Suprelorin, chemische Kastration Erfahrungsbericht

  • Kommt aber auch die Situation an! Ein 12 jähriger Rüde (oder älter) mit Prostata Problemen könnte vielleicht auch aufgrund anderer Erkrankungen ein sehr hohes Risiko haben bei einer OP alle viere von sich zu Strecken. Da ist die Dauergabe mit dem Chip und den eventuellen Nebenwirkungen vermutlich das geringere Risiko.


    Ich finde du paschalisiertst gerade sehr die Behandlung mit dem Chip ohne die Vorgeschichten oder andere Erkrankungen zu kennen.

  • Mein jüngerer Rüde wurde 2x gechipt und er wird ggf sogar noch ein drittes Mal gechippt.


    Warum?

    Weil der 6 Monatschip keine drei Monate gehalten hat, erst nach Ablaufen des Jahreschips die SDU entdeckt wurde, er zu einer spätentwickelnden Rasse gehört und vom Typ her das Testosteron braucht.


    Jetzt kastrieren lassen wäre

    1. Zu früh

    2. Aufgrund der SDU wäre gar nix zu beurteilen, wie er nach der Kastra wäre

    3. Könnte bei ihm vom Typus her, die Kastration echt nach hinten los gehen


    Ist halt immer individuell. Und ich bin froh, dass wir ihm und uns eine Verschnaufpause gönnen konnten, in der wir vieles überhaupt erst erreicht haben.

  • Mein Rüde hatte mit rund 1,5 Jahren den Chip, der lief nach 4 Monaten bereits merklich aus. Mit etwas über 2 dann die Diagnose SDU (der Chip war ein Notnagel, da er unter Dauerstress stand und ich gucken musste, ob Hündinnen die Ursache sind, da er absolut lenkbar war und kaum Anzeichen "klassischer" Rüdenprobleme hatte).

    Er war, nach massiver Erstverschlimmerung, für etwa 6-8 Wochen unter dem Chip wie ausgewechselt und erstmalig "normal", dann sind wohl die SD-Werte so abgerutscht (relativ häufig unterm Chip/Kastra, wobei es unterm Chip wohl stärker ausfallen soll), dass er wieder wie ausgewechselt war, jedoch ganz anders. Der Chip lief halt dann aus, es normalisierte sich wieder auf das Verhalten wie vor dem Chip, die Diagnose kam dann und er wurde substituiert. Leider war es nicht wirklich einstellbar und jede Läufigkeitswelle hat wieder für monatelangen Stress gesorgt (mal ne einzige hat für ein paar Tage Stress gesorgt, und Hündinnen sprechen sich ja nicht ab :motzen: :lol: ).
    Auf Anraten habe ich ihn schweren Herzens kurz vor seinem 3. Geburtstag kastrieren lassen und für ihn war es die beste Entscheidung. Er ist immer noch absolut Rüde, weiß von den fehlenden Klöten vermutlich auch nix, aber der gesamte Stress ist quasi weg (so gut es bei nem SDU-Hund halt geht) und die Substitution ist nun auch kein Auf und Ab mehr.


    Ausser, dass er nach der Kastration, wie auch schon beim Chip, sein gesamtes Deckhaar einmal abgeworfen hat und nun an vereinzelten Stellen etwas fusseliger ist, kann ich ein dreiviertel Jahr später, keinerlei Negatives berichten. Ob das so bleibt, steht in den Sternen und ich weine ehrlich gesagt immer noch ein wenig hinterher. Für ihn war es aber die beste Entscheidung die ich treffen konnte.


  • Dann würde ich da wohl eher nicht Richtung Chip denken, da er ja nicht mager ist, sondern einfach schlank.


    Max hat kaum gefressen, war ein Klappergerüst. Da konnte man auf den Rippen wirklich Xylophon spielen.

    Trofu hat etwas geholfen, zudem man davon ja nicht gleich alles wegwerfen muss.

    Dazu war er extrem aggressiv auf andere Rüden und konnte sich kaum konzentrieren, war ständig fahrig, abwesend und komplett drüber.

    Das waren die Gründe bei uns für den Chip (und die darauf folgende spätere Kastration).


    Für seine Muskeln wäre es besser gewesen, wenn er intakt geblieben wäre. Für seine mentale Gesundheit war das leider keine Option...

  • Auf Anraten habe ich ihn schweren Herzens kurz vor seinem 3. Geburtstag kastrieren lassen und für ihn war es die beste Entscheidung. Er ist immer noch absolut Rüde, weiß von den fehlenden Klöten vermutlich auch nix, aber der gesamte Stress ist quasi weg (so gut es bei nem SDU-Hund halt geht) und die Substitution ist nun auch kein Auf und Ab mehr.

    Wäre mal spannend zu wissen, ob eine SDU in so jungen Jahren Einfluss auf die Sexualentwicklung hat. Also, ob vielleicht sie dazu geführt hat, dass er hypersexuell wurde. Da braucht es echt noch viel Forschung in dem Bereich.


    Ganz generell zum Thema wollte ich nur mal anmerken, dass meiner Erfahrung nach die Erziehung ein wichtiger Punkt ist, dass das Sexualverhalten nicht eskaliert bzw. bei jungen Rüden wieder ins Lot kommt - das hatten ja einige schon gesagt - aber ich den Eindruck habe, dass es bei einigen Jungs sehr hilfreich sein kann sie bei einem Job richtig müde zu arbeiten, so dass sie all die vom Körper zur Verfügung gestellte Energie mal aufbrauchen können. Das ist keine Anregung zum stundenlangen mit dem Hund herumrennen, sondern eher das Gegenteil: Den Hund in einem Bereich zu arbeiten, in dem er mal nix mit den Eiern denken muss, sondern ganz viel Kopf, gerne in Komib mit Körper ...

  • Dazu war er extrem aggressiv auf andere Rüden und konnte sich kaum konzentrieren, war ständig fahrig, abwesend und komplett drüber

    So war der Nog unterm Chip. :fear:

    Dafür aber mit den Mädels entspannt.

    |)



    Den Hund in einem Bereich zu arbeiten, in dem er mal nix mit den Eiern denken muss, sondern ganz viel Kopf, gerne in Komib mit Körper

    "Hilft" nur bedingt bzw. half nur bedingt.


    Egal ob jetzt benannte Gegenstände suchen, Longieren oder ZHS.

    Kopftechnisch ist der danach platt.

    Aber trotzdem hat es vor dem Chip gereicht, dass ne Hündin im gleichen Raum war.


    Was jetzt aber definitiv auffällt: es hängt zumindest beim Nog mit der Substitution zusammen (ist noch nicht ganz optimal eingestellt). Je mehr wir uns der optimalen Einstellung nähern, umso weniger "wellig" werden seine Hochs.


    Wenn er Stress hat, muss man schauen, dass er sich nicht gleich wieder Sex als nächstbestes Ventil sucht, aber alles in allem wirds jetzt insgesamt runder und er wieder zu dem Hund, weswegen ich ihn damals ausgesucht habe.

    =)


    Aber er braucht ja auch noch nen bissl um erwachsen zu werden und da bin ich jetzt echt optimistisch. :nicken:

  • Wobei ich immer öfter höre, dass die Kastra sich dann doch ganz anders auswirkt, als der Chip. Also dass die Wirkung nicht 1:1 vergleichbar ist. Also Rüden, die aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten gechipt werden, unter dem Chip aber diese Problematiken nicht abnehmen. Und wo die HH eben gedacht haben, ok, die Hormone sinds nicht. Kenne aus dem Kundenkreis 3 Rüden, die dann einige Zeit nach dem Chip doch kastriert worden sind aufgrund anderer körperlicher Probleme, wie die Prostata und einmal auch Hodenkrebs und die waren dann nach der richtigen Kastra doch ganz anders als während des Chips und haben sich vom Verhalten total positiv entwickelt. Also sowas gibts wohl auch...

  • Ich hänge mich hier auch mal mit einer Frage dran, die mir vielleicht Leute beantworten können, die schon mal einen Jungrüden auf dem Weg zur Erwachsensein begleiten durften: Emil ist aktuell, nennen wir es mal, "verhaltenskreativ". Er ist nun etwa 14-15 Monate alt.


    Seit 3-4 Wochen machen ihm die Hormone glaube ich sehr zu schaffen. Vor allem äußert sich das draußen beim Gassi gehen. Er ist aktuell extrem schlecht ansprechbar. Gefühlt würde er am liebsten mit sich selbst Gassi gehen. Ich störe dabei eher. Er eilt von Pipifleck zu Pipifleck und wirft den Anker und beginnt zu schnüffel, schmatzen und sabbern. Mit etwas Nachdruck lässt er sich dann doch bewegen weiterzugehen, nur um 5 Meter weiter wieder den Anker zu werfen und das gleiche Spiel von Vorne zu beginnen. Er schießt sich dabei schon ziemlich weg. Wobei da schon der erste Pipifleck und 10 Sekunden reichen, damit er im Tunnel ist. Kommandos, Leckerlies und andere Leute sind in solchen Situation gänzlich überflüssig. Es geht nur darum zu schnüffeln.


    Auf dem Rückweg vom Gassi ist es dann meist schlagartig besser. Es wirkt so als wäre er grade aus seinem Tunnel gerissen worden. Er ist dann aber auch sichtbar fertig und pennt zuhause direkt ein. Man merkt sein Hirn arbeitet aktuell auf Hochtouren beim Gassi. (Nur halt leider in die falsche Bahn gelenkt)


    Zuhause ist er aktuell etwas "weinerlich" und jammert viel. Zudem wirkt er auf mich recht sexuell, würde am liebsten allen Menschen ausgiebig am Schritt schnuppern. In den letzten Wochen hat er zudem sporadisch versucht mich und meine Freundin zu besteigen, begleitet von rhythmischen Beckenbewegungen. :headbash: Zeitweise versucht er sich auch regelrecht anzubiedern, schlawenzelt zwischen den Beinen lang, leckt und knabbert an unseren Händen und Beinen. (Liebesspiel?) Futtermäkeligkeit und Nüchternerbrechen kommen auch vor. Er wirkt einfach etwas verwirrt.


    Dazu sei noch gesagt: In unserer Nachbarschaft wohnen 4 Hündinnen, die sich scheinbar mit ihrer Läufigkeit abwechseln.


    Nun zu meiner eigentlichen Frage: Ab wann ist es sinnvoll, ernsthaft über eine chemische Kastration nachzudenken? Sind die geschilderten "Symptome" normal in der Entwicklung eines Rüden? ist das nur eine Phase und die Murmeln sortieren sich wieder? Aktuell kommt es mir so vor, als habe weder Hund noch ich, Spaß an gemeinsamen Spaziergängen. Zumindest die mit Leine - Beim Freilauf ist es aktuell für uns beide entspannter.

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