Wie, was, wann? Hundeadoption für Anfänger
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Angstagression ist echt fies. Ich habe vor Jahren den Hund von meinem Reitstall "trainiert", sie war ängstlich und ist immer direkt nach vorne gegeangen, ohne deutliche Anzeichen und ohen Geräusche. Habe sie an den Maulkorb gewöhnt, wir waren spazieren und haben schöne Sachen gemacht. Ich konnte sie ohen Maulkorb problemlos in jeder Situation händeln, dachte ich.
Eines Tages bin ich spontan in normaler Kleidung, nicht in Reitklamotten, in den Stall gekommen, da hat sie mich einfach nicht erkannt, kam auf mich zu und biss mir ins Bein. War zum Glück nur ein dicker blauer Fleck. Ich war 17 und echt geschockt
Da ich auch voller guter Dinge war, schon einen Hund hatte und ja doch "viel" Erfahrung mit kostenlosem Training und Betreuung zu der Zeit, habe ich mir mit 18 einen Hund, Milo, aus Griechenland direktimportiert. Ich hatte echt Glück! Das weiß ich heute :)
Optimal war es trotzdem nicht, Milo hat 3 Monate ins Haus gekackt, sehr gerne auf mein Bett, er hat sich bei jeder Hundebegegnung in Lauerstellung begeben und ich bin mir sicher, dass ich knapp an einer Leinenagression vorbeigeschrammt bin^^ Hat sich von meinem Freund und Vater nicht anfassen lassen und nach fremden Männern geschnappt. Und wehe man hob eine Flasche über seinen Kopf, Panik, wer weiß warum.
Beschrieben war er als, freundlich, sozial, verschmust. Hat schon gepasst, aber eben nur bedingt.
Also ja es KANN gut gehen, aber ich würde es heute, trotz dass ich noch mehr Erfahrung habe (oder genau deshalb) nicht mehr so ohne weiteres machen und mich nach einem seriösen Verein und deren Pflegestellen umschauen. Dann kannst du einen Auslandshund / Straßenhund haben, aber mit deutlich mehr Sicherheit.
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Fast jeder Anfänger ist naiv. Das ist leider Teil des Prozess, bis man kein Anfänger mehr ist, weil man dazugelernt hat. Erfahrung lässt sich nicht anlesen.
Vor allem am Anfang gehört sehr viel Glück dazu, wenn man nicht auf Erfahrene hören mag.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass du entweder sehr viel Glück hast bei den Vorhaben oder hochmotiviert bist, deine gesamte Zeit und dein gesamtes Geld in einen unpassenden Hund zu stecken und die Welt in Bewegung zu setzen, dass dieses Tier es gut hat und niemand zu Schaden kommt.
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Wenn dich das Thema Auslandshunde interessiert, wovon ich mal ausgehe, dann habe ich einen Literaturtip für dich:
https://www.hundebuchshop.com/Streuner-Stefan-Kirchhoff.htm
Kirchhoff beleuchtet die Themen Leben auf der Straße und Auslandstierschutz von verschiedenen Seiten her und kann dabei auf einschlägige Erfahrungen auch aus eigener Tierschutzarbeit zurückgreifen. Er kennt auch die Zustände in Sheltern und Tötungsstationen und die Wege, wie Hunde aller Art dort landen. Die Palette dabei reicht von gestohlenen Hunden, die einen Besitzer haben, aber vom Hundefänger eingefangen wurden über "echte" Straßenhunde ohne Besitzer, bis hin zu Hunden, die lebenslang nur im Verschlag gesessen haben und irgendwann entsorgt wurden. (Letztere sind meist die mit den allergrößten Problemen - Stichwort Deprivationssyndrom.)
Die Biographien der Hunde sind so unterschiedlich wie die Rassetypen, zB Jagdhund, Wachhund usw.
Sehr zu empfehlen!
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(fast) alle meine Hunde stammen aus dem Tierschutz.
Meine erste eigene Hündin Maja war aus dem örtlichen Tierheim. Alle anderen (bis auf den Erbdackel) kamen/kommen aus dem Auslandstierschutz.
Sam kam als "Direktimport" und "Blinddate" direkt aus Spanien aus einem von der Orga betreuten Tierheim, er war ungefähr 10-12 Wochen alt und niemand wusste, was er mal werden würde. Er wurde dann ein gestandener Gos dAtura Catala, ein toller Hund aber hätte ich nicht 1stens schon ein wenig Erfahrung mitgebracht und 2tens viel Hilfe von der Orga und 3tens eine gute Trainerin gehabt, dann hätte das event. sehr schnell schief gehen können. So ganz ohne war der nicht, er hatte schon so seine Baustellen und einen sehr gewöhnungsbedürftigen Humor. Eins war er allerdings überhaupt nicht: dankbar. Es sei denn eine angefressene Mauer, ein abgenagtes Tischbein und viele (versuchte) Wirtshausprügeleien mit männlichen Artgenossen waren seine Art, Dankbarkeit zu zeigen.....
Unser zweiter Hund Joey - zu Sam dazu - kam auch aus einem TH hier in der Nähe, die sehr viele Hunde aus dem Ausland (Italien, Spanien, Osteuropa) aufnehmen. Seine Mutter, eine Maremmano Abruzzese kam hochtragend aus Italien ins TH und hat hier 12 Welpen geboren. Da die Welpen HSH-Mixe waren, wurde vom TH sehr viel Wert auf eine genaue Auswahl der Endplätze gelegt. Und das war auch gut so, denn Joey (und seine Geschwister ebenfalls) war wahrlich eine Hausnummer. Wir konnten uns allerdings jederzeit ans TH wenden, wenns Probleme gab und wurden auf jede Art und Weise unterstützt. Die Welpen wurden auf ihr Leben hier in DE gut vorbereitet durchs TH. Und trotzdem war er nie ein dankbarer "Easy-going-Hund".
Der Ben, mein jetziger Hund ist ebenfalls aus Spanien. Wurde mitsamt Mutter und Geschwistern von der Straße geholt, wahrscheinlich ausgesetzt. Kam von der gleichen Orga wie Sam. Er war als wir ihn holten, schon seit 2 Wochen auf Pflegestelle hier in DE. Ich kenn die Orga und ich kenn die Pflegestelle und letztere hat in den 2 Wochen bei Ben hervorragende "Vorarbeit" geleistet und mir schon viel über ihn erzählen können. Er war praktisch schon stubenrein, kannte Autofahren, kannte Leine und Halsband, das Leben in einem Haus mit Menschen und anderen Hunden und auch sonst schon so allerlei, was in DE zum Alltag gehört. Was mir, trotz Erfahrung, am Anfang das Leben sehr erleichtert hat. Aber auch er ist kein lieber, netter, dankbarer, armer TS-Hund, sondern ein dickschädeliger, knackiger, selbstbewusster Workoholiker und Wirrschädel.
Nach ihm kamen so nach und nach viele seiner 10 Geschwister in die gleiche Pflegestelle und alle wurden gut hier in DE vermittelt. Und machten damit immer wieder Platz für den nächsten.
Obwohl ich, wie ich glaub, schon Erfahrung hab mit ATS-Hunden, würd ich immer wieder (vielleicht auch grad wegen der Erfahrungen) wenn ich die Wahl hab, lieber einen Hund aus einer Pflegestelle oder Tierheim nehmen als einen Direktimport.
Also: such eine gute seriöse Orga, die in DE Pflegestellen hat oder mit einem TH zusammenarbeitet und lass dich gut beraten, ob sie einen Hund für dich haben, der so ist, wie du ihn dir vorstellst und guck ihn dir vorher an, geh mit ihm (öfter wenn möglich) Gassi, frag der Pflegestelle/dem TH ein Loch in den Bauch. Damit kannst du besser helfen als mit einem - höchstwahrscheinlich - schief gehenden "Blind Date".
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Ich gestehe einer 24 jährigen Studentin schon zu das noch mal zu reflektieren und denke sie wird einen Hund finden, der passt.
Ich mein die Bedingungen sind doch genial und wenn das etwas blauäugige ( was ja viele Hundeanfänger haben) etwas der Realität Platz macht, is doch der Weg frei, einem Hund ein gutes Leben zu bieten.
Jeder muss seinen eigenen Weg finden.
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...aber bitte möglichst so, dass kein Hund als Kollateralschaden der Selbstfindung am Rande dieses Weges liegenbleibt. Dazu versuchen hier gerade viele Ratschläge zur Vorsicht zu verhelfen.
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Aber manche tun so als sei ein 24jährige Frau irgendwie ein Kleinkind.
Sie fragt, sie schreibt und sie schrieb, dass sie (auch) nach einem Hund auf einer Pflegestelle schauen wird.
Also auf!
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Was hat Alter mit Unerfahrenheit zu tun? Sieht man in den anderen Thread ja.
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Hey und Hallo,
Du schreibst, dass du mit einem Leinenpöbler umgehen könntest. Aber die Frage ist doch, ob du das wirklich möchtest?!
Meine Hündin ist als Direktimport aus Rumänien gekommen. Tja, aber leider sie ist jagdlich interessiert. Nicht mehr so doll wie am Anfang, aber so, dass sie immer an der Schleppleine ist.
Und da der Start hier etwas schleppend war, weil sie einen Zwingerhusten mitgebracht hat, hat sie leider eine Leinenagression entwickelt.
Dagegen hab ich noch nicht das rechte Mittel gefunden. Aber ich finde das, obwohl ich damit umgehen kann, echt scheisse und hätte es gerne anders.
Sollte nochmal ein Tierschutzhund auf meiner Couch Platz nehmen, dann über eine Pflegestelle, auf der er schon eingeschätzt werden konnte.
So ein Direktimport, so sehr ich Meinen liebe, kann alles gehörig auf den Kopf stellen...
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Ich habe meine Auslandshunde von Salvate canes, die haben auch von Tötungsstationen, auch Welpen und kleine Hunde. Da genügt ein Anruf bei der Leiterin, sie ist Deutsche und lebt in Fürth.
Sie findet auf alle Fälle den passenden Hund. Ruf die website auf und verschaff Dir einen Eindruck.
Welpen dürfen legal nicht eingeführt werden.
Natürlich dürfen sie das. Abhängig von den Impfungen plus Einsatz der Immunität (Tollwut), ergibt sich in der Regel ein Alter von 15 Wochen.
Wann die Welpenzeit endet und die Adoleszenz beginnt, wird unterschiedlich interpretiert und angegeben - für gewöhnlich aber mit 16-18 Wochen.
Somit dürfen Welpen durchaus eingeführt werden, auch, wenn sie dies formal betrachtet nach Einreise nicht mehr lange sind.
Hinzu kommen trächtige Hündinnen, die auf Pflegestellen geholt werden.
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