Der Hund von heute hat SDU und ne Schwimmweste! (Un)sinnige Trends? Bubbles?

  • Vereinsmeierei. Saufen statt trainieren. Vornerum freundlich, hintenrum wird über den anderen hergezogen. Grüppchenbildung.

    Jo, genau so habe ich es auch in 2/3 HSV erlebt, die ich getestet habe. Außerdem ne wahnsinnige Altherrenkultur, inklusive der entsprechenden Sprüche und Witze, über die man als jüngere Frau natürlich lachen muss wenn man nicht unangenehm auffallen (und dementsprechend angegangen werden) will. Der dritte war dan aber tatsächlich gut, nur ohne Auto kaum erreichbar.


    Bei einem vierten bin ich gar nicht erst aufgeschlagen, weil mir schon am Telefon gesagt wurde, ich solle da aber nicht mit Geschirr ankommen, sondern mit nem schön dünnen Halsband "damit der Hund auch was merkt, wenn man dran ruckt".


    Also aus meiner anekdotischen Evidenz kann ich das Aussterben der HSV gut verstehen.

  • ich kenne mittlerweile - mir inklusive - einige Leute die sich gegen Verein und für vergleichsweise teure Hundeschule entschieden haben, alle aus demselben Grund.

    Vereinsmeierei. Saufen statt trainieren. Vornerum freundlich, hintenrum wird über den anderen hergezogen. Grüppchenbildung. Mit denen wollen wir nicht, mit denen auch nicht wenn dann bitte nur mit denen. Usw


    Natürlich ist es menschlich in einer Hundeschule einfacher. Das ist ja eine Dienstleistung. Dagegen wird man auch kein Argument finden. Ist doch genau der Punkt den ich anführe, zwischenmenschlich wird es immer schwieriger. Aber glaub mir, gelästert wird auch da, man bekommt es nur nicht so mit. Wo Menschen sind, da menschelts.


    Wenn man Hundesport betreiben will, ist man darauf aber nun mal angewiesen. Der funktioniert nämlich nicht alleine. Es gibt ja gute Vereine, wird aber eben seltener und entsprechend immer mehr zum Luxus. Man kann auch nicht überall einfach mitmachen, die meisten achten doch heutzutage drauf wen sie sich reinholen und bleiben lieber unter sich. Genau aus deinen genannten Argumenten. Weil es menschlich immer schwieriger wird.


    Das gleiche züchterisch. Hunde muss man in der Realität kennenlernen, arbeiten sehen, den Umgang sehen. Und sowas geht dadurch immer mehr verloren.


    Aus Hundesportlersicht kann ich aber nur sagen, dass es oft auch nicht passt. Wenn ich den Schutzdienst sehe, da ist grade bei Junghunden so schnell die Arbeit versaut, da muss man schon dabei bleiben und kann nicht heute dort und morgen da trainieren. Ehrlich gesagt gibt es bei uns im Verein auch ein Gespräch wenn Hunde ungefragt anderswo gearbeitet werden. Weil es nichts bringt, weil es für die Hunde unfair ist. Heißt ja nicht gleich, dass man nicht miteinander kann, aber über manche Dinge sollte man sprechen, wenn man gemeinsam trainiert.

  • Also aus meiner anekdotischen Evidenz kann ich das Aussterben der HSV gut verstehen.

    Nö, der Wandel bleibt aus, weil generell eine Dienstleistungskultur herrscht. Das Problem haben alle Vereine, können wir auch beim Judo ein Lied von singen. Unverbindlichkeit ist zum Beispiel dort auch ein riesiges Problem, man kann sich auch kaum auf wen verlassen. Sei es bei Veranstaltungen oder wenn es ums Training geht. Und da sind wir gewiss kein Altherrenverein, sondern überwiegend junge Leute.

  • Jo, genau so habe ich es auch in 2/3 HSV erlebt, die ich getestet habe.

    Hier ist die Quote sogar noch schlimmer, wie gesagt, für schlichtes Obedience müsste ich 100km fahren und das liegt nicht daran, dass es hier keine Vereine gibt… und ich will nicht zur WM.

  • der Wandel bleibt aus, weil generell eine Dienstleistungskultur herrscht

    Halte ich persönlich für eine Fehlanalyse (nicht nur auf HSV bezogen, sondern auf viele Typen von Vereinen), dass es hauptsächlich daran liegt. Aber beweisen können wird es keine von uns, daher können wir uns hier gerne friedlich uneinig sein.

  • Halte ich persönlich für eine Fehlanalyse (nicht nur auf HSV bezogen, sondern auf viele Typen von Vereinen), dass es hauptsächlich daran liegt. Aber beweisen können wird es keine von uns, daher können wir uns hier gerne friedlich uneinig sein.

    Worüber wird uns uneinig sind, verstehe ich nicht. Gibt doch auch gar kein Gegenanargumentieren, so weit ich weiß leben wir auch in komplett verschiedenen Ecken, letztendlich kann es bei dir ganz anders aussehen als bei mir und du kannst in deiner Vereinsarbeit ganz andere Erfahrungen gemacht haben als ich. Ich betreibe auch keine Studien, das macht meine Erfahrungen ja nun nicht unwahr.


    Ich war zum Beispiel noch nie in einem HSV wo gesoffen wurde. Ungelogen. Nicht sinnvoll trainiert, ja. Oder auch gar nicht trainiert, aber tatsächlich kenne ich hier keinen Saufclub. Macht aber deine Erfahrung doch nicht unwahr.


    Aber ich sehe viele Parallelen in verschiedenen Vereinen, und ich bin sehr aktiv, von Hundesport, Hundezucht, Geflügel und Kleintierzucht, rote Liste, Naturschutz, Jägerschaft, Sportverein. Aber Fußballvereine können sich ja zum Beispiel null beschweren, die haben hier bei uns auch super schöne Anlagen, mit automatischer Bewässerung, mehreren Plätzen und pipapo, für die wird politisch die Welt bewegt. Aber wehe man fragt mal an, ob man dort mal mit zwei Hunden Revieren und Voraus machen dürfte. Auf gar keinen Fall, das wäre doch für alle Hundehalter eine Einladung zur Platznutzung und die Hunde machen den Platz kaputt. Ja, mir fehlt oft das Miteinander mittlerweile und das sich gegenseitig unterstützen. Zum Glücken gibt es (noch) ein paar nette Sportvereine hier, übrigens mit Platzwarten älteren Semesters die zum Glück entspannt sind.


    Und ja, ich bin da manchmal auch etwas neidisch was die Toleranz angeht. Fußballverein Mitten im Ort ist überhaupt kein Thema. Aber wehe die Hunde bellen einmal zu oft. Zum Glück ist unser Platz im Wald.


    Was den Konsum von Alkohol angeht, brauchen die sich auch nicht verstecken, daran kann es nicht liegen…

  • Naja, ich nehme mal an, dass du nie ambitioniert Hundesport betrieben hast.

    Durchaus. Aber auch damals war die Qualität der Vereine sehr durchwachsen. Es gab halt mehr Masse :ka:


    Auch damals gab es schon Probleme mit Anwohnern. Bei uns war es "Gesetz" vor dem Training doch bitte sämtliche Haufen auf Zufahrt und Feldweg zu entfernen. Kamen zwar hoffentlich nicht von den Hundesportlern, aber die waren Schuld. Also hat man es um des lieben Friedens Willen getan :ka:


    Zu heiß, zu kalt, zu nass. Auch damals war es schon schwer eine stabile Trainingsgruppe zu finden. Weil es eben mega frustrierend ist wahlweise alleine auf dem Platz zu stehen oder gefühlt den Urschleim nie zu verlassen.


    Auch damals musste man schon Seminare organisieren oder weg fahren, wenn man "Besonderes" wünschte.


    Auch damals gehörte zu einem Verein schon jede Menge Drumrum. Eigentlich war das nur das richtige Hobby, wenn man an organisieren, handwerkern, backen, Buchhaltung, etc. genau so viel Spaß hatte wie am Hundetraining.


    Auch damals gab es schon Gemenschel, wenn wahrscheinlich auch weniger als heutzutage. Man hat halt nur auf dem Platz mit- und übereinander geredet und nicht auch noch in X Messengergruppen und im Internet.


    Der Hang zur Sauferei ist heutzutage hoffentlich vorbei.


    Ich kann schon verstehen, dass es viele Menschen gibt, die Alternativangebote dankend annehmen, weil das Konzept Verein nicht zu ihnen passt. Früher gab es diese Alternativen eben nicht. Das waren aber doch nie die Menschen, die man wirklich im Verein wollte. Sondern, Erziehungsprobleme die wenn man geholfen hat, Sang- und klanglos wieder verschwunden waren ohne je was zurückzugeben. Die, die nur mal ausprobieren wollen. Die, die aus Prinzip zu spät kommen und früher gehen, weil sie keine Lust auf Auf- und Abbau haben. Die, die man zu ihren 5 Arbeitsstunden im Jahr zwingen muss. Usw.

    Ich persönlich erlebe das als Gesund schrumpfen, aber bin auch nicht mehr im Hundesportverein sondern anderweitig unterwegs. Kann sein, dass den Hundlern die Masse fehlt :ka:


    Bevor es falsch rüberkommt, ich mag Vereine, auch Hundesportvereine. Aber vielleicht sollte ich auch anfangen nur zum Training zu kommen ohne mich anderweitig zu engagieren :flucht:

  • Bin aus Zeitgründen auch nicht mehr aktiv im Verein.

    Zahle jetzt monatlich eine relativ hohe Summe ... kann dafür 1x wöchentlich bei WM-Teilnehmern bequem in der Halle trainieren, vernünfiger Boden, vernünftige Geräte, kein Aufbauen, kein Abbauen, keine Verpflichtungen.


    Ich mochte meine Vereinszeit. Aber ich fands auch echt anstrengend.


    Im Agility gibt es "leider" auch ein richtiges Vereinssterben.
    Finde es auch schade, aber auch verständlich auf der anderen Seite.

  • Worüber wird uns uneinig sind, verstehe ich nicht

    Dass die zugrundeliegende Ursache für Nachwuchsmangel in vielen Vereinen hauptsächlich Dienstleistungskultur ist. Da hatte ich Deinen Beitrag so verstanden, als hieltest Du das für allgemeines Muster. Wenn Du es nur auf die Vereine bezogen hast, die Du kennst, dann kann ich natürlich nicht mitreden.

  • Ja, wie schon gesagt, das Vereine menscheln und die Leute lieber zum Dienstleister gehen, kann ich verstehen und ist auch voll ok für mich.


    Und trotzdem nervt diese Privatisierung, wenn man sozial keine Probleme mit Vereinsleben hat. Beim Gesundschrumpfen gehe ich nicht mit, alleine die ganze Politik aktuell ist nur noch verrückt, es ist immer schwieriger überhaupt Veranstaltungsorte zu finden, Plätze werden an Privatleute vergeben, usw. Allein dieses Jahr fahren viele Sportler nicht zur SV BSP, weil die Auflagen ein Vermögen kosten, nur, damit man dabei ist. Oder man das seinen alten Hunden nicht antun möchte, alle zwei Stunden aus dem Hänger gezerrt zu werden.


    Was bei uns auflebt, ist halt „just for fun“, den Bereich decken hier auch viele Vereine ab und können sich über Mitglieder nicht beklagen. Es kann also gar nicht mal daran liegen, dass es Vereine sind. Sinnvolles Trainieren, das ist ein Problem. Beschäftigung findet man auch vereinstechnisch an jeder Ecke. Also, hier.


    Und ja, das ist schade. Vor allem wenn man viele Freunde und Bekannte in diesem Hobby hat wo man sich tatsächlich drauf gefreut hat, sich wieder zu sehen. Aber Hundesport wird immer mehr zum Hobbys von Leuten die mehr Kohle und Zeit haben.


    Ja, das nervt, wenn es einen tangiert. Genauso nervt mich, in einer DRC BZG nicht sinnvoll trainieren zu können, wo ich ja im Grunde extra dafür Mitglied bin und wo es eigentlich ein hervorragendes Gelände gebe. Es würde mich sehr freuen, wenn man sich da mehr Richtung Hundeschule orientieren würde. Stattdessen muss ich als Hundesportler ewig weit fahren für ganz normales Basistraining. Und ja, da fehlt mir dann der Austausch, mit anderen zu trainieren, andere Hunde zu sehen. Genau das ist nämlich eigentlich der Sinn solcher Vereine.


    Wenn man den ganzen Bumms eh nicht mehr macht, ist es natürlich einfach zu sagen „Pech gehabt“, aber zum Glück ist es nicht verboten, die Entwicklung doof zu finden, wenn man aktiv Hundesport und -Zucht betreibt.

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