Suprelorin, chemische Kastration Erfahrungsbericht
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Das ist ja genau der Punkt, weswegen ich das von Rusty hier geschrieben habe
Der ist nicht so klassisch over-sexed
- kommt daheim zur Ruhe
- ist draußen ansprechbar / steht gut genug im Gehorsam, dass er händelbar ist (trotzdem gibt es Zeiten, da geht er an der Flexi, weils mir einfach zu stressig ist ihm ständig hinterher zu sein)
- keine Aggression gegen andere Hunde
- kann auch mit läufigen Hündinnen spazierengehen und daheim runterkommen
Aber dann hab ich zB den Vergleich zu Rhydian; einem Rüden, der wirklich sehr gut mit seinen Hormonen klar kommt. Der hat immer einen klaren Kopf, der kann neben einer Hündin in den Stehtagen arbeiten (und mit ihr im Restaurant sitzen und schlafen). Der wäre durchaus für einen kleinen Ausflug hinters nächste Gebüsch zu haben
, aber ihm hauts deswegen nicht das Hirn raus.
Und die beiden Hunde sind komplett gleich aufgewachsen
Aber eben weil Rusty nicht so das klassische Bild von einem hypersexuellen Rüden abgeliefert hat, wollte ich nie an Kastration denken, obwohl ich tief in mir drin oft dachte, dass es ihm dann vielleicht besser gehen würde.
Aber: Kastrieren ist ja nur ein anderes Wort für Versagen - und genau das Denken finde ich gefährlich.
Nein, man sollte nicht leichtfertig kastrieren. Man sollte dem Hund die Chance lassen mit seinen Hormonen klar zu kommen, sich selbst kennen zu lernen und in der Erziehung einfach hinterher sein. Aber wenn der Hund sich dann mal kennt und er im Gehorsam steht, aber trotzdem Stress hat, dann sollte man keinen Halter verurteilen, dass er diesen Weg in Erwägung zieht oder eben auch einschlägt.
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Mein Boxer ist und bleibt unkastriert.
Der versucht Urin von läufigen Hündinnen zu lecken. Darf er nicht, verbiete ich ihm.
Funktioniert völlig problemlos.
Der Labbi war immer gestresst, er war Dauerhechler und erbrach sich häufiger.
Wurden Hündinnen, von denen wir hier eine Menge haben läufig, wurde er zusätzlich zum Hecheln aggressiv dem Boxer gegenüber und maulte sogar meinen Mann und mich an.
Ab dem Moment wo der Chip anfing zu wirken, hörte er auf zu hecheln ( bei ihm ein deutliches Stresszeichen), legte sich hin und pennte. Ich konnte ab dem Moment in Ruhe arbeiten ohne ständig den heissen Atem im Rücken zu haben.
Er lässt sich korrigieren, lässt ( meistens) den Boxer in Ruhe und hat es nie wieder gewagt uns anzuknurren.
Wir haben natürlich auch nen Trainer zur Seite stehend gehabt, aber alleine das mit dem Hecheln und nicht zur Ruhe kommen war überdeutlich..
Dem Hund Sachen zu verbieten beseitigt eben manchmal nicht den Stress, der ist trotzdem da.
Ich habs mir so lange so schwer gemacht, nächstes Mal würde ich alle Beteiligten nicht so lange leiden lassen bis eine Abgabe im Raum steht.
Inzwischen ist er ein wahnsinnig toller Hund, eine Abgabe steht nicht mehr zur Diskussion. Er macht einfach nur Spass.
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Aber: Kastrieren ist ja nur ein anderes Wort für Versagen - und genau das Denken finde ich gefährlich
Mal nen ander Blickwinkel:
Ziel der Erziehung bzw. Im Zusammenleben mit einem Hund ist für mich immer, dem Hund die größtmögliche Freiheit gewähren zu können.
Egal ob Jagen, Probleme mit Artgenossen oder oder oder.
Und ists hormonell bedingt so, dass ich bei nem Hund permanent den Daumen druff haben muss, damit er halbwegs entspannt leben kann, er aber dadurch natürlich nicht die Freiheit bekommen kann, die rein theoretisch möglich wäre - dann ist das zumindest für mich ein sehr zweischneidiges Schwert.
Denn ein permanentes Kontrollieren, wann/wie/wie lange/wie oft ein Hund schnüffelt/pinkelt/markiert/sich verhält etc. Pp. ist für mich genau das: Kontrolle, des Freiraums, der möglich ist, aber nicht die größtmögliche Freiheit.
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Die meisten Wesen der Erde müssen gar nicht lernen, mit ihren Hormonen umzugehen, weil sie das ausleben können.
Ne stimmt nicht, in einem Rudel darf sich noch lang nicht jeder fortpflanzen. Es ist nämlich nicht so das sie alles ausleben dürfen was sie wollen auch in einem Rudel gibt es Regeln an die sie sich zu halten haben.
Sobald es wirklich gesundheitliche Auswirkungen hat, würde ich aber auch nicht weiter warten.
Ich auch nicht aber ich glaub ich hab auch nirgendwo das Gegenteil geschrieben.
Interessanterweise sind die gar nicht mehr so selten, da Hypersexualität vererbt wird.
Und Hypersexualität ist mitnichten nur der Dauerrammelnde Rüde, den viele unter im Kopf haben.
Das ist zum Beispiel mal richtig interessant danke dafür. So eine Diskussion hatte ich mir erhofft.
Und ganz ehrlich meine Jungs masturbieren tatsächlich hin und wieder zwar sehr selten aber es ist nicht so das sie das nicht ausleben dürfen nur halt nicht völlig grenzenlos.
Meine Nachbarin sagte zum Beispiel mal das sie nicht damit klar käme, dass ihr Hund eine Sexualität hat, überhaupt sehen die Hoden bei einem Rüden unästhetisch aus und das er sein Verhalten ändert wenn er erwachsen wird möchte sie auch nicht ist schließlich ein Hund. Joa ich weiß es auch nicht.
Ich sehe es halt auch etwas anders da ich mal einen kastrierten Rüden hatte der sich genauso benommen hat wie ihr es als hypersexuell beschreibt ich hab ihn sogar untersuchen lassen aber er war kastriert. Nur durch Wegnahme der Hoden ist es aber nicht so das keine Sexualhormone mehr gebildet werden die werden auch in anderen Bereichen des Körpers gebildet. Übrigens hab ich nirgends gesagt das ich meine Rüden so lange deckel bis sie aufgeben sondern es wird beim Welpen schon die Basis vernünftig gelegt dann brauch ich nur drauf aufbauen und zwar wenn noch keine Hormone da sind nicht erst wenn er schon anfängt sich rein zu steigern ich denke das ist schon oft ein Fehler. Hier läuft gefühlt kein unkastrierter Rüde und übrigens auch keine Hündin mehr rum, mmh.
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Meiner ist intakt, leicht zu korrigieren, er schnüffelt und leckt Gras bis er Kringel in den Augen hat, lässt man das zu. Er hört ist gut ansprechbar, trotzdem würde ich ihn gerne weniger manipulieren müssen z.B. im Freilauf, weil das muss ich wenn das Gras ruft. Thema Stress
Wie gesagt das klappt auch, aber ich bilde mir ein, er hat deutlich weniger Freiheiten wird deutlich mehr ins grob neben mir laufen verhaftet, weil eben die ganze Strecke duftet und er nur noch am stresshecheln wäre, schneller wird usw.
Wie alt ist er denn?
Ich finde das, vor allem in der ersten großen Pubertätswelle/Läufigkeitswelle noch "normal".
Die ist bei Rüden tatsächlich manchmal echt anstrengend. Zumindest find ich es normal, WENN er danach (daheim) größtenteils normal zur Ruhe kommt (bisschen brauchen zum rjnter kommen ist Ok) und recht normal frisst. Mal hier und da ein paar Tage schlechter ist okay, aber zB nicht wochenlang.
Kritischer find ich, wenn es anfängt sich auf alle Lebensbereiche auszuweiten.
Die Pubertät ist oft recht stressig - für Hund und Halter. Insbesondere wenn die Jungs erstmal ihre Hormone entdecken.
Wichtig ist in meinen Augen halt, dass es dann irgendwann auch wieder aufhört und sich der Hund wieder einkriegt und natürlich, dass es nicht in ernsthaft gesundheitlich gefährdende Ebenen aufsteigt.
Danke, für deinen post.
Er ist schon erwachsen :) mein erster intakter Hund, alles spannend.
Die letzten Wochen hatten wir Tage da hättest den Kerl „ verwursten“ können. Nein es zieht sich nicht in alle Lebensbereiche. Er schläft daheim, alles wie immer.
Eben nur, dass ich an diesen Tagen( jetzt war’s fast vier Wochen) mehr eingreifen muss als ich möchte. Freilauf darf halt auch mal ein Stückweit nach seinem Gusto...schnüffeln und so. Nur wenn schnüffeln dann hochspult, muss er da raus. Runterkommen
Die letzten zwei Tage lief er wieder entspannt auch beim Schnüffeln. Echt ich denk manchmal schon es ist ne neu Frau auf unserm Weg 🤣. Interesse daran werden die Rüden ja auch im jungen Erwachsenenalter bis (?) haben. Hört ja nicht auf bloß weiß erwachsen sind, oder? Oder Seh ich das schonwieder zu Menschlich?
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Ne stimmt nicht, in einem Rudel darf sich noch lang nicht jeder fortpflanzen. Es ist nämlich nicht so das sie alles ausleben dürfen was sie wollen auch in einem Rudel gibt es Regeln an die sie sich zu halten haben.
In der Regel wandern junge Wölfe ab, um sich ein eigenes Revier zu suchen und sich fortzupflanzen. Die werden nicht permanent gedeckelt, damit sie die Füße still halten. Und sie leben auch nicht in so einer extrem hohen Artgenossendichte und sind nicht mal ansatzweise dem sexuellen Frust ausgesetzt, wie unsere Haushunde. Solche Rudelstrukturen entwickeln sich nur, wenn zu wenig Platz ist und die Hunde/Wölfe keine Möglichkeit haben abzuwandern. Sie fangen mit dem Rangordnungs-Unterbutter-Gedöns erst an, wenn ihnen nichts anderes übrig bliebt, weil sie dazu gezwungen sind. Wölfinnen werden auch nur halb so oft läufig wie Haushunde, Rüden sind viel viel weniger läufigen Weibchen ausgesetzt. Ich finde das schon arg viel verlangt, dass einfach jeder Hund können und hinnehmen muss mit seinen Hormonen in völlig unnatürlichen Lebenssituationen in immer größer werdender Hundedichte klar zu kommen.
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Na ja, dass gechipte oder kastrierte Rüden allesamt ungeschlechtlich werden, ist genauso ein pauschales Vorurteil, wie Kastration löst alle Probleme.
Mal nen paar Beispiele, wie unterschiedlich es aussehen kann:
Meinen Beardie hab ich damals frisch kastriert ausm TS übernommen - der musste noch mal gechipt werden - Ursache: 3Hoder. Kam erst viel, viel später heraus.
Unter dem Chip zog hier ne Hündin ein, ihre erste Läufigkeit war etwas anstrengend, aber er hat es gelernt.
Während und nach des Chips war er zb weiterhin interessiert, konnte sich aber kontrollieren und hatte abgesehen von der einen Läufigkeit keinen Stress. Nach der Entnahme des dritten Hodens blieb alles gleich. Da hat sich genau gar nichts verändert.
Mein uralt Rüde (kastriert übernommen) ist ein Rüde. Er hat Interesse, würde decken, ist absolut klar im Kopf.
Beide kastrierten Rüden mussten übrigens während der Läufigkeiten der drei Hündinnen, wenn wir nicht da waren, von den Mädels getrennt werden.
Mein Jungrüde: Sexualität mit 8,5 Wochen. Bumms da.
Gechipt vor dem ersten Lebensjahr.
Inzwischen dann doch kastriert: jetzt ist er wie ein normaler Rüde. Er hat Interesse, kann sich aber selbst regulieren, ist klar im Kopf und hat keinen Stress mehr.
Im Gespräch mit den TÄ, die ihn kastriert haben: wohl ebenfalls gar nicht mehr so selten, dass die Schilddrüse unter dem Streß oder unter dem Chip ins Chaos gestürzt wird. (Beim Nog is zB noch nicht raus, ob die sich wieder einbekommt).
Sitterrüde bei seinem ersten Urlaub hier: unkastriert - kam direkt am Anfang der Standhitze von drei Hündinnen hier an.
2 Tage lang erklärt, wie er sich zusammen reißt, danach gings. Ohne Stress.
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Im Gespräch mit den TÄ, die ihn kastriert haben: wohl ebenfalls gar nicht mehr so selten, dass die Schilddrüse unter dem Streß oder unter dem Chip ins Chaos gestürzt wird.
Aber warum wird das mehr? Liegt es „nur“ an der erhöhten Hundedichte? Wurde da früher züchterisch mehr drauf geachtet als heutzutage? Letzteres kann ich mir irgendwie nicht vorstellen
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Im Gespräch mit den TÄ, die ihn kastriert haben: wohl ebenfalls gar nicht mehr so selten, dass die Schilddrüse unter dem Streß oder unter dem Chip ins Chaos gestürzt wird.
Aber warum wird das mehr? Liegt es „nur“ an der erhöhten Hundedichte? Wurde da früher züchterisch mehr drauf geachtet als heutzutage? Letzteres kann ich mir irgendwie nicht vorstellen
Keine Ahnung, müsste man mal untersuchen.
Wie häufig mit SDU zb gezüchtet wird, ohne dass die SDU bekannt ist, wie oft hypersexuelle Rüden decken...
Beides kann vererbt werden. Je häufiger es vererbt wird (weil zb nicht bekannt) umso häufiger hast die Veranlagung dazu in der Hundedichte.
Auf der anderen Seite nimmt natürlich auch mit der Hundedichte die Läufigkeitshäufigkeit zu.
Da sind dann nicht mehr nur 2 Hündinnen im Viertel Läufig, sondern 15 - der Duftstoffgau, quasi.
Ich kann nur sagen, dass es für "meine" TK gar nicht so ungewöhnlich ist, dass das passiert.
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wie oft hypersexuelle Rüden decken...
Das passiert ja bei „Hobbyzüchtern“ garantiert viel zu oft. Weil der Hund doch unbedingt Kinder machen will und es für ihn SO eine Erleichterung ist, ein einziges Mal eine Hündin besteigen zu dürfen
Da hätte ich eigentlich gehofft, dass das in der „seriösen“ Zucht anders aussieht. Was sagt denn Eggis Züchter*in zu der Problematik?
Aber vielleicht wird das langsam ein bisschen OT
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