Fragen, die man sich sonst nicht zu stellen traut - Teil 23

  • SamsonsMama

    In NRW wird das differenziert betrachtet. Man prüft, inwieweit der Spickzettel bei der Lösung der Aufgaben geholfen hat. Hat er keinen Bezug zu den geprüften Inhalten, kann man es mit etwas Meckern ignorieren. Man kann auch die Prüfung bis zu dem Zeitpunkt des Entdeckens mit 0 Punkten berechnen und weiterschreiben lassen. Oder nachschreiben lassen. Oder mit 6 bewerten wenn der Betrugsversuch umfassend war.

    Die Prüfungsvorsitzenden dürfen das in NRW entscheiden oder auch die Schulleitung.

  • Frage:

    Stellt euch eine Dorfhauptstrasse vor. Die geht vor euch von links nach rechts. Ihr sitzt im Auto und kommt im rechten Winkel aus einer Nebenstraße auf die Hauptstraße zu gefahren. Ihr habt ein Stoppschild. Ihr wollt nach rechts in die Hauptstraße einfahren.


    Euch direkt gegenüber befindet sich ein Supermarktparkplatz. Die Ausfahrt hat einen abgesenkten Bordsein und quert den Gehsteig. Dort steht kein Verkehrsschild.


    Nach meinem Verständnis hat ein Autofahrer, der aus dem Parkplatz kommt, zu warten, bis alle anderen gefahren sind, also auch ich, wenn ich an dem Stoppschild stehe. Erstens bin ich am Stoppschild für Linksabbieger des Parkplatzes Gegenverkehr, wenn ich rechts abbiegen möchte, und der abgesenkte Bordstein bedeutet doch, dass alle anderen vor dem Parkplatzausfahrer fahren dürfen, oder?


    Oder ist Stoppschild und abgesenkter Bordstein gleichwertig? Ne, oder?

  • SamsonsMama

    In NRW wird das differenziert betrachtet. Man prüft, inwieweit der Spickzettel bei der Lösung der Aufgaben geholfen hat. Hat er keinen Bezug zu den geprüften Inhalten, kann man es mit etwas Meckern ignorieren. Man kann auch die Prüfung bis zu dem Zeitpunkt des Entdeckens mit 0 Punkten berechnen und weiterschreiben lassen. Oder nachschreiben lassen. Oder mit 6 bewerten wenn der Betrugsversuch umfassend war.

    Die Prüfungsvorsitzenden dürfen das in NRW entscheiden oder auch die Schulleitung.

    Ok, danke.

  • SamsonsMama

    Ich könnte mir vorstellen, dass es wegen der BLF nicht so stark geahndet wurde

    Man will jemandem, der ihn vielleicht auch braucht, den Abschluss nicht verbauen.

    Ansonsten, bei uns (auch Sachsen) gilt, Täuschungsversuch = 6 (+ Strafe).

    Aber Schulen haben da tatsächlich recht viele Freiheiten wie sie was ahnden.

    Im Endeffekt liegt die Verantwortung beim Lehrer und in nächster Instanz bei der Schulleitung.

    Wenn du dich beschweren willst würde ich also erstmal den Lehrer fragen warum und dann ggf eine Beschwerde an die SL.

  • Wenn du dich beschweren willst würde ich also erstmal den Lehrer fragen warum und dann ggf eine Beschwerde an die SL

    Wobei ich irgendwie finde, dass ja ggf die betrügende Person sich einen Vorteil erschlichen hat, den anderen Prüflingen aber kein Nachteil entstanden ist. Deshalb würde ich mich da nicht einmischen, glaube ich.


    Ich erinnere mich an eine völlig anders gelagerte Situation, da hatte ich bei der Korrektur etwas falsch gelesen und dadurch einer Schülerin zu viele Punkte gegeben, das fiel bei der Besprechung auf. Eine andere Schülerin, die selbst eine sehr gute Note hatte, hat sich dann beschwert, sie hatte sich die Note ja selbst erarbeitet, die andere sehr gute Note war durch meinen Fehler zustande gekommen. Darauf hab ich lange herumgekaut. Klar war: ich durfte die Note ja nicht verschlechtern, wollte es aber dann letztendlich auch nicht, weil ja niemandem ein Nachteil entstanden war, nur ein bisschen „Inflationsrate“.

    Nicht so wild, finde ich.

    Es hilft niemand anderem, wenn die betrügende Person (oder die, die unrechtmäßig zur Note gelangt ist) sanktioniert wird, denke ich.


    Kurz ärgern und dann Schwamm drüber, fürs Seelenheil.

  • Der Schüler ist grundsätzlich ein guter bis mittelmäßiger Schüler. Ich verstehe, was du sagen willst. Eine 6 als Strafe wäre wegen der Wertung als doppelte Klassenarbeit halt evtl ne 6 im Endjahreszeugnis und das in einem Hauptfach.


    Ich finde es trotzdem einfach unfassbar ungerecht. Diese blf war die schwerste seit Jahren und sogar eigentlich sehr gute Schüler haben ne 5 kassiert (ein Teil weiß die Noten schon). Sie waren ehrlich. Und dann kommt der, der sich eh quasi als Sohn der Elternsprecherin mehr heraus nimmt wie andere, betrügt und kriegt ein "dududu" und sogar noch mehr Zeit zum lernen als die anderen? Welche Botschaft kommt da bei den Schülern an?

  • Wie gesagt, ich würde erstmal beim Lehrer fragen warum. Eventuell stellt dich die Begründung ja zufrieden. Wenn nicht kannst du immernoch überlegen ob du dich einfach still ärgern oder lauthals beschweren willst.


    (Und ich als Lehrer würde mich bedanken, wenn man sich über mein Handeln beschwert ohne mir vorher zumindest die Möglichkeit zu geben meine Gründe darzulegen.)

  • Wie gesagt, ich würde erstmal beim Lehrer fragen warum. Eventuell stellt dich die Begründung ja zufrieden. Wenn nicht kannst du immernoch überlegen ob du dich einfach still ärgern oder lauthals beschweren willst.


    (Und ich als Lehrer würde mich bedanken, wenn man sich über mein Handeln beschwert ohne mir vorher zumindest die Möglichkeit zu geben meine Gründe darzulegen.)

    Du hast Recht. Der Lehrer ist eigentlich grundsätzlich immer fair gewesen. Und wir kennen nicht alle Details, um uns dieses Urteil zu erlauben.


    Danke für das "runterholen" 😁

  • Ich habe in meiner Schulzeit manchmal auch geschummelt. Manchmal, weil ich mich aus Faulheit nicht besser vorbereitet habe, manchmal, weil einfach so viele Prüfungen auf einmal waren, dass ich zu wenig Zeit hatte, mich auf alle vorzubereiten und manchmal, weil ich es aus familiären Gründen nicht geschafft habe, meine Mama war damals schwer krank (was niemand wusste, weil ich es niemanden sagte, nicht einmal meinen engsten Freunden). Was ich sagen will: Nicht immer steckt pure Faulheit dahinter, wer weiß, was diesen Schüler zum Schummeln bewogen hat.


    betrügt und kriegt ein "dududu" und sogar noch mehr Zeit zum lernen als die anderen? Welche Botschaft kommt da bei den Schülern an?

    Ich verstehe das und natürlich ist es ungerecht. Da gibt es keine Diskussionen. Aber… wie sage ich das jetzt, damit es nicht falsch rüberkommt. Es ist halt auch irgendwie bloß eine Klassenarbeit. Ist es das wirklich wert, dass dann sowas dabei rauskommt, was die komplette Zukunft beeinflussen kann, nur weil „das darf man nicht durchgehen lassen“?

    Eine 6 als Strafe wäre wegen der Wertung als doppelte Klassenarbeit halt evtl ne 6 im Endjahreszeugnis und das in einem Hauptfach.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!