Klärung von Feinheiten
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Hallo zusammen,
da wir ja einige Leutchen hier haben, die genau unter die Lupe nehmen, was ihre Hunde zu fressen bekommen, bzw. wieso ja oder nein, dachte ich, man könnte hier ein paar Feinheiten klären, über die oft nicht so nachgedacht wird, die mich aber (und bestimmt noch andere User) beschäftigen.
Punkt 1: Tierische Fette
Sie sind ja in einigen Futtern extra enthalten. Ist das Futter sonst zu fettarm? Was sind Vor- bzw. Nachteile?
Und dann habe ich gehört, dass in Fetten keine Allergene enthalten sind (also Lamm-Allergiker könnte problemlos Futter mit Lammfett fressen), ist das korrekt?Punkt 2: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, Kohlenhydrate
Dies sind Begriffe, die man hier öfter liest, ohne dass viele darüber Bescheid wissen, worauf es da zu achten gilt.
Was sollten Mindest- bzw. Höchstwerte sein? Was für Folgen kann weniger bzw. mehr haben? Was verbirgt sich generell hinter diesen Begriffen? (Es gibt nen netten Wiki-Link dazu, hab ihn aber gerade nicht zur Hand)
Ich denke auch gerade an eine Aussage, dass viel Rohprotein und wenig Kohlenhydrate einem Hund mehr Power geben, als ihn hibbeln zu lassen. Dagegen würden wenig Rohprotein und viel Kohlenhydrate zu einem hibbeligen Hund beitragen. Was denkt ihr dazu? Und was ist für euch die richtige Mischung?
Wie verhält es sich in Trockenfutter und wo unterscheiden sich diese Werte zum Barfer?Punkt 3: synthetische Zusätze
Für viele Leute fallen Futter weg, in denen synthetische Zusätze sind. Was sind eure Argumente gegen synthetische Zusätze? Ist es schädlich, noch Vitamine etc. hinzuzufügen, wo auf Grund der Herstellung verloren gegangen ist, was Hund braucht? Was davon braucht der Hund aber genau? Und in den Mengen, in denen es enthalten ist?
Gibt es überhaupt Extruder ohne synthetische Zusätze? Oder ist es auf Grund der Herstellungsverfahrens ein Widerspruch in sich?Punkt 4: Getreidefreiheit
Wieso füttern wir getreidefrei? Weil Hunde keine Getreidefresser sind? Aber was ist mit Mageninhalt etc. von Tieren? Ist da kein Getreide drin? Können es Hunde nicht verwerten? Oder sind es nur wir, die es nicht im Futter haben wollen?
Ich meine, man muss nicht Weizen, Mais, etc. als Hauptbestandteile haben, aber was spricht gegen geringe Prozentzahlen? Schadet das unseren Hunden?
Wenn ich mir die Hochleistungsfutter „High Energy“ etc. anschaue, ist fast überall Getreide enthalten, aber warum? Ich meine, gibt es mehr Energie oder was wird damit bezweckt?So, das waren erstmal meine Punkte und ich hoffe auf eine nette informative Diskussion, bei der auch stille Mitleser etwas lernen können.
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Zitat
Punkt 2: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, Kohlenhydrate
Dies sind Begriffe, die man hier öfter liest, ohne dass viele darüber Bescheid wissen, worauf es da zu achten gilt.
Was sollten Mindest- bzw. Höchstwerte sein?Das habe ich mich auch schon die ganze Zeit gefragt,
und noch nie eine Antwort darauf gefunden.Gute Fragen - der Thread wird bestimmt interessant und sehr informativ.
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Puh - das sind aber viele Fragen. Zu einigen kann ich mich nicht äußern, zu anderen will ich das grad nicht (bin in der Mittagspause auf der Arbeit und wenn ich mich jetzt ganz in andere Themen "schieße", dann wird das mit dem Arbeiten nichts mehr) - aber ein paar Sachen kann ich aus meiner Sicht der Dinge oder auch nach meinem Kenntnisstand schon erläutern.
Hm - wo fange ich an.
Das mit dem "Hibbeln" mit mehr KH Anteil zB. Meines Wissens nach ists so, dass der Hund als erste Energiequelle Fett hat - das ist mit dem wenigstens Stoffwechselaufwand der schnellste Energielieferant. Dann kommen KH. Danach erst Eiweiss, das eigentlich und in erster Linie eher zur Erhaltung der Vitalfunktionen und Zellaufbau etc verwandt wird. Eine Umwandlung in Energie ist da wohl aufwändiger für den Organismus.
Zudem lassen KH den Blutzuckerspiegel (je nach Qualität der KH) schnell in die Hühe schnellen. Und darum macht die These in meinen Augen auch Sinn, dass viele KH im Futter zum einen ansetzen und Energie liefern (daher in High Energiefutter) aber eben auch hibbelig machen, wenn der Hund soviel Energie gar nicht braucht.Dann... synthetische Vitamine. Es gibt wohl in der Diskussion von Humanmedizinern da schon länger Pros und Cons und wohl auch Untersuchungen, die belegen (sollen - ich habe das nicht bis ins kleinste Detail nachgeprüft), dass synthetische Vitamine erstens den Organismus viel mehr belasten und angeblich sei nicht mal klar, dass die so "effektiv" seien wie natürliche Vitamine. Viele Ärzte inkl meiner Ärztin warnen mich sogar davor, synthetische Vitamine als Nahrungsergänzung zu nehmen.
Da ich kein Wissenschaftler bin, kann ich das nicht verifizieren. Es klingt logisch für mich. Und auch die Übertragung auf den Hund, dass es da genauso sein soll. Auf der anderen Seite denkt sich mein Laien-Hirn - wenn es ncihts bringen würde, dann hätten nicht Generationen von Haustieren mit Fertigfutter mit synthetischen Zusätzen überlebt.
Ich bin über das Frischfutter, das ich gebe daher froh, weil es mich nicht in den Gewissenskonflikt bringt.
Marengo ist ein Extruderfutter ohne synth. Vitamine. Aber wie das geht, weiß ich auch nicht.Ich finde einen gewissen Getreideanteil im Futter nicht (mehr) schlimm. Früher - bzw als ich angefangen habe, mich damit zu beschäftigen, habe ich das anders gesehen und fand es nicht gut. Ob jetzt so viel getreide in den Bäuchen der Beutetieren steckt, wage ich zu bezweifeln. Denn wenn, dann fressen die das Getreide ja auch nur zur Erntezeit. Es ist sicherlich ein in Maßen zugegeben, sinnvoller Zusatz, wenn es gut vertragen wird. Zuviel finde ich wirklich artfremd.
Hm- zu anderen Punkten schreibe ich glaub ich gleich noch mal was.
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Das sind echt gute Fragen!
Hoffentlich schreibt noch jemand was...wäre interessant
Grüße, marienkäferchen -
Zitat
Hallo zusammen,
da wir ja einige Leutchen hier haben, die genau unter die Lupe nehmen, was ihre Hunde zu fressen bekommen, bzw. wieso ja oder nein, dachte ich, man könnte hier ein paar Feinheiten klären, über die oft nicht so nachgedacht wird, die mich aber (und bestimmt noch andere User) beschäftigen.
Punkt 1: Tierische Fette
Sie sind ja in einigen Futtern extra enthalten. Ist das Futter sonst zu fettarm? Was sind Vor- bzw. Nachteile?
Und dann habe ich gehört, dass in Fetten keine Allergene enthalten sind (also Lamm-Allergiker könnte problemlos Futter mit Lammfett fressen), ist das korrekt?
Das tierische Ausgangsmaterial, also das Fleischmehl, ist ein entfettetes Produkt, daher muss das Fett entweder während der Produktion oder bei Extrudern als Abschluss (das wird gemischt mit den Viaminen aufgesprüht) wieder zugefügt werden.
Wenn das Fett wirklich ganz frei von Proteinresten ist, dann ist es für einen Allergiker egal, woher das Fett stammt. Allerdings sind nicht alle Fette immer ganz frei von Proteinen, daher gibt es manchmal trotz eigentlich passendem Allergiefutter Probleme.Punkt 2: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, Kohlenhydrate
Dies sind Begriffe, die man hier öfter liest, ohne dass viele darüber Bescheid wissen, worauf es da zu achten gilt.
Was sollten Mindest- bzw. Höchstwerte sein? Was für Folgen kann weniger bzw. mehr haben? Was verbirgt sich generell hinter diesen Begriffen? (Es gibt nen netten Wiki-Link dazu, hab ihn aber gerade nicht zur Hand)
Ich denke auch gerade an eine Aussage, dass viel Rohprotein und wenig Kohlenhydrate einem Hund mehr Power geben, als ihn hibbeln zu lassen. Dagegen würden wenig Rohprotein und viel Kohlenhydrate zu einem hibbeligen Hund beitragen. Was denkt ihr dazu? Und was ist für euch die richtige Mischung?
Wie verhält es sich in Trockenfutter und wo unterscheiden sich diese Werte zum Barfer?
Jetzt wirds kompliziert...
Also erstmal die Begriffe:
Rohprotein bezeichnet die Gesamtheit der Eiweissverbindungen in einem Futter, es sagt aber nichts über die Herkunft aus. Es können leicht verdauliche Proteine aus Fleisch, schlechter verwertbare aus Pflanzen oder unverdauliche aus Federn, Hufen, Hörnern sein. Es kann als sein, dass bei einem Futter, mit einem eher moderaten Proteinwert aus Fleisch die Versorgung des Hundes besser ist, als bei einem Futter mit sehr hohem Wert, der über eher minderwertige Proteine erreicht wird.Rohfett bezeichnet das gesamte Fett im Futter, auch dieser Wert sagt nichts über die Wertigkeit aus, es kann "gutes" Fett sein oder altes Frittierfett oder Mineralöle (das wird aber in keinem Futter sein), da wird nicht unterschieden, was man mit Fettlösemitteln aus der Probe bekommt, bestimmt den Wert.
Rohfaser ist die Gesamtheit der unverdaulichen Bestandteile, das sollte man nicht mit Ballaststoffen verwechseln, denn die sind nur ein kleiner Teil der Rohfaser.
Rohasche sind die anorganischen Bestandteile, die nach einer Verbrennung übrig bleiben, also Mineralstoffe, Steinchen, Sand...
Kohlenhydrate sind mehr oder weniger komplexe Zucker.
In der Natur ernährt sich ein Hund eher kohlenhydratarm, da Beutetiere eben wenig davon enthalten. Da aber Fett teuer ist und Getreide die Verarbeitung eines Fertigfutters erleichtert, wird es gern ins Hundefutter gepackt.
Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen, das kann aufputschen. Dazu kommt bei einigen Hunden das Problem der Cerebralallergien, wer mehr wissen möchte bemühe das Netz.
Ich selbst nutze Fertigfutter nur selten für die Hunde, daher stört mich Getreide im Futter eher nicht, ich gehe mal zu Mc Doof.
Ich stelle jetzt mal eine Vergleichsrechnung für euch an:
Mein Hund benötigt am Tag 500g Pansen.
Pansen enthält 15,3% Rohprotein, 2,6% Rohfett und 1,6% Rohasche, also bekommt mein Hund mit dieser Mahlzeit 76,5g Rohprotein, 13g Fett und 8g Rohasche.
Vom Josera Festival muss ich tägl. 300g geben, das enthält 26% Rohprotein, 16% Rohfett und 6,5% Rohasche, also bekommt mein Hund dort 78g Rohprotein, 48g Fett und 19,5g Rohasche.
Wenn man jetzt noch rechnet, dass 100g Festival etwa 385kcal hat und Pansen nur auf etwa 86 kommt, dann stellt sich wirklich die Frage nach der Verdaulichkeit, bzw. in wie weit der Hund die enthaltenen Kohlenhydrate verwerten kann.Punkt 3: synthetische Zusätze
Für viele Leute fallen Futter weg, in denen synthetische Zusätze sind. Was sind eure Argumente gegen synthetische Zusätze? Ist es schädlich, noch Vitamine etc. hinzuzufügen, wo auf Grund der Herstellung verloren gegangen ist, was Hund braucht? Was davon braucht der Hund aber genau? Und in den Mengen, in denen es enthalten ist?
Gibt es überhaupt Extruder ohne synthetische Zusätze? Oder ist es auf Grund der Herstellungsverfahrens ein Widerspruch in sich?
Hummel hat ja eigentlich alles gesagt. Es ist weder bewiesen, dass synth. Vitamine die gleiche Wirkung haben wie das Naturprodukt, noch kennt man die wirklichen Bedarfswerte für Hunde.
Extruder ohne Vitaminzusätze gehen nicht, da die Vitamine den Herstellungsprozess nicht überleben. Man muss auch an der Qualität der anderen Bestandteile zweifeln. Wer mal ein 30-Minuten-Ei gegessen hat, weiß wie dieses verkochte Protein im Magen lag und das Ei wurde vergleichsweise sanft behandelt.Punkt 4: Getreidefreiheit
Wieso füttern wir getreidefrei? Weil Hunde keine Getreidefresser sind? Aber was ist mit Mageninhalt etc. von Tieren? Ist da kein Getreide drin? Können es Hunde nicht verwerten? Oder sind es nur wir, die es nicht im Futter haben wollen?
Ich meine, man muss nicht Weizen, Mais, etc. als Hauptbestandteile haben, aber was spricht gegen geringe Prozentzahlen? Schadet das unseren Hunden?
Wenn ich mir die Hochleistungsfutter „High Energy“ etc. anschaue, ist fast überall Getreide enthalten, aber warum? Ich meine, gibt es mehr Energie oder was wird damit bezweckt?
Wenn man ganz natürlich denkt, dann würde der Mageninhalt der Beutetiere getreidefrei sein, weil es kein Getreide gibt, das ist schließliche eine menschliche Erfindung.
Generell finde ich die meisten Futtersorten zu kohlenhydratreich für Hunde, dabei ist es mir egal ob die aus Getreide, Bananen oder Kartoffeln stammen. Kohlenhydratreiches Futter scheint für Hunde schlecht verwertbar zu sein. Wenn man bedenkt, dass Proteine und Kohlenhydrate den gleichen Energiegehalt besitzen, dann verwundert es doch sehr, dass man bei minderwertigen Futtern enorme Mengen füttern muss, so gering ist der Fettgehalt dort nun auch nicht, also sind sie labortechnisch nicht sonderlich energieärmer.
Hochleistungsfutter lassen sich nur sehr sehr schlecht im Kaltpressverfahren herstellen, mir fiele nur Köber ein. Wenn ich dort nachrechne, komme ich auf einen Kohlenhydratgehalt von etwas über 20%, das ist recht wenig. Aber die Kroketten sind sehr bröselig, weniger Getreide würde wohl zu Pulver führen.
Ansonten stellen ja nur die normalen Hersteller Hochleistungsfutter her, dort wird traditionell mit Getreide gearbeitet. Bei Josera bleiben z.B. über 30% Kohlenhydrate beim Hochleistungsfutter.
So, das waren erstmal meine Punkte und ich hoffe auf eine nette informative Diskussion, bei der auch stille Mitleser etwas lernen können.LG
das Schnauzermädel -
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Ich möchte kurz etwas zu Getreide und Hibbeligkeit sagen.....wenn ein hoher Getreideanteil im Futter für Hibbeligkeit verantwortlich wäre,müsten dann nicht viele Hunde,die Senior-oder Lightfutter bekämen,außer Rand und Band sein?
Und oft liest man,dass Hunde nicht mehr "aufdrehen" seit sie gebarft werden....könnte nicht der durchschnittliche Proteingehalt von 20% und damit geringerAnteil als viele TroFu-Sorten der Grund sein?Jetzt werden wieder Antworten kommen zu Light-und Seniorfutter zur Qualität und Verdaulichkeit der Eiweiße.....aber in Light-und Seniorfuttern ist schon viel Getreide enthalten,das Josera Balance hat z.B.einen Fleischanteil von 22%.
Ich kann nur zu meiner Aussiehündin sagen,wird sie proteinreicher ernährt,dreht sie leichter auf,ist nervös und unkonzentriert. -
Zitat
Punkt 2: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, Kohlenhydrate
Was sollten Mindest- bzw. Höchstwerte sein?
Die Frage würde mich noch sehr interessieren.
Auf welche Mindest- und Höchstwerte achtet ihr bei einem Futter?So wie ich es jetzt verstanden habe sollte der Rohproteinwert hoch sein,
Rohfett auch eher höher, Rohfaser niedrig und Rohasche auch eher niedrig?Kann man das so sagen?
Aber was ist "hoch" und was "niedrig"?Könnt ihr das in Zahlen angeben?
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Meines Wissens nach ist der der Erhaltungsbedarf bei Eiweiss 16% wenn es wirklich alles verdauliches Eiweiss ist (also nix aus Hörnern und Co).
Bei 27% Rohprotein hört für mich das normale Maß auf. Alles was mehr ist da streiten sich die Geister. Ich finde es bei einem Trockenfutter nicht gut.Rohasche würde ich nicht über 8% wollen, was bei guter Futterqualität auch nicht nötig ist. Das Minimum ist schwer zu sagen, weil in einem Alleinfutter immer genug Mineralien drin sein müssen. Bei Nierenproblemen sollte der Rohaschegehalt noch geringer sein. Eher um die 5%.
Bei Rohfett ist mir egal - das mache ich vom Hund abhängig, wie aktiv der ist und wieviel der verbrennt. Hunde haben eine hohe Fetttoleranz. Das ist mir gesundheitlich also ziemlich egal.
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Ich finde diesen Bericht sehr interessant, vielleicht ihr ja auch.
Durch falsche Ernährung psychisch krank
Nicht immer sind Fehler in der Erziehung der Grund dafür, wenn ein Hund seinem Besitzer das Leben zur Hölle macht. Auch die Ernährung kann hierbei eine entscheidende und sehr wichtige Rolle spielen.Müde und antriebslos, schlechtgelaunt, Konzentrationsmangel, Hyperaktivität, unangemessene aggressive Reaktionen, zwanghaftes Verhalten, Ängstlichkeit und erhöhte Stressanfälligkeit sind oft ein Zeichen von Serotoninmangel.
Zu wenig Serotonin führt zu impulsivem Verhalten (wenig Selbstkontrolle), verbunden damit ist eine Einschränkung der Lernfähigkeit.Was ist Serotonin?
Serotonin ist eine natürliche Droge im Gehirn, die jeden Hund „glücklich und zufrieden „ macht . Unter dem Einfluss von Serotonin verschwinden Müdigkeit, Schmerzempfindlichkeiten, Ängste lassen nach und die Bereitschaft zur Aggression verschwindet.
Wo entsteht Serotonin?
Serotonin wird im Gehirn hergestellt. Den wichtigsten Baustein dazu liefert u. a. eine Aminosäure, die Tryptophan heißt.
Tryptophan zählt zu den essenziellen Aminosäuren, d. h. der Körper kann diese Aminosäure nicht selber herstellen. Sie muss daher regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden.Ursachen für Serotoninmangel:
Proteinarmes Fertigfutter (mit viel Mais) .
Wird ein derartiges Fertigfutter gefüttert , wird natürlich auch der Getreideanteil in den angegebenen Rohproteinanteil mit eingerechnet. Mais ist außergewöhnlich ARM an Tryptophan. Besteht der Kohlenhydratanteil eines Futters zum großen Teil aus Mais, so ist mit einem ungünstigen Tryptophan-Tyrosin -Verhältnis zu rechnen.Zitat: Das Aggressionsverhalten des Hundes
Häufig liefert Mais das Eiweiß im Hundefertigfutter. Mais ist allerdings meist sehr arm an Tryptophan und kann bei Hunden, die auf Serotoninmangel empfindlich reagieren, bedenklich sein. Bei Aggressionsverhalten ist daher ratsam auf jeden Fall den Maisgehalt in der Ernährung zu reduzieren, am besten ganz weg zu lassen.
Auch zuviel Protein (Risikofaktor Fleisch) kann Hunde aufgrund eines Tryptophanmangels psychisch krank machen.
Zitat: Verschiedene Untersuchungen liegen zum Einfluss des Tryptophan- und Proteingehaltes im
Futter auf das Verhalten vor. So beschreibt MUGFORD (1987) eine Verbesserung der
Aggressionsprobleme bei einer Gruppe von Golden Retrievern, durch das Umstellen der Diät
auf eine selbstzubereitete Schonkost auf Lammfleischbasis mit einem deutlich niedrigeren
Proteingehalt als in einem kommerziellen Hundefutter.DENAPOLI ET AL. (2000) untersuchen den Effekt von Proteingehalt und Zufütterung von Tryptophan bei Dominanz- und Territorialaggression sowie Hyperaktivität. Sie finden dabei
heraus, dass Territorialaggression durch Tryptophan-Supplementierung einer Diät mit
geringem Protein-Anteil verbessert werden kann, bei Hunden mit „Dominanzaggression“
eine Supplementierung einer hochproteinergen Diät oder der Wechsel zu einem niedrigeren
Proteingehalt der Nahrung ebenfalls hilfreich sein könnte. Es sind bereits andere Studien der Autoren vorhanden, die durch Proteinverminderung eine Verbesserung von ängstlichaggressivem und territorialaggressivem Verhalten aufzeigen (DODMAN ET AL.,1996C).
Erklärung:Eiweiße bestehen aus mehreren verschiedenen Aminosäuren und den Aminosäuren Tryptophan und Tyrosin. Sie sind natürliche Gegenspieler.
Sie haben einen deutlichen Effekt auf die Biosynthese und Konzentration von Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin. Noradrelin ist für hochgradige Erregungszustände verantwortlich, Serotonin beeinflußt Stimmungen, Erregungszustände und Schmerzempfindlichkeit positiv.
Tryptophan sorgt für einen gesunden Schlaf, überwiegt Tyrosin herrscht Wachzustand.
Sehr hohe Tyrosinspiegel findet man im Blut von Leberkranken.
Tyrosin erhöht die Schmerzempfindlichkeit, Tryptophan senkt sie.
Durch proteinreiche, kohlenhydratarme Futterrationen (z.B. Barf) kann ein Serotoninmangel im Gehirn des Hundes entstehen, der dazu führt, dass betroffene Hunde sich sehr schmerzempfindlich, stark reaktiv und besonders emotional verhalten.
Wie kann man feststellen, das ein Tryptophanmangel vorliegt?
Indikan entsteht im Intestinaltrakt durch mikrobielle Umsetzungen aus der Aminosäure Tryptophan und wird über den Harn eliminiert. Das Vorkommen von Indikan weist immer auf einen unvollständigen Abbau der Aminosäure Tryptophan hin.
Zitat: Beim Vorliegen einer fäulniserregenden Darmflora oder bei besonders tryptophanreicher Ernährung (z.B. bei regelmässig starkem Fleischverzehr) entsteht soviel Indol, dass es nicht mehr nur ausgeschieden, sondern auch vermehrt rückresorbiert wird und über den Pfortaderkreislauf in die Leber gelangt. Eiweißreste, die im Dünndarm nicht verdaut werden können und in den Dickdarm gelangen, provozieren dort eine rapide Vermehrung der Mikroorganismen. Diese Keimflora bildet Fäulnisprodukte (Ammoniak, Phenole, Amine, Indikan u.a.), welche teilweise in das Blut übergehen und auch den Stoffwechsel der Haut beeinträchtigen.
Eiweissfäulnisprodukte im Darm können als potentielle Karzinogene bzw. Kokarzinogene gelten.
Indol entsteht vor allem als Tryptophanabbauprodukt bei chronischen Darmentzündungen (verursacht durch Proteus oder Clostridien), ferner bei Mykosen (durch Pilze verursachte Erkrankungen, z.B. Candida-Befall), Obstipation (Verstopfung), drohendem und komplettem Ileus (Darmverschluss), in hochgradig desoxybiotischem Gewebe und in zerfallenden Tumoren, in Zahn- und Mandelherden und bei perniziöser Anämie. Auch bei Nierenversagen (Urämie) und bestimmten seltenen angeborenen Stoffwechselstörungen (z.B. Phenylketonurie) kann vermehrt Indikan im Urin nachgewiesen werden.
Zitat aus einer Studie:
Bei eiweißreicher Fütterung kann es nach Beobachtungen bei Hunden (VAN DER STEHEN 1996) sowie auch bei Katzen (STÖCKER 1987) zu Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora kommen, insbesondere zu einer Zunahme der Gehalte an Clostridium perfringens und einem Rückgang von Bifidobakterien und Laktobazillen.
Indikan entsteht im Intestinaltrakt durch mikrobielle Umsetzungen aus der Aminosäure Tryptophan und wird über den Harn eliminiert. Die höchsten Werte fanden sich bei Verabreichung der proteinreicher Mischungen.Proteinreiche Lebensmittel mit viel Tryptophan:
Geflügel, Rindfleisch, Fisch, Quark, Eier, Milchprodukte
Logische Schlussfolgerung !?
Viel Tryptophan könnte demnach viel Serotonin bedeuten, wenn da nicht die Blut-Hirn-Schranke wäre.
Was bedeutet das?Aminosäuren wie Lysin, Leucin, Methionin, Threonin etc. sind in bis zu neunfach höherer Konzentration in diesen Lebensmitteln enthalten. Die Tryptophanmoleküle jedoch sind in hoffnungsloser Unterzahl und versuchen verzweifelt sich durch die bestimmten Schleusen in das Gehirn hineinzuquetschen.
Doch hier warten schon die anderen Aminosäuren und verwehren Tryptophan den Zutritt. Tryptophan hat keine Chance. So wird das Gehirn von den sogenannten sympathometischen Aminosäuren bestimmt*** Phenylalanin und TYROSIN .
Sie sind verantwortlich für das vegetative Nervensystem.
Die Folgen: Herztätigkeit und Kreislauf werden beschleunigt, die Pupillen erweitern sich, die Adrelaninproduktion wird angekurbelt*** was eine aufputschende Wirkung zur Folge hat. Die Folge davon ist, das die Schilddrüse zu erhöhter Tätigkeit angeregt wird. Der Teufelskreis beginnt.
Fazit: Je mehr Protein ein Futter enthält, desto weniger Tryptophan gelangt ins Gehirn.
Je weniger Tryptophan im Gehirn, desto weniger Serotonin kann produziert werden.
Wenig Serotoninbildung macht auf Dauer krank!
Günstige Fütterung:
Bedarfsgerechte Eiweißfütterung ( Protein) und Kohlenhydrate
in der Futterration. Bei dieser ausgewogenen Ernährung entsteht in der Regel kein Mangel an Tryptophan.Erst durch den gleichzeitigen Verzehr von Kohlenhydraten gelangt Tryptophan vermehrt ins Gehirn, wo es zu Serotonin umgebaut werden kann.
Warum?Zur Verdauung von Kohlenhydraten schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus.
Insulin schickt die „bisher stärkeren Aminosäuren in die Muskeln und die Blut-Hirnschranke wird frei. Die Tryptophan-Moleküle haben freie Bahn.
Insulin macht für Tryptophan den Weg ins Gehirn frei, wo es zum GLÜCKSHORMON Serotonin umgebaut wird.
Serotonin führt, wie beim Menschen auch, zu Wohlbefinden und Ausgeglichenheit.
Beide zusammen sind beste Voraussetzungen für GESUNDHEIT.
Quelle:M.´Rößler
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Zitat
So wie ich es jetzt verstanden habe sollte der Rohproteinwert hoch sein,
Rohfett auch eher höher, Rohfaser niedrig und Rohasche auch eher niedrig?ZitatWas sollten Mindest- bzw. Höchstwerte sein?
Es gibt keine Trockenfutterrezeptur die ausgewogen ist, da Hunde Individuen sind geht das auch gar nicht.
Deswegen kann auch keiner sagen wie die perfekte Zusammensetzung aussehen soll.
Man hat nur herausgefunden, wie die Werte ungefähr aussehen müssen oder sollen, um eine gute Akzeptanz und Verdaulichkeit zu erreichen.Rohasche, sollte eher niedrig sein.
Einen Wert bis zu 8% finde ich noch akzeptabelIch betrachte immer die gesamte Zusammensetzung eines Futters, und wenn es meinen Kriterien standhält, auch wenn vielleicht die eine oder andere Zutat, oder Wert, verbesserungswürdig wäre, kann es für meinen Hund doch in Frage kommen.
ZitatPunkt 4: Getreidefreiheit
Ich bin nicht unbedingt für getreidefrei, ein bisschen Getreide finde ich schon in Ordnung, aber es kommt aufs Getreide an, welches verwendet wird und auf die Qualität.
Leider wird in vielen Futtersorten Getreide aus Drittländern verarbeitet, das entweder genverseucht, oder von minderwertiger Qualität ist, wie schon diverse Skandale gezeigt haben.
Ein Hund ist zuerst mal ein Fleischfresser, und deswegen sollte der Anteil an Getreide möglichst gering sein.
Viele Hunde reagieren mit Allergien auf ein Zuviel, oder auf gewisse Getreidesorten.
Dann versuchen manche Hersteller durch den Einsatz von Getreide und anderen Zutaten, das Fleisch einzusparen, da Fleisch vor allem wenn es eine gute Qualität hat, teuerer ist, als Getreide. -
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