar nicht beißen würde, ich aber Angst hatte der Mann schlägt mit seinen Stöcken nach meinem mutigen Beschützer.
Ich hab Goofy noch abgegriffen und geschaut, daß wir schnell weiter kommen.
So, jetzt habe ich eine Freundin gefragt was der Mann da gesagt hat. Man kann es mit "alles gut, nur ruhig!" übersetzen. Er wollte Goofy beruhigen und hat dummerweise dabei so bedrohlich gewirkt, daß es mit einem arbeitenden Herdenschutzhund oder auch einer Kuh böse hätte ausgehen können.
Er dachte alles richtig zu machen und war ja sogar nett, nur hat er völlig anders auf Goofy und mich gewirkt.
Ihr versteht was ich meine?
Deshalb ist vermutlich wirklich Abstand halten das beste was man tun kann.
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Ich denke man soll nicht aktiv auf Kühe zu gehen.
Ich hab mir - als Rinderhalter - mal noch ein paar Gedanken gemacht, was für weitere Aufklärung noch wichtige Aspekte wären.
Im Grunde fehlt ja das Wissen um das Wesen von Rindern.
Das Zitierte da oben, gehört z. B. dazu.
Rinder sind Tiere, die auch untereinander Distanz einhalten.
Da ist jedes Eindringen in den Wohlfühlbereich eine Ungehörigkeit.
Wenn ich mich meinen eigenen Rindern annähere, bleibe ich ca. 5 - 8 Meter von ihnen stehen und lasse ihnen einen Moment Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich jetzt Kontakt aufnehmen will, meist kommen sie dann von selbst auf mich zu. Das ist einfach höfliche Kommunikation untereinander. Und das sind meine, mir eng vertrauten Tiere. Ich gehe nie frontal auf ein Rind zu und auch nie von hinten. Frontal wäre ausgesprochen unhöflich, unmittelbar hinter sich haben Rinder einen blinden Fleck im Sichtfeld. Annäherung am besten also schräg von vorn, auf die Schulterpartie zu. Vor der und an der Schulterpartie "bremst" man ein Rind, alles dahinter wirkt eher treibend.
Hier ist eine Grafik mit den Sehbereichen von Rindern:
https://www.stgallerbauer.ch/w…/12/Sehen_Nutztiere_c.jpg
Jetzt schaut Euch mal dieses Video an, wie dicht die Menschen, eigentlich alle dort, an den Rindern vorbei gehen oder mit dem Rad fahren oder gar mit Hund:
[Externes Medium: https://www.youtube.com/watch?v=2W7gC3X3YU8]Da ists wirklich nur der Gewöhnung der Rinder an den Trubel und ihrer grundsätzlichen Friedfertigkeit zu verdanken, dass da nichts weiter passiert.
Grad die Radfahrer, die sich da mit mehreren hintereiander an den Rindern vorbeiquetschen, radelnd !!!, sorry, das ist vollkommen irrsinnig. Absteigen und schieben wäre da angesagt.
Das gegenseitige Belecken ist eine der wenigen Aktionen, die Rinder untereinander als unmittelbaren Körperkontakt ausüben.
Das machen Mutter-Kalb, aber auch best buddys untereinander. Meist am Hals oder Kehlbereich. Aber es kommt NIE ein bis dato fremdes Rind in die Herde und schleckert an anderen Rindern rum - mal auf Rinder untereinander übertragen, was viele Touristen machen: einfach hingehen, in den Wohlfühlbereich eindringen und dann anfassen. Meist noch am Kopf.
Nicht so menschen-gewöhnte Rinder, wie z. B. Mutterkühe, die einfach haltungsbedingt weit weniger Menschenkontakt haben, als Milchvieh, das das "Enge" mit dem Menschen gewöhnt ist, hat eine enorm grosse Wohlfühldistanz. Eher 50 als 20 Meter.
Das Problem: die wenigsten werden merken, wenn das Rind anfängt, sich unwohl zu fühlen. Da geht der Schwanz - und zwar anders als beim Fliegenwedeln, wo es immer eine Kontaktstelle beim Schwanzschlagen am Körper des Rindes gibt - der peitscht dann nämlich einfach in die Luft. Da muss man schon hinsehen, wenn die Rinder ansonsten am Fliegenwedeln sind. Der Schwanzschlag kann auch ganz gezielt irgendwo beim "Eindringling" landen, im Gesicht z. B., wenn man zu dicht hinten am Rind vorbeigeht.
Weitere Zeichen der Unruhe: nervöses Ohrenspiel, Hin- und Hertrippeln auf der Stelle oder im leichten Rückwärtsgang, unwilliges Kopfschlackern. Bei all dem ist das Rind noch im Zwiespalt, ob es sich zurückzieht oder eben nicht. Spätestens da sollte man als Mensch den Abstand vergrößern! Und zwar, ohne das Rind aus den Augen zu lassen. Es dabei aber nie anstarren, sondern den weichen Fokus nutzen.
Gehts eher in Richtung "Eindringling vertreiben", senken Rinder den Kopf leicht hinter die Senkrechte - im Vergleich dazu: ein sich freundlich näherndes Rind hat das Flotzmaul und den Kopf leicht vorgestreckt - bei noch ernsteren Absichten geht der Kopf weit hinter die Senkrechte.
Ein ruhig vor sich hin stehendes Rind hat allgemein eine entspannte Körperhalten, oft inklusive Wiederkäuen.
Stoppt ein grad noch wiederkäuendes Tier das Wiederkäuen, fühlt es sich bedrängt/beunruhigt. Verdauung geht nur entspannt.
Ist man AM Tier und streichelt es z. B. gerade - am liebsten mögen sie es übrigens, sehr beherzt am Widerrist gekratzt zu werden, da kommen sie selbst schlecht hin - und es fängt an kurze, schnelle Kopfbewegungen, bei Hornträgern zeigt dann das Horn zur störenden Aktion, zu machen, dann ist der Moment gekommen, an dem man damit aufhören sollte. Dann fängt man an, das Tier zu nerven. Reagiert man nicht, wirds halt nachdrücklicher.
Bitte auch nie die Treffsicherheit bei Tritten mit dem Hinterbein unterschätzen. Rinder können auch ganz hervorragend seitlich ausschlagen!
Ist man z. B. grad neben einem Rind und das zuckt deutlich mit dem Bein, dann ist das eine freundliche Vorwarnung, dass es bald zutreten wird.
Wenn man eine Mutterkuhweide quert und dabei eine Mutterkuh (mit deutlich erkennbarem vollem Euter) sieht, das dazugehörige Kalb aber nicht, dann besondere Obacht. Es ist wichtig, NIE zwischen Kuh und Kalb zu geraten, auch nicht unbeabsichtigt.
Das mal so als brainstorming. Vllt. fällt mir noch mehr ein. Zu einfach nur lustigen Rindern vllt. Das können nämlich meine am besten.
Meine wären übrigens nicht als Almvieh geeignet. Die legen Wert auf guten Umgang miteinander und sind es gewöhnt, dass man ihre kleinen Kommunikationszeichen richtig deutet.
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Vllt. fällt mir noch mehr ein. Zu einfach nur lustigen Rindern vllt. Das können nämlich meine am besten.
Gerne, wenn dir was für "Knete im Kopf"-Rinder einfällt. Nicht auf einer Alm - aber mit die blödesten Situationen hatte ich mit Junggemüse, dem scheinbar langweilig war...
Und mit einem bullschen Rind...
Edit: Ist "bullsches Rind" Hochdeutsch?? Also mit einer in dem Moment äußerst paarungswilligen Kuh.
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Wir haben hier in OWL Wanderwege die durch Hochlandrinder und Pferde gehen.
Bisher waren sie immer sehr weit entfernt von den Wegen, oft sah man auch nur die Hinterlassenschaften.
Habe mich so immer sicher gefühlt, das eine mal waren allerdings ein paar etwas abseits und ich bin zügig auf dem Weg bleibend weiter gegangen...(eigentlich ja logisch) jedoch viele taten das nicht.
Und das fande ich wirklich irre und unmöglich! Die Wanderer gingen sehr nah ran 1-2 meter, machten Selfies und auch Hund kam mit ran.. gebell war auch zu hören..
Auf den Infotafeln steht eindeutig am besten 25m Abstand halten und nicht durch Herden laufen.
Der letze Spaziergang war an einem trüben Tag, es war kaum einer unterwegs und da sahen wir dann zwei Hochlandrinder sehr nah am Weg.. Da war mir schon sehr unwohl.
Ich bin immer viel am beobachten, beide kauten ihr Gras, schenkten uns wenig Beachtung, wir gingen noch etwas im Bogen, mieden den direkten Blick und gingen sehr ruhig.. Um die Kurve sahen wir dann aber eine Herde..
Also sind wir gedreht und den Weg zurückgelaufen.
Mein Mann hatte seht großen Respekt und meinte zu mir, er geht dort nie wieder. Bin da bisher immer alleine mit Hund unterwegs gewesen.
Glaube so richtig Lust habe ich da auch nicht mehr zu
Finde es sehr schön, wie viel Platz sie dort haben
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Vielen Dank McChris für deine ausführlichen Erklärungen, sehr hilfreich für uns Wanderer.
Das Video finde ich echt heftig, die Kühe müssen da schon einiges aushalten.
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