Wir möchten gerne einen Hund....

  • Also:


    Wir wohnen in einer Waldrandlage. Unsere Familie besteht aus 2 Söhnen 10 und 12 Jahre alt, die sich einen Hund wünschen. Meine Frau arbeitet vormittags, ich arbeite ganztags.


    In in unserer Familie haben 2 Perosnen Hausstauballergie.


    Aus meiner Sicht 2 Knackpunkte: die Allergie und den Vormittag, den ein Hund alleine wäre.


    Ich habe vor kurzem eine Hunderasse gesehen, in die ich mich "verliebt" habe.


    Einen deutschen Pinscher.


    Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Hund gut zu uns passen könnte.


    Durch das kurze Fell sollte ich das Thema Allergien noch am ehesten gering halten lassen. Die Größe des Hundes ist so bemessen, dass es schon ein "richtiger" Hund ist aber noch kein "Kalb" (sorry für die saloppe Ausdrucksweise)
    Der Hund soll in die Hausgemeinschaft integriert werden aber nicht ins Bett oder auf die Couch dürfen.


    Hundeplatzbesuche würden wir natürlich einplanen, da wir (meine Frau und ich) Wert darauf legen, dass ein Hund gehorcht.


    Keiner von uns hat Angst vor einem Hund, meine Frau und ich haben immer Kontakt zu Tieren gehabt, aber nie einen Hund besessen.


    Welche Anfängertipps könnt Ihr mir noch geben?


    Welche Lektüre empfiehlt sich?
    Welche Aktivitäten veranstaltet man am Anfang mit dem Hund?
    Wie vermeidet man, dass er ins Bett kommt? :)


    Warum wir einen Hund wollen?


    Nun - wir mögen Hunde, sind viel draussen (Radfahren, joggen, wandern etc.) Wir haben 2 Jungs, die gerne einen weiteren Spielkameraden hätten. Ein wachsames Ohr, was auf unsere Haus aufpasst, wenn wir schlafen. Einen netten Zeitgenossen, der auch mal Nachbars Katze in die Schranken weist.


    Von daher würde auch der erwähnte Pinscher gut zu unserer Vorstellung passen.


    Was meint Ihr?


    Gruß


    Karl

  • Hallo Karl,


    zunächst mal: Herzlichen Glückwunsch zu der guten Idee.


    Und jetzt kommt das große "AAABER", das sich jeder zukünftige Hundehalter gut durch den Kopf gehen lassen sollte:


    Ein Hund ist nicht glücklich, wenn er nur ein netter Zeitgenosse sein darf. Jeder Hund braucht Beschäftigung, ein "Hobby", viele sogar einen "Job" um ausgelastet und zufrieden zu sein - wovon wiederum IHR profitieren werdet, weil er Euch dann nicht aus Langeweile die Wohnung zerlegt oder auf andere tolle Ideen kommt.


    Dass Hunde mit "langweiligem" Gassigehen zufrieden sind, ist ein Vorurteil.


    Mit dem Deutschen Pinscher habt Ihr Euch eine sehr vielseitige Rasse ausgeguckt, die für viele unterschiedliche "Hobbys" geeignet ist. Als Sportbegleiter ebenso wie für Tricks, Agility oder Ähnliches. Ich kenne mich mit dieser Rasse jetzt nicht soo gut aus, aber es gibt hier viele User, die Pinscher-Fans sind und Euch noch weitere Tips geben können.


    Ihr solltet also daran denken, nicht nur ein paar Minuten täglich zum Laufen einzuplanen, sondern die Bereitschaft zu haben, sich mit dem Hund und seinen speziellen, rassegerechten Bedürfnissen auseinanderzusetzen.


    Was das Alleinbleiben am Vormittag anbetrifft, so sind meiner Meinung nach ein paar Stunden kein Problem für einen erwachsenen Hund, wenn er es in kleinen Schritten gelernt hat. Bei einem Welpen allerdings gestaltet sich das nicht so einfach - nicht nur die mangelnde Stubenreinheit, sondern auch Verlustängste, die bei zu frühem Alleinlassen in Verhaltensstörungen umschlagen können, wären da ein Problem. Ihr müsstet schon eine ganze Weile Urlaub nehmen, um Euch um einen Welpen zu kümmern oder wahlweise für eine Betreuung während Eurer Arbeitszeiten sorgen.


    Eine Allergie gegen Hausstaubmilben hat übrigens mit Hundehaaren relativ wenig zu tun. Aber ich würde trotzdem die ganze Familie vorher beim Arzt vorbeischauen und einen Allergietest machen lassen, sicher ist sicher.


    Zum Thema Bett: Man vermeidet es, indem man es nicht gestattet. Ganz einfach. Wird der Hund IMMER verscheucht, sobald er sich den Polstermöbeln nähert, lernt er auch schnell, dass er dort offenbar nicht erwünscht ist. Dies gehört genauso zur Erziehung dazu, wie viele andere Dinge, die zu bedenken sind. Stöbert doch einfach noch ein bißchen in diesem Forum oder besorgt Euch ein wenig "Einsteigerlektüre", z.B. das Hunde-Erziehungsprogramm aus dem Kosmos-Verlag. (Einige Stellen dieses Buches würde ich persönlich NICHT unterschreiben, aber als Übersicht und erste Anleitung ist es sehr gut geeignet, aufschlussreich gegliedert und bebildert.)


    Über die "Aktivitäten" die man "Am Anfang" macht, müsstest Du noch mal näher ins Detail gehen. Meinst Du, was man alles mit einem Welpen spielen kann oder ihm zeigen sollte oder bezieht sich das auf die Erziehung? :???:


    Liebe Grüße erstmal,
    Sub.


  • Danke,


    das war erstmal schon ein guter Gedankenansatz.


    Einfach Gassi gehen und zum Sport mitnehmen reicht nicht.


    Aber wir sind ja noch in der Findungsphase. Unsere Kinder sind noch nicht involviert um Enttäuschungen vorzubeugen


    Mit ersten Aktivitäten meine ich schon Erziehung - aber sowohl beim Hund aber auch beim Menschen.


    Jeder muss sich ja in die neue Situation finden.


    Gruß


    Karl



    Karl

  • Da ihr nach einer Lektüre fragt: ich finde das Buch "das andere Ende der Leine" ganz toll für Anfänger, gerade, wenn konkret noch keine Hundeerfahrung vorhanden ist.


    Was die "Aktivitäten am Anfang" angeht: gewöhnt den Welpen an alles, worauf er später positiv reagieren soll: Fellpflege, Menschenansammlungen, öffentliche Verkehrsmittel, andere Tiere etc. Der Hund lernt es nie wieder so leicht, wie als Welpe. Was ihr versäumt, äußert sich schnell in Ängsten und unter Umständen auch Angstaggressionen. Vor dem Hintergrund ist es auch wichtig, einen guten Züchter zu suchen, der die Welpen schon möglichst optimal aufs Leben vorbereitet und sie viel kennen lernen lässt.


    Ein Hund lernt am besten spielerisch, dass es sich für ihn lohnt, zu hören. Was helfen kann, sind gezielte Übungen wie Dummy, Fährte, Wald-Agility und darin eingebaut der Grundgehorsam, so dass der Hund einen Sinn sieht, in der Mitarbeit und auf dich achtet. Oder such dir eine ruhige Wiese, gehe deinen Weg, achte nicht auf den Hund, verschwinde schonmal im Gebüsch, bewege dich nie (!) in die Richtung, in die der Hund gerade läuft. Mache "interessante" Dinge, ohne den Hund anzusehen oder mit ihm zu reden. Sucht er dann von sich aus Kontakt, beziehe ihn mit ein, aber nach deinen Spielregeln.
    Vor allem: belohne jeden Kommunikationsversuch seinerseits, gehe darauf ein und wenn es nur ein "Ok", "da gehts lang", "weiter" etc. ist. Er muss ein Feedback bekommen. Auch hilfreich: Hund erst nach deiner Erlaubnis Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen erlauben. Also z.B. anschauen oder Sitz einfordern, dann darf er zu dem anderen. Achtet er nicht auf dich, gibt es auch keinen Kontakt.


    Es gibt so viele Tips, da müsste es schon konkreter werden, von euch aus.


    Ich finde wichtig, dass ihr die erste Zeit eure Energie in die Umweltgewöhnung und Vermittlung von Haushaltsregeln (mit Beisshemmung, Stubenreinheit, was darf angekaut werden, wie darf mit Hausgenossen umgegangen werden etc.) steckt. Das ist reichlich Arbeit, für den Hundeplatzgehorsam bleibt dann immer noch Zeit.

  • Hallo!
    Wenn es nicht unbedingt ein Welpe sein muss,wie wär es denn mit einem Hund aus TH,....?"Ältere" Hunde haben den Vorteil dass sie schon stubenrein sind und auch nach der Eingewöhnungszeit schon ein paar Stunden alleine bleiben können.Die Leute aus dem TH können einem genau sagen wie der Hund ist und was er schon kann oder nicht...Unsere Gina ist auch aus dem TH,10 Monate alt und echt ein Goldstück,ist auch mein erster "richtiger" Hund.Ich finde das man gerade in der Hundeschule super viel lernt!
    Das Erziehungsbuch von Kosmos haben wir auch und ich finde es ganz gut!


    lg,Kathrin

  • Zitat

    Hallo!
    Wenn es nicht unbedingt ein Welpe sein muss,wie wär es denn mit einem Hund aus TH,....?"Ältere" Hunde haben den Vorteil dass sie schon stubenrein sind und auch nach der Eingewöhnungszeit schon ein paar Stunden alleine bleiben können.


    Darüber habe ich auch schon Nachgedacht.


    Meine Voruteile sehen so aus:


    1.) Die Hunde im Tierheim haben alle einen psychischen Schaden, weil sie vom Vorbesitzer misshandelt wurden.


    2.) Man kann sie nicht mehr richtig erziehen


    3.) Die gesuchte Rasse ist nicht zu finden (Mal ehrlich - wer legt sich einen doch eher anspruchsvollenund auch teuren DP zu um ihn dann ins Tierheim zugeben)


    4.) Die Herkunft der Tiere (wg. Erbkrankheiten etc,) ist nicht bekannt


    Sind meine Vorurteile begründet?


    Und wir haben uns schon ziemlich in einen DP verguckt. Und das nicht nur in die Optik.


    Gruß


    Karl

  • Hallo Karl,


    Deine Vorurteile entsprechend nur bedingt der Realität - zum Glück!


    ;)


    Ein TH-Hund muss nicht unbedingt ein Problemfall sein. Viele Hunde werden z.B. auch aus familiären Gründen abgegeben, z.B. nach einer Scheidung, einer Krankheit, Veränderung im Job oder Wohnortwechsel.
    Natürlich haben diese Tiere schon aufgrund der Trennung vom Besitzer und ihrem Aufenthalt im Tierheim eine Menge durchgemacht, aber umso mehr brauchen sie doch eine neue Familie?


    Wir hatten auch mal einen Schäfermischling aus dem Tierheim und damit nur gute Erfahrungen gemacht.


    Es warten im Tierschutz übrigens auch viele junge Hunde auf ein neues Zuhause.
    Die Erziehung eines erwachsenen Hundes mag zwar etwas länger dauern, hat dafür aber auch Vorteile: Stubenreinheit ist meist schon vorhanden oder binnen wenigen Tagen erreicht, die Pflegestelle kann Euch schon Auskunft über Wesen und Verhalten geben, viele Hunde können schon die Grundkommandos etc.


    Dass über mögliche Erbkrankheiten nichts bekannt ist, ist natürlich ein Risiko. Aber ich z.B. habe meinen Hund von einem anerkannten Züchter und musste mich auch mit gesundheitlichen Problemen auseinandersetzen...


    Dass es im Tierschutz Deine Wunschrasse nicht gibt, stimmt ebenfalls nicht. Ich habe nach einer kurzen Suche schon über 20 Deutsche Pinscher verschiedener Altersgruppen gefunden, auch Welpen.


    Gibt doch einfach mal unter http://www.zergportal.de "Pinscher" in die Suchfunktion ein.


    Natürlich müsstet Ihr evtl. etwas längere Anfahrtswege in Kauf nehmen, um Euren Wunschhund zu bekommen - aber das blüht Euch bei einer Suche nach einem geeigneten Züchter auch.


    Liebe Grüße,
    Sub.

  • Unser TH-Hund wurde auch wegen Scheidung abgegeben.
    Bei den Tierheimen kann man sich die die Hunde ja schon mal auf der Homepage ansehen.
    Und die haben auch reinrassige!
    Gina lernt echt schnell (auf`s Bett/Couch durfte sie von Anfang an nicht).
    lg, Kathrin

  • Zitat

    Sind meine Vorurteile begründet?


    Nein, Deine Vorurteile sind nicht begründet! Es gibt so viele wunderbare Hunde, die aus welchen Gründen auch immer (meist persönliche Gründe der HH und nicht aufgrund von Problemen des Hundes) im Tierschutz landen. Aber auch dort muss man suchen genauso wie man DEN Züchter mit DEM Junghund (denn kaum etwas anderes kommt für Euch in Frage) für sich suchen muss.


    Wenn Ihr Euch denn nun doch soo in den DP verliebt habt, dann besorgt Euch einige Literatur und vorallem besucht einige Züchter, die Euch sicherlich auch noch in Hinblick auf Auslastung und Anforderungen aufklären werden; denn ein arbeitsintensiver Hund ist es allemal, darüber sollte man sich im klaren sein.

  • Hallo!


    Wenn der Hund second hand sein darf, geht doch mal auf die Seite des PSK, Pinscher-Schnauzer-Klub. Dort findet man auch die Notvermittlungsliste. Die meisten Hunde sind noch bei Ihren Besitzern und werden sozusagen von Familie zu Familie vermittelt. Man erfährt viel vom Umfeld des Hundes, den Abgabegrund, usw.
    Wenn dann Hund und Vorbesitzer passen, hat man auch seinen Hund gefunden.


    LG
    das Schnauzermädel

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!