Suprelorin, chemische Kastration Erfahrungsbericht

  • Es ist mir nicht ganz wohl dabei, ihn in seinem jungen Alter so krass in den Hormonhaushalt einzugreifen. Andererseits ist das auch kein Zustand mehr.

    Chako hat mit 15 Monaten den Chip bekommen und es war definitiv eine sehr gute Entscheidung. Ich kann dich da verstehen, ich hab mich auch völlig verrückt gemacht...

    Nach ziemlich genau 6 Monaten ist er langsam ausgelaufen, nochmal 6 Monate darauf hat sich sein Hormonspiegel komplett normalisiert, und damit kamen dann auch die Probleme wieder...

  • Es ist mir nicht ganz wohl dabei, ihn in seinem jungen Alter so krass in den Hormonhaushalt einzugreifen. Andererseits ist das auch kein Zustand mehr.

    Ihr seht, ich bin schlicht hin- und hergerissen.

    Das verstehe ich sehr gut und mir wäre der Hund auch zu jung. Warte ab, es ist doch die erste "Läufigkeitsphase" die er richtig mitbekommt ,oder? Vielleicht ist es beim nächsten Mal weniger schlimm.

  • Es ist mir nicht ganz wohl dabei, ihn in seinem jungen Alter so krass in den Hormonhaushalt einzugreifen. Andererseits ist das auch kein Zustand mehr.

    Ihr seht, ich bin schlicht hin- und hergerissen.

    Das verstehe ich sehr gut und mir wäre der Hund auch zu jung. Warte ab, es ist doch die erste "Läufigkeitsphase" die er richtig mitbekommt ,oder? Vielleicht ist es beim nächsten Mal weniger schlimm.

    Es ist die Zweite. Im Frühling wars allerdings nicht ganz so schlimm.

  • Also für mich hört sich das nicht großartig nach Erziehung an, wenn ich ehrlich bin. Es gibt für mich einen Unterschied zwischen Erziehung und Ausbildung, in der Ausbildung besteche ich mit Leckerchen in der Erziehung nicht. Erziehung heißt mich in den Hund hineinzuversetzen und ihm liebevoll aber deutlich ganz klare Grenzen und Regeln aufzuzeigen und das ab dem ersten Tag an dem er bei mir ist.

    Ich finde es einfach faszinierend, je länger ich hier bin das es Hundehalter gibt die immer wieder Rüden haben, alle unkastriert es funktioniert wunderbar. Und es gibt Hundehalter die zwar sagen sie möchten nicht kastrieren auf der anderen Seite es dann aber doch tun. Ich glaube da nicht an Zufall das die einen immer brave Hunde erwischen und die anderen eben nicht sondern es liegt meiner Meinung nach ganz klar an der Erziehung.


    Ich hab hier auch zwei unkastrierte Rüden der eine war easy, der andere gar nicht und beide leben mittlerweile sehr gechillt und unkastriert, während die Hündinnen im Nachbarsgarten regelmäßig läufig werden, hier. Dem einen hat es einfach geholfen das es gewisse Regeln und Grenzen vom ersten Tag an gab die ich dann einfach durchgesetzt habe und als es so richtig schlimm war wurde er einfach mal so richtig gearbeitet und alle Fiepsereien bzw. in meinen Augen daneben Benehmen wurde verboten. Der Rest hat sich dann mit dem Alter rausgewachsen.

    Ja klar vielleicht haben gewisse Menschen auch einfach Glück mit ihren Hunden aber ich glaub nicht ganz nur daran. Ein gro0es Problem ist in meinen Augen das so oft Erziehung mit Ausbildung verwechselt wird und die Hunde mit Leckerchen gelockt und belohnt werden in Situationen in denen sie da entweder nicht mehr drauf achten können oder es ihnen einfach komplett scheißegal ist. Murphy ist da ein gutes Beispiel der wäre nämlich lieber verhungert als irgendwas an sich zu überdenken oder gar zu ändern.


    Außerdem gehört dieses Verhalten auch ein wenig zur Pubertät dazu ist ja bei Menschen nicht anders da müssen sie auch einfach mal durch, das normalisiert sich dann mit der richtigen Erziehung normalerweise.

  • Naja, bei meinem hätte ich da nichts wegerziehen können :ka: Ich sehe ja das direkte Beispiel mit den Rüden meiner Schwiegereltern. Die haben schon grundlegend eine andere Haltung bzw Reaktion zu Hündinnen, und die sind jetzt nicht top erzogen oder so. Sie kommen von Natur aus besser damit zurecht, während meiner schon mit weniger als einem Jahr sehr an Hündinnen interessiert war.


    Mag sein, dass es bei einigen mit einer stringenteren Erziehung eher zu managen wäre, aber bei dir klingt das grad eher nach "Wenn man nicht zu faul zum Erziehen wäre, müsste man nicht kastrieren".

  • Es gibt aber immer noch das falsche Denken-Wenn ein Hund kastriert ist, hört er immer-

    Falsch.Kastra ersetzt keine Erziehung.

    Wenn der Leidensdruck für DEN HUND zu groß wird, dann kann man kastrieren

    aber nicht um Erziehung zu ersetzen. Meine Meinung.

  • Hormone kann man halt nicht einfach so weg erziehen. Der sexuelle Frust ist einfach da. Man kann natürlich so lange den Hund strafen, bis er sich nicht mehr traut gewisse Verhaltensweisen auszuleben. Bei leicht hemmbaren Exemplaren klappt das sicher gut, aber ob es denen dann wirklich besser geht, ist fraglich, nur weil sie nicht mehr aufmucken. Aber wie sehr der Hund darunter leidet und wie und ob man das mit Erziehung in den Griff bekommt ist doch sehr individuell. Und auch, wie stark es sich legt, nachdem die Hormone sich sortiert haben. Manche Rüden leiden schon sehr, Hunde sind nicht dafür gemacht in so einer hohen Hundedichte mit so vielen läufigen Hündinnen zu leben. Ich bi nicht per se pro Kastration, aber auch nicht dagegen. Ich finde, dass es manchmal ganz sinnvoll ist dem Hund durch Kastration ein stressfreieres Leben zu ermöglichen.

  • Ich find es schwierig, die Pauschalkeule "mit nen bissl Erziehung wird das schon" gerade bei dem Thema rauszuholen.

    Sexualverhalten hat bei Hunden viele Gesichter und so manch einer (da schließe ich mich ein) tut sich schwer damit, das Unnormale Verhalten zu erkennen, weil immer und überall gepredigt wird, dass Hundi lernen muss damit umzugehen und mit nen bissl Erziehung wird das schon- was auch zutrifft, aber eben nur, wenn es Normalverhalten betrifft.


    Und für mich als HH steht immer noch ganz oben auf der Liste, dass ich mich beim Kauf des Hundes auch dazu verpflichtet habe, Leid zu verhindern.


    Kastration aus Bequemlichkeit- keine Frage, steht für mich nicht zur Debatte.

    Ist ein Hund nen paar Wochen im Jahr weniger ansprechbar/quengeliger, hungert mal, man muss mehr den Daumen drauf haben, ist bei Mädels aufgeregter - jo, is nen Rüde. Kommt es in Wellen, mal mehr mal weniger- jo ist nen Rüde.

    Aber wir haben hier im Thread zum Teil Rüden, die über Monate hungern oder die konstant im Untergewicht sind, weil sie diesen permanenten Stress haben.

    Wo gar nichts in Wellen kommt, wo sich nichts verbessert, weil der Erziehung ab einem gewissen Punkt einfach auch Grenzen gesetzt sind - und ja, da bleibe ich bei, Leid zu verhindern gehört genauso zu meiner Pflicht als Besitzer, wie den Hund zu erziehen.

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