Wie, was, wann? Hundeadoption für Anfänger

  • Ich verstehe was ihr meint, aber den Hunden in deutschen Tierheimen und auf deutschen Pflegestellen geht es gut, die können dort auch noch länger bleiben.


    Ich will einfach etwas Gutes tun, einen echten Unterschied eben.


    Man kann sie nicht alle retten, aber man kann beginnen es zu versuchen!


    Aggression gegenüber Menschen wäre schlecht. Gegen andere Hunde haben diese Hunde kaum Aggressionen, die sind im Normalfall sehr sozial, weil sie auch auf der Straße im Rudel leben.


    Natürlich kann jeder Hund krank werden, aber mir wäre es lieber, wenn er nicht von Anfang an monatlich 100e € kostet.


    Danke auf jeden Fall. Vielleicht kommen ja auch noch positive Berichte?


    Ich stimme übrigens nicht zu, dass man jeden Hund kauft. Aber das ist ja egal, wie man es nennen mag.

  • Hallo, ich finde deine Idee sehr gut. Auch die Idee mit einem Hund von einer Pflegestelle, oder Tierheim ist gut. Mein 10 kg Rüde kommt aus einer Tötungsstation. Er wurde über die Galgohilfe vermittelt. Bei der Galgohilfe kommen alle Hunde zuerst auf Pflegestellen. Allerdings sind die fast alle in NRW.


    Auch heimische Tierheime arbeiten oft mit ausländischen Orgas zusammen. Sie übernehmen hier in D die Adoption und Vermittlung an die neuen Halter.


    Ich würde in Ruhe mal gezielt nach Pflegestellen in Hessen suchen und auch die Internetseiten der Tierheime in deiner Nähe durchforsten.

  • Den Grundgedanken finde ich ja total lobenswert.


    Bedenke einfach folgendes: Ist dem Tier geholfen, wenn es auf Grund einer Fehleinschätzung hier in Deutschland als gefährlich eingestuft wird? Das meine ich nicht böse. Aber nehmen wir mal den Worstcase!

    Dann ist der Hund lebenslang an kurze Leine und Maulkorb gebunden. Ohne Freilauf oder sonstiges.

    Oder ein Hund, der nie gelernt hat mit Menschen zu leben und das Zusammenleben nicht erträgt. Und auf Grund dessen Auffälligkeiten entwickelt. Übrigens - es ist ein Gerücht das diese Hunde alle heititei-Freunde mit Artgenossen sind.


    Ich würde da meinen Blickwinkel ändern!

    AKTUELL kannst DU so einem Tier nicht helfen. Im schlimmstenfall verschlimmerst du seine Situation auch wenn du in bester Absicht handelst.

    Stattdessen kannst du den Tierschutz in Deutschland unterstützen, die diese Hunde bereits hergeholt haben. Diese Tiere kann man einschätzen und sehen, ob das zu dir passt.

    Damit machst du Platz für einen neuen Kandidaten auf der PS, sodass ein anderes Fellnäschen aus dem Ausland herkommen kann.


    Wenn du entsprechend Erfahrung gesammelt hast. Die Bedeutung dessen, was du da vorhast wirklich ernsthaft verstehst und das Know-How hast damit umzugehen und dem Hund ein besseres Leben zu ermöglichen - dann kannst du später immer noch darüber nachdenken einen Direktimport zu machen.

  • Ich verstehe was ihr meint, aber den Hunden in deutschen Tierheimen und auf deutschen Pflegestellen geht es gut, die können dort auch noch länger bleiben.


    Ich will einfach etwas Gutes tun, einen echten Unterschied eben.


    Man kann sie nicht alle retten, aber man kann beginnen es zu versuchen!

    Deutsche Tierheime und Pflegestellen haben aber wieder Platz und Kapazität für einen neuen unbekannten Hund aus einer Tötungsstation, wenn sie einen Pflegling vermitteln können.


    Und sie leisten einen guten Dienst. Diese Pflegestellen können die Hunde nämlich schon mal kennenlernen und einschätzen an welchen Endplatz sie vermitteln, damit der Hund und der neue Halter glücklich werden.


    Also du tust damit genau so Gutes, wie mit einem direkt Import.

    Den nur wenn ein Platz einer Pflegestelle wieder frei wird, kann ein weiterer Hund nach Deutschland geholt werden.

  • Ich verstehe was ihr meint, aber den Hunden in deutschen Tierheimen und auf deutschen Pflegestellen geht es gut, die können dort auch noch länger bleiben.

    Ein freier Platz auf einer Pflegestelle bedeutet, dass ein Hund aus dem Ausland nachrücken kann und dort zu leuten kommt, die wissen, worauf sie sich einlassen und die Erfahrung und die Ressourcen haben, auch mit einem Problemhund zu arbeiten, bis er vermittelbar ist.

    Gegen andere Hunde haben diese Hunde kaum Aggressionen, die sind im Normalfall sehr sozial, weil sie auch auf der Straße im Rudel leben.

    Nein, das ist ein Märchen.

    Eine Überlebensstartegie auf der Straße ist kein dauerhaftes Charaktermerkmal. Diese Hunde können sehr wohl sehr schnell gerade in Zusammenhang mit Ressourcen Artgenossenaggression zeigen und tun dies auch oftmals bereits in den Auffangstationen.

    Da sind wir einfach wieder beim mangelnden Wissen und der romatisierten Vorstellung vom Leben mit einem solchen Hund.



    Ich will einfach etwas Gutes tun, einen echten Unterschied eben.

    Und das machts du nur, wenn du einen Hund aufnimmst, der in dein Leben passt und dem du ein passendes Leben bieten kannst.

    Das mag sich dann nicht so romantisch auf SocialMedia lesen, wie wenn man von dem treuen Gefährten aus der Tötungsstation schreibt, der ein Leben lang dankbar ist, aber es ist real und es ist fair zum Hund.

    Mitleid ist ein schlechter Ratgeber und man sollte niemals eine Beziehung darauf aufbauen, erst recht nicht die Beziehung zu einem Tier, das von einem abhängig ist und dessen restliches Leben davon bestimmt wird, dass man als Mensch weiß, was man da gerade tut.


    Allein die Tatsache, dass keiner der Vereine dich bisher auch nur im Ansatz als potentiellen Interessenten in Betracht gezogen hat, sollte dir einfach zu denken geben, dass deine Vorstellung und Herangehensweise der Holzweg sind.

  • Ich verstehe was ihr meint, aber den Hunden in deutschen Tierheimen und auf deutschen Pflegestellen geht es gut, die können dort auch noch länger bleiben.


    Ich will einfach etwas Gutes tun, einen echten Unterschied eben.

    Das klingt danach, dass du einfach dich selbst beweihräuchern möchtest einen Hund gerettet zu haben, sorry, aber du hilfst dem Hund nicht, wenn du keine Ahnung von solchen Hunden hast.

    Du hilfst ja diesen Hunden auch, wenn du einen Hund aus dem Tierheim oder der Pflegestelle nimmst. Diese haben dann wieder Platz für einen Hund aus der Tötung oder aus schlechter Haltung und der kommt dann erst mal in erfahrene Hände.

    Aggression gegenüber Menschen wäre schlecht. Gegen andere Hunde haben diese Hunde kaum Aggressionen, die sind im Normalfall sehr sozial, weil sie auch auf der Straße im Rudel leben.

    Und das weißt du als Anfänger, der noch nie im Ausland mit solchen Hunden gearbeitet hat? Das ist schlicht falsch und das Leben dort ist aus so vielen Gründen mit dem hiesigen nicht zu vergleichen.


    Man hilft keinem Hund, wenn man ihn in ein nicht passendes Umfeld holt, das ist einfach so. Den erfahrenen Hundehaltern hier, von denen auch viele Tierschutzarbeit betreiben kannst du wirklich vertrauen.

  • Aggression gegenüber Menschen wäre schlecht. Gegen andere Hunde haben diese Hunde kaum Aggressionen, die sind im Normalfall sehr sozial, weil sie auch auf der Straße im Rudel leben.

    Aeh nein. 1. heisst keine Aggression gegen bekannte Hunde nicht, dass Fremdhunde ok sind und 2. herrscht dort ein gewisser Druck in den TH (direkt von der Strasse holst du hoffentlich gleich 3x keinen Hund! Geht wegen den Importregelungen eh nicht legal), wodurch viele Hunde da eher kleine Broetchen backen.



    Hunde sind auf PS um sie aus dem TH etc. zu holen, sie vorzubereiten, sie einschaetzen zu koennen und um sie dann zu vermitteln. Wodurch der naechste Hund kommen kann.


    Als Anfaenger sich einfach einen Direktimport zu holen, ohne mit allem moeglichen leben und umgehen zu koennen, was der Hund mitbringen kann, ist vieles aber nicht fair und keine Rettung!

    Einen passenden Hund zu holen ist fair und kann man (wenn man es denn will) als Rettung bezeichnen..



    Btw. sobald Geld fliesst, ist es ein Kauf. Ganz einfach und unromantisch.

  • Naja, sieh es doch so: Wenn du einen Hund aus einer Pflegestelle in Deutschland adoptierst, kann die Pflegestelle dsnn erneut einen Auslandshund bei sich aufnehmen und an das Leben hierzulande gewöhnen. Das Konzept funktioniert ja auf Dauer nur, wenn die Hunde von ihren Pflegestellen auch auf Endstellen weitervermittelt werden können.


    Als Anfängerin solltest du eine Direktadoption wirklich lieber sein lassen. Man kann das Verhalten von Hunden, die zB im Ausland in einem Shelter leben, oft einfach nicht gut genug einschätzen. Diese Hunde kennen das Zusammenleben mit Menschen in einem Haus/einer Wohnung oft nicht, sind vielleicht zunächst sehr ängstlich und überfordert, können nicht alleine bleiben und nicht in Betreuunh. Über all diese Dinge lassen sich halt schon validere Aussagen treffen, wenm eine Pflegestelle den Hund bereits im Alltag kennengelernt hat.


    Ich habe selbst einen Direktimport aus Ungarn. Ich liebe die kleine Maus über alles, mit ihr habe ich aber tatsächlich einen Hund bekommen, der zB so gut wie gar nicht alleinebleiben kann. Sich also auf so einen Hund einzustellen braucht Flexibilität und Feingefühl. Ich weiß nicht, ob ich mit ihr als Ersthund nicht überfordert gewesen wäre, dabei war sie zB nichtmal extrem ängstlich und ist relativ schnell sicherer und alltagstauglicher geworden - hatte allerdings auch einen souveränen Ersthund an der Seite, der ihr viel Orientierung gab.

  • Diese romantische Herangehensweise ist das übelste Unding beim Hundekauf.


    Und jeder vernünftige Verein verzichtet dankend auf Möchtegernhunderetter ohne Erfahrung, aber mit viel Erwartung.

  • Ich kann mal berichten wie es bei uns war.

    Wir entdeckten unser Pinchen im Internet als sie noch in der Tötung in Teneriffa war. Wir schrieben dann dem Tierschutzverein und sie kam an einem Samstag nach Deutschland auf eine Pflegestelle. Sonntags fuhren wir sie besuchen und sagten direkt zu. Eine Woche später konnte Pina nach der Vorkontrolle bei uns einziehen. Wir hatten sie 12,5 Jahre, bevor wir sie im August 23 gehen lassen mussten.

    Und jetzt kommt das ABER.

    Pina war ein lieber, die ersten Jahre auch ängstlicher, Hund. ABER sie war immer krank.

    Wir bekamen sie mit 11kg (20kg sollte sie eigentlich haben, die erreichte sie jedoch nie). Als wir Pina bekamen, machte sie nur Blut und Schleim. Nach langer Antibiotika- und Kortisongabe machten wir monatelang Auschlussdiät. Pina war nahezu auf alles allergisch. Wichen wir einmal mit der Ernährung ab, bekam sie Hautprobleme, Ohrentzündung und natürlich Durchfall. Der Durchfall begleitete uns sowieso ihr Leben lang und musste immer wieder behandelt werden.

    Sie war frühkastriert und dadurch inkontinent, weswegen sie lebenslang Incurin bekam. Eine weitere Folge war eine Schilddrüsenunterfunktion, die medikamentös behandelt werden musste.

    Sie hatte viele Lipome, die operiert werden musste sowie Abszesse. Aufgrund früherer Verletzungen hatte sie schlimme Arthrose, für die sie ebenfalls Medikamente bekam, d. h. als sie älter wurde Rimadyl.

    Am Ende hatte sie Leberkrebs und einen Milztumor, weswegen sie letztendlich eingeschläfert werden musste.

    Was will ich damit sagen? Wir sind sehr blauäugig an die Sache rangegangen. Das möchte ich niemandem empfehlen. Pina hatte einen guten Charakter, aber wir haben jahrelang an ihren Ängsten gearbeitet. Wir hatten noch Glück, es hätte auch anders kommen können.

    Aber gesundheitlich war das Ganze echt schwierig, zumal wir Pina sehr geliebt haben und immer mit ihr gelitten haben. Ich würde wirklich einen Hund nehmen, der schon länger auf einer Pflegestelle ist. Alles andere ist sehr riskant, gerade als Anfänger!

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!