Meinungsaustausch über Hundeerziehung ;-)

  • Zitat

    Ja weil der Hund logischerweise irgendwann aufgibt und sich entspannt und dann auch liegen bleibt und das dann auch verinnerlicht, hinterher laufen bringt nichts, kann ich liegen bleiben. Und er freut sich um so mehr, wenn er dann aufgefordert wird, mitzukommen.


    Klar könnte ich ihn auch anbinden, aber was lernt der Hund daraus?


    Ein Hund, der in dieser Hinsicht wirklich schwierig ist, hört das Hinterherrennen nicht einfach so auf, weil er seine Bestätigung bereits in Deiner (ignoranten) Anwesenheit findet.


    Es gibt Hunde, die hören damit auf, weil für sie noch eine andere Belohnung dazukam. Es gibt aber auch Hunde, die sind der von mir beschriebene Fall.


    Außerdem finde ich es ehrlich gesagt besser, wenn ein Hund früher zur Ruhe kommt und nicht erst nach Monaten diese mal finden könnte - falls es dann mal klappt.


    Viele Grüße
    Corinna

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    Außerdem finde ich es ehrlich gesagt besser, wenn ein Hund früher zur Ruhe kommt und nicht erst nach Monaten diese mal finden könnte - falls es dann mal klappt.


    Hm also warum sollte ein Hund erst nach Monaten zur Ruhe kommen, wenn er doch feststell, dass das hinterherlaufen nichts bringt?
    Wenn er es nicht lässt, dann sollte ich mir doch eher überlegen, ob ich vielleicht dem Hund doch noch irgendwie ein falsches Signal aussende und er darin eine Bestätigung findet.


    Ich kenne auch Hunde die 5 Jahre und auch mehr ihre Besitzer auf Schritt und Tritt kontrolliert haben und bei denen hat es zwei Wochen gedauert und wurde vom ersten Tag immer weniger und die Abstände immer kürzer.


    Es mag vielleicht auch daran liegen, das der Hund durch die Aufmerksamkeit nach der Phase x mit ruhigem und entspannten Verhalten wieder Aufmerksamkeit bekommt. Aber das würde dann ja auch wieder dafür sprechen, das es eine positive Bestärkung von Alternativverhalten den Erfolg bringt.

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    Hm also warum sollte ein Hund erst nach Monaten zur Ruhe kommen, wenn er doch feststell, dass das hinterherlaufen nichts bringt?


    Wir drehen uns im Kreis ;)


    Zitat

    Ein Hund, der in dieser Hinsicht wirklich schwierig ist, hört das Hinterherrennen nicht einfach so auf, weil er seine Bestätigung bereits in Deiner (ignoranten) Anwesenheit findet.

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    Hm also warum sollte ein Hund erst nach Monaten zur Ruhe kommen, wenn er doch feststell, dass das hinterherlaufen nichts bringt?


    Der Hund von meinem Freund ist jetzt 11 Jahre alt. Er gehörte bis zu seinem 9 Lebensjahr dem Bruder meines Freundes und mein Freund hat ihn nach dessen Tod übernommen. Wir wohnen jetzt seit fast 2 Jahren zusammen und der Hund läuft mir immer noch auf Schritt und Tritt hinterher, trotz ignorieren. Alle paar Wochen versucht er mich mitten im Türrahmen zu überholen und nagelt mich praktisch an die Wand. Wenn ich koche oder esse liegt er IMMER unterm Küchentisch und knurrt sogar die Fliegen an, weil die könnten ja was abkriegen. Selbst wenn man ihn auf seinen Platz schickt ist keine Ruhe. Erstens versucht er immer erstmal nur in der Nähe seines Platzes zu liegen, und zwar so nah wie möglich an dem Platz an dem er gerne liegen würde. In dem Fall zwischen Tisch und Sofa. Sobald ich also aufstehen will steh ich aufm Hund. Am Anfang hat er wenigstens noch das Feld geräumt, heute bleibt er liegen und ich muss ihn wegschubsen. Wenn ich ihn also auf seinen Platz schicke versucht er erstmal sich auf der andern Seite vom Tisch hinzulegen, dann neben den Tisch, dann neben sein Bett und wenns dann richtig kracht geht er auch rein. Genauso in der Küche. Unterm Tisch kassiert er öfter mal nen Tritt weil er halt immer im Weg liegt. Schick ich ihn in sein Bett liegt er erst vor dem Tisch, in der Tür, vor seinem Bett, etc. Er kann uns auch von seinem Bett aus sehen. Das steht ein Stück neben dem Sofa und er kann von dort aus auch in die Küche sehen. Nun will ich aber auch nicht die nächsten Stunden den Hund immer im Auge haben, zumal ich noch 2 andere habe die ich zur Raison bringen muss. Irgendwann stell ich fest hat er sich wieder dahin gemogelt wo er eigentlich nicht hinsoll. Also geht das Spielchen von vorne los. Nun ist anbinden bei dem keine Lösung, der würde uns glatt die Heizung rausreissen oder den Tisch hinter sich herschleifen. Wenn er irgendwohin möchte versucht er mit aller Gewalt dahin zu kommen. Es ist aber auch schon besser geworden. Am Anfang konnten mein Freund und ich nicht in verschiedenen Zimmer sitzen, da ist er bald wahnsinnig geworden und immer hin und hergetingelt. Macht er heute auch noch, aber er legt sich dann ne Weile mal in dem Zimmer hin und kommt dann irgendwann rüber um sich da hinzulegen. Ich denke wenn sich so ein Verhalten über Jahre gefestigt hat kommt man innerhalb von 2 Wochen nicht wirklich weit. Zumal wir ja auch noch 2 weitere Hunde haben.

  • Ignorieren finde ich z.B. angebracht, wenn meiner sich mal wieder mit offenem Maul freut (er reißt halt immer das Maul auf wenn er sich freut und will alles anknabbern vor Glück :???: ), dann dreh ich mich weg und seh ihn auch wirklich gar nicht mehr an, das soll er merken dass das nicht in Ordnung war.


    In der Wohnung wird er meist einfach nicht groß beachtet. Pelle ist sehr temperamentvoll und überdreht schnell, daher ist das zuhause wichtig. Manchmal liegen Nicht-Beachten und Ignorieren dann leider doch sehr nah beieinander, wenn er nach dem Spaziergang überdreht ist reicht es auch schon, ihn mit einem Blick zu streifen damit er aufspringt und wieder Action will. Daher muss ich ihn manchmal - selten - auch komplett ignorieren und aufpassen dass ich gar nicht in seine Richtung sehe. Es wird immer besser :roll: hab ihn ja erst ganz kurz.


    Was das Hinterhertrapsen in der Wohnung angeht: schrecklich!! Das macht er seit ein paar Tagen ganz extrem, nur bei mir, bei meinem Freund nicht. Ich versuche, ihn grad dann nicht zu beachten, knalle ihm die Türen vor der Nase zu und laufe viel blödsinnig in der Gegend rum, damit ihm irgendwann mal aufgeht wie überflüssig und anstrengend das für ihn ist... hoffe das führt bald zu Erfolg, das ist echt sehr ätzend!

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    Ja weil der Hund logischerweise irgendwann aufgibt und sich entspannt und dann auch liegen bleibt und das dann auch verinnerlicht, hinterher laufen bringt nichts, kann ich liegen bleiben. Und er freut sich um so mehr, wenn er dann aufgefordert wird, mitzukommen.


    Klar könnte ich ihn auch anbinden, aber was lernt der Hund daraus?


    Nö. Für meinen Hund ist das ziemlich unlogisch. :) Mein Hund ist mir IMMER hinter her gerannt. Er wollte nur dabei sein. Und dessen wurde er auch nicht müde und hat nicht aufgegeben. Ich habe es eine sehr, sehr lange Zeit mit ignorieren versucht. Er ist mir monatelang nachgelaufen. Trotz totaler Ignoranz meinerseits. Bis ich die Nase voll hatte und ihn jedes Mal auf seinen Platz geschickt habe. Es hat 24 Stunden gedauert und das Nachlaufproblem hat sich verflüchtigt. Hätte ich das nur mal früher gewußt.
    Ich konnte den Hund allein mit einem Kommando dazu bringen, was bei anderen Hunden nur eine Leine schafft. Ich bin auch kein Freund von anbinden in der Wohnung, aber das wäre sicherlich die nächste Instanz gewesen. Denn der Hund hat sich durch das Nachlaufen in gefährliche Situationen gebracht. Vorallem in der Küche, wenn ich gekocht, gebraten und gebacken habe. Und mich fast zum Nervenzusammenbruch.


    Was das nicht beachten angeht: So ist es bei mir zu Hause nur. Ich bin nicht dazu da meinen Hund 24 h Entertaiment zu bieten. Ich finde Schmuse und Spieleeinheiten sollten Highlights am Tag sein und nichts alltägliches. Sämtliche Aufforderungen seinerseits werden von mir nicht beachtet.

  • Ich hab jetzt den Auslöser-Fred nich gelesen ...


    Grundsätzlich find ich aber, ich hab doch keinen Hund um ihn NICHT zu beachten. D.h. ich beachte ihn genauso - wie ich jedes andere Familienmitglied auch beachte. Wenn er nervig wird, bekommt er also auch mal negative Aufmerksamkeit -- und wird z.B. aus der Küche geschickt.
    Normalerweise hab ich ja auch was zu tun ... d.h. ich kann mich nicht jede Sekunde um den Hund kümmern. Der weiss aber inzwischen, das es Hundezeiten gibt, wo dann meine Aufmerksamkeit 100 % ihm und nur ihm gilt. Dieser Rythmus spielt sich doch normalerweise schnell ein.


    Klar gibt es Hundehalter, die es mit dem Beachten ein klitzekleinwenig übertreiben - und wo der Hund im Grunde froh wäre, wenn er mal seine Ruhe hätte.
    Aber ob ausgerechnet bei solchen Menschen der Tipp funktioniert, das sie ihren Hund ne ganze Woche lang nicht beachten sollen :???:
    Ich kann mir das schlecht vorstellen.
    Und ne ganze Woche ... bei nem Hund der vorher 100 % Aufmerksamkeit bekommen hat - find ich viel zu krass.
    In solchen Fällen reicht es doch schon, wenn der Hund 2 Stunden vormittags und 2 nachmittags Ruhe hat.


    lg
    susa

  • Zitat

    Ich hab jetzt den Auslöser-Fred nich gelesen ...


    Es geht, wie auch hier eingangs geschrieben, nicht um das generelle Zusammenleben, sondern um die Lösung eines Problems !
    Wir gehen also nicht vom ab und an mal nervenden 08/15 Lumpi aus, sondern von Hunden, die Probleme haben/machen und darum, daran etwas zu ändern - auf Dauer !


    Gruß, staffy

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