Ungefragte Ratschläge verteilen bzw. Eingreifen bei der Hundeerziehung von Fremden

  • Nun ja, sowohl "Wer schweigt, stimmt zu" als auch "Blockwartmentalität" sind stark ideologisch geprägt. Wenn auch damit zwei diametral entgegengesetzte Ideologien zitiert werden.


    Ich verwende das Zitat "Wer schweigt, stimmt zu" ganz bewusst so, ganz bewusst im ideologischen Kontext. Man mag es auch Überzeugung nennen. Denjenigen, die Gewalt ausgeliefert sind, beizustehen (wenn auch nur symbolisch, da mache ich mir nix vor - ich bin kein Held).


    Eine Blockwartmentalität impliziert im Gegenteil dazu die Ausübung von institutionalisierter Macht. Die habe ich nicht, und will ich auch nicht.


    Es sind also sehr verschiedene Dinge. Vielleicht nicht in der Wahrnehmung des Adressaten, aber auf jeden Fall in der Intention des Handelnden.

  • Und genau das sehe ich kritisch.

    Niemand ist dazu da, damit sich der andere Luft machen kann.

    Das habe ich schlecht formuliert.

    Gemeint war damit nicht, sich durch verbale Entgleisung Luft zu machen. Sondern man sieht etwas, bei dem man der Meinung ist, dass es dem Tier (massiv) schadet. Und schleppt diese Situation wochenlang mit einem "hät ich man" in den eigenen Gedanken rum. Das Ansprechen kann ja und sollte dann Ja auch trotzdem höflich sein, auch wenn es halt nichts an der Situation langfristig ändern würde.


    Wenn ich höflich gefragt werde ob es denn sein muss das ein Labrador einen Maulkorb trägt finde ich das völlig okay, geht jemand vorbei und knallt mir ein Tierquäler an den Kopf, finde ich das weniger gut

  • Wenn ich sehe das jemand sein Tier quält ob Hund/Pferd was auch immer ,würde ich es immer ansprechen.

    Dafür gibt es einfach keine Rechtfertigung.

    Da ich intensiv eine zeitlang meines Lebens im Tunierreitsport unterwegs war,kenne ich jede Ausrede warum das jetzt so gerechtfertigt ist.


    Wenn Sport und Leistung nur so möglich sind,muss ich ihn lassen.

    Das gilt für mich für alle Sportarten mit allen Tierarten.


    In Erziehung einmischen ist für mich ein anderes Thema,mach ich ungefragt sicher nicht.

  • Ich habe dann noch gesagt, dass ich es traurig finde, wenn man als großer Kerl auf kleinen Lebewesen rumhacken muss und sich wie ein Arsch benehmen muss nur um sich selbst besser zu fühlen

    Und meinst du, durch deine Beleidigung wird sich etwas im Kopf von diesem Menschen ändern ?

  • Die Frage ist doch, WARUM spricht man eine andere Person in so einem Fall wie hier im Beispiel an. Es ist doch höchst unwahrscheinlich, dass ein Mensch, der seinen Hund massiv unfair oder tierschutzrelevant behandelt, aufgrund eines Hinweises einer fremden Person einsichtig wird. Im Gegenteil, wie flying-paws geschrieben hat, die Hunde kriegen es dann eher mal ab (so ist es auch unter Menschen häufig). Das heißt, das Ansprechen / Kritisieren passiert nicht für die Hunde. Die haben nichts davon. Dann kann man sich halt im nächsten Schritt fragen, warum man das tut, wenn es den Hunden nicht dient. Bei mir entsteht so ein Impuls zum Beispiel, weil ich selber meine aufkommenden unangenehmen Gefühle in so einem Moment nicht aushalten möchte. Würde ich die andere Person ansprechen, wäre das letztendlich ein egoistischer Akt.

  • Wenn jemand Gewalt ausübt und dafür nie negatives Feedback bekommt, kann erst recht kein Umdenken stattfinden.


    Dieses Argument "es ändert ja eh nix" wird so oft rangezogen, für so vieles. Ja, mag sein, in vielen Fällen.

    Nix sagen ändert allerdings GARANTIERT nix.

  • Wir reden davon zuzuschauen wenn es Opfer durch Gewalt gibt ?


    Ich nehme jetzt einfach nochmal den Reitsport,immer wieder frägt man sich wie kann es dazu kommen ?

    Weil fast alle schweigen so einfach ist es.

  • Wenn jemand Gewalt ausübt und dafür nie negatives Feedback bekommt, kann erst recht kein Umdenken stattfinden.


    Dieses Argument "es ändert ja eh nix" wird so oft rangezogen, für so vieles. Ja, mag sein, in vielen Fällen.

    Nix sagen ändert allerdings GARANTIERT nix.

    Nicht "es ändert ja eh nix", sondern "es macht es eher schlimmer als besser" war meine Aussage.

  • Wir reden davon zuzuschauen wenn es Opfer durch Gewalt gibt ?


    Ich nehme jetzt einfach nochmal den Reitsport,immer wieder frägt man sich wie kann es dazu kommen ?

    Weil fast alle schweigen so einfach ist es.

    Ich komme eher vom Fach, was Menschen betrifft, nicht Hunde. Wenn es beispielsweise Gewalt in einer Partnerschaft gibt, ist es in vielen Fällen enorm gefährlich für das Opfer, sich in Augen des Täters "einzumischen" und den Täter zu kritisieren. Das macht es für Opfer häufig massiv schlimmer, kann sogar lebensgefährlich werden. Ziel ist dahingegen beispielsweise viel eher, das Opfer vom Täter wegzubekommen. Das WIE ist da bei Menschen natürlich ein ganz anderes Vorgehen als bei Hunden.

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