Meinungsaustausch über Hundeerziehung ;-)

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    Die meisten Hunde werden pausenlos bespaßt, zugetextet und hofiert, entwickeln sich zu Nervensägen, Dauerkläffern und Kontrolleuren, kommen nicht mehr zu Ruhe, tyrannisieren die Familien, lassen Besuch nicht mehr ins Haus, ....


    omg wie genau paßt das bitte auf den "Kampf"Hundebesitzer hier im Haus. Der textet den Hund die ganze zeit mit irgendwelchem Nonsense zu und ist natürlich oft ein riesen kläffer und agressor. Ich denk mir jedesmal, wenn mich wer die ganze zeit soooooo zulabbern würde, würde ich auch irgendwann durchdrehen :D :D :lol: :lachtot:

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    Wenn wir nun auf die sogenannten Problemhunde kommen, und ich denke, auch da sind wir uns alle einig, ist doch im Vorwege durch uns Menschen schon ganz viel schief gelaufen. Und wenn wir es dann nicht mehr aushalten und die Hunde vollig abgedreht sind, dann ist es mit einem Mal die Schuld der Hunde, dass es so weit gekommen ist und es wird ihnen durch Maßnahmen wie in Diana´s Thread beschrieben wahrhaftig der Boden unter den Füssen weggerissen. Ich denke nicht, dass wir alle das unseren Hunden antun wollen.


    :gut:


    Ich lese hier schon die ganze Zeit mit und freue mich , dass endlich mal wieder ein wirklich interessanter Thread läuft. Würde mir wünschen es gebe mehr davon.


    So nun zum Thema.


    Ich habe bis vor kurzem mit drei Hunden zusammengelebt. Sie kamen alle als erwachsene Hunde zu mir - so brachten sie natürlich Verhaltensweise mit, mit denen ich so gar nicht einverstanden war - nicht wirklich schwere Störungen - aber eben doch in meinen Augen Fehlverhalten.


    Von der Minute an, wo sie zu meinem "Rudel" gehörten, haben sie klare Regel angesagt bekommen - hier läuft ab jetzt so und nicht anders. Ganz klar - sie versuchten natürlich ihre Vorprogramme abzuspulen. Ich habe sie einfach auflaufen lassen - also das Verhalten völlig ignoriert, oder eben eine Alternative geboten - wenn das möglich war.


    Erstaunlich wie schnell Hunde verstehen, was man von ihnen will, wenn man es ihnen nur hundegerecht erzählt.


    Betty damals - 8 Jahre - ein völlig nervöses Hündchen - hatte ihre Vorbesitzer voll im Griff - macht was sie wollte, ist denen auch einfach abgehauen.


    Es hat keine 2 Wochen gedauert - da war gar nichts nervöses in ihr. Sie hatte ihren Platz im Rudel, sie konnte sich auf mich verlassen - ich habe immer die gleichen Regeln gehabt, der Tagesablauf war einigermaßen regelmäßig und sie hat sehr schnell Kommandos, wie Sitz, Platz und Hier gelernt - viel mehr brauchen meine Hunde nicht.
    Sie ist den Rest ihres Lebens ein ausgeglichener, zufriedener Hund gewesen und das hat sich auch nicht geändert, als Lilly dann als dritte ins Rudel kam und Betty dann ihren Rang verlor und weiter nach hinten rutschte. Den Vorbesitzern bin ich am Anfang öfters mal begegnet - sie konnten einfach nicht glauben, dass Betty der gleiche Hund ist, den sie mir gegeben hatte =)


    Zitat

    Aber schreib doch einfach mal, wie du einem Halter, der eine Menge Fehler gemacht hat und nicht wirklich erkennt, was falsch ist und wie er es ändern soll, der gar nicht bemerkt, wie sehr ihn seine Hunde manipulieren und bei dem alles aus dem Ruder gelaufen ist, was du diesem Menschen an Tipps an die Hand geben würdest !!


    Wenn alle perfekt wäre, ihren Hund lesen könnten und ihren Körper bewußt einsetzen würden, auf Manipulationsversuche entsprechend reagieren könnten, dann hätten wir hier kaum Threads, die sich mit Problemen in der Mensch/Hund Beziehung beschäftigen.



    Die meisten dieser Menschen würde ich zu einem Menschentherapeuten schicken. :hust:
    Denn wenn jemand z.B. nicht konseqent zu seinem Hund sein kann -ist dieser Mensch meist auch in seinem ganzem Leben nicht sehr konsequent.


    Wie viele Menschen habe schon innerhalb ihrer Art Probleme mit dem Sozialverhalten, wie sollen sie sich dann auf das Sozialverhalten einer anderen Art einlassen können. :hust:
    Ein Mensch, der eh schon inkonsequent ist, der kann nicht konsequent zu seinem Hund sein - egal wie sehr er das vielleicht sogar in der Theorie weiß.


    Wenn es sich dann noch um eine ganze Familie handelt, die Probleme mit dem Hund haben, dann muss erstmal das Sozialgefüge ( "Rudelverhalten") in der Familie geklärt werden, bevor ich anfangen kann, dem Hund andere Regeln aufzuerlegen.


    Leider gibt es auch Menschen, die es so gar nicht verstehen wollen, dass andere Arten - anderes Sozialverhalten haben. Sie gehen immer nur von der menschlichen Seite an die Sache ran, versperren sich den Blick über den Tellerrand - nur um sie kreist das Universum - andere egal ob Mensch oder Tier hat sich daran zu halten - da ist ein problemloses Miteinander eh schon von vornherein unmöglich. Aber Schuld hat dann natürlich immer das Gegenüber :/


    Ich bin natürlich auch nicht als der Hundeversteher auf die Welt gekommen - habe meiner ersten Hündin z.B. die Angst bei Knallerei anerzogen - aber als ich dann wusste, wie kann ich es besser machen, habe ich mein Verhalten geändert und siehe da - die Angst wurde schwächer, wenn sie auch nicht mehr ganz weg ging.


    Aber ich habe mein Verhalten geändert - und der Hund ist mir dann ganz selbstverständlich diesen besseren Weg gefolgt.

  • Warum können Hunde einen dann wunderbar ignorieren ? Bestrafen sie mich damit ? Das frage ich jetzt ernsthaft !!


    Ne, das fragst Du jetzt nicht ernsthaft! Oder willst Du mir wirklich weiß machen, daß Hunde rational wie Menschen agieren?


    Warum schickst du einen Hund auf seinen Platz, warum haust du ihm die Türe vor der Nase zu ! Sieht er einen Sinn darin ? Überlegt er, ob es wohl mit dem Hinterherlaufen zu tun hat ?? Was glaubst du ?


    Gegenfrage, sieht ein Hund einen Sinn darin im Haus angebunden zu werden?
    Ein Hund überlegt, so so!


    Weißt Du, Staffy, auf solche Fragen, Anmerkungen, mag ich eigentlich nicht antworten.


    Wer menschliche Handlungsweisen, rationales Denken in Hundeverhalten interpretiert, einem Hund also menschliche Eigenschaften andichtet, der kann von mir nicht mehr als Diskussionspartner ernst genommen werden.


    Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs

  • Hm ... ich frage mich ob es heutzutage noch Kinderpsychologen gibt, die dazu raten ein Kleinkind, welches einfach nicht zur Ruhe findet und statt zu schlafen immer wieder aufsteht, mittels Geschirr ans Bett zu binden? :???:


    Müsste ja dann eine Erlösung für das von Unruhe geplagte Kind sein, oder?


    Wobei - diese Gitterbettchen ... das sind ja auch fast sowas wie Hundeboxen.
    :( :



    Ich finde Snoopy hat es ziemlich gut auf den Punkt gebracht.
    Es scheint Hunde zu geben denen es hilft, mittels Zwang zur Ruhe gebracht zu werden - weil sie es allein einfach nicht schaffen.
    In diesem Fall fände ich es gut, denn es hilft dem Hund.


    In allen anderen Fällen :nein: ....
    ich erwarte von einem Menschen, das er für SICH eine Lösung findet, die dem Hund nicht schadet.
    Möglicherweise würde ich in Fällen wie Dianas eine komplette Hundeauszeit empfehlen, d.h. die Hunde kommen in eine Pension. So findet die Familie vielleicht Ruhe um über ihr Verhalten nachzudenken.


    Aber eigentlich sollte es doch - gerade nach so erschreckenden Verhalten der Hunde - längst einen Familienrat gegeben haben. Inklusive Nachdenken.
    Und grade bei einer Familie wo die Aufmerksamkeit gegenüber den Hunden bislang übertrieben wurde, sollte es doch reichen, wenn man an nur wenigen Stellen reduziert - und schon ändert sich das ganze Gefüge.

  • Zitat

    Gegenfrage, sieht ein Hund einen Sinn darin im Haus angebunden zu werden?


    Sieht er einen Sinn darin, ausgesperrt zu werden ?
    Der Sinn des Anbindens besteht darin, daß der Hund ohne großes TamTam, ohne ihn ständig wieder zum Platz zu schicken, einfach mal ne Auszeit bekommt - kommentarlos.


    Gaby, wenn du mir nicht antworten willst/kannst, dann lass es bleiben.


    Aber damit zu argumentieren, daß, wenn Hund - Hund ignoriert oder Hund - Mensch ignoriert das normal ist, aber ein Mensch - Hund ignorieren ein Trauma für den Hund bedeutet ... erklär es mir doch !


    Sag mir doch den Unterschied zwischen auf den Platz schicken, aussperren oder anbinden ! Nix anderes möchte ich von dir wissen.


    Und natürlich deine Empfehlung für solche Nervensägen. Von dir kommt nur "ignorieren ist Tierquälerei", "ich würds nie tun", ... und fragt man nach, ist man kein würdiger Diskussionspartner, aha.


    Dann werd doch bitte für die anderen mal konkret und beantworte denen deine Aussagen.

  • Zitat


    Ferrypaula
    Ich kenne sowohl Günther als auch Michael sehr gut und das von dir beschriebene ist nicht das, was beide lehren ! Wenn du es als absoluter Hundelaie auf Entfernung siehst, könnte man es ähnlich sehen. Übrigens nimmt Michael nie ein Würgehalsband beim Hundetraining ;-) Zumal ich davon ausgehe, daß dein Seminar schon mindestens 3-4 Jahre her ist, oder ?


    Staffy, ich weiß, dass Du beide gut kennst. Und ich sage es nochmal: Ich schätze M.G. als Menschen, ich finde aber nicht alles, was er lehrt nachahmenswert. Was ist eigentlich so schlimm daran? Jeder muss doch für sich seinen Weg gehen. Und zu meinem Weg gehören nun einmal nicht solche Methoden.
    Ja, es ist 4 Jahre her. Ich weiß auch von einer Absolventin von Canis, dass inzwischen anders gearbeitet wird. Die Ignorierprogramme werden aber immer noch durchgeführt. Es tut mir ja leid, aber ich kann nur das weiter geben, was ich von meinen Leuten so höre.


    Und unterscheide bitte zwischen "über anderen Trainer urteilen und "die Methoden dieses Trainers" kririsieren.


    Mag ja sein, dass ich damals für Dich vielleicht noch Laie war, macht auch nix, Hauptsache, man entwickelt sich weiter und revidiert auch mal Aussagen, die man vielleicht früher getätigt hat, weil man einfach dazugelernt hat.

  • Zitat

    Hm ... ich frage mich ob es heutzutage noch Kinderpsychologen gibt, die dazu raten ein Kleinkind, welches einfach nicht zur Ruhe findet und statt zu schlafen immer wieder aufsteht, mittels Geschirr ans Bett zu binden? :???:


    Müsste ja dann eine Erlösung für das von Unruhe geplagte Kind sein, oder?


    Wobei - diese Gitterbettchen ... das sind ja auch fast sowas wie Hundeboxen.
    :( :



    Da ich keine Kinder habe, weiß ich nicht, ob so was noch empfohlen wird. Ich habe aber mal gesehen, wie früher (und in anderen Kulturkreisen vielleicht noch immer) Kinder ziemlich fest in Tücher gewickelt werden. durch diesen festen Druck wird die Ausschüttung von Oxitozin ausgelöst, was ein Körpereigenes BEruhigungsmittel ist. Ich habe keine Ahnung, wie lange diese Wickelung "angebracht" wird - keine Ahnung. Sicher gibt es hier ein "zu lange", wie das auch beim Anleinen der Fall ist.



    Was ich aber beim Anbinden ganz ganz wichtig finde: Es gibt einen Unterschied zwischen anleinen, weil es das Leben des Menschen vereinfacht und anleinen, um lernen zu ermöglichen.
    Klar kann man es sich auch einfach mal errleichtern, und den Hund für kurze Zeit mal eben irgendwo anbinden (man beachte die Formulierung "kurze Zeit"!).
    Wenn ich aber einen Unruhe-Herd Zuhause habe, dann wird das Lernen eben länger dauern, wenn ich "nur" anleine, und nicht zusätzlich das wünschenswerte Verhalten bestärke.
    Klar, angeleint bleibt dem Hund nichts anderes übrig, als eben auf seinem Platz zu bleiben. Aber durch die Bestärkung wird das doch auch lohnenswert! Es ist dafür da, einen Fuß in die Tür zu bekommen, nicht als Dauermanagement gedacht. Hunde machen, was sich am meisten lohnt. Ich mache "auf dem Platz schnarchen" lohnenswerter als "immer hinter her latschen", so kommt es weder bei mir noch beim Hund zu Frustrationen. Ich finde es einfacher so rum, als ständig aufzupassen, welche Bestärkung für "hinterherlatschen" ich sonst noch so alles ausschalten muß

  • Zitat

    Wobei - diese Gitterbettchen ... das sind ja auch fast sowas wie Hundeboxen.


    Womit du das nächste Hilfsmittel ansprichst das hier oft empfohlen wird.


    Mir erschließt sich gerade der Unterschied nicht zwischen Nicht Beachten/für einen kleinen Zeitraum den Hund an seinen Platz festbinden


    und


    aus dem Raum gehen mit Tür zu machen, Hund in den Kennel sperren, auf seinen Platz schicken.


    Es sind doch im Grunde genommen alles ein und das gleiche (Nicht beachten bzw fest setzen des Hundes).


    Vielleicht mag es mir jemand erklären, warum es schlimmer ist, eine Aufforderung des Hundes mit nicht Beachtung der selbigen zu kommentieren, oder den Raum zu verlassen mit Tür hinter sich schließen. (als Beispiele jetzt nur mal).

  • Wuerde meinen Hund in der Wohung nie anleinen.
    Leckerlies nehm ich hoechstens zur Nasenarbeit mit Gassi.
    Wir verstehen uns quasi Non-Verbal. Rede auch nicht staendig mit meinen Hund. Es fallen hoechstens Zehn Worte am Tag + Kommandos halt.
    Appoertiert tut meiner von Hause aus.
    Er ist nur auf eine Person bezogen sprich mich und schaut immer das der Rudel zusammenbleibt.
    Am anfang ist er mir natuerlich auch immer in der Wohung gefolgt (bis aufs Klo). Hat sich seitdem er aussen Welpenalter raus ist gelegt.
    Er haengt mir zwa immer noch manchmal am Fersen aber das wird gedultet weil ich weiss das er Genug Ruhe-Zeiten hat! Wenn ich am PC bin pennt er meistens oder legt sich ins Wohnzimmer.
    Wenn ich Film gucke laesst er mich in Ruhe. ER bleibt jeden Tag 7 Stunden am Stueck alleine- dann wird er doch gucken duerfen was ich mache, mehr nicht.
    Kein Betteln kein auf Schritt und Tritt folgen. Einfach nur gucken!


    In ne Box wird ich meinen Hund auch nie stecken wollen...




  • Im Grunde genommen geht es doch um Informationsübermittlung, nicht?


    "Lieber Hund, ich möchte, dass Du jetzt für Zeitraum X irgendwo hinlegst und schläfst, oder auf Deinem Kong kaust."
    Oder
    "Lieber Hund, bitte fress den anderen Hund nicht auf oder spiel ihn nicht bewußtlos!"


    Die Frage ist, wie gelangt diese Information "in" den Hund?
    Lernen passiert immer gleich:
    Man wiederholt Verhalten, dass sich für einen als lohnenswert erweist.
    Man vermeidet Verhalten, dass sich für einen als unangehmen oder gar gefährlich erwiesen hat.
    Sprich, welche Folgen (auch Konsequenzen genannt) hat das Verhalten in der Vergangenheit für mich gehabt.


    Der überwiegend hier im Fred vorkommende Weg dazu war bisher "Verhalten hinterherlatschen" sollte reduziert werden. Der Definition nach wird also "hinterherlatschen" bestaft werden müssen.
    Oder zumindest muss jegliche Bestärkung dieses Verhaltens sofort abgeschaltet werden.


    Wenn man das gewünschte mit ignorieren Erreichen kann, ist das für mich in Orndung, nur ahbe ich die Erfahrung gemacht, dass das erstens nicht bei allen Hunden funktioniert und zweitens bei allen Hunden schneller erreicht wird, wenn man auch gleich dazusagt, welches denn das richtige Verhalten in der Situation wäre.


    Stell Dir vor, Du sollst in der Schule irgend eine Vokabel lernen. Es sagt Dir aber niemand welche Vokabel. Dein Lehrer sagt Dir nur immer wieder, "Nein, die ist es nicht" und je nach Temperament fügt er noch ein "Du Flasche!" hinzu. Oder ein "versuch es mal bei den Tuwörtern mit A am Anfang, die die Bedeutung "tu was" haben. Durch Welche Methode kommst Du schneller auf die Lösung?

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